»Essen ist der Himmel des Volkes«
Chinesisches Sprichwort

China
Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó
Volksrepublik China

06:58 h | 23 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
1 365 134 000 (1)

Bevölkerungsdichte
143 pro km²

Fläche
9 572 419 km² (Weltrang 4)

Hauptstadt
Beijing (Peking)

Staatsform
Volksrepublik

Hauptsprachen
Hochchinesisch (Mandarin)

Währung
Renminbi/Yuan (RMB, Volkswährung)

Nationalfeiertag
01.10.

Grenzen
20.000 km mit 14 Staaten

Chinesische Mauer
21 196,18 km

Internationale Ankünfte/Touristen
57 581 000

Flugdauer
7 780,46 km ≈ 10 Std.

Teeproduktion
Weltrang Platz 1 (38,2%)
1 640 310 t

Längster Fluss
Chang Jiang Jangtse, Yangzi
6.300 km

Feuerwerkskörper Export
ca. 325 000 t (560 Mio Euro)

Feuerwerk Verbrauch
200 000 t/Jahr (300 Mio Euro)

Längster Tunnel
U-Bahnlinie 3 (Guangzhou), 67.3 km

Längste Brücke
Danyang-Kunshan, 164.8 km (weltweit längste)

Höchste Brücke
Siduhe-Brücke, 472 m (weltweit höchste)

Höchstes Gebäude
Shanghai Tower, 632 m

Weidefläche (in 1000 ha)
392.834 (2011) (Weltrang 1)

Schweine
470.961 Mio. (Weltrang 1)

U-Boote
105 (Weltrang 1)

Dies und Das

Etikette oder vom Umgang mit Chinesen

Gesicht und Etikette sind eng miteinander verknüpft, da man durch richtiges Verhalten Gesicht gibt und sein Gesicht wahrt, durch falsches Verhalten aber sein Gesicht verliert.

Für einen Ausländer ist es fast unmöglich, das wahre Ausmaß des Faktors Gesicht einzuschätzen, und er wird zwangsläufig immer wieder sein Gesicht verlieren. Gesicht geben, wahren und verlieren ist kein temporäres Phänomen, es ist permanent da. Chinesen, die mit Ausländern zu tun haben, werden über kleinere Gesichtsverluste hinwegsehen und dem Gast damit wieder Gesicht geben, wenn sie merken, dass man sich bemüht, diesen zentralen Bestandteil ihrer Kultur zu verstehen. Chinesen, die das Ausland nur vom Fernsehen her kennen, und das sind die allermeisten, gehen da von aus, dass das Gesellschaftssystem bei uns ebenso wie das chinesische funktioniert, und werden einen Gesichtsverlust entsprechend sanktionieren – was dann dazu führt, dass man bestimmte Fahrkarten nicht bekommt, dass man nicht bedient wird oder gar dass freundschaftliche Kontakte abrupt abgebrochen werden. Auf dieser Ebene wird man also auch als Individualreisender durchaus mit dem Faktor Gesicht konfrontiert.

Essen

Würde man eine Rangfolge der wichtigsten Dinge im Leben eines Chinesen aufstellen, das Essen würde wohl unangefochten auf Platz eins kommen. Morgens früh um fünf sieht man schon all jene, die es aus dem Bett geschafft haben, beim Schlürfen ihrer Reissuppe. Steht die zweite Schicht auf, sind die Ersten schon wieder am Essen, sei es eine Schale Reis, frittiertes Gebäck, gebackene Fladen oder was sonst so auf der Straße angeboten wird.

Den ganzen Tag wird überall und ständig gegessen, und bereits um 10.30 Uhr stört man die Ersten bei ihrem Mittagsmahl, sei es in der Bank oder im Kaufhaus. Nachmittags knabbert man Snacks in Form von Soja-Tee-Eiern oder gebackenen Teigwaren, die überall angeboten werden, und selbst nachts sind die Imbissstände der Essensmärkte dicht umlagert.

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Gehen Chinesen auf Reisen oder machen einen Ausflug, so schleppen sie große Vorräte mit, die immer und überall bei Bedarf ergänzt und aufgestockt werden können. Kaum sitzen sie im Bus oder Zug, wird ausgepackt, und man beginnt zu essen und den Drum herum Sitzenden etwas anzubieten.

