»Willst Du wissen, was Schönheit ist,
so gehe hinaus in die Natur, dort findest Du sie.«

Albrecht Dürer

Costa Rica
República de Costa Rica

18:19 h | 23 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
4.805.000

Bevölkerungsdichte
94 pro km²

Fläche
51.100 km2 (Weltrang )

Hauptstadt
San José

Staatsform
Präsidialrepublik

Währung
Colón (C)

Hauptsprache
Spanisch

Nationalfeiertag
15. September

Höchster Berg
Cerro Chirripó Grande (3820 m)

Längster Fluss
Río Grande de Térraba (196 km)

Fledermausarten
107

Schmetterlingsarten
1.400 (10% aller weltweit vorkommenden Arten)

Kolibriarten
54 Arten (von ca. 330 Arten)

Nationalblume
Guaria Morada

Nationalbaum
Guanacaste

Nationalvogel
Gilb- bzw. Schlichtdrossel

Nationalsymbol
Traditioneller Ochsenkarren – Symbol für Arbeit

Größter Vulkankrater
Vulkan Poas, Durchmesser 1.320 m, Tiefe 300 m

Dies und Das

Natur

Costa Rica wird häufig als das abwechslungsreichste Land Mittelamerikas bezeichnet, und tatsächlich kann die Vielfalt naturgeografischer Erscheinungsformen wohl von keinem der Nachbarländer übertroffen werden. Das kleine Land, kaum größer als das deutsche Bundesland Niedersachsen, ist Teil der mittelamerikanischen Landbrücke und erstreckt sich auf einer Länge von etwa 450 km zwischen Karibischem Meer und Pazifik. Eine Gebirgskette mit Höhen über 3000 m trennt das atlantisch-karibische vom pazifischen Küstentiefland.

In Costa Rica wurden bisher rund 12.000 Pflanzenarten festgestellt, das entspricht fast 4 % aller weltweit vorkommenden Arten. Allein über 1400 Baumarten sind hier heimisch, rund zehnmal so viel wie in ganz Nordamerika.

Tiere

© Detlev Kirst

Die Fauna Costa Ricas ist sehr artenreich, und dennoch sollte man nicht erwarten, überall wilde Tiere zu sehen. Die meisten Tierarten leben im tropischen Regenwald, dem komplexesten Ökosystem der Erde. Über 220 Säugetierarten (plus 25 Meeressäuger), 850 Vogelarten und 160 Amphibienarten kommen in Costa Rica vor. Am häufigsten bekommt man Affen zu Gesicht.

Raubkatzen wie Ozelot, Puma, Jaguar, Hundeartige wie Kojoten, Kleinbären wie beispielsweise den Krabbenwaschbär, Marderartige wie den berühmt-berüchtigten Skunk, Nagetiere, Hasentiere, Beutelratten, Faultiere, Gürteltiere…  um nur einige der Säugetiere zu nennen. Auch Reptilien sind mit 135 Schlangenarten, diversen Krokodilen, Meeresschildkröten und Echsen zahlreich anzutreffen.

Essen

Die einheimische Küche basiert im wesentlichen auf der Kombination Reis mit Bohnen; gegessen wird im allgemeinen nicht so scharf wie z.B. in Mexico.

Wie in ganz Lateinamerika üblich, wird auch in Costa Rica viel Huhn gegessen. Fast überall im Land bekommt man frischen Fisch, das Meer ist ja meist nicht weit. In zahlreichen Restaurants werden auch Meeresfrüchte angeboten.

Zum Mittagsmenü (casado) wird häufig Kochbanane gereicht – ein weiteres beliebtes Lebensmittel in Costa Rica. Spezialitäten der lokalen Küche sind unter Anderem tamales, Fleisch mit Maismehl in Bananenblätter eingerollt (die allerdings nur als Verpackung dienen), sowie empanadas, mit Hackfleisch, Käse oder Gemüse gefüllte Teigtaschen.

