Ägypten

Jumhuriyat Misr al-Arabiyah, Kurzform Misr
Arabische Republik Ägypten

01:05 h | 25 °C

Ägypten in Zahlen

Einwohnerzahl
Ca. 86,900 Millionen (Juli 2014)

Fläche
1,001 Millionen qkm, davon sind nur 2,9 % kultivierbar

Hauptstadt
Kairo, 16,2 Millionen Einwohner
(2009)

 

Hauptsprache
Arabisch (Englisch wird häufig im Touristikbereich gesprochen)

Alphabetisierungsrate
73,9 %

Nationalfeiertag
23. Juli

 

Währung
Ägyptische Pfund (£E),
ca. 0,10 Euro

Durchschnittsausgaben eines Touristen
Ca. 60 € pro Tag

Flugdauer
Ca. 4 Stunden

Dies und Das

Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2013 um 1,8 %, das Prokopfeinkommen lag bei 6 600 US$, die Arbeitslosenquote offiziell bei 14 %.

14,5 % des Bruttoinlandsprodukts wurden 2013 in der Landwirtschaft, 37,5 % in der Industrie und 48 % im Dienstleistungsbereich erwirtschaftet. Ägypten exportiert Textilien, chemische und pharmazeutische Produkte, Öl, Gas und Zement. Einer der wichtigsten Exportfaktoren ist der Tourismus.

Klima und Reisezeit

In Ägypten herrscht vorwiegend trocken-warmes bis heißes Wetter. Südlich von Kairo fällt äußerst selten Regen, dort können die sommerlichen Tagestemperaturen leicht 40° C übersteigen, die Nächte auf unter 25° C abkühlen. An der Mittelmeerküste ist es deutlich kühler, im Sommer erreichen die Tagestemperaturen 30-35° C, im Winter um 20°C.

Die klimatisch günstigen Reisezeiten liegen zwischen Mitte Oktober und Mitte April, wobei das Land während der üblichen Ferienzeiten (Weihnachten, Ostern) von Touristen förmlich gestürmt wird. Kenner wählen etwa Mitte September bis Mitte November oder Anfang März bis Mitte Mai.

Landschaft

Ägypten – das ist der Nil. Dieser gewaltige Strom übertrifft mit knapp 7000 km Länge alle anderen Flüsse Afrikas. Ab der Quelle fließt er durch zehn Länder und, im nördlicheren Bereich, fast ausschließlich durch Wüstenlandschaften, in denen der Fluss eine sehr schmale, aber die längste Oase der Welt geschaffen hat. Ab Assuan wird das Tal breiter, es variiert zwischen 4 und 12 km Breite. Erst im Deltagebiet weitet sich das Fruchtland zu einem fast gleichschenkligen Dreieck von etwa 250 km Seitenlänge aus. Das Fruchtland ist ein Geschenk des Nils, weil er im regenarmen Ägypten das notwendige Nass heranführt und durch die jährlichen Überschwemmungen wertvollen Schlamm in seinem Tal ablagerte. Der mächtige Fluss speist zahllose Kanäle, die sich immer weiter auffächern, um auch die entferntesten Felder zu erreichen.

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Aber Ägypten besteht nicht nur aus dem Nil. Im Westen erstreckt sich die endlose Weite der Westlichen (oder Libyschen) Wüste mit dem wegen seiner immensen Ausdehnung Sandmeer getauften Dünengebiet, mit dem siziliengroßen Tafelberg namens Gilf Kebir und den paar von Dattelpalmen gesäumten Oasen. Östlich des Nils erstreckt sich die Arabische Wüste (auch Ostwüste) bis zur Küste des Roten Meeres, deren bis zu 2000 m hohe Gebirgszüge aus Basalt, Granit, Diorit und anderem Hartgestein eine streckenweise bizarre Kulisse bilden. Die Breite dieses Wüstenstreifens beträgt im Norden etwa 120 km, im Süden bis zu 300 km.

Die Sinai-Halbinsel hat sich wie ein Keil zwischen Afrika und Asien geschoben. Im Süden, im Bereich der Keilspitze, ragen schroffe, bis zu 2500 m hohe Berge von faszinierender Schönheit in den Himmel. Je weiter nördlich, umso breiter und flacher wird der Keil, schließlich läuft er am Mittelmeer in einer von Dünen gekräuselten Sandebene aus.

Die Menschen

Bahariya-Oase, Palmengarten

Etwa 90 % der Ägypter sind Muslime (überwiegend Sunniten), 10 % Kopten (Christen) und zum sehr geringen Teil Anhänger anderer christlicher Religionsgemeinschaften. Die Bevölkerungswachstumsrate  liegt bei 1,84 %. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 73,5 Jahre. 73,9 % der Bevölkerung kann lesen und schreiben. 22 % der Menschen leben unterhalb Armutsgrenze.

