»You feel free in Australia. And so you do. There is a great relief in the atmosphere, a relief from tension, from pressure. [...] The sky is open above you, and the air is open around you. Not the old closing-in of Europe.«
D. H. Lawrence

Australien
Commonwealth of Australia

19:58 h | 22 °C

Einwohnerzahl
23.131.000

Bevölkerungsdichte
3 pro km²

Fläche
7.692.030 km² (Weltrang 6)

Hauptstadt
Canberra

Staatsform
Parlamentarische Monarchie

Hauptsprachen
Englisch

Währung
Australischer Dollar (AUD)

Nationalfeiertag
26. Januar

Internationaler Tourismus
34.130.000.000 (Einnahmen, US $)

Flugdauer
16.441,50 km ≈ 20 Std.

Flachster Kontinent
300 m Durchschnittshöhe

Giftige Schlangen
21 der 25 weltweit giftigsten Schlangenarten

Fischarten
Ca. 3500

Zweitgrößter Vogel der Welt
Emu, 1,80 m

Box Jellyfish
5000 Stechzellen

Küstenlinie
Ca. 36.700 km

Längste gerade befestigte Straße
146,6 km

UNESCO Welterbe
16 Naturschönheiten

Flughäfen
480 (Weltrang 16)

Eisenbahnlinie
38,445 km (Weltrang 7)

Größtes Korallen-Riff der Erde
Great Barrier Reef (2.900 Einzelriffe), ca. 347.800 km²

Anzahl Kängurus
Ca. 57 Mio. ≈ 3x so viele Kängurus wie Einwohner

Weltweit größter Kohle-Exporteur
29% des globalen Kohle-Exports

Tiere

© Jana Marie Eggebrecht

Australien hat eine einzigartige und spannende Tierwelt zu bieten. Viele Tierarten sind endemisch, das heißt, sie kommen nur auf dem australischen Kontinent vor.

Das größte fleischfressende Säugetier ist der Dingo, eine wilde Hundeart. Weitere, nur in Australien lebende Fleischfresser sind der Ameisenbeutler (Numbat) und der Tasmanische Teufel.

Bekannt ist Australien vor allem auch für seine Beuteltiere, von denen mehr als 140 Arten auf dem Kontinent leben, allen voran Kängurus, Wallabys, Koalas und Wombats. Auch die Gruppe der Eier legenden Säugetiere (Kloakentiere) ist nur in Ozeanien beheimatet. Berühmte Vertreter sind das Schnabeltier und der Ameisenigel (Echidna).

Ebenfalls ein typischer Vertreter Australiens ist der Laufvogel Emu, der die größte der zahlreichen in Australien lebenden Vogelarten ist. Es gibt außerdem auch viele Papageienarten, Pinguine und den Kookaburra (auch bekannt unter dem Namen Lachender Hans).

Auch im Meer hat Australien eine artenreiche Tierwelt zu bieten: Wale, Haie, Robben, Delfine sowie viele Fischarten, darunter auch der Clownfisch. Oft hört man auch von den vielen gefährlichen und giftigen Tieren in Australien. 21 der 25 weltweit giftigsten Schlangenarten sind dort heimisch und selbst einige Spinnenarten stellen eine lebensgefährliche Bedrohung dar.

Natur

Der Kontinent Australien hat eine ungemein große Bandbreite an klimatischen Verhältnissen zu bieten. Diese reicht vom tropischen bis zum subalpinen Klima. Es gibt Wüsten, Regenwald, Wälder der gemäßigten Zone, hohe Berge, aber vorwiegend endlos flache Landschaften mit eingestreuten Felsformationen. Australien ist der flachste Kontinent der Welt und abgesehen von der Antarktis auch der trockenste, auch wenn es Regionen gibt, die durchaus 1200 mm jährlichen Niederschlag verzeichnen können.

