As a small country, both in size and population, our future hinges on the quality of our people.
Sultan Hassanal Bolkiah

Brunei
Negara Brunei Darussalam
Sultanat Brunei Darussalam

08:29 h | 28 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
418 000

Bevölkerungsdichte
71 pro km²

Fläche
5765 km² (Weltrang 164)

Hauptstadt
Bandar Seri Begawan

Staatsform
Absolute Monarchie

 

Hauptsprachen
Malaiisch

Währung
Brunei-Dollar (BR$)

Nationalfeiertag
23.02.

Internationale Ankünfte
242.000

Flugdauer
10.727,82 km ≈ 13 Std.

 

Entfernung über Land
17.251 km

Anzahl Zimmer des Sultanspalastes
1800

Anzahl Luxuswagen in Sammlung der Sultansfamilie
300

Verkehrsnetz
2.819 km Straße,

 

Dies und Das

Natur

Mit nur gerade 5765 km² Fläche ist Brunei gerade mal doppelt so groß wie das Saarland und zählt damit zu den kleinsten Staaten der Erde.

Eine 160 km lange Küste, aus Sandbänken und Mangrovendickicht bestehend, grenzt Brunei zum Norden vom Südchinesischen Meer ab. Während der Küstenstreifen flach ist, wird das Hinterland zunehmend hügelig. Die höchste Erhebung Bruneis ist der Bukit Pagon im Distrikt Temburong mit 1850 m ü.M. Bis vor kurzer Zeit waren noch rund drei Viertel der Fläche Bruneis mit tropischem Regenwald bedeckt, weil das Ölgeschäft die Abholzung unbedeutend machte. Im Zuge eines Regierungsprogramms, das den Grad der Selbstversorgung mit Reis erhöhen will, wird nun aber Wald zur landwirtschaftlichen Nutzung gerodet. Zudem muss der Regenwald angesichts des schnellen Bevölkerungswachstums für Wohnungsbauprojekte Platz machen.

Dennoch gibt es in Brunei keine großflächigen Kahlschläge wie in Sarawak und Sabah, und das Sultanat rodet keinen Regenwald für Palmölplantagen, wie dies in Malaysia und Indonesien der Fall ist. Brunei verfügt in Temburong über einen der besterhaltenen Regenwälder Borneos. Das Sultanat finanziert Forschungen und unterstützt die internationale Heart of Borneo-Initiative zum Schutz der Regenwälder.

Tiere

Die seltenen Nasenaffen (der Name rührt vom übergroßen Riechorgan der geschlechtsreifen Männchen) leben nur in den Mangrovenwäldern an den Küsten Borneos und sind durch Umweltzerstörung heute stark gefährdet. In Brunei lebt eine bedeutsame Population von Nasenaffen. Am frühen Morgen und kurz vor Sonnenuntergang besteht die größte Chance, Familienverbände von Nasenaffen vom Boot aus zu beobachten. Die Tiere sind kaum scheu, haben aber die Angewohnheit, Besuchern den Rücken zuzudrehen. Oft sind nur ihre langen Schwänze aus dem Dickicht hängend zu sehen. Die Affen ernähren sich von schwer verdaulichen Mangrovenblättern, weshalb sie über besondere Mägen verfügen und auffallend große Bäuche haben. Die zunehmende Ausdehnung der Stadtsiedlungen und Straßen in die Mangrovenwälder gefährdet den Lebensraum der Nasenaffen.

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Als 2010 ein Mangrovenwald abgeholzt wurde, in dem Familien von Nasenaffen lebten, führte dies in der Presse Bruneis zu ungewöhnlich harscher Kritik aus der Öffentlichkeit. Bisher wurde das Habitat der seltenen „Stadtaffen“ von Bandar Seri Begawan noch nicht unter Schutz gestellt. Fast alle Wassertaxifahrer in BSB kennen die Nasenaffen-Waldgebiete, ca. 15 Minuten Bootsfahrt von der Waterfront entfernt.

Essen

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Malaiische Gerichte sind vielfältig und kräftig gewürzt. Es werden frische Zutaten verwendet: Chilis, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Zitronengras, Zitronenblätter, Koriander, Tamarindensaft und vor allem Kokosmilch (ausgepresste eingeweichte Kokosraspel = Santan), dazu noch Krabbenpaste (Belacan),

Sambal (Chilipaste) u.a.