Die Bedeutung des Essens im chinesischen Alltag schlägt sich auch im Sprachgebrauch nieder. Wünscht man sich bei uns in der Früh einen Guten Morgen, so fragen die Chinesen „Hast du schon gegessen?“ (ni chile fan ma?). Hat ein Chinese Kummer, „isst er Bitternis“ (chi ku). Wer eifersüchtig ist, „isst Essig“ (chi cu), wer beliebt ist, „bekommt überall etwas zu essen“ (chi de kai), und wer gar flirtet, „isst Tofu“ (chi doufu).

Wirtschaft

Nach offizieller Sprachregelung herrscht in China eine „Sozialistische Marktwirtschaft mit chinesischen Merkmalen“. Das ist nichts anderes als eine beschönigende Umschreibung dafür, dass das Land zurzeit einen Kader- Kapitalismus mit schlimmsten Auswirkungen praktiziert. Wegen der vielen Rechtslücken und steuerlichen Schlupflöcher ist China zum Tummelfeld für Glücksritter und Spielernaturen geworden, die rücksichtslos nur den eigenen privaten Gewinn anstreben. Moderner Bürgersinn, öffentliche Moral, persönliche Identifikation und das Interesse am Wohlergehen der Gesellschaft sind in China nur selten anzutreffen. Die aufrichtigen Mahner und rechtschaffenen Beamten, die nicht selten an ihren Landsleuten verzweifelten und sogar Selbstmord begingen, waren und sind zwar alle hoch angesehen, letztlich sind die meisten Chinesen aber der Ansicht, dass ehrliche Menschen stets das Nachsehen haben werden. Das mangelnde Vertrauen in die soziale Gerechtigkeit ihres Systems schürt jedoch nachhaltig die Unzufriedenheit derjenigen, die zu kurz kommen.

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Jährlich bis zu 90.000 registrierte gewalttätige „Massenvorfälle“ – so nennt die chinesische Regierung Demonstrationen – sprechen da eine klare Sprache. Fast immer waren illegale Landenteignungen, Steuern, Korruption, Entlassungen, Umweltverschmutzung und Preissteigerungen der Auslöser für die Unruhen. Auf der anderen Seite hat sich der chinesische Weg als höchst erfolgreich erwiesen. China hat eine im Westen kaum wahrgenommene Erneuerung auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchgemacht. Erstmals in der Geschichte entsteht damit eine riesige Industriegesellschaft, die mit dem Westen auch kulturell konkurrieren kann, und das lässt sie dem Westen so bedrohlich erscheinen.Seit 1978 hat China in nur 30 Jahren seine gesamt wirtschaftliche Leistungskraft (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) verhundertfacht, seit 2009 hat China Deutschland als Exportweltmeister abgelöst, und die Währungsreserven sind vor denen Japans die höchsten der Welt. Zusammen mit den USA, Japan und Deutschland gehört China zu den vier größten Volkswirtschaften.

Keine Frage, bisher hat das Land den Strukturwandel weit besser im Griff gehabt als sein krisengeschüttelter Nachbar Russland. 2011 trug der staatliche Sektor zwar noch 45 % zur industriellen Produktion bei, 1978 waren es aber 78 %. Der private, kollektive und Joint-Venture-Sektor wachsen doppelt so schnell wie der staatliche. China verzeichnet nach den USA die zweithöchsten Auslandsinvestitionen und konnte die Zahl der in absoluter Armut lebenden Menschen seit 1981 von 84 % auf ca. 11 % senken, was 150 bis 200 Millionen Chinesen sind.

Die Liste der Erfolge ließe sich fortsetzen, aber China ist für seine innere Stabilität langfristig zum Erfolg verdammt. Doch mit dem Erfolg kommen die Schattenseiten. Wie in einem rissigen Staudamm, in dem immer mehr Löcher immer schneller gestopft werden müssen, verschärfen sich die mit dem Wachstum verbundenen Probleme insbesondere im sozialen und Umweltbereich. Chinas Regierung ist sich durchaus klar darüber, dass die Umweltsituation mehr als ernst ist und die Umweltschäden bereits anfangen, das Wirtschaftswachstum aufzufressen, wenn die eingeleiteten Maßnahmen nicht endlich nachhaltig greifen.