Diese besondere geografische und klimatische Lage ließ auf dem australischen Kontinent Pflanzen- und Tierarten überleben, die auf anderen Kontinenten ausstarben. Andererseits entstanden neue einzigartige Pflanzen- und Tierarten, die nirgends sonst auf der Welt existieren wie der Monokultur-Wald mit über 700 Arten von Eucalyptus, ca. 750 Arten von Acacia und ca. 100 Arten an Beuteltieren.

Essen

© Jana Marie Eggebrecht

Britische Einflüsse sind in der australischen Küche nach wie vor deutlich zu erkennen. So werden nach wie vor gern pies (Teigtaschen mit Fleischfüllung) und viel Fleisch mit Gemüse gegessen.

Allerdings haben im 20. Jahrhundert besonders die zahlreichen asiatischen (vor allem chinesischen, thailändischen und vietnamesischen), griechischen und italienischen Einwanderer die Landesküche stark beeinflusst und bereichert. Dadurch, dass viele Zutaten für die Küche das ganze Jahr über frisch zur Verfügung stehen, werden beispielsweise auch oft und gern Fisch und Meeresfrüchte gegessen und es wird viel Obst und Gemüse verarbeitet.

Reisezeit

Grundsätzlich kann Australien ganzjährig bereist werden, jedoch ist die ideale Reisezeit immer von der Klimazone abhängig. An der Nordküste herrscht tropisches Klima mit starken Trocken- und Regenzeiten. Weiter südlich in der gemäßigten Zone sind die einzelnen Jahreszeiten ausgeprägter, während an der Ostküste subtropisches Klima vorherrscht. Das Landesinnere besteht hauptsächlich aus Grasland und Wüste.

Da sich Australien auf der südlichen Hälfte der Erdkugel befindet, sind die Jahreszeiten dort genau entgegengesetzt zu denen in Europa. D. h., wenn bei uns Frühling herrscht ist in Australien Herbst, ist bei uns Sommer ist dort Winter. Als Faustregel kann man sagen, dass klimabedingt die beste Reisezeit für den Süden der Sommer ist (September bis April). Der tropische Norden und das Outback im Zentrum bereist man am besten in der Trockenzeit bzw. im Winter (Mai bis Oktober).

Aktuelle Wettervorhersagen findet man unter www.bom.gov.au (Bureau of Meteorology).

Religion

26% Katholiken, 19% Anglikaner, 6% Uniting Church, 3% Presbyterianer, 11% andere Christen, 2% Buddhisten, 2% Muslime, 1% Hindus, 0,4% Juden, indigene Religionen; 30% religionslos/ohne Angaben

Australian Slang

My English is no good. – Ich spreche nicht gut Englisch.

Aussie – Australisch, Australier

Barbie – Grill, Barbecue

No worries! – Keine Ursache!

Surf’n’ turf – Steak und Krabben

It’s about one/two stubbies away. – Es ist etwa ein/zwei Bierflaschen entfernt.

I’m having a really blonde day. – Ich habe einen richtig blonden Tag. Ich bin heute nicht gerade helle.

You (little) bewdy! – Das war eine tolle Sache!

 

