»Optimisten wandeln auf der Wolke, unter der die anderen Trübsal blasen.«
(Charles Joseph Fürst de Ligne)

Belgien

Koninkrijk België
Royaume de Belgique
Königreich Belgien

07:38 h | 11 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
11.225.000 (Weltrang 77)

Bevölkerungsdichte
345 Einw. pro km²

Fläche
32.545 km² (137)

Hauptstadt
Brüssel

Staatsform
konstitutionelle Erbmonarchie

Hauptsprachen
Niederländisch, Französisch, Deutsch

Währung
Euro

Unabhängigkeit
1830

Nationalfeiertag
21.7.

Internationale Ankünfte/Touristen
7.684.000

Flugdauer
317 km ≈ 45 Min.

Entfernung über Land
396 km

Nachbarländer
4 (FR, L, D, NL)

Verwaltungsgliederung
3 Regionen und 3 Gemeinschaften

Längster Fluss
Schelde (207 km)

Küstenlänge
≈ 67 km

Höchste Erhebung
Signal de Botrange (694 m)

Waldfläche
≈ 25%

Größte Frachthäfen Europas
Antwerpen (Platz 2)

Urbanisierungsgrad
≈ 95%

Nationalsport
Radfahren

Dies und Das

Natur

Obwohl Belgien eines der kleineren Länder Europas ist, gibt es trotzdem eine Vielzahl an schönen Orten zu entdecken. Hauptsächlich im Süden und Osten ist das Land bewaldet und hügelig. Dort befindet sich auch mit dem Signal de Botrange der höchste Berg Belgiens, der im Hohen Venn liegt. Und auch der einzige Nationalpark Belgiens, der Nationalpark Hoge Kempen, befindet sich in dieser Region. Das Zentrum des Landes und der Westen, samt der Küste, ist in der Regel flach und beherbergt die größten Städte das Landes. Viele Touristen bereisen Belgien wegen ihrer einzigartigen Städte, sodass die hügeligen Gegenden und die Strandabschnitte häufig noch Ruhe und Abgeschiedenheit bieten.

© Günter Schenk

Tiere

Die Fauna Belgiens ist typisch mitteleuropäisch geprägt und unterscheidet sich nicht groß von der deutschen Tierwelt. In den Wäldern trifft man Säugetiere an, die einem sehr bekannt vorkommen. Igel, Fuchs, Hase, Wildschwein, Reh, Dachs, Iltis und Marder tummeln sich auch in Belgien.
Trotzdem gibt es einige Tierarten, hauptsächlich der Gattung der Vögel angehörend, die man nicht in Belgien erwarten würde. Einige Vertreter sind Zugvögel, wie die Englische Heringsmöwe oder der Amerikanische Graureiher, andere sind dauerhaft in Belgien beheimatet, wie das Birkhuhn oder der Schwarzhalstaucher.

Essen

Der größte Kassenschlager und wohl das bekannteste belgische Essen ist ein Kartoffelprodukt. Unter Kindern in der Regel sehr beliebt, gibt es in Belgien Leute jeden Alters, die, als Beilage im Restaurant oder zum Snacken in der Pause, Pommes frites wählen. Weltweit sind die belgischen Pommes hoch angesehen. Auch in Deutschland rühmen sich die Pommesverkäufer mit belgischen Produkten, um ihre Qualität zu verdeutlichen. Die Wahl von Kartoffelsorte, Frittierfett, Frittierdauer ... geben den Pommes den letzten Schliff und somit kann man an beinah jeder Ecke Belgiens in den Genuss der perfektionierten Kartoffelspeise kommen. Natürlich gibt es auch eine riesige Auswahl an Saucen, die alle strenger Geheimhaltung unterliegen, um den Pommes noch das i-Tüpfelchen zu verpassen.