Kari Ikan – Fisch-Curry (mit Kokosmilch)

Saté Ayam (Huhn)/Kambing (Ziege)/Lembu (Rind) mit Gurken und Ketupat-Reis

Ikan/Udang/Sotong Goreng – gebratener Fisch/Krabben/Tintenfisch

Pagedel Daging – Rindfleischfrikadellen

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Daging Rendang – in Kokosmilch mit Zwiebeln, Zimt, Nelken, Koriander, Muskat und Chili gegarte Rindfleischwürfel

Ayam Masak/Goreng – gedünstetes/gebratenes Huhn

Telur Bungkus – gefülltes Omelett, z.B. mit Hackfleisch

Masak Lemak Nangka – junge Jackfruit in Kokosmilchsoße

Sayur Campur – gemischtes Gemüse

Pasembur Rojak – Salat aus Gurken, Ananas und Krabben mit scharfwürziger Erdnusssoße, Sojabohnenquark

Sup Sayur – Gemüsesuppe

Wirtschaft

Seit rund 70 Jahren beherrscht das Öl- und Erdgasgeschäft die Wirtschaft von Brunei. Dank des schwarzen Goldes hat es der Kleinstaat zu unermesslichem Reichtum gebracht. Ohne die Ölförderung würde Brunei wohl gar nicht existieren, sondern wäre – wie Sarawak und Sabah – ein Teilstaat Malaysias.

ln der weisen Einsicht, dass in absehbarer Zeit der letzte Tropfen Öl aus der Tiefe geholt sein wird, intensiviert die Regierung die Landwirtschaft, hauptsächlich den Anbau von Reis. Zurzeit werden rund 90 % der Nahrungsmittel eingeflogen.

Größte Arbeitgeber im Land sind der Staat mit seinem immensen Beamtenapparat sowie die Brunei Shell Company.

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An dritter Stelle folgt die nationale Fluglinie. Die Privatwirtschaft liegt größtenteils in den Händen der chinesischen Bevölkerungsschicht. Zwar hat die Regierung Bemühungen unterstützt, Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft zu propagieren, um die ausgebildeten Arbeitskräfte und Universitätsabgänger zu absorbieren, doch bisher mit geringem Erfolg. Arbeitslosigkeit ist den letzten Jahren zu einem immer dringlicheren Thema im Sultanat geworden, da immer mehr frustrierte Junge eine Stelle suchen.

Der Tourismus steckt in Brunei zwar noch in den Kinderschuhen, aber die Regierung hat das Potenzial erkannt und setzt auf gut zahlende Kurzzeittouristen, die für einige Tage Dschungelerlebnis und Luxussuiten gerne tief in die Tasche greifen. Besonders Japaner und Koreaner sowie Europäer im Transit sind die Zielgruppe der Strategen.

Reisezeit

Brunei besitzt ein typisches feuchtwarmes Tropenklima mit einer Regenzeit von November bis März und einer stets hohen Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen bleiben das ganze Jahr hindurch relativ konstant mit Werten zwischen 25 und 35 °C.

Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober, wenn etwas weniger Regen fällt. Mit vereinzelten Regenschauern muss aber auch dann gerechnet werden, vor allem abends und nachts. Von November bis März sind starke Regengüsse an der Tagesordnung.

 

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Für weltweites Aufsehen sorgen Waldbrände, die alle paar Jahre im indonesischen Teil von Borneo wüten und von dessen Auswirkungen Brunei jeweils stark betroffen ist. Wegen des beißenden dichten Rauchs, der Atemwegbeschwerden und stark eingeschränkte Sicht zur Folge hatte, mussten zeitweise Schulen und auch der Flughafen geschlossen werden. Vor einer Reise empfiehlt sich ein Blick auf die Internetseite des Borneo Bulletin (www.borneobulletin.com.bn), um die aktuelle Situation zu prüfen.

