Thailands Covid-Dilemma

Einheimische Besucherin am Strand von Patong auf Phuket im September 2020 © Rainer Krack

Zur aktuellen Corona Lage Thailands schickt unser Autor (Thailand, Bangkok, Phuket usw.) Rainer Krack folgenden Bericht: 

Wer derzeit thailändische Medien verfolgt, wird fast täglich mit neuen Nachrichten überhäuft, wann und wie Thailand seine Grenzen wieder für den Tourismus öffnen will. Der große Erfolg des Landes in der Eindämmung von Covid-19 lähmt es gleichzeitig auch - Thailand verzeichnet bisher nur etwa 3400 Covid-Fälle, 58 Tote, und 100 Tage lang gab es im Land keine einzige Neuinfektion. Somit fürchtet man sich, bei vorschneller Öffnung des Landes, gleichzeitig das Virus mit einzuladen.  

 
Das Tourismusgewerbe liegt am Boden, viele Menschen verarmen, und in ihrer Verzweiflung brütet die Regierung Pläne aus, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind. So heißt es derzeit, dass ab dem 1. Oktober 2020 Charterflüge nach Phuket möglich sein sollen, allerdings müssen sich die Einreisenden einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen, die in einem Luxushotel und unter stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit stattfinden soll - zu Kosten von ca. 1500-3000 € pro Kopf, und von den obligatorischen Gesundheitstests vor der Reise und dem bürokratischen Aufwand um die Sondergenehmigung für den Flug, der bei thailändischen Auslandsvertretungen zu beantragen ist, ganz zu schweigen. Erst nach den 14 Tagen kann der Urlaub dann richtig beginnen, aber auch nach der Quarantäne soll es noch Einschränkungen geben. Einen Ansturm von Interessenten wird dieser Plan mit Sicherheit nicht auslösen.    
 
Und so finden sich derzeit nur äußerst wenige ausländische Touristen in Thailand, und zwar solche, die seit der Schließung des Landes im März "hängen" geblieben sind und ihren Aufenthalt nun in ungewöhnlicher Ruhe genießen dürfen - aber auch erschreckend viele geschlossene Hotels und Restaurants vorfinden. Etwa 5 Millionen Menschen sind durch den Einbruch des Tourismus arbeitslos geworden, viele arbeiten halbzeit.
 
Foto & Text: Rainer Kack