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Keineswegs ist die belgische Küche jedoch als einfach oder unkreativ zu bezeichnen. Es gibt regionale Unterschiede zwischen flämischer und wallonischer Küche, doch in ganz Belgien gilt: gutes Essen ist viel wert. Während einige Menschen als Kulturprogramm in die Oper gehen, wird man in Belgien vermehrt Leute treffen, die chic essen gehen. In den Städten gibt es viele ausgezeichnete und prämierte Restaurants und einige Sterneköche haben sich in Belgien niedergelassen. In Brüssel gibt es beispielsweise mehr Sterneköche als in Rom, einer Stadt, die beinah drei mal so viele Einwohner besitzt.

© Günter Schenk

Reisezeit

Eine Reise nach Belgien ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert! Im Winter gibt es selten Frost und im Sommer ist es meistens ein paar Grad kühler als in Deutschland, aber immernoch ausreichend warm. Jedoch sollte man auch immer Regenkleidung im Gepäck haben, denn im Winter wie im Sommer gibt es – statistisch gesehen – einige Regentage. Wenn man den besonderen Reiz der Städte in Belgien erleben möchte, sollte man jedoch die Hauptreisezeit vermeiden. Dann sind die Städte teilweise überfüllt und der Ausflug könnte weniger schön als erwartet sein. Ein Tipp sind die vielen Feste die es in Belgien, vermehrt in den Monaten von April bis September, gibt, die häufig einen lohnenswerten Kurztrip rechfertigen.

Religion

Belgien ist historisch durch den Katholizismus geprägt. Es überrascht also auch nicht, dass die römisch-katholische Kirche die größte Glaubensgemeinschaft stellt. Ungefähr 75% des Landes gehören dieser Kirche an, wenn auch nur ein kleiner Teil davon den Glauben praktiziert.
Weitere Glaubensrichtungen, die in Belgien vertreten sind, sind der Islam, das Judentum, die orthodoxe Kirche und die anglikanische Kirche. Außerdem gibt es auch eine recht große Anzahl an Atheisten.

Tipps

Wörter die weiterhelfen (französisch)

oui       ja

non      nein

merci    danke

s’il vous plaît    bitte

Salut!   Hallo!

Salut!   Tschüss!

Bonjour!           Guten Tag!

Bonsoir!           Guten Abend!

Au revoir!         Auf Wiedersehen!

Pardon! / Excusez-moi!            Entschuldigung!

Wörter die weiterhelfen (flämisch und niederländisch)

niederländisch

flämisch

deutsch

ja

jaa

ja

nee

nee

nein

dank u

dank ü

danke (geduzt)

dank je wel

dank jè wäl

danke (gesiezt)

alsjeblieft

aßjèblieft

bitte (geduzt)

alstublieft

aßtüblieft

bitte (gesiezt)

Graag gedaan

chraach chèdaan

Keine Ursache/ Gern geschehen

Dankjewel, hetzelfde!

 dankjèwäl, hètsälfdè

Danke gleichfalls! (geduzt)

Goedemorgen!/Goededag!

chujèmorchèn/chujèdach

Guten Morgen/Tag!

Goedenavond!

chujènaavènd

Guten Abend!

Welterusten!

wälltèrößtèn

Gute Nacht!

Welkom!

wällkomm

Willkommen!

Hallo!/Hoi!

hallo/hoj

Hallo!

Doei!

duj

Tschüss!

Tot ziens!

tott sienß

Auf Wiedersehen!

Tot gauw

tot chauw

Bis bald.

Eet smakelijk!

eet ßmaakèlèk

Guten Appetit!

Proost!

prooßt

Prost!

Sorry!

ßorrie

Entschuldigung!

Het spijt me.

hèt ßpäjt mè.

Es tut mir Leid.

Is niet erg./Is Okee.

iß niet ärch./iß okee.

Macht nichts!