Religion

67 % Muslime, 15% Buddhisten, Daoisten und Konfuzianer, 10 % Christen; indigene Religionen

Belalong-Nationalpark

1991 wurde von der Universität Brunei ein Projekt zur Erforschung des Regenwaldes lanciert. Zu diesem Zweck errichteten die Verantwortlichen im Herz von Temburong ein Hauptquartier mit geeigneter Infrastruktur für die 50 beteiligten Forscher, das Kuala Belalong Field Studies Centre.

Die intensiven Studienarbeiten endeten 1992, aber noch heute forschen Wissenschaftler der Universität Brunei in Belalong. 50.000 Hektar unberührter Regenwald stehen im Belalong Nationalpark unter Schutz. Besucher übernachten im Ulu Ulu Resort. Highlight des Belalong Nationalparks ist der Canopy Walkway: Eine inmitten des Regenwaldes frei stehende Metall-Konstruktion erlaubt es, den Regenwald in 42 Metern Höhe aus der Vogelperspektive in den Baumkronen zu erleben. Der Canopy Walk ist 150 Meter lang.

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Die Konstruktion schwingt leicht, wenn mehrere Besucher unterwegs sind oder wenn der Wind bläst. Der Canopy Walk ist nur etwas für Schwindelfreie! Besuche des Canopy Walks finden frühmorgens statt, wenn die Gesänge der Gibbons und die metallisch-heiseren Rufe der Hornvögel erklingen und Nebel aus den Baumkronen aufsteigt. Dank des Panorama- Blicks in die Baumkronen sind zahlreiche Vögel, Baumhörnchen und Insekten zu beobachten. Um zum Canopy Walkway zu gelangen, ist ein Mindestmaß an Fitness Voraussetzung: Mehrere hundert hölzerne Treppenstufen müssen in dem feuchtwarmen Klima überwunden werden.

Tipps

Wörter die dir weiterhelfen

ya, ada  –  Ja, gibt (es)

Tidak ada  –  Nicht gibt (es)

Ya, sudah lama  –  Ja, schon lange

belum  –  noch nicht

berapa harga…ini  –  Wieviel Preis…dies

Siapa nama kamu/anda?  –  Wer Name du?

Ada-ka bilik kosong?  –  Gibt(es)-? Zimmer leer

Saya mau pergi ke Pulau Kapas  –  Ich möchte gehen nach Insel Kapas

Anda/kamu datang dari mana?  – Du kommen von wo?

Di mana ada stesen bas/keretapi  –  In wo gibt (es) Station Bus/Eisenbahn

> Kauderwelsch Malaiisch,  Wort für Wort,  Band 26 //www.reise-know-how.de/malaiisch-wort-fuer-wort-download-p-3937.html

Links die dir weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.malemb.de

Fremdenverkehrsamt: www.tourismmalaysia.de

Deutsche Botschaft: www.bandar-seri-begawan.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Brunei ist ein überwiegend muslimisches Land.

Angemessene Kleidung bei Frauen sollte selbstverständlich sein. Der Islam schreibt vor, dass Frauen außerhalb des Hauses nur das Gesicht, Hände und Füße entblößen dürfen, woran sich viele junge Malaiinnen halten. Vielfach tragen sie den Tudung, der sie wie Nonnen aussehen lässt, das sind Folgen des strenger werdenden Islams.

Für weibliche Besucher bedeutet das, grundsätzlich trägt man einen BH unter dem Schulter bedeckenden  T-Shirt oder der Bluse. Oben ohne baden ist grundsätzlich tabu, genauso wie sehr knappe Shorts und Röcke.

Lassen sie niemanden das „Gesicht verlieren“, das bedeutet schreien sie niemanden an, blamieren sie sie nicht, man sollte niemanden in Verlegenheit bringen. Man schmeichelt, lobt und verteilt Komplimente.

Ein deutliches „Nein“ wird in Asien häufig vermieden, weil es zu plump und undiplomatisch wirkt. Anders herum ist ein „Ja“ nicht unbedingt Ausdruck der Zustimmung, sondern bedeutet oft lediglich: „Ich verstehe“.

Man soll Leute respektieren, die älter sind als man selbst, vor allem, wenn ihre gesellschaftliche Stellung gleich oder höher ist. In allen drei Volksgruppen wird von Kindern

und Jugendlichen Respekt gegenüber den Eltern und anderen älteren Verwandten erwartet.

