Everything Now – auf den Spuren der Seidenstraße über den Pamir Highway

Ganz in weiß empfängt Ashgabat, die Hauptstadt Turkmenistans, ihre Besucher. © Everything Now

Auf den Spuren der Seidenstraße über den Pamir Highway – Unser Weg durch Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan

Der Abschied aus dem Iran fällt uns nicht ganz leicht. Aber da wir uns vorgenommen haben, noch vor dem Winter in Tadschikistan anzukommen mit dem Wunschziel, den Pamir Highway entlang zu reisen, treibt es uns weiter. Somit führt uns die Reise direkt weiter nach Turkmenistan, das wir aufgrund des Transitvisums zügig durchqueren, jedoch nicht verlassen, ohne uns vorher das berüchtigte „Tor zur Hölle“ in der Karakorum Wüste anzuschauen. Nach der Reise durch den Iran ist es für uns seltsam in einem, nicht nur nach außen, sondern auch in sich verschlossenem Land wie Turkmenistan zu reisen. Die Menschen, die uns begegnen sind freundlich, aber zugleich gibt es eine ganz eigene Zurückhaltung und Scheu gegenüber uns Fremden, die lange angelernt zu sein scheint. Denn es ist von offizieller Seite nicht erwünscht, sich mit Menschen aus dem Ausland näher auszutauschen. Und dennoch, wir erleben auch hier berührende Momente, die uns ein bisschen in das turkmenische Leben blicken lassen.

Das berüchtigte „Tor zur Hölle“ in der Karakorum Wüste. © Everything Now

Als wir noch in Usbekistan sind, erreicht uns die furchtbare Nachricht über die Gruppe Radfahrer, die auf dem Pamir Highway attackiert und bei denen mehrere Menschen getötet wurden. Wir sind sehr schockiert und überlegen uns, ob wir aufgrund dieser Umstände die Route ändern wollen oder sollen. Dieses Ereignis macht uns ungewollt klar wie verwundbar wir doch als trampende und zeltende Backpacker sind. Letztlich folgen wir unserem Gefühl und reisen wie geplant bis in die Hauptstadt Tadschikistans, Duschanbe, weiter. Wir wollen vor Ort nachspüren, wie es sich anfühlt und erst dann entscheiden.

In Samarkand beeindruckt uns die „Registan“ mit ihrer Größe und Schönheit. © Everything Now

Es zeigt sich, dass dies genau die richtige Entscheidung war. Wir haben mit den Informationen und vor allem Begegnungen vor Ort ein gutes Gefühl und dem folgen wir. So führt uns die Route von Duschanbe hauptsächlich entlang der M41, jedoch auch mit vielen ungeplanten Abstechern und Stopps in Regionen abseits der Hauptroute, bis zur Grenze, die uns weiterführt nach Kirgisistan. Über fast die gesamte Strecke fahren wir entlang des Pyanj, stets mit Blick auf den Nachbarn Afghanistan und den Menschen, die nahe des Flusses leben und schaffen das, was fast alle für unmöglich gehalten haben. Wir trampen die gesamte Strecke von über 1200 km. Dabei erleben wir unzählige besondere, schöne und berührende Momente. Wir begegnen vielen tollen, inspirierenden und liebenswerten Menschen, sowohl  Reisenden als auch den Tadschiken, die uns mit Ihrer offenen Willkommenskultur begegnen. Wenn man sich alle diese Erlebnisse selbst überlegen sollte, unsere Fantasie würde dazu nicht ausreichen. So wird zum Beispiel aus einem „ein kurzes Stück mitnehmen“ am Ende eine dreitägige gemeinsame Offroadtour mit einer geselligen polnischen Reisetruppe oder wir reisen einen halben Tagestrip zusammen mit dem tadschikischen Gesundheitsminister und seiner Entourage aus dem tadschikischen Nirgendwo bis nach Korogh.

Everything Now bei BACK TO THE ROAD

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