Reisezeit

Costa Rica liegt in der tropischen Klimazone, gekennzeichnet durch geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen. Das Klima ist geprägt von der jeweiligen Höhenlage und der Niederschlagsmenge. Von Oktober bis März liegt Costa Rica im Einzugsbereich der Nordost-Passate, die der karibischen Abdachung monatliche Niederschläge von über 400 mm bescheren. Auf der pazifischen Seite herrscht von Dezember bis April Trockenzeit. Ab Mai überwiegen Winde aus südwestlichen Richtungen, die auf der pazifischen Seite Costa Ricas zu Niederschlägen führen. Tropische Tiefdruckgebiete sorgen aber gleichzeitig im karibischen Tiefland für Regen. Somit herrscht im pazifischen Bereich Costa Ricas wechselfeuchtes Klima mit einer mehrere Monate andauernden Trockenzeit vor. Im karibischen Tiefland fallen ganzjährig Niederschläge bis zu 6000 mm im Jahr.

Religion

75% Katholiken, 15% Protestanten, 6% religionslos, u.a.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Offizielle Landessprache ist Spanisch, daneben wird an der Karibikküste die jamaicanische Form des Patois gesprochen, einer Kreolsprache aus der Karibik, die sich zwar vom Englischen ableitet, aber dennoch schwer verständlich ist. Nur wenige Indianersprachen haben sich bis heute erhalten und werden auch meist nur noch von den Älteren gesprochen.

Das in Costa Rica gesprochene Spanisch ist relativ gut zu verstehen, da es klar gesprochen und betont wird. Dennoch weist es landesspezifische Eigenheiten auf, die selbst für einen waschechten Spanier zum Problem werden können.

 

ja/nein – sí/no

bitte (um etwas bitten) – por favor

(Vielen) Dank! – ¡(Muchas) gracias!

Keine Ursache! – ¡De nada! ¡con muchogusto!

Guten Tag! – ¡Buenos días! (Vormittag),

¡Buenas tardes! (Nachmittag)

Guten Abend! – ¡Buenas noches!

Herzlich willkommen! – ¡Bienvenidos! (Mehrzahl)

Wie geht es dir/Ihnen? – ¿Cómo estás/está usted?

Wie geht’s? – ¿Qué tal?

(Sehr) gut – (muy) bien, schlecht – mal.

Auf Wiedersehen! – Adiós.

Hallo!/Tschüss! – ¡Hola!/¡Chau!

Bis dann!/Bis gleich! – ¡Hasta luego/ahora!

In Ordnung! – ¡Muy bien!

Ich weiß nicht. – No sé.

Guten Appetit! – ¡Buen provecho!

Zum Wohl!/Prost! – ¡Salud!

Die Rechnung, bitte! – ¡La cuenta, por favor!

Entschuldigung! – ¡Perdón!

Es tut mir sehr leid! – ¡Lo siento mucho!

Schon gut! – Está bien.

Gestatten Sie! – ¡Con permiso!

Helfen Sie mir bitte! – ¡Ayúdeme, por favor!

Könnten Sie bitte etwas langsamer sprechen? –

Por favor, ¿podría hablar más despacio?

 

> Kauderwelsch Spanisch für Costa Rica, Band 113 http://rkh-stage.palasthotel.de/produkte/kauderwelsch-wort-fuer-wort/spanisch-fuer-costa-rica-wort-fuer-wort-310

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.dehttp://www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Botschaft Costa Rica: www.botschaft-costarica.de

Fremdenverkehrsamt: www.visitcostarica.com

Deutsche Botschaft: www.san-jose.diplo.de  

Nationalparks: www.costarica-nationalparks.com

Reise- und Gesundheitsinformationen: http://www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Natürlich sollte man sich freundlich und ruhig verhalten und die kleinen Worte por favor (bitte) und muchas gracias (danke) nicht vergessen. Fremde sollte man der Höflichkeit wegen immer mit Usted (Sie) anreden. Ist man vertrauter miteinander kann man immer noch zum bzw. vos (Du) übergehen.

Kleidung:

Außer am Strand sollte man sich, gerade als Frau, nicht zu freizügig kleiden. Nacktbaden, auch an einsam erscheinenden Stränden, kann durchaus gefährlich werden, weil ein entblößter Körper als Aufforderung zum Sex verstanden werden kann. Am besten eignet sich leichte, lockere Kleidung und festes Schuhwerk, da man in freier Natur auf Schlangen und andere giftige Tiere oder Pflanzen stoßen kann.

Pünktlichkeit:

Mit Verspätungen bis zu 30 Minuten sollte man rechnen. Die Zeitangaben ahora (jetzt) und ahorita (jetzt gleich) sind keineswegs wörtlich zu nehmen. Es kann sich dabei um eine Zeiteinheit von einer halben Stunde, durchaus aber auch um mehrere Tage handeln. Gleiches gilt für das Wort mañana (morgen), das man besser mit „nicht heute“ übersetzt.

