Seidenstraße

Die Seidenstraße ist die wohl älteste und geschichtsträchtigste Handelsroute der Welt. Auf ihr wanderten Händler sogar schon vor Christi Geburt und brachten verschiedenste Güter, darunter natürlich auch Seide, von Ost nach West. Nicht nur materielle Waren wurden zu Hoch-Zeiten des eurasischen Handels zwischen den Kontinenten transferiert, auch Religion, Technik, Kultur und sogar Krankheiten, wie der schwarze Tod. Ebenso nutzte der populäre Abenteurer und Entdecker Marco Polo die antiken Handelswege, um von Italien bis nach China zu gelangen. Der Begriff Seidenstraße wurde vom deutschen Geografen Ferdinand von Richthofen geprägt, der damals, völlig zu Recht, den Plural "Seidenstraßen" verwendete. Denn es handelte sich, entgegen der weit verbreiteten Annahme, nie um eine spezielle Route oder einen besonderen Pfad, sondern immer um ein flächendeckendes Handelsnetzwerk, das sich über die heutigen Länder China, Indien, Pakistan, Afghanistan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Irak und die Türkei erstreckte.

Trotz unzähliger Veränderungen der Handel treibenden Völker, der Straßen und der durchquerten Länder, riss der Warenstrom im Verlauf der Zeit nie vollständig ab. Während früher Seide (nebst Gewürzen) tatsächlich eines der wichtigsten Exportgüter chinesischer Dynastien in Richtung Europa darstellte, so werden heute (auch in Form von Pipelines) beispielsweise Öl und andere Bodenschätze, sogar Drogen über die Handelswege transportiert.

So wie die Seidenstraße und die auf ihr gehandelten Güter stetigen Veränderungen unterlagen, so sehr wandeln sich unterwegs auch Klima, Flora und Fauna. Die Temperaturunterschiede verschiedener Regionen, die man durchquert, können bis zu 80 Grad betragen (-30° bis +50° Celsius). Kein Wunder, denn die Strecke aller Handelswege der Seidenstraße beträgt zusammengerechnet ca. 140.000 Kilometer.

Für Touristen bieten neben den spektakulären Landschaften besonders die vielfältigen Städte im Bereich der Seidenstraße interessante Einblicke. Allen voran die größte von ihnen, Irans Hauptstadt Teheran, die nicht nur Individualreisenden ein Begriff ist. Es befinden sich darüber hinaus noch viele weitere, teils mystisch anmutende Orte wie Kaschmir, Samarkand oder Buchara auf diesen altehrwürdigen Handelswegen. Auch in ihnen blieb die Zeit nicht stehen. Die Vermischung von Tradition und Moderne ist teilweise noch in vollem Gange und somit ein spannender Aspekt für Reisende.

Der Wandel, angetrieben vom Treibstoff der Globalisierung, macht  nirgendwo Halt. Erst vor kurzem erklärte die chinesische Regierung, die Seidenstraße bzw. die Infrastruktur der betroffenen Länder und Regionen mithilfe diverser Investitionen, deren Summe irgendwo zwischen 900 Milliarden und 1 Billion Dollar liegen soll, erneuern und weiter ausbauen zu wollen. Werden die Pläne in die Tat umgesetzt, so wird sich dies auch auf den Tourismus niederschlagen. Der Bau zahlreicher neuer Straßen, Häfen, Eisenbahnlinien und Flughäfen birgt sicherlich viele Vorteile für verschiedene Interessensgruppen, Städte und ganze Nationen. Den Mythos der alten Seidenstraße wird es dann aber nicht mehr geben. Aus diesem Grund ist die Seidenstraße genau jetzt eine Reise wert …

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