Lasterliebe — Vom schönen Altai über schlechte Straßen zum Canyon

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Unterwegs in Russland/Kasachstan

8 Stunden verlangt uns der Grenzübergang von der Mongolei nach Russland ab. Grund dafür ist das Ende der kasachischen Ferien. Wir sind fix und fertig und froh abseits der Straße auf einer Wiese zwischen Kühen erschöpft ins Bett fallen zu können. Nachdem wir den ersten Supermarkt in Russland anfahren und uns unsere Träume der letzten Wochen erfüllen können, tauchen wir wieder ins wunderschöne russische Altai ein. Frischer Schnee liegt auf den Gipfeln der Berge und riesige bunte Blumenwiesen wachsen entlang der Flüsse.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

An unserem Steyrplatz stehen wir wieder mit einem Steyr. Diesmal aus Bielefeld. Das Fuchsmädchen düst mit ihrem Laufrad durch den kleinen Fluss und zieht mit Papas Bergegurt das Fahrzeug vom kleinen Bruder raus.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Und auch andere Plätze von unserer Hinfahrt nutzen wir wieder.

In Barnaul treffen wir uns mit Alexander. Mit seiner Hilfe wird unsere kaputte Felge wieder geschweißt. Und frisches Kühlwasser bekommt der Hano auch gleich noch. Nach der Flusswasser-Kühldicht-Pampe aus der Mongolei kann das sicherlich nicht schaden.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Wir übernachten mitten in der Stadt. Nicht schön, aber auch das muss mal sein. So können wir am nächsten Morgen gleich einkaufen fahren. Wir müssen für unser Blinddate noch Bier mitbringen.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Die nächsten Tage verbringen wir mit einer anderen Reisefamilie an einem kühlenden See. Die Mädchen messen ihre Kräfte im Wettrennen, das Eichhörnchen vernichtet Duplo-Burgen und abends sitzen die Männer in der Zeltbanja. Eine gute Vorbereitung für die nächsten Kilometer durch Kasachstan und seine schlechten Straßen.

Die Grenze ist in nicht einmal 2 Stunden passiert und schon geht es Richtung Süden. Vorbei an Semei, bis die Straßen dann wirklich schlecht werden. Aufgequollener Asphalt wirft die Fahrzeuge nach links und rechts. Große Schlaglöcher lassen die Fahrbahn neben dem maroden Asphalt im Staub wachsen, immer mit einer grauen Wolke überzogen. Tatsächlich ist dies die Hauptverbindungsstrecke von Nord nach Süd. Mehrere Fast-Unfälle beobachten wir und werden selbst von einem Bus in den staubigen Seitengraben gedrängt.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Daneben zieht die kasachische gold-gelbe hügelige Steppe an uns vorbei. Erstaunlich, dass diese wiederum ganz anders aussieht, als die Steppen zuvor.

Nach etlichen Kilometern und Strapazen erreichen wir die Abzweigung nach Osten. Kurz vor der Grenze zu China liegt der Alakölsee. Was gibt es Schöneres, als nach einem heißen Fahrtag die Tür zu öffnen und ins Nasse zu springen? Die Sonne brennt uns auf unsere Haut, unter den Füßen spüren wir sonnengewärmten schwarzen Sand und das Wasser schmeckt salzig auf der Zunge. Wir sind in einem kleinen Paradies. Der Alaköl. Ein großer Salzsee mit heilender Wirkung für Hautkrankheiten und warmen 27 Grad Wassertemperatur. Die Zeit vergeht mit Nichts-Tun, gegenseitigem Gesichterschminken, Melonenessen, im-Wasser-treiben und abends-Sternschnuppen-sehen. Davon fliegen nämlich zur Zeit extrem viele.

Der Alaköl, ein großer Salzsee mit heilender Wirkung für Hautkrankheit © Lasterliebe

Nach Tagen der Erholung geht es wieder nach Süden. Durch das bergige Hinterland mit seinen eiskalten Bergflüssen.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Kurz vor größeren Städten wandelt sich der Bröckel-Asphalt zu einem popoglatten Spiegel. Plötzlich vierspurig und mit kunstvollen Grünstreifen getrennt. 10-20 km danach hört das Schauspiel auch schon wieder auf.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Wir sagen „Auf Wiedersehen“ zu unseren Reisebegleitern, die nun etwas zügiger fahren wollen und staunen immer wieder über diesen Sternenhimmel.

In Almaty decken wir uns mit lange nicht gesehenen Lebensmitteln ein und es gibt einen neuen Spanungsumwandler für den Hano. Schaniere für die Motorhaube lassen sich auch finden; diese haben sich bei dem Gerüttel der letzten Tage zersetzt. Und trotzdem sind wir froh, als wir die Stadt wieder verlassen. Für große Fahrzeuge ist Almaty nicht komfortabel und vorallem gibt es hauptsächlich Parkgaragen.

Der Weg führt uns zum Sharyn Canyon, einer wunderbaren Landschaft, die einen ganz klein werden lässt.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Am gleichnamigen Fluss finden wir ein schönes Plätzchen am Kiesstrand. Wir bekommen die leckerste Wassermelone der Welt geschenkt, selbst angebaut aus dem eigenen Garten und baden im kalten Fluss. Ein paar Tage lässt es sich hier aushalten.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Plötzlich hört man eine Stimme: „Ihr auch hier?“ Der rote LKW von den Lottchens steht nur eine Bucht weiter und wir verbringen wieder einige Tage gemeinsam in der Sonne. Es werden Shirts bemalt, getanzt, Dieselprobleme gelöst, gebanjat und Cocktails getrunken.

Russland/Kasachstan © Lasterliebe

Und dann düsen wir auch schon weiter in Richtung unseres nächsten Abenteuers: Kirgistan.

BACK TO THE ROAD mehr zu Lasterliebe