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.auswaertiges-amt.de/Laenderinformation/Belgien

Fremdenverkehrsamt: www.visitflanders.com/de (Flandern) | www.belgien-tourismus.de (Wallonien)

Deutsche Botschaft: www.bruessel.diplo.de

Belgische Botschaft: germany.diplomatie.belgium.be/de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Vorbei sind die Zeiten, als Belgiens liberales Drogengesetz den Konsum von Cannabis erlaubte. Heute ist der Marihuana- ebenso wie der Handel mit anderen weichen und harten Drogen verboten.
Belgiens Kellnerinnen und Kellner sind es gewohnt, an jeden Tisch nur eine Rechnung zu bringen. Daher sollte einer aus der Runde die gesamte Rechnung übernehmen, anschließend kann man sie untereinander aufschlüsseln.
Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld, freuen sich aber, wenn man den Endpreis aufrundet. In Lokalen ist in der Regel bereits ein Bedienungszuschlag im Preis inbegriffen. Trotzdem kann man, wenn man besonders zufrieden war, rund 10 % dazugeben. Auch Dienstboten, Zimmermädchen und Toilettenpersonal freuen sich, wenn man ihre Arbeit mit einem angemessenen Trinkgeld würdigt.

Exkurs: Gute Fritten wandern zweimal ins Fett

Sie gelten als die besten der Welt, die belgischen Pommes frites, und es soll Menschen geben, die allein deshalb nach Brüssel reisen, weil hier die Meister der „Frittenfertigung“ zu Hause sind. Tag für Tag stillen sie den Hunger der Einheimischen und zunehmend auch der Touristen. Jede fünfte Mahlzeit, die die Belgier außer Haus einnehmen, besteht aus Pommes frites, wollen Statistiker herausgefunden haben. Dutzende Soßen, deren Rezepte sorgsam gehütet werden, lassen die Kartoffelstückchen besonders munden, vom Klassiker Mayonnaise bis zu schärfsten Exoten.
Pommes werden in Belgien häufig nicht nur einmal, sondern zweimal gebacken, dazu braucht man aber besonders gute, rohe Kartoffeln. Die ideale Sorte, auf die viele Frittenmacher schwören, heißt Bintje. In der Regel werden die Kartoffeln in Stäbchen mit zehn bis zwölf Millimetern Kantenbreite geschnitten und bevor sie erstmals in die Fritteuse kommen, nehmen sie meist noch ein Bad im kalten Wasser, das ihnen überschüssige Kartoffelstärke entziehen soll. Für den ersten Frittiervorgang wird das Fett auf 120 bis maximal 140 Grad erhitzt. Beginnen sie an der Oberfläche leicht zu brodeln, nimmt man sie vorsichtig aus dem Fett und lässt sie gründlich abtropfen. Großzügig ausgebreitet, kühlen die Fritten mindestens eine halbe Stunde lang aus, ehe sie erneut in die Friteuse wandern. In dem mit 180 Grad nun deutlich heißeren Fett lässt man die vorfrittierten Pommes drei bis vier Minuten knusprig werden. Gute Frittenmacher wechseln das Fett in den Fritteusen täglich.
Traditionell werden die Fritten in Papiertüten, den sogenannten Cornets, serviert, allerdings haben sie von Papp- und Plastikschalen inzwischen Konkurrenz bekommen. Kaum verändert hat sich die Gewohnheit, die Fritten mit den Fingern zu essen. Wer das nicht mag, greift auf kleine Gabeln zurück, das einzige Essbesteck, das man in den Pommesbuden kennt. Wer seine Soße separat und nicht direkt über die Fritten gekippt haben will, bestellt am besten „à part“, was bedeutet, dass man die Soße in einem separaten Schälchen haben möchte.

