Lasterliebe — Russland ist riesig

Russland © Lasterliebe

Wie erzähle ich von einem so riesigen Land? Wie schaffe ich es, alles in Worte zu fassen? Alle Unterschiede in Personen, Regionen und Erfahrungen über 5000km?

Vielleicht beschreiben diese Fragen die Antwort schon am besten. Es geht nicht. Es ist eben riesig.

Doch was bleibt in Erinnerung?

Als erstes denken wir an riesige Wälder. Birkenwälder. Sie erstrecken sich über unendliche Weiten, immer links und rechts der Straße. Zwischen den Bäumen blitzen oft sumpfige Gebiete hervor. Pfützengröße, aber auch riesengroß. Die Seen und Flüsse sind ausgedenkt durch Hochwasser. Viele Badestrände nicht befahrbar. Das ergibt aber auch ein super Spieleparadies für das Fuchsmädchen. Sie kann es kaum erwarten in ihre Gummistiefel zu schlüpfen und voller Freunde alle Wassermassen zu erkunden. Unser Eichhörnchen ist zu dem Zeitpunkt zu Fuß noch nicht so gut unterwegs und betrachtet und kommentiert das Ganze vom Rücken aus.

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Viel Wasser bringt auch viele Mücken zum Vorschein. Spätestens zum Nachmittag werden es besonders in Sibirien zu viele, um noch draußen unterwegs zu sein.

Russland hat Straßen. Viele Straßen. Einige sind bestens ausgebaut, andere ähneln eher einer Mondlandschaft, über die man nur noch mit 5 km/h kriechen kann. Und sobald man die richtigen Straßen nach links und rechts verlässt, ist man mit Bodenfreiheit und Allrad gut beraten.

Dafür ist unser Hanomag bestens geeignet. Löchrige Pisten, oder schlammige Wege durch die Wälder auf dem Weg zum nächsten See sind kein Problem. Und besonders für die Wälder stellt sich seine „kleine“ Größe immer wieder als Plus-Punkt heraus.

Sowieso ist das Fuchsmädchen der Meinung, dass Russland das Land der Hanos ist. Nirgendwo sonst haben wir soviel kleine Haubenlaster gesehen wie hier. Gaz, Zil, und Ural sind dabei die vorherrschenden Marken, neben dem größeren Kamaz. Ganz aus dem Häuschen ist sie, als wir in Perm an einem brennenden Haus vorbeifahren. Vor der lodernden Hitze stehen 3 Ural Feuerwehrlaster beim Flammenlöschen. Ganz aufgeregt hebt sie ihr Feuerwehrauto ans Fenster.

Und dann gibt es in Russland noch Menschen. Wer hätte es gedacht.

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In ganz Russland bringt man uns eine sehr große Gastfreundschaft entgegen. Auch wenn die Kommunikation nicht immer die einfachste ist.Zuerst stehen wir den Kyrillischen Wörter recht blind gegenüber. Aber die neuen Buchstaben lassen sich recht schnell lernen und zum Üben gibt es genügend Schilder.

Ein lustiges Spielchen, wenn dabei auch noch Wörter richtig interpretiert werden können. Denn die russische Sprache ähnelt in sich in manchem Wörtern doch sehr der deutschen. Andere Wörter wiederum gar nicht und beim Aussprechen im kleinen Tante Emma Laden kann es trotzdem passieren, dass keiner den anderen versteht. Aber mit Händen und Füßen kommuniziert es sich dann doch irgendwie. Und für alles andere gibt es den Google Übersetzer, der auf beiden Seiten mal für Kichern sorgen kann. Ich glaube die Dame im Handyladen glaubt heute noch, dass ich ein heißes Bad mit ihre nehmen möchte.

Wir werden von 3 jungen Russen aus Moskau zu ihrem Ferienhaus in den Bergen eingeladen und verbringen dort 3 tolle Tage. In Perm wird Oleg, samt Familie und Freunden, zu unserem persönlichen Schutzengel, der uns mit Werkstatt und Köpfchen bei unserem kaputten Hinterachsdifferential hilft und obendrein über 2 Tage bewirtet, eine Stadtführung bietet und ganz viel Einblicke in das russische Leben gibt.

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Nach etlichen 1000km voller Birken, Sumpf, etwas Uralgebirge und dann wieder Birken und Sumpf, kommen wir in das Altaigebirge. Auf einmal ist alles ganz anders. Grüne Berge, weiße Bergspitzen. Kleine Gebirgsbäche und der große Kathun-Fluss. Tausende Schmetterlinge und blühende Blumenwiesen. Immer höher geht es, die Bäume verschwinden wieder, die Landschaft wird weiter. Wir nähern uns der Mongolei. Gleich sind wir da!

BACK TO THE ROAD mit Lasterliebe

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