»Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts als meiner seligen Insel.«
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Insel|Trip
Erlebnisführer zu den beliebtesten Urlaubsinseln weltweit

Unsere InselTrips im Shop

Die Reihe in Zahlen

Anzahl der abgedeckten Reiseziele
24

Anzahl der Fotos im InselTrip
ca. 50–70

Umfang
jeweils 144 Seiten

Ältester Titel
InselTrip Fuerteventura

Jüngster Titel
InselTrip Penang

Aktualisierungsrhythmus
ca. 1,5–2 Jahre

Meistverkaufter Titel
InselTrip Ko Samui/Ko Phangan/Ko Tao

Format
19,5 x 10,5 cm

Vom Manuskript bis zum fertigen InselTrip
ca. 6 Monate

Über die Reihe

Unsere InselTrips führen zu den schönsten Stränden und Buchten, erklären die Besonderheiten des jeweiligen Eilands und geben aktuelle Empfehlungen zu Unterkünften, Restaurants, Verkehrsmitteln und Ausflugsmöglichkeiten. Als Kontrastprogramm zu den Stränden beschreiben die Autoren die kulturellen Sehenswürdigkeiten, die sich teilweise fernab des touristischen Strandtrubels befinden. Dazu gibt es Infos zu Wandertouren, Stadtrundgängen und den besten Hotspots für Schnorchler, Taucher und Wellenreiter. Ein Jahreskalender zeigt die wichtigsten Feste und Veranstaltungen – darunter ganz und gar Überraschendes und »Exotisches«.

InselTrips geben Antworten auf alle relevanten Fragen:

Wie gruppieren sich die touristischen Highlights? Welchen Charakter hat die Inselhauptstadt? Wo sind authentische Orte? Wo brodelt das Leben, wo ist es still? Wo sind die Urlauber-Areale? Wo locken Naturschönheiten die Besucher? Welche Gebiete oder abgelegene Einzelziele sind sehenswert? Für welche Freizeitbetätigungen (Baden, Tauchen, Wandern ...) sind die Regionen besonders gut geeignet?

Inhalt

  • die touristischen Attraktionen und Naturschönheiten der Insel – bewertet und ausführlich vorgestellt
  • die schönsten Strände und Buchten
  • die besten Hotspots für Wassersportler
  • erlebnisreiche Wanderungen und thematische Exkursionen
  • ausgewählte Unterkünfte von nobel bis preiswert
  • die besten Shopping-Adressen
  • empfehlenswerte Restaurants, Fischlokale, Cafés, Bars und Klubs
  • informative Hintergrundexkurse zu Geschichte, Natur und Mentalität der Insulaner
  • alle reisepraktischen Infos von Anreise bis Verkehrsmittel
  • großer, detaillierter Insel-Faltplan mit Relief und detaillierte Stadtpläne
  • inklusive Gratis-App für Smartphones, Tablets & Co.:
    Luftbildansichten aller im Buch beschriebenen Orte, Verlauf der Wanderrouten, Routenführung zum gewünschten Ort, aktuelle Infos nach Redaktionsschluss, Mini-Sprachtrainer

Ausstattung

  • 144 Seiten mit vielen stimmungsvollen Fotos
  • praktische Übersichtskarten, detaillierte Stadtpläne, großer Insel-Faltplan zum Herausnehmen
  • leichte Orientierung durch cleveres Nummernsystem
  • ausführliches Register
  • handliches Format mit strapazierfähiger PUR-Bindung

Exkurs: Sylter Seefahrer

Die Friesenhäuser in Keitum entstanden größtenteils im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. Erbaut wurden sie von Seefahrern, die im Walfang oder bei der Handelsmarine wohlhabend wurden. Sylter fuhren schon immer zur See. Im 15. und 16. Jh. ging es auf Heringsfahrt, im 17. bis 19. Jh. auf Walfang. Die Sylter Seefahrer erwiesen sich meist als sehr geschickt, sodass etliche bis zum Kapitän aufstiegen. Es gibt Familien, aus denen über Generationen viele Seefahrer stammten. Teilweise blieben die Männer viele Monate auf See, manche sogar für Jahre. Wenn sie dann zurückkehrten, brachten sie nicht nur Geld mit, sondern auch Schmuck und neue Kleidung oder gar Möbel, die die schicken Friesenhäuser teilweise noch heute schmücken. Einige kehrten auch nie zurück, verloren auf See ihr Leben oder gerieten in die Sklaverei. Die auf Sylt zurückgebliebenen Frauen verloren damit den Ernährer und wurden zu Witwen.