Reisezeit

Obwohl Chinas Klimazonen von sibirischer Kälte bis zu tropischer Hitze reichen, liegt der größte Teil des Landes, auch die östlichen Provinzen, in gemäßigten Zonen. In Nord- und Zentralchina ist der Wechsel von trockenen, kalten und staubreichen Wintern und feuchten, warmen Sommern stark ausgeprägt.

Niederschläge fallen vorwiegend im Früh- und Spätsommer sowie im Herbst.

Der Chang Jiang, der bei Shanghai mündet, bildet im Winter die so genannte Heizungslinie: Nördlich davon wird geheizt, südlich nicht. Aufgrund des Energiemangels sind die Heizphasen nur sehr kurz. Öffentliche Gebäude werden überhaupt nicht beheizt, Hotels nur zeitweise.

Die besten Reisezeiten sind für die meisten Regionen April, Mai, Juni, September und Oktober. Dann sind die Temperaturen erträglich. Die ungünstigsten Reisemonate für den Osten Chinas sind Juli und August sowie Januar und Februar.

Religion

Buddhisten ca. 600-600 Mio, Daoisten,  ca. 30 Mio, 24 Mio Muslime, ca. 23-54 Mio Christen

Wohnen: Verschwindende Altstädte

Als Tourist will man – falls vorhanden – durch attraktive und belebte Altstädte wandern, in denen das Leben pulsiert. Sie machen viel von dem aus, was man sich unter China vorstellt. Verlässt man die geschäftigen Hauptstraßen, findet man sich stets in einem verwinkelten Gewirr von engen Gässchen wieder, in denen das Leben nach außen hin einen völlig friedlichen Gang zu nehmen scheint.

Doch ganz so romantisch ist es nicht. Spätestens in den 1960er Jahren wurden die meisten Besitzer großer Hofhausanlagen, wie man sie vor allem in Beijing noch findet, enteignet und die einzelnen Räume an Familien vermietet. Die friedliche Intimsphäre der großen Häuser war mit einem Male dahin, und man drängt sich bis heute auf kleiner Fläche. Es gibt keine Bäder oder Toiletten (man muss stets die öffentlichen, in jeder Straße

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stehenden Toiletten benutzen), kein fließendes Wasser, keine Heizungen und keine Gasanschlüsse.

Da die Mieten extrem niedrig und nicht kostendeckend waren und sind, sind die meisten Anlagen auch stark verfallen. Aber in den chinesischen Megastädten gehören sie zu den wenigen noch bezahlbaren Unterkünften.

Noch bis weit in die 1990er Jahre standen pro Kopf nur 3,60 qm Wohnfläche zur Verfügung. Mit dem Bauboom seit 1990 änderte sich das Bild dramatisch. Von den Stadtplanern wurden die Altstädte als Slumgebiete eingestuft, flächendeckend abgerissen und neu wieder aufgebaut. Die Entwicklung ging dabei teilweise so schnell, dass die Bewohner oft noch nicht einmal neue Wohnungen zugewiesen bekommen hatten und dann buchstäblich auf der Straße standen. Heute verfügt jeder Stadtbewohner im Durchschnitt über 24 qm Wohnfläche.

Mit dem Verlust der Stadtbaukultur stellt sich im 21. Jh. nun die Frage nach dem Wert vorhandener Baubestände und mittlerweile ist zu beobachten, dass vom Land ausgehend auch Bestrebungen zum Erhalt und zur Umnutzung traditioneller Gebäude in die Stadtplanungen einfließen.