Trinkgelder:

Restaurant: Normalerweise kommen zu dem Rechnungsbetrag neben der Steuer auch 10 % servicio hinzu. Wenn man mit der Bedienung zufrieden war, gibt man ein zusätzliches Trinkgeld, das man beim Verlassen des Restaurants einfach auf dem Tisch liegen lässt.

Taxi: Einheimische geben hier kein Trinkgeld, dennoch erwarten viele Fahrer von Touristen ein kleines propina.

Reiseleiter: Abhängig von der Reisedauer und Gruppengröße können als Richtlinie 1 bis 2 $ pro Person und Tag gelten.

Zimmermädchen: Sie werden leider meist vergessen, können aber ein kleine Anerkennung gut gebrauchen,

Exkurs: Die bunten Ochsenkarren

Die bemalten Ochsenkarren sind in Costa Rica fast so etwas wie ein nationales Symbol. Der Gebrauch der – zunächst unbemalten – Fuhrwerke geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Die eigentliche Erfolgsgeschichte der carretas begann aber erst viel später, als Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Nachfrage nach Kaffee auch der Bedarf an Ochsenkarren wuchs. Bald entstanden die ersten speziellen Ochsenkarren-Fabriken, und gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als nach Fertigstellung der Eisenbahnstrecke zum Karibikhafen Limón der Kaffee auf die Bahn verladen wurde, waren die Ochsenkarren bereits überall verbreitet.

Bunt wurden die Gefährte aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, und zunächst auch nur die Räder: Fructuoso Chaverri war der erste, der im Jahre 1903 in der Werkstatt seines Vaters damit begann, die Räder eines Karrens mit einen weißblauen Stern auf rotem Hintergrund zu bemalen – den Nationalfarben Costa Ricas.

Damals hatte man zur Herstellung der Räder massive Holzscheiben aus den Stämmen von Zedern und anderen Baumriesen herausgeschnitten. Als es dann immer schwieriger wurde, Baumstämme entsprechender Größe zu besorgen, ging man dazu über, Räder aus 16 Holzkeilen  zusammenzusetzen, die verleimt und mit einem Eisenring umspannt wurden. Um 1915 begann man, auch die Karren selbst zu bemalen, zunächst mit Blumen, in den 1920er Jahren dann auch mit Hintergrundfarben, wobei sich Orange nach einiger Zeit als Standardfarbe überall durchgesetzt hatte.

Immer fantasievoller wurden die Motive und Farbkombinationen, und längst war die Fertigung der Ochsenkarren nicht mehr dem Zentraltal allein  vorbehalten und gab es Wettbewerbe um den schönsten Karren. Der letzte dieser Wettbewerbe im Jahre 1940 wurde im Nationaltheater in San José abgehalten. Doch nicht nur die Bemalung war entscheidend, sondern auch der richtige „Klang“. Ein Karren, der bei der Fahrt nicht das typische  Quietschgeräusch abgab, galt als mindere Qualität und schlecht gebaut. Als dann Mitte der 1960er Jahre die Nachfrage zurückging, zeichnete sich nach und nach ein neues Käuferpotenzial ab: Immer mehr Touristen verspürten den dringenden Wunsch, sich einen dieser bunten Kunst-Stücke in den Vorgarten oder gar ins Wohnzimmer zu stellen. Also begann man, auch verkleinerte Versionen zu produzieren. Heute gibt es sie in allen Größen und Formen zu kaufen. Längst werden auch Milchkannen und andere Gegenstände bemalt.

Heute sind die Gefährte auf den Straßen des Landes selten geworden, nur manchmal sieht man noch auf der Nicoya-Halbinsel oder in anderen abgelegenen Regionen einen schmucklosen Karren, die Holzräder oft durch Gummireifen ersetzt. Die traditionellen bunten Exemplare sind inzwischen sowieso schon viel zu teuer, um damit Kaffeesäcke zu transportieren: Ein bemalter Ochsenkarren kostet um die 1000 $, kleine Souvenir- Karren für die Haus-Bar werden ab etwa 150 $ verkauft.

Wer Mitte März durch Costa Rica reist, sollte sich den großen Ochsenkarren-Umzug in Escazú nicht entgehen lassen (siehe Festtagskalender).