Kauderwelsch Australian Slang, Band 48

Dos and Dont's
  • Aboriginals: Will man Aboriginals fotografieren oder filmen sollte man sie aus Respekt zuvor ausdrücklich um Erlaubnis fragen. Augenkontakt mit Aboriginals sollte insbesondere bei älteren Menschen vermieden werden. Damit bezeugt man seinen Respekt.
    Beim Besuch von Aboriginal-Sehenswürdigkeiten sollte man auf Hinweisschilder achten, denn nicht in allen Kultstätten ist der Zutritt von Besuchern gestattet, die keine Aboriginals sind.
  • Alkohol: In Australien gilt in vielen Parks, an Strandpromenaden und an öffentlichen Plätzen in der Innenstadt ein Alkoholverbot.
  • Anrede: In der Regel werden alle Personen mit ihrem Vornamen angesprochen, auch wenn es sich dabei um den Chef oder einen Bankangestellten handelt. Kennt man den Namen nicht und die Person trägt kein Namensschild, kann man sie mit mate (Kumpel) ansprechen. Man muss sich insbesondere als Frau nicht darüber wundern, dass man von Verkaufspersonal u. U. mit dear, love, darling oder sweetie angesprochen wird. Das ist nicht als Anmache zu verstehen.
  • Autofahren: In Australien herrscht Linksverkehr, aber daran und an das Schalten mit der linken Hand gewöhnt man sich schnell. Besondere Vorsicht gilt jedoch bei einigen andersartigen Gefahren. Bei Morgen- und Abenddämmerung kann es vorkommen, dass am Stadtrand Kängurus vors Auto springen. Morgens und abends ist es daher ratsam langsamer zu fahren. Die Abstände zwischen den einzelnen Bundesstaaten und den Städten in Australien sind enorm, dennoch darf man auf der Autobahn maximal 110 km/h fahren (im Northern Territory 130 km/h, auf den Durchgangsstraßen in den Städten oft maximal 60 km/h). Die Bußgelder für zu schnelles Fahren sind extrem hoch, also sollte man nicht schneller fahren als erlaubt.
  • Begrüßung und Verabschiedung: Zur Begrüßung von Bekannten oder Fremden sagt man in der Regel „Hi, how are you going?“ („Halllo, wie geht’s?“), beim Abschied sagt man in der Regel „Bye, see you!“ („Tschüss, bis dann!“). Der Gesprächspartner wird dabei in der Regel nicht berührt. Ist eine der am Gespräch teilnehmenden Personen eine Frau und ist man gut befreundet, dann gibt man sich dabei ein Küsschen auf die Wange. Sind beide Gesprächsteilnehmer Männer, klopfen sie sich eventuell beim Abschied gegenseitig auf die Schultern. Unter Geschäftspartnern verabschiedet man sich hingegen per Handschlag.
  • BYO („Bring Your Own“): Wird bei Einladungen um BYO gebeten, sollte man die alkoholischen Getränke, die man konsumieren möchte, selbst mitbringen. Erwartet man, dass Sie bei einer Einladung ein Gericht mitbringen, nennt sich das „Bring a Plate“ („Bring einen Teller“). So manches Café oder Restaurant hat auch ein Schild, auf dem BYO steht. Man darf dann Wein selbst mitbringen, der durch die Bedienung geöffnet und in die vorhandenen Weingläser eingeschenkt wird. In der Regel wird für diesen Service jedoch eine corkage fee (Korkengeld) fällig.
Exkurs: Auf dem Land der Aboriginals

Einen nicht-indigenen Australier kann man als Reisender schon mal leicht persönlich kennenlernen, aber die Zahl der Aboriginals, denen man überhaupt begegnet, ist sehr gering und die Situationen sind sehr speziell. In jedem Fall sollte man vor allem im Outback bei einer Begegnung mit Aboriginals und Torres Strait Islandern nachfolgende Regeln im Hinterkopf behalten, die auch der australische öffentlich-rechtliche TV- und Radiosender „ABC“ als Richtlinien für recherchierende Journalisten empfiehlt.

