4-wheel-nomads: Landy-Probleme am heiligen Berg der Maasai

Juliane, Mischa und die beiden Töchter Anouk und Sóley sind die 4-wheel-nomads. Die Vier leben auf Spiekeroog und starteten von dort ihre große Afrika-Reise mit dem Land Rover: 388 Tage – 27 Länder – 4 Personen – 1 Land Rover.

 

Tansania: Ol Doinyo Lengai, der heiligen Berg der Maasai und unsere ersten Probleme mit dem Land Rover

 

Von Arusha aus fuhren wir über Mto Wa Mbu zum Ol Doinyo Lengai. Den Tipp hatten wir von unseren Huddle-Gastgebern erhalten (non-profit and free of charge international network to exchange tips, info, houses for a trip, weekend or expatriation). Wir bogen kurz vor dem weltbekannten Ngorongoro Krater ab und fuhren durch eine Wahnsinnslandschaft – Afrika wie im Bilderbuch – und sahen »ganz nebenbei« hunderte von Zebras, aber auch viele Giraffen, Gazellen, Strauße und Wildebeest.

Traumhaft! ... wäre da nur nicht das komische Klappern gewesen, das von hinten links vom Auto kam und scheinbar auch immer lauter wurde. Mischa schaute immer wieder nach, konnte aber auf den ersten Blick nichts entdecken. Da die Fahreigenschaften nicht beeinflusst wurden fuhren wir weiter ... ein Land Rover ist ja laut seinem »Ruf« nie ganz heile aber auch niemals ganz kaputt!

Der Ol Doinyo Lengai, der heilige Berg der Maasai, ragt majestätisch aus der relativ flachen Umgebung auf. In seinem Krater thront laut den Maasai Engai, der Gott des Regens und Schöpfer aller Rinder.

Beim Näherkommen entdeckten wir, dass die Flanken des Vulkans von Lavaströmen durchzogen sind. Der Ol Doinyo Lengai ist der einzige noch aktive Vulkan im ostafrikanischen Grabenbruch und ist zuletzt 2008 ausgebrochen.

Bei Engare Sero, direkt unterhalb des Vulkans, fanden wir nach einigem Suchen einen guten Campingplatz, auf dem sich außer uns lediglich ein weiteres Paar im Miet-Landcruiser befand. Beim Einchecken kontrollierte Mischa noch einmal genauer die untere Seite des Land Rovers und entdeckte, dass die obere Aufnahme der Doppelstoßdämpfer gebrochen war. Einer der drei Bolzen war lose und ein Bolzen fehlte komplett. Das alles musste auf diesen letzten 100 km der zum Teil sehr abenteuerlichen Strecke passiert sein. Die ungewöhnlich häufigen Regenfälle in den vergangenen Tagen und Wochen hatten durch Auswaschungen ihren Beitrag zur »Abenteuerpiste« beigetragen. Immer wieder mussten wir Bäche und erkaltete Lavaströme durchqueren. So hatten wir also passend zu unserem Bergfest auch das erste Mal ein Problem am Land Rover, das uns am direkten Weiterfahren hinderte. Solche Stoßdämpfer-Probleme sind hier in der Region jedoch nicht unbekannt, da auch die Locals die »Abenteuerpisten« regelmäßig befahren.

Hier sind übrigens deutlich mehr Leute mit Land Rovern als mit Landcruisern unterwegs, was recht ungewöhnlich für Afrika ist. Als wir nachfragten erhielten wir eine klare Antwort: »Landcruiser gehen ständig kaputt und Federung und Motor vertragen die üble Piste nicht!« Uns fallen auch ungewöhnlich viele neuere Land Rover mit der PUMA-Maschine (Td4) auf. Diese Maschinen gelten in Europa häufig als nicht afrikatauglich, weil sie zu modern und gechippt sind. Auch wir sind in diesem Modell unterwegs – bis zu diesem Zeitpunkt problemlos!

Der Manager des Campingplatzes kontaktierte direkt beim Einchecken den örtlichen Automechaniker (»Fundi«), der dann auch innerhalb von 45 Minuten am. Kurzerhand baute er das gebrochene Teil inklusive der Stoßdämpfer aus, fuhr nach Hause, schweißte dort fleißig, kam wieder zurück und begann damit, bei einbrechender Dunkelheit das Teil anzupassen und wieder einzubauen. Irgendwann war es jedoch zu dunkel und Mischa überredete ihn, am nächsten Tag wieder zu kommen und alles dann zu Ende zu bringen. Am kommenden Morgen war unser Landy wieder fahrbereit. Für US$ 30 war der »Fundi« drei Mal die Strecke Dorf - Campsite gefahren, hatte die Aufnahme geschweißt und angepasst, die Dämpfer aus- und eingebaut und dazu noch die weiteren drei Dämpferaufnahmen und Stoßdämpfer gecheckt ... und sicherlich dabei auch noch gut verdient ... Aber das ist vollkommen OK! Win - win nennt man das wohl!

Auf dem Weg vom heiligen Berg der Massai zurück nach Arusha kamen die nächsten Probleme mit unserem Landy. Beim Halten konnten wir mehrfach nicht losfahren und auch beim Überholen schien der Motor zu wenig Kraft zu haben. Schließlich blieben wir ca. 2 km vor der Land Rover Werkstatt in Arusha mitten im Feierabendverkehr vollständig stehen. Da ging gar nichts mehr ...

Aber auch in Afrika war innerhalb von 45 Minuten einen Abschlepptruck organisiert und die Diagnose des Problems stand: schlechter Sprit – schlecht im Sinne von »zu viel Wasser«! Es stellte sich heraus, dass wir beim Volltanken in Arusha (im sintflutartigen Regen!) ca. 50 % Wasser getankt hatten (also 40 Liter! ... ein Drittel unseres Tanks!). Offensichtlich hatte der Tank der Tankstelle ein Leck, durch das ungehindert Regenwasser einlaufen konnte. Also mussten beide Tanks unseres Landys ausgebaut und gereinigt werden. Weitere Schäden am Motor schien es nicht zu geben. Dank unseres eingebauten Chips war der Motor vor größeren Schäden bewahrt worden, da dieser einfach durch ein »Not-Aus« gestoppt hatte. Innerhalb nur eines Tages wurde uns fachgerecht geholfen. Der Manager der Werkstatt nahm uns kurzerhand mit zu sich nach Hause und gab uns über das Wochenende einen Einblick in die »Expat-Welt« von Arusha.

Trotzdem, unser Bergfest hatte es – »dank unseres Landys« – in sich!

 

Vielen Dank an Juliane und Mischa für den Text und die Fotos.

 

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