Familie Tunk - Endlich ist es soweit

Endlich ist es soweit: 
Nach unserer bereits mehrmonatigen Reservierung der Kabinen für die Atlantiküberquerung kam nun jetzt die Buchungsbestätigung: 
Es wird wohl … 
So, oder so ähnlich hätte unser Blog beginnen sollen. Der Blog von unserer einjährigen Südamerikatour von Süd nach Nord im Rahmen eines intensiven Familien-Sabbatjahres. Doch es kam anders im März / April 2020.
 
Corona-Virus oder aber wie unglaublich schnell die Welt von heute nicht mehr die von gestern ist.   
Nun, hier ist keine langatmige Erklärung notwendig: Die Coronapandemie hat die Welt fest in ihrem Griff und alles, was gestern noch als verlässlich galt, ist einen Tag später schon wieder hinfällig. Wir hofften natürlich nicht nur, dass unsere Familie von dem Virus verschont bleibt, sondern bangten um die Realisierung unsers Sabbatjahres. Sollte uns Corona einen Strich durch die Rechnung machen und jahrelange Planungen hinfällig werden? Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch guten Mutes und schauten so optimistisch wie möglich in die Zukunft.
 
Suche nach Alternativen 
Im Mai 2020 konnten wir uns langsam aus der "Corona-Schockstarre" befreien und waren weiter fest entschlossen, unser lange geplantes Familiensabbatjahr auch zu nehmen, auch wenn Südamerika z.B. aufgrund von Grenzschließungen, Einreisebeschränkungen oder Ausweisungen eventuell für uns unmöglich sein sollte, diskutierten wir viel über die (erreichbaren) Traumziele dieser Welt und durchforsteten das Internet nach Routen, Details und mehr- falls, ja falls Südamerika wirklich gestrichen werden müsste.
Im Juni 2020 war es dann so weit: Wir mussten Südamerika canceln!
Zur allgemeinen Reisesituation muss nicht viel gesagt werden, auch wenn das Reisen im September Richtung Südamerika wieder möglich sein sollte, so müssen wir uns dennoch die Frage stellen, ob wir dies auch wirklich wollen bzw. ob das Reisen nach und in Südamerika verantwortbar sein wird. Wir wissen zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht, wie sich die marode Wirtschaftslage in Südamerika nach der Corona-Pandemie entwickeln wird und wie willkommen Europäer kurz nach der Grenzöffnung wieder sein werden. 
Nach mehreren Gesprächen mit Overlandern in Südamerika bzw. mit denen, die Hals-über-Kopf ihr Fahrzeug in einem südamerikanischen Land unterstellen mussten und mit einem der allerletzten Flüge nach Europa südamerikanischen Boden verlassen konnten, zeichnete sich ein eindeutiges Bild ab. Mehrere berichteten von einem Stimmungswandel in weiten Teilen der Bevölkerung. Von einem offenherzigen und den Fremden stets neugierig Empfangenden hin zu einem misstrauisch und feindselig Verwehrendem.
Wie und in welchem Umfang sich die Verkehrsbeziehungen wieder entwickeln werden, lässt sich zurzeit überhaupt nicht einschätzen. Unsere Reederei hat jedenfalls alle Abfahrten für Passagiere bis Dezember ausgesetzt.
 
Hoffnung 
Schweren Herzens haben wir daher die Buchungen storniert und unseren "Reisekompass" neu ausgerichtet. Wir wollen reisen und wir werden reisen! Nicht "über den großen Teich", aber in nähere Gefilde. Eine Tour vom Atlantik bis zum Kaspischen Meer oder ein Abstecher nach Israel, Ägypten und Jordanien.
We will see!