Bolivia, un país donde lo auténtico aún existe – Bolivien, ein Land wo die Ursprünglichkeit noch existiert
Bolivianischer Tourismusverband

Bolivien

Bolivia

13:06 h | 8 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
10,5 Millionen

Bevölkerungsdichte
pro km² 9,5 Ew.

Fläche
1,1 Millionen km²

Hauptstadt
Sucre, Regierungssitz: La Paz

Staatsform
Republik, präsidentiales Regierungssystem, Estado Plurinacional de Bolivia

Hauptsprachen
Spanisch, Quechua, Aymara, Guaraní

Währung
Bolivianos

Nationalfeiertag
6. August

Internationale Auskünfte/Touristen
www.bolivia.de

Entfernung von Deutschland
10.344 km

Flugdauer
Reine Flugdauer 15 Stunden. Umsteigen kommt dazu.

Anzahl Ethnien mit eigner Sprache 
36

Höchster Berg
Sajama 6542 m

Anzahl Schmetterlingsarten
3000 und mehr

Anzahl Präsidenten
seit der Unabhängigkeit 1825: 200

Dies und Das

Natur

Bolivien unterteilt sich im Wesentlichen in zwei unterschiedliche Landschaftsräume: das Andenhochland und das Tiefland. Dazwischen liegen die steilen Andenabhänge.

Obwohl Bolivien meist als Andenstaat bezeichnet wird, nimmt das Hochland tatsächlich nur etwa ein Drittel der Landesfläche ein. Etwa ein Drittel Boliviens wird von den Anden eingenommen. Im Südwesten des Landes liegt der Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Welt. Zwischen den östlichen und westlichen Andenketten, den Kordilleren, erstreckt sich das Hochlandbecken des Altiplano mit einer Durchschnittshöhe von etwa 3500 Metern.

An ihrem Ostrand fallen die Anden über Bergnebelwälder in das Tiefland ab, das etwa zwei Drittel der Landesfläche einnimmt und sich in verschiedene Regionen aufteilt: Der Nordosten des Tieflandes ist Teil des Amazonasbeckens. Hier in diesem dünn besiedelten, abgelegenen Landstrich ist im Vergleich zum Nachbarland Brasilien noch viel vom ursprünglichen Regenwald erhalten geblieben. 

Weiter südlich erstrecken sich die Pampas. Diese weiten Grasebenen eignen sich während der Trockenzeit hervorragend für die Viehzucht.

Tiere

Im Hochland haben vier Kleinkamel-Arten ihren Lebensraum. Ob es sich dabei um ein Lama, Alpaka, Guanuco oder gar ein Vicuña handelt, ist für den Laien nicht immer gleich zu erkennen.      In den Lagunen stelzen seltene Flamingos durch das seichte Wasser, und die schnatternden Andengänse locken Andenfüchse an. Kondore sieht man nur selten aus nächster Nähe, sie haben sich tief in die Berge zurückgezogen. Diese mächtigen Vögel zählen mit bis zu drei Metern Flügelspannweite zu den größten überhaupt.

Im Amazonasgebiet begegnet man neben riesigen Insekten einer Fülle von Vogelarten, die bekanntesten sind Papageien, Aras, Tukane und Stärlinge, deren Nester keulenförmig an den Bäumen hängen. Berühmt-berüchtigt sind die Pirañas. Es gibt unzählige Gattungen, doch nur wenige sind angriffslustig. Andere Flussbewohner sind die Mohren- und Brillenkaimane und rosafarbene Flussdelfine.  Unter Verletzung des Artenschutzabkommens werden beide Arten allmählich ausgerottet.

© Helmut Hermann

Essen

Die Küche ist in Bolivien eher bodenständig als raffiniert. Die Gerichte sind deftig und geben körperlich hart arbeitenden Menschen die nötige Energie, wie zum Beispiel die Quinoa. Das „Korn der Inka“ wächst auf dem Altiplano und kommt mit sehr wenig Wasser aus. Es enthält viele Proteine und diente schon den Stafettenläufern der Inka als Proviant.

Die Anden sind die Heimat der Kartoffel. Sie kommt hier in über 3000 Sorten vor. Schon auf einem einfachen Wochenmarkt finden sich mindestens 50 verschiedene Varianten mit jeweils unterschiedlichen Farben, Formen, Größen und Geschmacksrichtungen.

Reisezeit

Für die Andenregionen ist die ideale Reisezeit April bis Oktober. Im bolivianischen Winter ist es zwar in der Höhe, vor allem nachts, bitterkalt, aber dafür regnet es so gut wie nie, die Tage sind klar und trocken. Aber auch während der Regenzeit von November bis April kann man gut im Hochland reisen. Es ist weniger kalt und regnet nicht täglich und auch nur für ein paar Stunden, und der leichte Grünschimmer, der sich über das Land legt, ist wunderschön. Im Tiefland ist es das ganze Jahr über tropisch heiß. Hier kann die Regenzeit allerdings zu einem echten Problem werden, denn die im Tiefland oft sehr heftigen Regenfälle überschwemmen oft ganze Landstriche.