Flora

Die Flora des Niltals wird durch Reis, Zuckerrohr, Bohnen, Zwiebeln und eine Vielfalt von Gemüsesorten, Baumwoll- und Getreidefelder bestimmt, um nur das Wichtigste zu nennen. Die Baumwollproduktion, die Präsident Nasser stark förderte, wurde in ihrer Bedeutung von staatlicher Seite zurückgenommen, um die Gefahr der Monokulturen zu mindern, obwohl Ägypten mit die beste Baumwolle weltweit produziert.

Bei den Bäumen beherrscht die Dattelpalme das Bild, die in etwa 40 Arten in Ägypten vorkommt und deren Früchte zwischen August und Dezember reif werden. An den Kanälen stehen Sykomoren als typische Bäume des Landes und Tamarisken, die Niltalstraße ist vielfach von Eukalyptusbäumen gesäumt.

Touristische Kleidung

Frauen sollten sich bedeckt, d.h. nicht körperbetont kleiden. Lange Hosen oder Röcke und weite Blusen sind auch fürs Kleinklima zu bevorzugen. Männer in Shorts machen sich lächerlich. Für kühlere Abende Pullover mitnehmen.

Wörter die weiterhelfen

aiwa – la'   –   ja – nein

min fadlak!  –   Bitte (um etwas bitten)

it faddal!   –   Bitte! (auffordern/anbieten)

shukran!   –   Danke!

marhaba!   –   Herzlich willkommen!

ana *asif / *asifa!  –  Entschuldigung (sagt Mann/Frau) 

 

Aus Kauderwelsch Ägyptisch-Arabisch Band Nr. 2

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de

Exkurs: Abenteuer ohne Ende

Ahmed Abdel Rahim, Besitzer des gleichnamigen Safari Camp in der Oase Bahariya, kann spannende Geschichten aus seiner Studienzeit erzählen – besonders über die Reise von Bahariya nach Kairo oder umgekehrt. Denn die Asphaltstraße erreichte erst 1975 Bahariya.

Zuvor benötigte ein zuverlässiger Lastwagen etwa sieben Tage für den 355-km-Trip nach Kairo, wenn alles gut verlief. Denn es gab etwa 100 km von Bahariya entfernt und wiederum 20 km vor Kairo Weichsandgebiete, in denen die Lkws häufig stecken blieben. Dann mussten die 30-40 Passagiere von der Ladefläche springen und vereint schieben oder anderweitig helfen, das Fahrzeug wieder flott zu machen.

In der Regel transportierte der Lkw neben normaler Fracht 600-800 Liter Wasser, Holz fürs Kochen, Brot und einfache Verpflegung. Außerdem waren entsprechende Mengen Sprit für Hin- und Rückfahrt an Bord, denn in Bahariya gab es damals keine Tankstelle.

Aber die Lkw-Omnibusse blieben nicht nur im Sand stecken, häufig genug nötigten technische Probleme der Schicksalsgemeinschaft auf der Ladefläche längere Pausen ab. Als bei einer Reise das Getriebe den Geist aufgab und nur noch 200 Liter Wasser vorrätig waren, schüttete der Fahrer Benzin in das überlebensnotwendige Nass. Ahmed fragte entsetzt nach dem Grund: „Dann wird nicht so viel getrunken“, war die lapidare Antwort. Heute ist Ahmed der Meinung, dass ihnen allen damit das Leben gerettet wurde. Denn das Wasser schmeckte so miserabel, dass jeder nur das Allernotwendigste trank; sonst wären die 200 Liter bis zur Rettung durch einen zufällig vorbeikommenden Lkw längst verbraucht gewesen.

Bei einer anderen Reise hatten es die Fahrgäste besonders eilig, weil sie zum Id el Fitr Fest am Ende des Ramadan zu Hause sein wollten. Doch 45 km vor Bawiti brach das Fahrzeug zusammen, zwei Tage vor Id. An baldigen Ersatz war nicht zu denken. Die Besatzung beschloss, die letzte Strecke zu marschieren. Und es gelang: Nach zwei Tag- und Nachtmärschen, in denen man sich an den Sternen orientierte, konnte der junge Student zu Beginn des Festes an die Tür der erstaunten Eltern klopfen.

Bei einem anderen Breakdown in der Nähe von Kairo musste man so lange auf Entlastung aus der misslichen Lage warten, dass die Ferien nicht mehr für die Heimfahrt ausreichten, sondern die Studenten umkehren und zurück zum College fahren mussten.

Alle Texte Wil Tondok, Titelfoto Christa Epe.