GoingSouth: Interview vor der Abreise

Miriam und Michi beradeln den Süden. Südostasien – Südamerika – Südafrika: 10.000 km – 70 kg Gepäck – 2 Fahrräder – 1 Jahr.

 

Gespräch mit Michi und Miriam von GoingSouth

 

Wie seid ihr auf die Reiseidee »GoingSouth« gekommen?

Wir hatten schon lange den Traum einer gemeinsamen großen Reise. Da wir beide begeisterte Fahrradfahrer sind, war das Fahrrad als Reisemittel gesetzt. Michi war acht Monate mit dem Rad von der Schweiz nach Vietnam unterwegs und hat auf dieser Reise super Erfahrungen gemacht. Miriam ist schon immer von Südamerika begeistert und Michi fasziniert die Panamericana-Route durch Nord-, Mittel- und Südamerika. Die beiden Reiseträume lassen sich zwar optimal verbinden, jedoch wäre für die gesamte Panamericana-Strecke ungefähr ein Zeitraum von 1,5 Jahren erforderlich gewesen. Bei einem Start im Sommer auf der Nordhalbkugel ist ein Jahr später Winter auf der Südhalbkugel, was zum Fahrradfahren eher ungemütlich ist. Wir wollten unsere Reise allerdings auf das eine Jahr „beschränken“ und dabei nicht frieren.

Südamerika war sehr bald als Reisedestination klar. Daneben hatten wir noch ganz viele Ideen, mussten uns dann aber für einige entscheiden. Uns waren einerseits die kulturellen und landschaftlichen Gegensätze wichtig und andererseits sollten sich die klimatischen Begebenheiten fürs Fahrradfahren eignen. Der Name „GoingSouth“ hat sich dann aus den gewählten Reisezielen ergeben: Southeast Asia, South America und South Africa.

 

Habt ihr eine Reisephilosophie?

Wir wollen viele verschiedene Kulturen kennenlernen und dabei durch die unterschiedlichsten Landschaften reisen. Das Fahrradfahren lässt unsere Begeisterung für den Sport mit der fürs Reisen verbinden. Zudem ermöglicht einem das Reisen mit dem Fahrrad jeden Meter zu erleben.

Montenegro

Wo und wie seid ihr bisher zusammen gereist?

Unsere erste gemeinsame Reise war 2012 eine Interrail-Tour durch England. Ein Jahr später reisten wir mit Michis kleinem Auto, Zelt und Benzinkocher einen Monat lang durch die Balkanstaaten. Es folgten eine kürzere Reise durch Spanien und einige Städtetrips in Europa sowie nach Marrakesch. Mit dem Fahrrad waren wir auf einer gemeinsamen Tour durch das schöne Tessin im Süden der Schweiz.

 

Was erwartet ihr von dieser Reise? Was für Gefühle und Vorstellungen habt ihr?

Von dieser Reise erwarten wir unzählige neue Erfahrungen, die uns das ganze Leben lang begleiten werden. Insbesondere freuen wir uns auf die vielen Bekanntschaften und die schönen Landschaftsbilder. Aktuell beschäftigt uns der Abschied von unseren Familien und Freunden schon ein wenig, nach wie vor sind wir aber überzeugt, dass wir ein unglaublich schönes Jahr vor uns haben.

Wie packt ihr eure Radtaschen? Woher wisst ihr, welche Sachen unterwegs besonders wichtig sein werden? Wie viel Kilo werdet ihr mitnehmen und wie teilt ihr die auf zwei Fahrräder auf?

Das wüssten wir auch gerne… Über 90 % unserer Ausrüstung liegt in großen Kartonkisten bereit – daneben liegen die brandneuen Fahrradtaschen. Nach Michis Studienabschluss stehen uns wohl noch nervenraubende „Packsessionen“ bevor. Grundsätzlich haben wir alles genauestens durchdacht und viel von Michis Pack-Erfahrung profitieren können, jedoch wird sich noch zeigen, was schließlich doch hier bleiben muss.

Auf Fahrradreisen mit dem Zelt sollte auf keinen Fall bei der Schlafausrüstung (Schlafsack, Matte, Zelt) und beim Essen (Kocher, Pfannen) gespart werden. Ebenso ist eine Klimaabschätzung essentiell, um entsprechend genug warme und wetterfeste Kleidung einzupacken. Bei den Entscheidungen hilft uns unsere Outdoor-Erfahrung schon sehr. Ergänzend lassen wir uns von Ausrüstungsexperten beraten.

Pro Person werden wir vermutlich etwas über 30 kg Gepäck mitführen. Die Räder wiegen je 20 kg; dazu kommen noch Proviant und Trinkwasser. Pro Person ergibt das ein Gewicht von knapp 60 kg. Rechnen wir unser Körpergewicht dazu, müssen wir also insgesamt eine Vierteltonne den Berg hoch bewegen. Dabei nimmt Michi etwas mehr Gewicht, sodass die Anstrengung etwas ausgeglichen werden kann.

 

Was müsst ihr bis zu eurer Abreise noch vorbereiten?

Einige Streckenabschnitte sollten nochmals grob durchdacht werden. Das Material ist schon beinahe vollständig vorhanden und muss nur noch verpackt werden. Zuletzt fallen noch ein paar administrative Aufgaben an. Der Teufel steckt zwar im Detail, doch wir sind auf Kurs!

Außerdem planen wir noch ein großes Abschiedsfest mit all unseren Freunden und Familien.

 

Euer geplantes Abreisedatum rückt immer näher? Fühlt ihr euch bereit?

Im Kopf sind wir schon zur Hälfte auf der Reise. Es gibt immer wieder Momente, in denen wir der Abreise mit einem etwas mulmigen Gefühl entgegensehen und andere in denen wir den 14. Februar kaum erwarten können. Insgesamt aber ist die Vorfreude riesig!

 

Vielen Dank für das Interview an Miriam und Michi!

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