 

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Ausländer, die anfangen Hochchinesisch zu lernen, beginnen mit der Einübung der vier Töne: mã, má, ma,  mà. Mã im ersten Ton wird relativ schwebend gesprochen. Má (Hanf() im zweiten Ton hat einen fragenden Tonfall, etwa wie das deutsche Wort „wahr“ in „nicht wahr?“. Ma (Pferd) im dritten Ton hat eine zunächst fallende und dann wieder steigende Tonhöhe. Mà (schimpfen) im vierten Ton klingt wie ein Befehl. Ein energisches Nein! Kommt dem vierten Ton recht nahe. Die vier verschiedenen Ma  werden mit vier verschiedenen chinesischen Schriftzeichen geschrieben und sind vier verschiedene Wörter. Es erfordert etwas Hör- und Sprechtraining, um die vier Töne herauszuhören, zu beherrschen und vor allem sie beim Sprechen nicht zu verschleifen. Viele Studenten, die außerhalb Chinas Chinesisch lernen, begnügen sich mit zwei Tönen: steigend und fallend im Zweiertakt den ganzen Text entlang. Natürlich kann dieses Kauderwelsch kein Chinese verstehen.

So mancher Fremder, der im Glauben war, Suppe (tãng) bestellt zu haben, bekam schon Zucker gebracht. Missverständnisse lauern überall.

 

> Kauderwelsch Hochchinesisch Band 14 /produkte/kauderwelsch-wort-fuer-wort/hochchinesisch-wort-fuer-wort-356

6 Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.china-botschaft.de | www.visaforchina.org | www.roltan.com (Visa Service)

Visum für Hongkong/Macao: www.immd.gov.hk

Fremdenverkehrsamt: http://www.china-tourism.de

Botschaften: http://www.peking.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: http://www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Schnaps

Chinesen stoßen zu einem guten Essen gern mit hochprozentigen Schnäpsen an. Sie sind meist sehr scharf oder schmecken intensiv nach Medizin und sind auf jeden Fall sehr gewöhnungsbedürftig. Irritierend ist, dass das chinesische Wort Jiu (Alkohol) den Schnaps mit einschließt. Wenn man in China Wein (engl.: wine) angeboten bekommt, ist damit immer Schnaps gemeint. Der bekannteste und edelste Schnaps ist der aus Gaoliang (eine Hirseart) gebrannte «Máo Tái Jiû aus der Provinz Guizhou. Die chinesischen Schnäpse kann man übrigens nie per Glas bestellen, man muss grundsätzlich die ganze Flasche kaufen.

Rauchen

Ein gravierendes Problem ist die Raucherei, die die Volksgesundheit akut bedroht. Nichtraucher müssen sich in China damit abfinden, dass Raucher keinerlei Rücksicht auf sie nehmen. Bei vielen Chinesen gilt es sogar als schick, beim Essen zu rauchen. Glücklicherweise gilt in Zügen und Bussen ein offizielles Rauchverbot, das auch durchgesetzt wird.

Spucken

Ein echter Volkssport, vor allem in ländlichen Gebieten, ist die Spuckerei. Angeblich werden durch das Spucken die bösen Geister aus der Kehle vertrieben. Letztlich ist es ein unappetitliches und vor allem auch unhygienisches Ärgernis, das die chinesische Regierung mit einigen Kampagnen versucht hat, auszumerzen. Bis die Aufklärung vor allem auch in den ländlichen Gebieten greift, muss man sich an die Spuckerei einfach gewöhnen.

Toiletten

Ein Kapitel für sich sind die chinesischen Toiletten. Meist handelt es sich um die eigentlich sehr praktischen und prinzipiell auch hygienischeren Hockklos. In China bestehen sie entweder aus rechteckigen Löchern mit einer Sickergrube darunter, oder sie sind an eine Wasserspülungsrinne angeschlossen. Die einzelnen Rechtecke sind vielfach nicht mit einer Trennwand versehen. Man hockt sich also in eine Reihe mit all den anderen. Für viele Touristen beginnen spätestens da die Schwierigkeiten.

In China gibt es in nahezu jeder Straße ein öffentliches Klo (da viele der alten Häuser keines besitzen), das man am Geruch und an den Männlein-Weiblein-Symbolen erkennt. Toilettenpapier gehört übrigens immer mit ins Handgepäck!

Exkurs Freizeit

Artikel 49 der chinesischen Verfassung garantiert jedem Chinesen ein Recht auf Erholung.

