4-wheel-nomads: Die große Reise beginnt

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Juliane, Mischa und die beiden Töchter Anouk und Sóley sind die 4-wheel-nomads. Die Vier leben auf Spiekeroog und starten von dort ihre große Afrika-Reise mit dem Land Rover: 388 Tage – 27 Länder – 4 Personen – 1 Land Rover.

 

Wie geht es Euch? Am Rande des Nervenzusammenbruchs, eine Gradwanderung zwischen freudiger Erwartung und ängstlicher Nervosität oder »Gott sei Dank - endlich können wir los!«?

Absoluter Tunnelblick ... Packwahn und Saubermachen parallel zum 24/7 Beruf schlaucht extrem! Aber wir freuen uns riesig auf unsere Reise und sind froh, dass wir diesen lang gehegten Traum jetzt auch wirklich in die Realität umsetzen werden (... was sicherlich so mancher nicht gedacht hätte!). Genau das setzt ungeahnte Energien frei! Um uns herum haben viele nicht verstanden, warum wir in einer Zeit, in der alle anderen Kollegen Abitur- und Schuljahresende bedingt auf dem Zahnfleisch gehen, diese zusätzliche Herausforderung auf uns nehmen.

Habt Ihr Eure Wohnung ganz aufgelöst oder ist sie möbliert untervermietet?

Für uns selber steht die Wohnung bis zum 01.08.2016 nicht mehr zur Verfügung. Wir haben alle wirklich persönlichen Dinge, die wir nicht mitnehmen wollen oder können in ein Zimmer und auf den Dachboden geräumt. Viele Möbel haben wir in den anderen Räumen gelassen, die von unserer Vertretung bewohnt werden. Trotzdem fühlen wir uns als »ohne festen Wohnsitz«. Vom Prinzip her stimmt das ja auch!

Wie geht es Anouk und Sóley?

Die Mädels freuen sich schon sehr auf die Reise und fragen immer wieder wann es losgeht ... Speziell Anouk kann sich wohl schon relativ genau vorstellen, wohin und wie lange es gehen wird. Für Sóley wird vieles der Rahmenbedingungen der Reise kaum fassbar sein. Aufgeregt sind sie jedenfalls (und damit verbunden häufiger etwas »anstrengend«, was sonst nicht so der Fall ist). Beide singen in Vorfreude afrikanische Kinderlieder, die sie im äthiopischen Kindergarten gelernt haben. Manchmal mischt sich auch ein wenig Trennungsschmerz mit der positiven Spannung, wenn die Beiden an Freunde und Familie denken, die sie erstmal lange Zeit nicht sehen werden.

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Ihr Zuhause verschwindet Stück für Stück ... ist das nicht irritierend?

Wir packen ja schon seit langer Zeit - eigentlich seit Weihnachten. Wir haben immer wieder erklärt warum wir das machen und meistens für Verständnis sorgen können. Besonders Anouk hat dabei toll unterstützt. Trotzdem war häufiger genau das schon eingepackt, was gerade »unbedingt« benötigt wurde! Lego und Schleichtiere wurden bis zum letzten Tag vor Abreise zum »Reise-Rollenspielen« der Kinder genutzt.

Spiekeroog ist autofrei ... Wo wohnt Euer Landy?

Ja, wir leben auf einer autofreien Insel. Zuhause erledigen wir alles - und zwar bei jedem Wind und Wetter - mit dem Fahrrad. Unser Land Rover »lebt« auf Reisen (so wie wir) und wartet zwischen den Reisen in den »Spiekeroog Garagen«, in denen sowohl die Insulaner als auch Touristen ihre Autos unterbringen können.

Wie bekommt Ihr Eure ganzen Sachen zum Landy?

Das genau ist eine der schlechteren »Startbedingungen«, die das Inselleben so mit sich bringt. Von unserem Zuhause müssen wir erst alle Sachen per Fahrrad zum Hafen von Spiekeroog bringen - und das bei jedem Wetter ... Wir haben generell »Glück« und reisen bei Regen und Wind ab. Wenn wir allerdings gleichzeitig mit den Schülern abreisen, können wir mit dem Elektroauto unseres Hausmeisters mitfahren. Nach der Schiffspassage zum Festland muss erst das Auto geholt und dann am Hafen von Neuharlingersiel beladen werden. Auch hier sind wir extrem wetterabhängig. Die Gesamtpacksituation führt meistens dazu, dass wir deutlich zu viel einpacken und unser Auto zunächst extrem chaotisch vollbepackt ist.

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Gibt es einen heimlichen Termin/Datum, wann ihr Deutschland verlasst?

Eigentlich nicht, wobei wir für uns planen, am Abend des 15.7. eine Nacht auf einem Biobauernhof in der Steiermark in Österreich zu verbringen, den wir auf der Rückreise von Rumänien im vergangenen Jahr »entdeckt« haben.

Welches wird das erste von den 27 geplanten Ländern auf Eurer Reise sein?

Das klingt so, als hätten wir wirklich »geplant« wie viele bzw. welche Länder genau wir bereisen wollen. Die Reiseroute bringt viele Länder rein »organisch« mit sich, andere liegen eher »abseits«, aber gerade diese Länder sind meistens die spannenden. Nach Deutschland kommt entweder ein Transit durch die Tschechische Republik oder direkt Österreich. Weiter werden wir wohl nicht immer die direkte Route nehmen, sondern uns durch Südosteuropa »schlängeln« um abzuwarten bis die Sahara abgekühlt genug zum Bereisen mit Kindern ist.

 

Vielen Dank an Juliane und Mischa für das Interview und die Fotos.

Weitere Informationen zu den 4-wheel-nomads und ihrer Reise