4-wheel-nomads: Also, wie war Ostafrika ...

Juliane, Mischa und die beiden Töchter Anouk und Sóley sind die 4-wheel-nomads. Die Vier leben auf Spiekeroog und starteten von dort ihre große Afrika-Reise mit dem Land Rover: 388 Tage – 27 Länder – 4 Personen – 1 Land Rover.

 

Inzwischen haben wir Ostafrika verlassen, sind durch Sambia gefahren und in Namibia angekommen ... Zeit, um die Unterschiede zwischen den bisher besuchten Regionen Afrikas – Nord- und Ostafrika – zu beschreiben ...

Nachdem wir mehrere Monate in Nordafrika verbracht hatten, war Ostafrika – zunächst Kenia – einfach sehr entspannt.

So schön wie wir Nordafrika auch fanden und so intensiv unsere Begegnungen mit den Menschen in Ägypten, im Sudan und in Äthiopien auch waren, so schön war es auch durch eine menschenleere, grüne Landschaft zu fahren und unterwegs fröhlich-offene Menschen erleben zu können.

Dass Kenia und Tansania in vieler Hinsicht anders sind, erkennt man daran, dass dort viele »mixed couples« gibt. Ohne den Menschen in Nordafrika Rassismus vorwerfen zu wollen, ist doch die konservativere Orientierung der Menschen in diesen Ländern in kulturell-religiöser Hinsicht ein Grund dafür, dass Religionen, Kulturen und auch Hautfarben eher zu einer Trennung als zu einem Miteinander führen.

Beeindrucken waren die großen Shopping-Malls in Kenia, die uns eher an die Vereinigten Staaten erinnerten als an Afrika. Die Security-Leute an den Ein- und Ausgängen mit ihren automatischen Waffen fanden wir weder störend noch beängstigend.

Obwohl wir offen für das Essen in Nordafrika waren, vermissten wir im letzten halben Jahr vor allem Käse, Wurst, Schokolade und guten Wein. Als wir Kenia erreichten, fühlten wir uns wie im Schlaraffenland und schwelgten trotz der hohen Preise in Französischem und Schweizer Käse.

In Tansania war die Versorgungslage mit gewohnten europäischen Lebensmitteln, bis auf wenige Ausnahmen, jedoch wieder vorbei. Supermärkte haben wir lediglich in Arusha, Tanga und Dar es Salaam gefunden. Und auch dort war das Angebot im Vergleich zu Kenia eher »mager«. Gleichzeitig fanden wir überall frisches Obst, Gemüse und Grundnahrungsmittel wie Nudeln und Reis.

Neben dem hohen Preisniveau für Lebensmittel haben uns auch die hohen Preise für die Nationalparks erschreckt. Will man mit seinem Auto und zwei Kindern (Sóley hatte freien Eintritt) in den weltbekannten Ngorongoro-Krater fahren, muss man derzeit für Eintritt, Auto und Campen pro Tag geschlagene 530 bis 580 US-Dollar bezahlen. Purer Wahnsinn!

Touristen sollten sich gut informieren und eventuell auf kleinere, unbekanntere Parks wie den Ruaha Nationalpark ausweichen. Dort ist zwar die Tierdichte geringer, dafür sind aber deutlich weniger Landcruiser unterwegs. In Ostafrika konzentriert man sich offensichtlich nahezu vollkommen auf das hochpreisige Segment des Safari-Tourismus und lässt die Individualreisenden weitestgehend außer Acht. Aber gerade die individuelle Art zu Reisen ermöglicht menschliche Begegnungen und kulturellen Austausch. Individualreisende werden im Allgemeinen von Einheimischen ganz anders behandelt und es bieten sich vielfältige Möglichkeiten für ein gegenseitiges Kennenlernen. Auf der anderen Seite stehen die Safari-Touristen, deren Geld zu fast 100 % auf Konten von Besitzern internationaler Hotel- und Safariunternehmen landet. Berührungspunkte mit Einheimischen ergeben sich selten und wenn, dann meistens mit Bediensteten in Camps und Hotels. Wir hingegen versuchen immer auf kleinen Märkten und in lokalen Läden einzukaufen. Und so wissen wir, dass unser Geld zum großen Teil bei den »kleinen Leuten« ankommt – da wo es dringend gebraucht wird.

BBQ mit den »Bundu Rovers« in Kenia

Ein Aspekt, vor dem wir im Vorfeld unserer Reise immer wieder gewarnt wurden, ist die angebliche Korruption der Polizisten und des Militärs in Kenia und Tansania. Wir hatten jedoch nicht eine einzige unangenehme Begegnung mit diesen Berufsgruppen. War es einfach nur Glück? Wir wissen es nicht. Das Gegenteil war der Fall. Wir wurden grundsätzlich höflich und freundlich, ja regelrecht freundschaftlich behandelt. In Tansania hängt dies sicherlich auch mit dem neuen Präsidenten zusammen. John Magufuli hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Korruption in seinem Land und die damit verbundene ungerechtfertigte Bereicherung einzelner Personengruppen zu unterbinden.

Aber auch sonst hat er bisher schon viele ungewöhnliche politische Entscheidungen getroffen. Zum Beispiel hat er die Kosten der Feier zu seiner Vereidigung von geplanten 100.000 US$ auf 7.000 US$ reduziert. Auslandsreisen von Politikern werden nicht mehr mit einer großen Entourage durchgeführt und auf Staatskosten finanziert, sondern müssen für jeden einzelnen Staatsdiener vom Präsidenten persönlich genehmigt werden. Wer sich nicht daran hält, fliegt raus! Langsam füllen sich durch diese Politik die Staatskassen und Gelder können in Krankenhäuser, Schulen und in eine Verbesserung der Infrastruktur fließen. Samstags haben alle Staatsdiener übrigens die Pflicht, Müll zu sammeln um das Heimatland zu verschönern ... Korruption oder Bereicherung führen ebenfalls zu zeitnahen Entlassungen. Wir haben überall von den Menschen unterwegs gehört, dass dieser neue Präsident ihnen Mut macht. Seine Beliebtheit bei der einfachen Bevölkerung ist großartig!

Zurückblickend auf Ostafrika können wir sagen, Kenia und Tansania haben uns so gut gefallen, dass wir uns gut vorstellen können, wieder zu kommen!

Vielen Dank für Text und Fotos an die 4-wheel-nomads.

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