»Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.«
Johann Wolfgang von Goethe

Sachbuch

— effektiv und praxisnah —

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Über die Reihe

Unsere Sachbücher sind kompakte und praxisorientierte Handbücher zu allgemeinen bis hin zu sehr speziellen Sachthemen rund ums Reisen. Alle Autoren sind Fachleute auf ihrem Gebiet, die in den Ratgebern wertvolle und manchmal sogar unentbehrliche Tipps geben.  

Die Themenvielfalt der unterschiedlichen Bände umfasst:

  • Reisen selbstständig planen und durchführen: Mit Motorrad, Auto, Wohnmobil, Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – hilfreiche Tipps zur Ausrüstung
  • Fremde Länder, Kulturen und Religionen erleben und verstehen: Ausführliche Infos zur Religion, Glaubensinhalten, Bräuchen und Riten, Alltagskultur, Gesellschaft und Geschichte, …
  • Unterwegs gesund bleiben: Risiken richtig einschätzen, gut vorbereitet auf Unerwartetes reagieren, detaillierte Tipps zur Vorbeugung, Diagnose und Nachbehandlung, länderspezifische Tropen- und Reisekrankheiten und Gefahren, Erste Hilfe unterwegs, fundiertes medizinisches Basiswissen, …
  • Leben und Überleben in der Wildnis: Alles über Ausrüstung, Proviant, Gefahren und Risiken, … zu jeder Jahreszeit.
  • Neue Techniken erlernen und clever anwenden: Orientierung und Navigation, Grundlagen, Funktionen, Systeme, …
  • Outdoor-Sportarten ausüben: Die Reise organisieren, die passenden Sportgebiete finden, Preise, Einschränkungen, Gefahren, Kleidung und Ausrüstung, Sicherheitsregeln, …
  • Im Ausland leben und arbeiten: Tipps und Hilfestellungen zum Auswandern —  Entscheidungsfindung, Vorbereitung, Regeln und Gesetze, im Land zurechtfinden, Wohnen, Arbeiten, den Alltag bewältigen, …

Exkurs: „Fremd“ muss nicht „Feind“ heißen

Die Begegnung mit Menschen einer unbekannten Religion setzt die Bereitschaft voraus, sich auf sie einzulassen. Andere Lebensarten, Verhaltensweisen und Gefühlsreaktionen müssen akzeptiert werden. Hilfreich ist ein Grundverständnis der andersartigen Glaubenswelt und ihrer Riten.

Sicherlich ist es schwierig, sich an Fremdes zu gewöhnen. Mit allem einverstanden zu sein ist wohl unmöglich. Doch solange man Toleranz und Aufgeschlossenheit zeigt, muss dies nicht unbedingt Ziel sein – immerhin gibt es auch oft genug eigene Landsleute, mit denen keine Eintracht erreicht wird.

In der Manier, wie Menschen aus verschiedenen Welten mit der jeweils anderen (vermeintlichen) Wirklichkeit umgehen, treten häufig feindliche Vorurteile auf. In unserem mitteleuropäisch-kosmopoliten und neuzeitlich-aufgeklärten Denken erstreckt sich zwischen Orient und Okzident eine
tiefe Kluft. Es gibt eine verstärkte Sensibilität und tendenziöse Hysterie des Westens gegenüber dem islamischen Kulturraum.
Warum nur spukt in vielen Köpfen das Schreckgespenst vom „aufdringlichen Araber“ oder der „unterdrückten Frau“ als Synonym für alle Muslime? Dieses Denken gipfelt in der Tendenz, dass Gewalttaten unter der Sonne des Islam als erheblich bedrohlicher empfunden werden als Probleme, denen Reisende anderswo begegnen. Ein Raubüberfall in Miami oder ein Bombenanschlag im Baskenland wird als nicht annähernd so schlimm wie eine
Entführung im Jemen oder ein fundamentalistischer Anschlag in Ägypten empfunden.

Doch Vorurteile und Angst beruhen auf Gegenseitigkeit. Traurig, aber wahr ist, dass auch Muslime vernichtende Vorstellungen von uns haben. „Alle Deutschen sind Alkoholiker“, „Deutsche sind gottlos“ und „in Deutschland gibt es keine Moral“ kann man immer wieder in Gesprächen hören
(dennoch sind deutsche Touristen allseits beliebt). Und um beim Thema Kriminalität zu bleiben: Viele Ausländer fürchten, bei einer Reise nach „good old Germany“, auf der Straße überfallen zu werden oder in die Fänge rechtsradikaler Schlägertrupps zu geraten.

Und die Moral von der Geschicht‘? Dichtung muss nicht gleich Wahrheit sein. Vorurteile und Feindschaften sollten am besten als unwürdig befunden
werden. Dazu bedarf es einer kritischen, aber nicht pauschalen Sichtweise. Echtes Interesse am Verstehen des Fremden ist ein entscheidender
Schlüssel, mit dem sich eine große Portion Voreingenommenheit abbauen und Pforten öffnen lassen. Vorschnelles Abstempeln als „feindlich“ gewährt
nirgendwo Zugang.

(Exkurs aus: Islam erleben von Kirstin Kabasci)

Exkurs: Touristische Tugenden
  • Beginnen Sie Ihre Reise unvoreingenommen mit dem Wunsch, mehr über das Land und seine Menschen zu erfahren.
  • Machen Sie sich mit den örtlichen Sitten und Gebräuchen vertraut.
  • Respektieren Sie die Gefühle der gastgebenden Bevölkerung. Bedenken Sie, dass Ihr Verhalten eventuell jemanden ungewollt verletzen kann.
  • Entdecken Sie, wie interessant und wertvoll es sein kann, eine andere Lebensart kennen zu lernen.
  • Machen Sie es sich zur Gewohnheit, zuzuhören und zu beobachten anstatt nur zu hören und zu sehen.
  • Legen Sie die Gewohnheit ab, auf alles eine Gegenbemerkung parat zu haben. Seien Sie derjenige, der eine Antwort haben möchte.
  • Denken Sie daran, dass Sie nur einer von Tausenden Touristen im Land sind. Beanspruchen Sie keine Privilegien.
  • Halten Sie sich vor Augen, dass andere Völker oft andere Zeitbegriffe haben. Das heißt nicht, dass diese schlechter sind – sie sind eben verschieden.
  • Nehmen Sie sich täglich etwas Zeit, um Ihre Erlebnisse zu verdauen. Sie werden dann mehr vom Reisen haben.
  • Fangen Sie fremde Kulturen lieber mit dem Herzen ein, als auf Zelluloid.
  • Wenn Sie es auf Reisen wie zu Hause haben wollen, dann verschwenden Sie Ihr Geld nicht, sondern bleiben Sie lieber daheim.

(Exkurs aus: Islam erleben von Kirstin Kabasci)