Corona-Tagebuch: Cathy aus Lyon (Frankreich)

Lyon - mein Blick in den Hof © Cathy Raisin
Wie erleben Menschen weltweit die Corona-Lage? Cathy, unsere Kartographin, lebt in Lyon. Sie erzählt uns, welche Auswirkungen Corona auf ihren Alltag hat:
 
Tja ... die Franzosen waren tatsächlich erstmal unverschämt lässig, indem sie weiterhin raus gegangen sind wie sonst auch immer. Jetzt scheint es besser zu sein. Von meinem Fenster aus kann ich weit auf einen Park hinausschauen und er scheint jetzt geschlossen zu sein. Hier in Frankreich soll jeder zu Hause bleiben, außer in bestimmte Geschäfte einkaufen zu gehen, wie Lebensmittelgeschäfte oder Apotheken, oder zum Arzt zu gehen. Den Markt bei mir scheint es noch zu geben, das lese ich in den Medien. Aber sicher bin ich mir nicht, da ich seit Sonntag zu Hause geblieben bin. Man darf auch raus gehen, wenn die Arbeit es erfordert (Ärzte, Polizei usw.). Für all diese Zwecke soll man, wenn man rausgeht, einen bestimmten Schein bei sich haben. Diesen Schein holt man sich von der Webseite der Regierung. Die Polizei kontrolliert jeden auf der Straße, sogar auf dem Land. Ohne diesen Schein bekam man gestern eine Strafe in Höhe von 38 Euro, heute, heißt es, sollen es schon 135 Euro sein. Die Behörden sprechen sogar von einer Erhöhung auf mehr als 300 Euro, die demnächst kommen soll.
 
Täglich Scrabbel spielen © Cathy Raisin  

Was mich persönlich betrifft, arbeite ich wie sonst immer auf meinem Laptop allein zu Hause. Das mache ich, so lange es Arbeit gibt. Ich habe genug zu essen für etwa zwei Wochen. Essen ist für uns Franzosen immer ein großes Thema. Ich treibe normalerweise viel Sport, aber Basketball, Afrikanischer Tanz und im Chor singen habe ich durch Qi Gong und Sportsessions auf Youtube ersetzt. Mit meiner Mutter spielen wir Scrabble per Skype, jede von uns hat ein richtiges Spiel vor sich liegen. Das System läuft ganz gut und so verbringen wir eine Stunde täglich "zusammen". Meine Wohnung ist im 4. Stock in der Stadt und hat keinen Balkon. Schön ist, dass das Wetter im Moment sehr schön ist, wo ich wohne, so dass ich die Fenster aufmachen und frische Luft schnappen kann. Unten bei mir gibt es ein paar kleine private Gärten und ich kann auch die Kinder, die schulfrei haben, spielen sehen. Das bringt auch Leben und Freude im Hof.

Liebe Cathy, bleib gesund und vielen Dank für deinen Bericht.

... mein "Sportstudio" © Cathy Raisin