Nie sollte man mit dem Zeigefinger auf Personen zeigen: Entweder man macht eine Faust und zeigt mit dem Daumen in die Richtung oder mit der ganzen Hand. Will man Leute herbeiwinken, tut man dies mit der Handfläche nach unten.

Inder und Malaien essen mit der rechten Hand, nie mit der linken. Die Linke Hand wird zur Reinigung auf der Toilette benutzt.

 

Weitere Verhaltenstipps gibt es im Kauderwelsch Wort für Wort Malaiisch und/oder im Reiseführer Malaysia.

 

Exkurs Der Sultan von Brunei: Geld, Gold und Macht

.Seit seiner Krönung 1967 im Alter von 21 Jahren ist viel über die Person des heutigen Sultans von Brunei spekuliert worden. Einig ist man sich darüber, dass Seine Majestät Paduka Seri Baginda Sultan Haji Hassanal Bolkiah Mu’izzadin Waddaulah Ibni Almarhum Sultan Haji Omar’ Ali Saiffudien Sa’ adul Khairi Waddien, Sultan und Yang Di – Pertuan von Negara Brunei Darussalam der reichste Staatschef der Welt ist. Als Privatperson ist er mittlerweile von Microsoft-Inhaber Bill Gates überrundet worden. Nach einem Finanzskandal Ende der 1990er Jahre und dem Zerwürfnis mit dem langjährigen Finanzminister, seinem jüngeren Bruder Jefri Bolkiah, dürfte das Vermögen auf ungefähr 30 Milliarden US$ geschrumpft sein.

Einen weiteren Rekord stellt Sultan Bolkiah mit seinem Palast in der Hauptstadt auf, der mit 1800 Zimmem das größte Wohnhaus der Welt ist. Im Jahr 2003 ließ sich der Sultan von der jüngeren seiner beiden Ehefrauen scheiden. Zwei Jahre später heiratete der Sultan eine 26-jährige TV-Journalistin aus Malaysia, von der er sich 2010 wieder scheiden ließ. Familienangehörige wohnen in eigenen Palästen außerhalb von Bandar Seri Begawan.

Der lange Name (seine Titel, z.B. „Diamant des Nils“) scheint gerechtfertigt, da die Sultansfamilie von Brunei nach der Kaiserfamilie in Japan die älteste ununterbrochen regierende Monarchendynastie ist. Sultan Bolkiah genoss die bestmögliche Ausbildung an Eliteschulen in Kuala Lumpur und England und ist heute Staatsoberhaupt, Premier-, Finanz- und Verteidigungsminister sowie oberster islamischer Führer in Personalunion. Andere wichtige Posten in der Regierung sind von seinen Brüdern besetzt.

Die Privatsammlung an schnellen und teuren Autos umfasst mehr als 300 Wagen.

In Australien besitzt der Monarch eine Rinderfarm, die größer ist als Brunei selbst. Von dort wird fast der gesamte Fleischverbrauch eingeflogen. Der Sultan fliegt bei Staatsbesuchen seine Boeing 747 oft gleich selbst und lässt seine Flugzeuge gewöhnlich von Lufthansa-Technikern warten.

Im Gegensatz zu anderen reichen Staatsmännern, die auf Kosten der hungernden Bevölkerung leben, profitieren die Einwohner vom Wohlstand des Sultans. Dieser lässt Jahresbeginn sogar Geldgeschenke verteilen, subventioniert Flugreisen in die heilige Stadt und zeigt sich gerne als volksnaher Monarch.

Jegliche Kritik an seiner Person ist jedoch unerwünscht. Der Sultan ist als Gesprächsthema tabu. Wer mit Bruneiern über ihr Staatsoberhaupt zu sprechen versucht, bringt sie rasch in Verlegenheit. Übrigens: Wenn in Brunei vom Sultan gesprochen wird, wird nicht das Wort Sultan verwendet, sondern stets His Majesty.

Alle Texte aus: Reisefüher Malaysia mit Singapur und Brunei von Martin Lutterjohann, Reto KusterEberhard Homann,  Klaudia Homann

Titelfoto: © Copyright Reto Kuster, all rights reserved.