Lasterliebe – Mongolei, wir kommen

Estland © Lasterliebe

 Seit Jahren träumen wir davon in die Mongolei zu reisen. Darum wird dies unser erstes großes Ziel sein.

Der Start war nicht einfach. Einen Monat vor Abfahrt sind wir in den Hano gezogen und hatten neben -12 Grad und Einlagerungschaos noch einen Krankenhausaufenthalt vom kleinen Zwerg und ein kaputtes Hinterachsdifferential – natürlich passiert soetwas immer am eigentlichen Abfahrtstermin.

Es ist kalt in Deutschland © Lasterliebe

Nicht den Kopf in den Sand stecken. Bei einem 50 Jahre alten Fahrzeug darf auch mal etwas kaputt gehen. Immerhin sind wir noch in der Heimat und das ist doch eher Glück im Unglück. So beginnen wir unsere Reise mit ausgebauter hinterer Kardanwelle, starten mit Vorderachsantrieb und in Untersetzung mit schnuckeligen 40 km/h und Warnblinker über Niedersachsens Landstraßen.

Nach erfolgreicher Instandsetzung geht es endlich los! Nach Polen. Unser Russlandvisum läuft zwar schon seit Anfang April, aber wir haben uns für ein Jahresvisum entschieden, da wir planen, mehrere Male nach Russland einzureisen. Und dafür jedes Mal ein Transitvisum für 4 Personen zu organisieren, ist teurer und auf jeden Fall stressiger.

Ostsee – Polen © Lasterliebe

Bis an die Ostseeküste vor Danzig wechselten sich Regengüsse und Sonnenschein ab. Autofahren in Polen? Anstrengend sind die vielen Baustellen. Gerade die größeren Landstraßen werden scheinbar zu Autobahnen weitergebaut. Dies wird sich bis nach Litauen durchziehen. Immer wieder Baustellen.

Da das Wetter an der Küste doch recht kühl und verhalten ist, reisen wir lieber im wärmeren Landesinneren. Von See zu See, von Spielplatz zu Spielplatz und von Krankenhaus zu Krankenhaus – der alltägliche Wahnsinn im Leben mit zwei kleinen Kindern. Nach dem vierten Arztbesuch sind wir bereits alte Hasen und wissen was wir benötigen: Krankenkassenkarte, Reisepass und Personalausweis eines Erwachsenen. Und, wenn man es eilig hat, macht man einfach die Tür zum Behandlungsraum auf und fragt nach.

Und noch etwas gab es zu bestaunen: Störche! Fast auf jedem Strommasten wurde ein Nest gebaut und viele davon sind bewohnt. Bis nach Estland hoch werden es dann weniger, aber es sind immer noch recht viele.

Wegweiser © Lasterliebe

In Litauen fahren wir zurück an die Ostseeküste. An Kleipeda vorbei begeben wir uns am weißen Sandstrand auf Bernsteinsuche. Und Dany wird sogar fündig, findet einen 1-Cent großen Klumpen am Strand. Weiter im Norden kurz hinter der Litauisch-Lettischen Grenzen finden wir zwei weitere kleine Stückchen. Dank „Der Sendung mit der Maus“ wissen wir nun auch, dass ein Glas mit stark konzentriertem Salzwasser bei der Identifizierung hilft. Klare Vorteile beim Reisen mit Kindern.

Das Wetter schwingt leider um. Es regnet immer wieder in Schauern und der Wind weht kalte Luft um uns herum. Also geht es „Back to the Road“. Durch die Altstadt und den Hafen von Lipaja. Wunderschöne und verwunschene Holzhäuser gibt es hier zu entdecken. Sowieso sind die Altstädte und die kleinen Dörfer im Baltikum reich an schöner Holzarchitektur.

Wir machen noch einen Schlenker nach Norden, vorbei an dem mit 240 m breitesten Wasserfall Europas „Ventas Rumba“, an dem gerade die Lachse im Dutzend auf einmal springend versuchen die ca. zwei Meter hohen Wassermassen zu überwinden.

Lettland © Lasterliebe

Wasser und Lettland sind untrennbar. Nicht nur an der Küste, auch im Landesinneren. Es gibt viele „Höhlen“ und Ausspülungen in dem Sandgestein. Und Moore. Wie zum Beispiel das Kemeri-Moor im gleichnamigen Nationalpark. Wie in einer anderen Welt läuft man über das Wasser.

Lasterleben © Lasterliebe

Und dann ist da noch Estland. Ursprünglich gar nicht mit eingeplant, entscheiden wir doch noch, uns dieses Land anzuschauen und über Narva nach Russland einzureisen. Wir fahren auf kleinen Straßen und Schotterpisten durch das Land. Als erstes fallen die Fahrbahnpfeiler auf. Die ersten seit Deutschland. Landschaftlich wird es hügeliger, aber das Wetter möchte immer noch nicht so recht mitspielen. In Estland erkunden wir Spielplätze, übernachten an einem verlassenen Gutshaus, kümmern uns um die letzten Papiere für Maggie (das ärztliche Gesundheitszeugnis und die Beglaubigung vom Veterinäramt darf nicht zu alt sein) und fahren an einem nebeligen kalten Strand voller Findlinge, der uns mit seiner Mystik in seinen Bann zieht.

Und dann stehen wir auch schon in der »waiting area« der Grenze und warten, dass unser Nummernschild auf der Leuchttafel erscheint.

Back to the road – Lasterliebe