  1. Seit 1993 der Native Title Act (Gesetz über Rechtsansprüche der Ureinwohner) auf nationaler Ebene unterzeichnet wurde, dürfen die Aboriginals eigenes Land verwalten, in South Australia sogar schon seit 1966, im Northern Territory seit 1976. Seitdem müssen die Bergwerksbetreiber für die Ausbeutung von Bodenschätzen auf dem Land der Aboriginals den jeweiligen indigenen Communities Gebühren zahlen. Im Outback Australiens gibt es große, scheinbar gottverlassene Landstriche, die im Besitz der Aboriginals sind und die Sie folgerichtig als Reisender nicht ohne Genehmigung betreten. Das gilt nicht für die Highways wie den Stuart Highway, die quer durch das Land führen, wohl aber für jede Nebenstraße und Schotterpiste, die auf Aboriginal-Land führt. Dies wird aber auf allen Straßenkarten sowie auch durch Warnschilder deutlich ausgewiesen.
  2. Dort wo das Land zwar den Aboriginals gehört, aber darauf ein Nationalpark unter Leitung der Regierung geführt wird gilt es, der Kultur der Aboriginals mit dem nötigen Respekt zu begegnen. Die geheimen heiligen oder archäologischen Stätten sind meist als solche ausgewiesen, und die Reisenden werden explizit gebeten, hier nicht darauf herumzutrampeln oder irgendetwas anzufassen. So bittet das indigene Anangu-Volk beim berühmten Monolith Uluru (Ayers Rock) auch ausdrücklich darum, den Berg nicht zu besteigen, auch wenn dies von der Regierung gestattet wird. An den heiligen Stätten sollte man auch keine Pflanzen, Tiere, Felsen, Wasserlöcher, Erde etc. berühren. Das könnte die heiligen Stätten beschädigen oder die Landschaft schänden, die die Kraft der Ahnen der Aboriginals beherbergt.
  3. Das indigene Land ist außerdem in der Regel eine dry zone, was bedeutet, dass es verboten ist, Alkohol innerhalb dieser Grenzen zu transportieren, geschweige denn zu konsumieren, zu verkaufen oder auch nur zu verschenken. Selbiges gilt selbstverständlich für die allerorts illegalen Drogen.
  4. Man sollte überdies wissen, dass sich die Aboriginals selbst mit dem jeweiligen genauen Namen ihres Volkes betiteln und nicht mit der äußerst nichtssagenden Bezeichnung Aborigines oder Aboriginals, was allerhöchstens solchen allgemeinen Klassifizierungen wie „Schwarze“ gleichkommt. Nur wenn sich die indigenen Völker kollektiv von den Weißen abgrenzen wollen, benutzen sie die Begriffe Aborigines oder Aboriginals, wobei sie Aboriginals bevorzugen.
  5. Kommt man tatsächlich mit Aboriginals in den Outback Communities in Kontakt, sollte man niemanden ungefragt ansprechen, geschweige denn persönliche Fragen stellen. Auch Begrüßungsrituale gibt es traditionell nicht bei den indigenen Völkern. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Gruß nicht erwidert wird. Jede Art von Körperkontakt, auch ein freundliches Klopfen auf die Schulter, ist nicht gebräuchlich und wird als unangemessen empfunden. Ein Gruß per Handschlag ist nur akzeptabel, wenn er von dem Aboriginal ausgeht. Man sollte auch nicht mit den Händen gestikulieren, um eine Richtung anzugeben, dies gilt als sehr respektlos.
  6. Fotografieren von Personen ist überall auf der Welt ein heikles Thema. Sie mögen es ja auch nicht, wenn man Sie ungefragt fotografiert. Auch hier gilt es, sich möglichst respektvoll zu verhalten  und vorab höflich zu fragen, ob eine Aufnahme gestattet ist. Wer von den Aufnahmen etwas veröffentlichen möchte, muss sogar den Dienstweg beschreiten und eine schriftliche Genehmigung einholen.
  7. Fährt man nach Dunkelheitseinbruch durch eine indigene Siedlung, sollte man die Scheinwerfer dimmen und mit gedrosseltem Tempo fahren, so als ob Sie Ihr Baby nicht wecken wollen, das gerade eingeschlafen ist.

Auszug aus dem Kulturschock Australien

Alle Texte aus dem KulturSchock Australien von Elfi H. M. Gilissen und dem Reiseführer Reisen und Jobben in Australien von Andrea Buchspieß.

Titelbild von: Jana Marie Eggebrecht