Wie aber sieht die Wirklichkeit aus? Eine Umfrage in Beijing ergab ein düsteres Bild. 2½ Stunden täglich hat der Durchschnitts-Beijinger an Freizeit oder konkreter 3,3 Stunden die Männer und nur 1,8 Stunden die Frauen, die die Doppelbelastung aus Beruf und Haushalt tragen müssen. Entsprechend fade ist der Freizeitalltag, der aus einem langweiligen staatlichen Fernsehabend, Radio Hören, Lesen oder Beisammensein mit der Familie besteht.

Ebenso mager sind das Kulturangebot und analog die monatlichen Ausgaben für Kultur (5 % des Einkommens), die sich wiederum meist nur in Zeitungen oder Büchern niederschlagen.

Lernen in der Freizeit

In der sich mit rasender Geschwindigkeit wandelnden Gesellschaft, weg von sozialistischer Konformität und Eintönigkeit, hin zu einer spezialisierten, Fachkräfte benötigenden Welt, hat sich die Bedeutung des Lernens in der Freizeit besonders herauskristallisiert. Das Fernsehen bietet Sprach- und Fortbildungskurse und wetteifert in seinem Angebot mit Privatschulen und Fernuniversitäten. Das Bildungsfieber ist ausgebrochen, und die Front der Bildungshungrigen erreicht jeden China-Reisenden über die Englischlernenden, die einen im ganzen Land mit den stets gleichen Fragen überschütten: „Woher kommst du?, wie alt bist du?, was arbeitest du?, wohin fährst du?“ sind die Fragen, die in China bald jeder Reisende auswendig herbeten kann, mit der frustrierenden Erkenntnis, dass es offensichtlich unmöglich ist, über die englische Sprache tiefer in den chinesischen Alltag einzudringen, einfach, weil das Sprachvermögen der meisten Menschen nach diesen Fragen erschöpft ist.

Spaziergänge

Besonders beliebt als Freizeitgestaltung ist der Spaziergang im Park. Hier ist man zu Tausenden „unter sich“, flaniert, schaut den Händlern, den Volkstanzgruppen, die in den Parks Walzer und Tango üben, und den Schwertkämpfern zu, rudert, picknickt und macht Erinnerungsfotos.

Wer aufmerksam beobachtet, sieht, dass zur Freizeit auch zahlreiche Hobbys gehören: Alte Männer bringen ihre Vögel in Bambuskäfigen, die sie mit blauen Tüchern verhängen, zum gemeinsamen Schwätzchen; andere tragen grüne, laut zirpende Grillen in winzigen Bambuskäfigen spazieren, an den Betontischen spielen Leute Majiang (Mayong) und Weiqi (Go) oder trinken einfach nur Tee, der aus den großen roten oder grünen in Plastik gefassten Thermoskannen stets neu aufgebrüht wird.

Urlaub

Fallen die freien Tage von Familienangehörigen oder Freunden einmal in einem langen Wochenende zusammen, oder bietet sich wie in der freien Woche um den 1. Mai und um den Nationalfeiertag im Oktober die Gelegenheit, auch einmal Urlaub zu machen, bricht man gerne mit allen zusammen zu einem Ausflug oder einer Kurzreise auf. Staatsangestellte bekommen nach ihrer Hochzeit zehn Tage Ferien, um ihre Flitterwochen begehenzu können.

Zahlreiche Reiseagenturen schleusen riesige Gruppen von Menschen durchs Land, stets erkennbar an ihren Fähnchen, die von der Reiseleitung hochgehalten werden, oder an den in Mode gekommenen Megaphonen, die pausenlos eine Erkennungsmelodie spielen, damit niemand den Anschluss an seine Gruppe verliert.

Bei vielen Betrieben ist es neuerdings üblich, mehrtägige Versammlungen außerhalb der Firma abzuhalten. Meist fährt die Belegschaft dann an einen touristisch interessanten Ort, hält zwei Tage lang Besprechungen ab und schaut sich drei Tage lang die Sehenswürdigkeiten an.

Alle Texte aus: China - der Osten von Oliver Fülling und KultuSchock China und VR Taiwan von Hanne Chen

Titelfoto: Oliver Fülling