Die Europäische Union – Europas Motor

Die Europäische Union ist ein auf vielen, immer wieder erneuerten und fortgeschriebenen Verträgen basierendes Stück sich stets wandelnder Demokratie, für die meisten Menschen aber noch immer ein Buch mit sieben Siegeln, deshalb ein kurzer Rückblick auf ihre Geschichte: 1951 hatten Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande beschlossen, ihre Kohle- und Stahlindustrien gemeinsam zu verwalten. Damit war der Grundstock für die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG) gelegt, der erste Schritt in Richtung einer „Europäischen Union“ getan. 1962 vereinbarte man eine gemeinsame Agrarpolitik, 1968 fielen die Binnenzölle und Länder wie Irland, Dänemark und Großbritannien kamen neu hinzu. 1979 wurde das EU-Parlament erstmals direkt gewählt. Inzwischen gehören 28 Staaten, von Belgien bis Zypern, der Europäischen Union an.
Motor Europas sind der Europäische Rat, die EU-Kommission und das Europäische Parlament, das alle fünf Jahre von den EU-Bürgern gewählt wird. Es ist die Volksvertretung Europas, ein Gremium von rund 750 Männern und Frauen, die für gewöhnlich in Straßburg zusammenkommen, dem Sitz des Parlaments. Seine Ausschüsse und Fraktionen aber tagen in Brüssel, wo auch mehrmals im Jahr kürzere Plenarsitzungen stattfinden.
Der Europäische Rat gibt die politische Richtung Europas vor. Dazu kommt er mindestens zweimal jährlich – meist aber häufiger – in Gestalt der Staats- und Regierungschefs und ihrer Außenminister in Brüssel oder anderswo zusammen. EU-Gipfel heißen diese Treffen der Mitgliedsstaaten.
Wichtigstes Entscheidungsgremium der EU ist der Rat der Europäischen Union, umgangssprachlich auch als Ministerrat bekannt. Er setzt sich aus den Fachvertretern jedes Mitgliedsstaates auf Ministerebene zusammen. Seine halbjährlich wechselnde Präsidentschaft wird jeweils von einem anderen Mitgliedsstaat übernommen und ist bis 2020 festgelegt. Die Interessen der Europäischen Union vertritt die Europäische Kommission, die in Brüssel ihren Sitz hat. Sie bildet ein von allen Mitgliedsstaaten unabhängiges und damit supranationales Organ. Im Moment besteht die Kommission aus 28 Kommissaren, die innerhalb von sechs Monaten nach der Wahl des Europäischen Parlaments vom Rat der Europäischen Union benannt werden. Die Kommission ist befugt, neue gesetzgeberische Maßnahmen vorzuschlagen und trägt dafür Sorge, dass die Politik der EU in den einzelnen Staaten auch ordnungsgemäß umgesetzt wird, was manche Firmen durch millionenschwere Strafen immer wieder zu spüren bekommen. Die Kommission wird deshalb auch oft „Hüterin der Verträge“ genannt.
Umstritten ist die Stellung der Kommission, die nicht von einem Parlament gewählt, sondern nur über die Regierungen der Mitgliedsstaaten legitimiert ist. Das Europäische Parlament hat nur begrenztes Mitspracherecht. Kein Wunder also, dass die Europa- Parlamentarier fast immer auf mehr Einfluss drängen.

„Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen“

Hoch zu Ross inspiziert Napoleon die Front seiner Truppen. Zu Hunderten sind die Soldaten auf den Feldern in Stellung gegangen, ebenso wie auf der anderen Seite die alliierten Truppen, die sich hinter Büschen und Bäumen versteckt halten. Immer wieder donnern Salven über das Gelände, legt Pulverdampf einen Schleier über die Szenerie. Auf Tribünen und Stehplätzen verfolgen Zehntausende das Geschehen, den Kampf der Franzosen gegen die Truppen aus England, Preußen und den Niederlanden. Jedes Jahr Mitte Juni lebt die Schlacht von Waterloo so neu auf, setzen uniformierte Bürger aus vielen Ländern Europas Geschichte in Szene.
Ein Wochenende lang wird Waterloo zum Event. Feldlager, Biwaks, Zeltstädte – für zwei Tage verwandelt sich die Region in ein militärhistorisches Woodstock. Dann lodern die Lagerfeuer, das Fleisch brutzelt auf dem Grill, Trompeten rufen zum Truppenappell, Marketenderinnen nähen fehlende Knöpfe an die Uniform. Musikanten spielen zum Tanz auf. Das alles ist öffentlich, wer will, kann sich zu den Soldaten gesellen und mit ihnen über Geschichte plaudern. Selbst Napoleon und Wellington, die großen militärischen Widersacher, sind hier Gesprächspartner. Und wie anno 1815 sind die Truppen auch untergebracht, die Franzosen im Biwak in Genappe, die alliierten Kämpfer im Schatten des Bauernhofes von Hougoumont.
Reenactment heißt das Spektakel, die Wiederaufführung eines Stückes Weltgeschichte. Alle fünf Jahre wird daran besonders intensiv erinnert und statt ein paar Hundert Kämpfern setzen ein paar Tausend Uniformierte die Schlacht von Waterloo neu in Szene. Mit Ross und Reitern geht es dann in den Kampf, mit Gewehren und Kanonen, die nach historischen Vorbildern gefertigt wurden. Dann kracht und bollert es in den Feldern und ein Sprecher erklärt den Neugierigen am Rand des Schlachtfeldes, was hier einst geschah, als mehr als 70.000 Franzosen 67.000 Deutschen, Briten und Niederländern gegenüberstanden.
Gegen Mittag des 18. Juni 1815 hatten die siegessicheren Franzosen die Front der Alliierten angegriffen. Hin und her wogten die Kämpfe, bei denen sich die Alliierten erst einmal auf die Verteidigung konzentrierten. Immer wieder aber prallten die napoleonischen Attacken ab und bis zum späten Nachmittag waren fast 3000 französische Soldaten in Gefangenschaft geraten.
Gegen 16 Uhr startete die französische Reiterei, unterstützt von lauten Kanonaden, neue Angriffe, von denen die meisten aber an den Karrees der Engländer scheiterten.
Vor allem Englands Militärhistoriker machten diese Formationen für Wellingtons Sieg mit verantwortlich, da sie fast allen französischen Reiterattacken standhielten. Entscheidend für den Ausgang der Schlacht aber wurde schließlich das Erscheinen der Preußen. „Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen“, soll Wellington damals am späten Nachmittag ausgerufen haben, als sein Heer um die Hälfte zusammengeschrumpft war und die Franzosen den Truppen des Herzogs immer dichter auf den Leib rückten. Als die Preußen schließlich gegen Abend mit 45.000 Mann unter Führung Blüchers auf dem Schlachtfeld erschienen, flohen die Truppen Napoleons in Massen. Nur seine Leibgarde bewahrte Haltung. „Die Garde stirbt, aber ergibt sich nicht“, wird ihrem General seitdem als Zitat zugeschrieben. Mit Einbruch der Dunkelheit war das Schicksal Napoleons besiegelt. Zurück blieben Tote und Verwundete, von denen viele in den folgenden Tagen starben.
Wellington und Blücher aber fühlten sich als Sieger und Retter Europas. Waterloo wurde so zur Pilgerstätte und auch zu einem Ort des Gedenkens, den heute viele Dutzend Denkmäler zieren. Wirtshäuser und Hotels spiegeln die touristische Bedeutung des Ortes, der mit der jährlichen Nachstellung der Schlacht auf sich aufmerksam macht. Doch während sich Engländer, Franzosen und Deutsche einst zu Tausenden die Köpfe einschlugen, ist der Kampf heute nur noch ein Spektakel für die Zuschauer auf den Tribünen und die Filmteams aus aller Welt. Tote und Verletzte brauchen sie nicht zu zeigen, dafür napoleonische und preußische Truppen, die angeregt plaudernd gemeinsam vom Kampfplatz schleichen.
Die Biwaks und die Nachstellung der Schlacht finden jährlich am 18. Juni oder dem darauf folgenden Wochenende statt. Um Tribünenplätze sollte man sich möglichst früh bemühen.

Alle Texte aus: CityTrip Brüssel und CityTrip Antwerpen, Brügge, Gent von Günter Schenk. Außerdem von Max Reitmeyer

Uhrzeit und Temperatur: Brüssel

Angaben zur Entfernung: von Frankfurt/Main

Titelbild: © Günter Schenk