Aus dem Reisearchiv: Trip zu den Komodowaranen

Aug in Aug mit den Waranen © Gunda Urban

Zur Insel Komodo zu reisen war 1982 ein echtes Abenteuer. Für unseren Verlagsgründer Peter Rump auf jeden Fall die passende Herausforderung. Zumal sich das Gerücht hielt, dass ein Schweizer Baron, Rudolf von Reding, von Komodo-Waranen aufgefressen worden war. Das Gedenkkreuz hat er gefunden und die Warane auch. 

 
Endlich in Sape, nach drei Tagen und Nächten in Bussen und auf Fähren. Am östlichsten Hafen Sumbawas warteten wir auf die Fähre, die uns nach Komodo zu den berühmt-berüchtigten Waranen bringen sollte. 
Mit dem Niederländer Pak Bas, ein Mitarbeiter der indonesischen Naturschutzbehörde auf Bali, starteten wir unseren zweiten Versuch, die Insel Komodo zu erreichen. Der erste war kläglich an unbezahlbaren Transporten gescheitert. Wichtigste Begleitung: eine Ziege, auf dem Markt zum handelsüblichen Preis erstanden. Auf Komodo wäre der Preis um ein Zehnfaches höher gewesen. Das war es uns wert, denn dieses nette Wesen sollte die Warane anlocken. 
Die erste Seereise unserer vierbeinigen Begleiterin auf der Fähre KMP Komodo war stürmisch, hohe Wellen schüttelten uns alle durch. Komodo selbst hatte weder Hafen noch Landesteg, die Fähre ankerte weit draußen und wir mussten auf ein kleineres Boot umsteigen, um an Land zu kommen. Unsere ahnungslose Ziege machte alles stoisch mit. 
 
Opferlamm © Gunda Urban
 
Der PPA Posten war mit 4 Rangern besetzt, wir wohnten in einem Gästehaus, allerdings war die Essenssituation für uns sehr schlicht. Reis und Nudeln. Unsere Ziege hatte einen Schlafplatz unter unserem Stelzenhaus bekommen.
 
Eine einstündige Wanderung führte uns am nächsten Tag durch trockene Buschlandschaft zum Waran-Köderplatz an einem alten Flussbett. Alle Ranger und ein Schlachter für die Ziege begleiteten uns. Kaum war die mittlerweile liebgewonnene Ziege geschlachtet und ein Bein für unser Abendessen gesichert, tauchten aus den umliegenden Büschen Warane in allen Größen auf. Der größte Waran startete mit dem Leckersten, den Innereien. Die anderen hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen, Fleischstücke wurden herausgerissen und verschlungen. Die komplette Ziege wurde verputzt, mit Knochen, Hörnern und Fell. Ein schauerlich aufregendes Erlebnis.
Keine Tischmanieren. © Gunda Urban
 
Zurück im Camp freuten wir uns abends auf Reis mit Ziege. Der Reis war super, das Ziegenfleisch verdorben. Bei 30 Grad und ohne Kühlschrank nicht besonders verwunderlich. 
Man lernt nie aus …