Jana Schlägel: Rückblick und Planänderung

22.05.2018; Tag 51; Gorna Orjachowiza, Bulgarien © Jana Schlägel

19.05.2018; Tag 48; Lom in Bulgarien

Wir sind mittlerweile mit den Fahrrädern in Bulgarien angekommen und es hat sich einiges geändert.

Aber mehr dazu später, hier ist erstmal ein kurzer Rückblick unserer bisherigen Reise:

Joe und ich kamen recht gut voran und fuhren von einem Land zum nächsten. Wir radelten von Deutschland nach Österreich, durch die Slowakei nach Ungarn, weiter nach Serbien und schafften es bis nach Bulgarien. Die Mentalität der Menschen und auch die Umgebung hat sich so langsam verändert. Wie genau, ist schwer zu beschreiben, ohne das es falsch rüber kommt. 

3.05.2018, Tag 32; 1933 km; Budapest © Joe

Wir hatten sehr nette und auch tolle Begegnungen in jedem Land! So lernten wir zum Beispiel Kathi und Chris in Wien kennen, die uns eine Einführung im „Dumpstern“ (Containern) gaben und verbrachten mehrere Nächte bei Luisa in Budapest, die ihre kleine Wohnung mit vier von uns Radlern teilte und uns die Stadt bei Nacht zeigte. Je weiter wir in Richtung Osten fuhren, umso gastfreundlicher bzw. offener wurden die Menschen. So war jedenfalls unser Empfinden. Vielleicht lag es aber auch einfach daran, dass uns sooft und soviel Gastfreundschaft entgegen gebracht wurde.

Das Fahrradfahren an sich bereitete mir irgendwann Knieprobleme und ich hatte insgesamt das Gefühl, das mir etwas Entscheidendes fehlte.

Es kam mir so vor, als ob ich nur fahre, um irgendwo anzukommen. Bei meiner USA-Reise war immer eher der Weg mein Ziel. Beim Wandern war ich näher an den Menschen, bin oft stehen geblieben, um mich mit den Leuten zu unterhalten oder mir die Landschaft anzuschauen. Beim Radfahren bekomme ich das irgendwie nicht wirklich hin. Wir sind so schnell von einem Land ins nächste gefahren, dass ich manchmal echt überlegen musste, in welchem Land ich mich gerade befinde. Ich suchte uns ständig leichte Strecken raus, um schnell ans Ziel zu kommen, sehrwahrscheinlich auch, weil ich es körperlich erstmal nicht in die Berge schaffte. Mir fehlen die Trampelpfade, die kleinen Wege und Gassen, die versteckten Ecken, die man nur zu Fuß erreichen kann - der langsamsten Art der Fortbewegung. 

21.05.2018; Tag 50; 2944 km; Pordim, Bulgarien © Jana Schlägel

Auch das Trampen gefiel mir während meiner Amerikareise echt gut. Man hat so viele unterschiedliche und interessante Menschen kennengelernt. Vor allem die bemerkenswerten Geschichten hatten es mir angetan. Außerdem ist da noch dieses unbeschreiblich gute Gefühl, wenn man ein Fahrzeug sieht, es langsamer wird, die roten Bremslichter aufblinken und dann der Blinker gesetzt wird, bis das Fahrzeug letztendlich zum Stehen kommt. Wenn der Fahrer dann noch in die selbe Richtung möchte und zu verstehen gibt, dass man einsteigen darf - Jackpot!

Najaaa, und aus genau diesen Gründen habe ich beschlossen, meine Radreise in Istanbul zu beenden und das Fahrrad gegen meinen Rucksack einzutauschen. Die Reise soll ab Istanbul zu Fuß und per Anhalter weitergehen. Die Route und auch das Ziel Thailand werden bestehen bleiben.

Ich bin so gespannt auf die Veränderung und freue mich riesig darüber, mein Tempo zu entschleunigen!

Liebe Grüße aus Bulgarien,

Jana 

 

1.05.2018; Tag 30; 1801 km; Komorn © Joe

 

Es folgt eine Zeitreise von der Abfahrt bis zum Reisetag 51 in Bulgarien.