»Die Weide ist ein kleiner Baum; aber sie dient dazu die andern Bäume zu binden.«
Dänisches Sprichwort

Dänemark

Kongeriget Danmark
Königreich Dänemark

00:44 h | 14 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
5.590.000 (Weltrang 111)

Bevölkerungsdichte
130 pro km²

Fläche
43.098 km2 (Weltrang 130)

Hauptstadt
København (Kopenhagen)

Staatsform
Parlamentarische Monarchie

Hauptsprachen
Dänisch

Währung
Dänische Krone (DKK)

Nationalfeiertag
05. Juni

Flugdauer
671,19 km ≈ 1 Std.

Entfernung über Land
822 km

Mehrwertsteuer
25 %

„Wurstwagen“ in Kopenhagen
ca. 60 pølsevogn

Anzahl Sterne-Restaurants
12 in Kopenhagen (2013)

World Happiness Report 2012
Platz 1 weltweit (7,6 von 10 Punkten)

Körpergröße der kleinen Meerjungfrau
1,25 m

Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen
Seit 1989 (erstes Land weltweit)

Dies und Das

Natur

Die Flora des Landes kann man in zwei Bereiche unterteilen. Zum einen wäre da das landwirtschaftlich geprägte Dänemark, welches sich vor allem im Landesinneren präsentiert, und zum anderen gibt es den Küstenbereich, der mit zahlreichen Heidelandschaften aufwartet. Besonders in den Sommermonaten leuchten diese in schönstem Violett, was z. B. auf der Insel Rømø sehr gut zu beobachten ist.

Die Küsten der Nord- und Ostsee sind sehr unterschiedlich. An der Nordsee herrscht manchmal eine starke Brise und die Küste ist mit ihren langen und breiten Sandstränden eher flach. Direkt dahinter erscheinen schließlich die Dünen und die angesprochene Heide. An der Ostseeküste gibt es die eine oder andere Steilküste und eher steinigen Strand, der bei Weitem nicht so breit ist wie der im Westen des Landes.

© Franziska Feldmann

Tiere

Die dänische Natur unterscheidet sich nur unwesentlich von der deutschen. Rehe, Dam- und Rothirsche, Füchse und Dachse sind nur einige der möglicherweise anzutreffenden Tiere. Auch Vögel kann man in Dänemark sehr gut beobachten. Vor allem an den Küsten sieht man Seeschwalben, Seetaucher und  natürlich Möwen. An den Küsten Dänemarks leben Seehunde. Diese sieht man zumeist jedoch in der Nebensaison, da ein lauter Strand mit zahlreichen Menschen eher abschreckend auf die scheuen Tiere wirkt.

Essen

Berühmtheit genießt Dänemark für sein Smørrebrød, ein Sortiment raffiniert belegter Butterbrote. Wurst, Käse oder Fisch – auf ein richtiges Smørrebrød kann alles drauf, Hauptsache in üppigen Mengen und schön angerichtet. Stets exzellent ist auch alles an Fisch und Meeresfrüchten, die die riesige Fangflotte des Landes anliefert. Ob mariniert, gesalzen oder mit verschiedenen Saucen und Gewürzen angerichtet, landet vor allem der Hering verhältnismäßig oft auf dem Tisch der dänischen Bevölkerung.

Darüber hinaus gibt es den sogenannten Pølser, ein rotes Würstchen, bei dem es sich um das dänische Nationalgericht handelt. Allerdings nur, wenn der Pølser als Hot Dog in einem weichen Brötchen steckt und mit Sauce oder Mayonnaise und Zwiebeln garniert ist.

Reisezeit

© Lars Dörenmeier

Dänemark kann man ganzjährig bereisen. Lohnenswert ist die Zeit in der Nebensaison, also die Monate April, Mai, September und Oktober. In dieser Zeit gibt es sehr viele schöne sonnige Tage, an denen es zwar keine sommerlichen Temperaturen gibt, aber die ihren besonderen Reiz ausüben. Einsame Sandstrände, Ruhe und Erholung stehen in dieser Zeit im Vordergrund. Und gegen eine steife Brise, die man an der Nordsee erwarten kann, hilft einfach gute Kleidung.

