»Cuba ist kein kommunistisches,
sondern ein kompliziertes Land.
«
Pedro Luis Ferrer

Cuba
República de Cuba
Republik Cuba

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
11 271 000 (77)

Bevölkerungsdichte
102 km²

Fläche
110860 km² (Weltrang 103)

Hauptstadt
Havanna (La Habanna)

Staatsform
Sozialistische laizistische Republik

 

Hauptsprachen
Spanisch

Währung
cubanischer Peso (Kub $)

Nationalfeiertag
01. Januar

Besucher/Touristen
2,7 Mio. intern. Ankünfte

Flugdauer
8.128,17 km ≈ 10 Std.

Nationalbaum
Königspalme

Nationalvogel
Tocororo

Berühmtester Revolutionär der Welt
Ernesto Che Guevara

Die kleinsten Frösche der Welt
Pygmäen-Frosch 12 mm Noblella pygmaea

Dies und Das

Natur

Cuba ist die größte Antilleninsel und trennt das Karibische Meer vom Atlantischen Ozean. Die Form Cubas wird oft mit einem auf dem Kopf liegenden Alligator verglichen, der immerhin 1200 km lang und 110 km hoch ist.

Obwohl viele Landstriche mit Zuckerrohr-, Tabak-, und Maisfelder bepflanzt sind, gibt es eine artenreiche Flora. 25 % der Insel sind mit Pinien- und Mahagoniewäldern bedeckt. An den Küsten wachsen Mangroven, Kokospalmen vermitteln karibisches Flair.

Tiere

In der Tierwelt hat Cuba Einzigartiges zu bieten. Es gibt eine ganze Reihe von endemischen Arten und sogar solche, von denen man dachte, sie seien längst ausgestorben. So lebt hier der Almiquí, der kleine Cuba-Schlitzrüssler, der sich von Insekten ernährt, die er mit seinem langen Rüssel aus Spalten und Ritzen saugt. Es gibt noch weitere Minitiere, eine der kleinsten Fledermäuse und winzige Frösche und ca. 7000 Insektenarten, neben ganz normalen Säugetieren.

Essen

© Jens Sobisch

Cubanische Küche hat ihre Ursprünge in den Kochkünsten der spanischen Kolonialisten vermischt mit den Essgewohnheiten der aus Afrika stammenden Sklaven. Die Hauptbestandteile sind Reis, Bohnen und Fleisch in verschiedenen Varianten und Kombinationen. Cubanische Spezialitäten sind z.B. arroz con frijoles negros = Reis mit schwarzen Bohnen, cristianos y moros/arroz congri = Reis mit Bohnen (cubanisches Nationalgericht), arroz con pollo = Reis mit Huhn usw.

Reisezeit

In der deutschen Sommerferienzeit muss man auf Cuba mit Temperaturen um die 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 % rechnen. Das ist die Regenzeit, die von Mai bis Oktober dauert. Die

Cubaner haben im August Ferien und bevölkern dann die Strände. Im Südosten der Insel liegen die Temperaturen im Durchschnitt um 1 bis 2° höher als im Westen. Im „Winter“ ist die Luftfeuchtigkeit wesentlich geringer und die Temperaturen bewegen sich um die 25 °C.  

Das ganze Jahr über geht die Sonne etwa um 6 Uhr auf und um 18 Uhr unter.

Religion

39 % Katholiken, 5 % Protestanten, 56 % konfessionslos bzw. afrocubanische Religionen

Musik/Tanz

Reggaeton - das ist eine Mischung aus Reggae, Hip Hop und spanischem Rap, die sich von Puerto Rico aus verbreitete. Nur Daddy Yankees Welthit „Gasolina“ erreichte Europa. Noch unbekannter ist die cubanische Variante „Cubaton“, die in den 1990er Jahren in Santiago entstand. In La Habana ist „Cubaton“ allgegenwärtig: Auf den Straßen, am Strand – überall dröhnt der Sound aus den Boxen. In den Clubs sind Salsa-Bands längst von Cubaton-Musikern verdrängt. Selbst die Platten von der bekannten Haila werden auf Cuba kaum verkauft, die Konzerte sind meist umsonst. Die Texte beschreiben die politische Situation und ihre Folgen. Man ist zornig über die Vermarktung cubanischer Musik im Ausland.

weiter

Salsa - die auch in Europa bekannte Salsa (wörtlich: Soße) ist eine besonders gelungene Mischung der vier Musikrichtungen Rumba, Son, Danzón und Trova, wobei der Son die Basis bildet. Die populärste Salsa-Band der jüngeren Vergangenheit sind die legendären „Los Van Van“ um den Sänger Juan Formell. Er nannte seine Mischung aus Son und Salsa „Timba“.