Die Männer verließen die Insel alljährlich nach der Biike, einer Art Frühjahrsfeuer, das immer am 21. Februar entzündet wird (noch heute übrigens). Am folgenden Petritag wurde noch einmal Geschäftliches besprochen und Thing abgehalten, eine Art Rats- oder Gerichtsversammlung. Ältere Kapitäne, die nicht mehr auf Fahrt gingen, kümmerten sich auf Sylt in eigenen Navigationsschulen um die Ausbildung von jungen Männern.

Und auch diese Mode brachten die Männer mit: Aus etlichen Häusern blicken kleine, niedliche Porzellanpekinesen verstohlen aus den Fenstern. Früher war die Prostitution in Ländern wie England verboten, Dirnen aber gab es natürlich trotzdem und da sie offiziell keinen Liebeslohn annehmen konnten, verkauften sie eben zu überhöhten Preisen diese Pekinesen an die Freier. Außerdem erzählt man sich, dass die Hündchen, die es immer nur paarweise gab, einen zweiten Zweck erfüllten. Sie standen immer in den Fenstern und signalisierten nach draußen, ob eine Dame gerade frei war oder nicht. Blickten die Hunde nach draußen, konnte man eintreten, kehrten sie einem den Rücken zu, war die Dame gerade beschäftigt. Diese Hunde sollen nun die Seeleute ihren daheimgebliebenen Frauen als Geschenk mitgebracht haben.

(Exkurs aus InselTrip Sylt von Hans-Jürgen Fründt, S. 48)

Exkurs: Friesenhäuser

Unübersehbar stehen die hübschen Friesenhäuser in vielen Orten der Insel, ganz besonders viele sind noch in Keitum zu finden. Die meisten sind moderne Nachbauten, aber es gibt auch noch Originale. Die historischen Häuser werden „uthlandfriesische Häuser“ genannt, es handelt sich dabei um ein Langhaus, in dessen Außenbereichen meist auch ein Stall untergebracht war. Die Häuser wurden grundsätzlich um stämmige Holzbalken errichtet. Zunächst entstand eine Art Gerippe, eine Ständerkonstruktion, erst danach mauerte man mit roten Backsteinen die Wände hoch, das Dach bestand aus Reet. Sinn dieser Konstruktion war es, einer Sturmflut trotzen zu können. Bei besonders schweren Stürmen flüchteten die Bewohner auf die obere Etage. Unten konnte das Wasser sogar die Wände eindrücken, das Haus blieb dann trotzdem auf den Balken stehen und die Bewohner in der oberen Etage waren (hoffentlich) gerettet. Die charakteristischen Spitzgiebel über der Eingangstür erfüllten eine Fluchtfunktion. Sollte bei einem Brand das brennende Reet ins Haus fallen und die Wege zur Tür versperren, war oben noch ein zweiter Ausgang. Der Giebel befand sich immer direkt über der Tür. Dadurch rutschte brennendes Reet seitlich herunter und nicht direkt vor den Eingang.

Der Wohnraum bestand zumeist aus einem alltäglichen Wohnzimmer, der guten Stube (Pesel) und der Küche mit Speisekammer. Der vierte Raum wurde zur Unterbringung verschiedener Dinge benutzt, vereinzelt auch als Schlafraum für Mägde oder Knechte. Ein eigenes Schlafzimmer existierte zumeist nicht, die Betten waren als Alkoven in die Wand eingelassen. Die Schlafkammern waren recht klein, oft mussten sich mehrere Kinder eine teilen und selbst Erwachsene schliefen teilweise halb sitzend.

Die Häuser wurden traditionell mit einer 30 bis 35 cm dicken Schicht Reet gedeckt. Ein vernünftig gedecktes Haus hält ein Leben lang, heißt es. Erst nach 60 Jahren muss Reet ausgetauscht werden. Typisch war auch die Klöndöör (die Plauder-Tür). Eine Klöndöör ist zweigeteilt, die obere Luke kann unabhängig von der unteren geöffnet werden. Die Bewohner öffnen also die obere Luke, lehnen sich gemütlich auf die verschlossene untere und klönen mit den Nachbarn oder vorbeigehenden Passanten.

(Exkurs aus IT Sylt von Hans-Jürgen Fründt, S. 45)