Religion

Mit den spanischen Konquistadoren kam auch die katholische Kirche ins Land und mit der territorialen Eroberung fand zugleich die geistige Unterwerfung statt. Doch der mit Gewalt aufgezwungene christliche Glaube vermochte nicht, den Glauben an die alten Götter völlig auszulöschen. So fanden viele der prähispanischen Glaubenselemente und Göttervorstellungen Eingang in den andinen Katholizismus. Entstanden ist so ein christlich-animistischer Mischglaube, in dem oft noch Magie und Geistergläubigkeit eine Rolle spielen. Im Mittelpunkt des Alltagsglaubens stehen die Patronatsfesttage der Kirchenheiligen, die aber meist eine Doppelbedeutung haben und auch alten Gottheiten huldigen. Während der eigentlich christlichen Feste werden gleichzeitig alte Rituale und Opfer zelebriert. 80 Prozent der Bolivianer bekennen sich heute zu diesem andinen Katholizismus, mit dem die katholische Kirche in Rom nicht wirklich glücklich ist.

Streiks und Unruhen

 „Bolivien ist das einzige Land der Welt, das jedem Touristen mindestens einen Streik oder eine Straßensperre pro Reise garantieren kann“, sagen die Bolivianer und meinen das nur halb im Scherz. Tatsächlich ist Bolivien ein unruhiges Land, es kommt immer wieder zu Generalstreiks (spanisch: huelga general oder huelga total) und Ausnahmezuständen (estado de sitio), während denen auch Ausgangssperren (toque de queda) verhängt werden können. Oft riegeln dann Straßensperren (bloqueos) einzelne Städte ab oder legen gar ganze Landstriche lahm. Touristen sind nicht das Ziel dieser Aktionen, werden jedoch in Mitleidenschaft gezogen, weil es dann oft unmöglich ist, sein Ziel in der geplanten Zeit zu erreichen oder Reisepläne umgestellt werden müssen. Die Streiks werden meistens für 24 Stunden angesetzt, um eine bestimmte Forderung durchzusetzen und dauern je nach Verhandlungsergebnis kürzer oder länger. Immerhin werden Streiks und Straßenblockaden immer ein paar Tage vorher angekündigt, so dass man in der Regel noch Zeit hat, sich auf den Weg zu machen. Dennoch empfiehlt es sich, ein zeitliches Sicherheitspolster zu lassen und nicht auf den letzten Drücker in der Stadt ankommen zu wollen, von der aus der Rückflug nach Deutschland geplant ist.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

si  –  ja

no  –  nein

por favor  –  bitte (bei Fragen/Bitten)

gracias  –  Danke!

muchas gracias  –  vielen Dank

De nada  –  keine Ursache

Buenas dias!  –  Guten Tag! ( vormittags)

Buenas tardes!  –  Guten Tag (nachmittags)

Buenas noches!  –  Gute Nacht!

Bienvenido!  –  Herzlich willkommen!

Aus Kauderwelsch Spanisch für Bolivien Band 198 /produkte/kauderwelsch-wort-fuer-wort/spanisch-fuer-bolivien-wort-fuer-wort-349

 

 

 

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum Für die Einreise nach Bolivien genügt für Europäer der Reisepass, der noch sechs Monate über das Einreisedatum hinaus gültig sein sollte. Europäer dürfen sich pro Jahr bis zu 90 Tage im Land ohne Visum aufhalten.

Fremdenverkehrsamt www.bolivia.de

Deutsche Botschaft Avenida Arce 2395, La Paz, Tel. 244-0066, www.la-paz.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

In Bolivien gibt es keinen speziellen Verhaltenskodex, der dazu führen könnte, dass man ständig Gefahr läuft, ins Fettnäpfchen zu treten. Wer sich einfach höflich und freundlich verhält, macht automatisch alles richtig.

Zum höflichen Verhalten gehört auch, Menschen nicht ungefragt zu fotografieren. Indígenas als indios oder cholos zu bezeichnen, kann beleidigend sein. Beide Begriffe werden von der Oberschicht meist in abfälliger Weise verwendet.

Freundlichkeit und vor allem Geduld sind dann gefragt, wenn manche Dinge länger dauern, als man es aus Europa gewohnt ist. Die Frage, ob man bettelnden Kindern etwas geben sollte, stellt sich in Bolivien ebenso wie in allen anderen Ländern der Dritten Welt. Dabei gilt der Grundsatz: einem hungrigen Kind etwas zu Essen zu kaufen, ist nie verkehrt, aber Geld sollte man ihm nicht geben, denn es wird nicht zur Schule gehen, wenn es mit Betteln gut verdient. Anders ist es bei alten oder behinderten Menschen, sie sind oft auf Almosen angewiesen.

Exkurs Pachamama

Ob die Ernte gut ausfällt, die Viehzucht gelingt und die Familie gesund bleibt, hängt vom Segen Pachamamas, der Mutter Erde, ab. Dieser Glaube ist in der andinen Bevölkerung bis heute erhalten geblieben. Bevor ein Bauer das Feld bestellt, bittet er mit traditionellen Riten und Opfergaben die Mutter Erde um Verzeihung für die Verletzungen, die er ihr zufügen wird. In aufwendigen Zeremonien gehen die Bauern mit Fackeln eine ganze Nacht auf ihrem Feld umher, streuen Cocablätter aus, vergraben Lamaföten und verbrennen das, was sie sich an materiellen Gütern wünschen in Form von Miniaturen aus Zucker. Die Gaben sind Ausdruck höchster Achtung und gleichzeitig ein Handel: Soll Pachamama ihren Segen geben, so muss gut für sie gesorgt werden, denn sie ist nicht gnädig, sondern gerecht. Dabei sind über die Jahrhunderte Pachamama und die Jesusmutter miteinander verschmolzen. So heißt es im Glaubensbekenntnis der Aymara: „Ich glaube an María, welche die Mutter aller Menschen ist, was auch für Pachamama gilt.«

Alle Texte aus: Bolivien kompakt von Katharina Nickoleit

Titelfoto: Christian Nusch