Zigarren

Überall auf der Straße wird man angesprochen, ob man Zigarren kaufen will. Die hat dann vielleicht der Bruder des Verkäufers in der Küche gebastelt und sie hat mit der berühmten Havanna nur das Aussehen gemeinsam. Also Hände weg vom Kauf auf der Straße! Wenn man eine gute Zigarre kaufen möchte, dann sollte man in die staatlichen Läden in La Habana gehen, in die großen Hotels oder eine Zigarrenfabrik besuchen. Der Kauf auf dem Airport vor der Abreise lohnt nicht, da die Auswahl dort begrenzt ist. Seit einigen Jahren haben die offiziellen Schachteln ein holografisches Siegel. Die Zigarrenproduktion ist ein jahrhundertealtes, kunstvolles Handwerk, dessen Beherrschung viele Jahre Erfahrung erfordert und auf Cuba in hohem Ansehen steht. Die puros habanos werden unter den Namen Partagas, Monte Cristo oder Cohiba in alle Welt exportiert und genießen unter Kennern Weltruhm.

©Peter Rump

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Dónde estáa …  –  Wo ist/Wo befindet sich …?

Tiene usted …?  –   Haben Sie …?

Por favor, déme …  –  Geben sie mir bitte …

Kauderwelsch Spanisch für Cuba

Dos and Don’ts

Man sollte beim Bezahlen im Restaurant unter Freunden nicht kleinlich sein, da es meist nur eine Rechnung pro Tisch gibt. Wenn man die Stunde des Zahlens verpasst hat, sollte man sich in der nächsten Bar revanchieren.

Auch muss man wissen, dass man in den besseren Restaurants einen Platz zugewiesen bekommt, also sollte man sich zuerst nach dem Kellner umsehen.

Cuba ist ein armes Land. Also sollte man Leuten, die man mag oder die einem geholfen haben, etwas schenken, nicht als Almosen, sondern als Aufmerksamkeit oder Dankeschön. Begehrt sind zum Beispiel Kleidungsstücke, Stifte, Papier und Kerzen.

Exkurs Rumkrieg

Zwischen dem Rumhersteller Bacardí und Havana Club, vertreten durch Pernod-Ricard, tobt ein Kampf, der von Bacardís Seite mit allen Mitteln geführt wird. Als Castro 1960 cubanische Betriebe verstaatlichte, floh die Familie Arechabala auf die Bahamas und destillierte dort mit den Bacardís weiter Rum. In der cubanischen Destille wurde unter dem Namen Havana Club produziert und exportiert. Bacardí unternahm daraufhin alles, um Cuba zu schaden und schreckte sogar vor Mord nicht zurück. Eine harmlosere Attacke war der Vertrieb eines Rums mit Namen „Havana Club“ von Bacardí, nach internationalem Recht ist das Piraterie und somit verboten. Cuba ist Mitglied des Abkommens für Internationale Marken Registrierung. Im cubanischen Büro für industrielles Eigentum sind außer Coca-Cola etwa 3000 weitere US Marken registriert, deren Einträge regelmäßig erneuert werden. Obwohl amerikanischen Unternehmen der Export nach Cuba untersagt ist und der Markenschutz nach drei Jahren Nichtvermarktung verfällt, erkennt Cuba diese Regelungen an. Leider hatte es Havana umgekehrt versäumt, in den boykottierten Ländern den Markenschutz zu erneuern, Dies veranlasste Bacardí das Recht für sich zu beanspruchen. Die EU und Pernod-Ricard verklagten daraufhin bei der WTO Bacardí wegen Betrugs, Raub des Markennamens und Täuschung des Verbrauchers. Das Bezirksgericht New York Süd entschied aufgrund des Helms-Burton-Gesetzes 1999 zugunsten von Bacardí. Allerdings schlugen die Wellen doch so hoch, dass Bacardí die Fälschung vom Markt nahm. Castro hatte 1994 persönlich Pernod- Ricard mit dem Export beauftragt, doch die Anwälte ermitteln weiter, Havana Rum and Liquors heißt nun Havana Club Holding, Bacardí kaufte 1996 von einer Liechtensteiner Firma das Havana Club- Markenrecht. Die Prozesse gehen weiter.

 

Alle Texte aus: Reiseführer Cuba von Frank Peter Herbst

Uhrzeit und Temperatur: Havanna

Titelfoto: Peter Rump