Exkurs: Der Fluch der Bananen

Bananen sind extrem schnell wachsende Pflanzen: Nach nur 7 bis 9 Monaten hat sich der Setzling zu einer ausgewachsenen Staude entwickelt, die bereits eine Blüte austreibt. Nach weiteren drei Monaten sind die Früchte reif, und die Pflanze stirbt ab. Doch ein neuer Trieb hat sich bereits am Scheinstamm gebildet, der seinerseits in einem Jahr Früchte tragen wird. Die Bananenfrüchte wachsen zu mehreren nebeneinander (manos) von unten nach oben, die einzelnen Früchte, die grün geerntet werden, bezeichnet man als Finger.

Um europäischen und nordamerikanischen Wunsch-Normen zu entsprechen, wurden immer größere Früchte gezüchtet, deren Gewicht inzwischen so groß ist, dass die Stauden abgestützt bzw. mit Seilen verzurrt werden müssen. Die Bananenbündel werden mit Plastiktüten umhüllt, um sie vor Vögeln und anderen Schädlingen zu schützen. Über die Entwässerungskanäle geraten diese Folien immer wieder in die Flüsse und ins Meer, wo sie Meeresschildkröten, die sie mit Quallen verwechseln, zu fressen versuchen und daran qualvoll verenden.

Da Monokulturen anfällig sind für Krankheiten aller Art, werden Unmengen von Pestiziden verspritzt, die in die Böden und ins Grundwasser gelangen. Um den Ertrag möglichst hoch zu halten, wird die Fruchtbarkeit der Böden mit Kunstdünger erhöht.  Dennoch sind diese nach etwa 8–10 Jahren ausgelaugt und müssen mehrere Jahre brachliegen, bevor sie erneut bebaut werden können. So werden neue Flächen benötigt – allein in den letzten 10 Jahren wurden dafür in Costa Rica etwa 30.000 ha Regenwald gerodet.

Internationale Organisationen erheben immer wieder schwere Vorwürfe gegen die Umwelt- Praktiken der Bananenkonzerne, die u.a. durch Experimente mit organischen Pestiziden versuchen, ihr angeschlagenes Image wieder zu verbessern.

Doch nicht nur Tiere und Pflanzen leiden unter dem großflächigen Anbau von Bananen, auch die rund 200.000 Arbeiter in der Atlantik-Region klagen über gesundheitliche Folgen: Die Arbeit auf den Plantagen bei schwüler Hitze ist knochenhart. Die schweren Bündel (ein Bündel wiegt zwischen 35–50 kg) werden von Hand bis zur nächsten „Seilbahn“ geschleppt und von dort zur Verpackungsanlage gezogen. Durch den oft nicht sachgemäßen Umgang mit gefährlichen Chemikalien, die in Europa oft schon lange verboten sind, steigt die Zahl unfruchtbarer Männer und Frauen, die man bis heute auf etwa 8000 schätzt. Klagen gegen die Bananenmultis wegen Sterilität als Folge der Arbeit auf den Plantagen wurden zunächst abgewiesen und schließlich mit einer einmaligen Entschädigung von 7500 $ abgetan.

Auch wer nicht direkt mit den Giftstoffen arbeitet, bekommt seine „Ration“ ab: Durch die Sprühflugzeuge, die großflächig die Plantagen einnebeln und damit natürlich auch die dazwischenliegenden Wohnsiedlungen der Arbeiter. Nachweislich liegen die Krebsrate und die Säuglingssterblichkeit in dieser Region weit über dem Landesdurchschnitt – Fälle von Hautkrebs sind um ein Vielfaches häufiger als anderswo.

Und wofür das alles? Mit einem Tageslohn von rund 20 $ kann man sich auch in Costa Rica nur mit Mühe über Wasser halten – Akkordarbeit und 6-Tage-Woche vorausgesetzt. Oft stellt die Firma eine Wohnung und bezahlt Strom und Wasser, auch Schulen werden gebaut. Man kann nicht behaupten, dass die Menschen glücklich sind mit ihrer Arbeit – aber dennoch: Besser diese als gar keine Arbeit, denn die Auswahl an Arbeitsplätzen ist gering.

Alle Texte aus: Reiseführer Costa Rica von Detlev Kirst und Kauderwelsch Spanisch für Costa Rica Band 113

Titelfoto: Detlev Kirst