Aus dem Reisearchiv: Gili Terawangan, wie alles begann

1980 reiste unser Verlagsgründer Peter Rump von Bali auf die damals unbekannte Insel Lombok und von dort auf die kleine Insel Gili Terawangan, ein völlig unentdecktes Eiland. Eine Geschichte darüber, wie sich aus einer verträumten Insel ein Touristen-Hotspot entwickelt.
 
1980 betraten wir das erste Mal Gili Terawangan, wir waren enttäuscht. Eine karge Insel, völlig ohne Baumbewuchs, staubig und heiß. Was sollte man hier unternehmen? Pak Horaz, der Besitzer des Losmen, einem Gästehaus in Ampenan, hatte uns hergebracht. Er kannte einen ehemaligen Tabakhändler aus Sulawesi, Pak Majid, den es mit weiteren 25 Familien auf die Insel verschlagen hatte. Sie waren transmigriert worden. So nannte man ein Umsiedlungsprogramm, dass Menschen aus übervölkerten Regionen in weniger dicht bewohnte Landesteile umsiedelte. Allerdings war diese Insel karg, es gab kaum Wasser, man versuchte Melonen anzubauen.
 
Als wir ankamen, lebte Pak Majid in einer einfachen Palmblatthütte etwa 15 Minuten inseleinwärts mit seiner Frau Suparmi, einigen Hühnern und etwa einem Dutzend Katzen. Er, und besonders seine Frau freuten sich übermäßig über unseren Besuch, und luden uns ein, einige Tage zu bleiben. 
Pak Horaz hatte vorsorglich Lebensmittel mitgebracht. Er würde uns in 4 Tagen wieder abholen.
 
Die Nächte waren anstrengend. Wir schliefen nur auf einer Matte, mit Hühnern und Katzen. Morgens wachten wir zerstochen von Hühnerflöhen auf. Aber wenn wir dann an den Strand wanderten, vergaßen wir die Nächte schnell. Weißer Strand nur für uns, soweit das Auge reichte, voller wunderschöner Muscheln in allen Größen, die seit Jahrzehnten niemand gesammelt hatte. Im türkisfarbenen, warmen Wasser schwammen schillernde, bunte Fische durch Korallengärten – eine intakte Meereswelt. Das ideale Schnorchel- und Badegebiet. Und es gab dort sogar eine Sehenswürdigkeit: Einen Berg (40 m hoch), in dessen Gipfel von den Japanern im 2. Weltkrieg eine Höhle gegraben wurde, um von dort mit einer Kanone den Seeweg nach Lombok zu bewachen. Die Kanone war noch da.
Ich fragte Pak Majid, wieviel Geld er wohl benötigen würde, hier am Strand ein paar Palmblatthütten für Traveller zu errichten. In meinem Reiseführer, an dem ich ja gerade schrieb, könnte ich diesen Platz empfehlen.
Pak Majid meinte 300 DM würden ausreichen. Da brauchte ich nicht lange zu überlegen. Ich gab ihm das Geld. Er versprach, mich mit 1000 Rp. pro Übernachtung zu beteiligen. 
 
Fortsetzung folgt ...