Rumpeltours: Drei Monate Griechenland – im Süden überwintern

Überwintern in Griechenland © Rumpeltours

Überwintern im Süden Teil 1

Die Startschwierigkeiten vom Beginn unserer Überwinterung sind vergessen und so allmählich sind wir angekommen in Griechenland.

Anfang November ist das Wetter hier noch traumhaft schön, es gibt fast immer strahlend blauen Himmel, die Temperatur liegt um 20 Grad und auch das Wasser ist noch voll badetauglich. So nutzen wir denn auch so gut wir können die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben und verbringen, kaum am Meer auf der Halbinsel Chalkidiki angekommen, viele Tage nur am Strand. Faulenzen, schnorcheln, lesen und den Kindern beim Spielen zusehen, ist an der Tagesordnung. Abgesehen von der Familie, die uns unseren neuen Herd aus Deutschland mitgebracht hat, haben wir noch eine französische Familie kennengelernt (diese sind auf dem Rückweg von Indien … mit einem ganz normalen Wohnmobil!), eine weitere deutsche Familie, ein österreichisches Paar, welches wir bereits in Marokko zu Beginn des Jahres kennengelernt haben. Kurz gesagt: die Welt ist klein und Griechenland ein Dorf. Es ist einfach toll!

Griechenland © Rumpeltours

Natürlich soll die Kultur auch nicht zu kurz kommen, und da wir in der Nähe sind, besichtigen wir unter anderem den Geburtsort von Aristoteles in Stageira, an der Ostküste von Chalkidiki. Als Einstieg in die vielen interessanten Ausgrabungsstätten in Griechenland ist es ganz sehenswert. Das Gelände ist nicht besonders groß und somit auch  kindertauglich, Hunde sind erlaubt und es kostet keinen Eintritt.

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Von dort aus ging es weiter Richtung Thessaloniki, natürlich gaaaaanz gemütlich. An einem weiteren Strand, wo wir uns alle nach kurzer Alleinfahrt wiedergesehen haben, entdeckte André dann bei einem Hundespaziergang die erste Landschildkröte - was für eine Aufregung für die Kinder! Leider kann man nicht ewig faulenzen, ab und an müssen auf solch langen Reisen auch behördliche Dinge geklärt werden. So begaben wir uns in die Innenstadt von Thessaloniki, zur deutschen Botschaft, um einen Erbfall zu klären. 

Das tolle an der griechischen Mentalität ist, dass sich die Gelassenheit der Menschen meist auch auf den Strassenverkehr niederschlägt. Und so ist es ganz normal, in zweiter bis vierter Reihe zu parken. Der Pannenblinker ist das ultimative Zeichen für „ich halte nur mal kurz hier, bitte habt Geduld oder fahrt einen anderen Weg“. Das erleichtert uns die Sache mit dem LKW in der Innenstadt ungemein, denn niemand stört sich wirklich daran, dass wir an den unmöglichsten Stellen halten und einen Parkplatz suchen müssen.

Auch diese - für uns sehr anstrengenden - Tage in großen und größeren Städten gehen aber irgendwann vorbei und wir können es uns wieder an einem der zahllosen wunderschönen Strände der langen Küste gemütlich machen. Hier lernen wir dann auch, was Griechenland wettertechnisch im Winter so zu bieten hat: von unbeflecktem, knallblauem Himmel bei 23 Grad bis zu sehr grauen 7 Grad mit Sturm und Regen war hier im Norden für uns alles dabei. Das führte dazu, dass die Ruhe an diesem letzten Strand nicht lange anhielt. Einem Fischer wurde sein schweres Holzboot von einer starken Welle so ungünstig auf den Boden vor den Strand geworfen, dass er es nicht mehr von selbst an Land ziehen konnte. Er weckte uns also (zu früh) und nach kurzer Absprache standen wir um 8 Uhr vor seinem Boot am Strand, um es aus seiner misslichen Lage zu befreien. Für den LKW war das Gewicht des Bootes kein Problem, vorsichtshalber, um uns in dem weichen Sand nicht selbst noch fest zu fahren, haben wir aber dennoch die Geländeuntersetzung eingeschaltet. Nach wenigen Minuten war die Aktion also auch schon beendet und der Fischer so froh, dass er uns einen Teil seines Fangs schenken wollte. Das haben wir aber dankend abgelehnt, da wir uns vegetarisch ernähren, und der Fischer konnte trotz seiner Misere seinen kleinen Fang komplett verkaufen. Ein erfolgreicher Tag für alle!

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Nach einigen Tagen unterwegs sein, weiteren tollen Buchten und Stränden auf dem Weg in den Süden, wurde es wieder etwas kulturlastiger: das alte Olympia wartete auf uns. Besonders jetzt in der Nebensaison bieten sich bei einem Besuch der vielen Stätten gleich mehrer Vorteile: die Eintrittspreise sind fast immer nur halb so hoch wie normalerweise. Es sind deutlich weniger bis gar keine anderen Touristen unterwegs und Parkplatzprobleme kennt man auch nicht. Ganz im Gegenteil: sehr oft kann direkt vor den Anlagen übernachtet werden, was eine Besichtigung am nächsten Tag noch zusätzlich vereinfacht. Aber um beim Beispiel Olympia zu bleiben: es ist eine Anlage mit riesigen Ausmaßen. Der Eintritt liegt im Winter bei 6 € pro Person, unsere Tochter hat nichts bezahlt. Im Preis inbegriffen sind auch die Eintrittsgebühren für die beiden Museen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Gelände befinden. Das Beste daran: die Karten sind zwei Tage gültig, so kann man entspannt an einem Tag die Ausgrabungen besichtigen und am nächsten Tag noch die beiden Museen bestaunen. Wirklich eine tolle Lösung, wie wir finden. Das größte Problem ist für uns, dass wir unsere Doggendame „Müsli“ nicht mit in die Anlagen nehmen dürfen. Kurios dabei: die Straßenhunde haben freien Zutritt …

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Das alte Olympia ist aufgrund seines tollen Erhaltungszustandes und der beeindruckenden Größe unserer Meinung nach auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch für Leute, die nicht voll im geschichtlichen Thema sind, bietet die Anlage eine tolle Kulisse, wo man sich auch so sehr gut vorstellen kann, wie es einmal ausgesehen hat. Ein immer wiederkehrendes Thema bei Langzeitreisen ist das der Kinderbespaßung. Damit ist nicht das tägliche Spiel mit den Eltern gemeint, sondern die Interaktion mit gleichaltrigen. Denn ab einem bestimmten Alter ist es für die Kleinen auch mal toll, mit anderen Kindern spielen zu können.

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Unsere Tochter ist mit ihren mittlerweile vier Jahren in genau diesem Alter angekommen, wo Kinder nicht mehr nur nebeneinander her spielen, sondern aktiv miteinander spielen können. Wir versuchen deshalb immer wieder Treffen mit anderen Reisenden einzubauen, um ihr auch diesen Kontakt zu ermöglichen. Der „Elea-Beach“ an der Westküste des Peloponnes ist ein recht bekannter Treffpunkt von Griechenland-Überwinterern, daher trifft man hier auch besonders oft Familien mit Kindern. Dieser Spot soll denn auch unser nächstes Ziel sein, davon berichten wir euch aber im nächsten Teil!

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