Im Sommer hingegen wird es, ähnlich wie in Deutschland, sehr warm und trocken. Zwar sind die Strände dann gut besucht und auf so manchem Campingplatz fehlt es an Ruhe, doch dafür haben die Sehenswürdigkeiten des Landes geöffnet, von denen viele erst im Mai, manche sogar erst im Juni ihre Pforten öffnen.

Religion

81% Lutheraner, 4% Muslime; Minderheiten von Katholiken, anderen Protestanten u.a.

Lego

Wer kennt sie nicht? Aus fast keinem Kinderzimmer sind sie wegzudenken, die kleinen bunten Bausteine aus Kunststoff, mit denen sich zahlreiche Figuren, Autos, Häuser und ganze Landschaften zusammenbauen lassen.

Die Rede ist von den berühmten Legosteinen. Der Name Lego setzt sich aus dem dänischen Begriff „leg godt“ zusammen, was so viel bedeutet wie „spiel gut“. Gegründet wurden der Name und die Firma vom Schreinermeister Ole Kirk Christiansen, der sich ursprünglich auf Holzspielzeug spezialisiert hatte.

weiter

Die typischen Legosteine besitzen auf der Oberseite eine Hervorhebung, auf die ein anderer Stein aufgesetzt werden kann, da alle Steine auf der Unterseite hohl sind und sich wie Puzzleteile zusammenfügen lassen. Trotz zahlreicher Weiterentwicklungen, neuer Ideen und Bausteinen für Modethemen wie z. B. Harry-Potter-Legosteine sind alle Teile aus der heutigen Produktion kombinierbar mit Steinen aus den 1960er-Jahren.

Zur Firma Lego gehört auch die Marke Duplo. Duplosteine sind doppelt so groß wie die herkömmlichen Steine und wurden Ende der 1960er-Jahre eingeführt, um das Verschlucken von Steinen bei Kleinkindern zu verhindern.

Am berühmtesten sind aber wohl die legendären Legofigürchen, die aus einem Kopf, einem Ober- und einem Unterkörper bestehen und ebenfalls auf jedem Legostein befestigt werden können. Heute gibt es mehrere DVDs, in denen Legofiguren der Produktlinie Bionicle die Hauptrolle spielen, sowie zahlreiche Computerspiele mit virtuellen Legowelten.

„Echte“ Legowelten existieren bereits seit dem Jahr 1968. Im dänischen Billund wurde der erste Freizeitpark der Firma Lego eröffnet. Weitere folgten im englischen Windsor, im kalifornischen Carlsbad sowie in Günzburg/Bayern.

Angeln

© Michael Moll

Man darf Angeln wohl den dänischen Nationalsport nennen – wenngleich man dort auch gerne Fußball spielt. Zahlreiche jütländische Flüsse, die man mit der in Deutschland nicht unbekannten Korrigierwut begradigt hatte, sind wieder in ihren ursprünglichen Verlauf zurückversetzt worden; vor allem die Kreise Ribe und Ringkøbing sind da vorbildlich.

Große Beliebtheit genießen auch sogenannte Put&Take-Teiche, künstliche Anlagen, in denen vorwiegend nach Forellen geangelt wird. Es gibt fast 300 von diesen Teichen in Dänemark, die meisten in Jütland. Sie werden privat betrieben und kosten natürlich etwas: 60–120 dkr pro Tag. (Stundenweises Angeln ist ebenfalls möglich).

weiter

Für Put & Take benötigt man keinen Angelschein, für sonstige „Lustfischerei“ einschließlich des Hochseeangelns wird er, sofern man zwischen 18 und 65 Jahre alt ist, jedoch verlangt. Wer ohne

fiskekort geschnappt wird, zahlt 200 dkr Strafe. Man erhält den Angelschein auf Post- und Verkehrsämtern, in Angelzentren und -geschäften.

Besonders begehrte Beutefische sind Meerforellen, Lachs und Dorsch. Nicht erlaubt ist das Angeln an Bach- und Auenmündungen bis zu 500 m vor der Küste.

Infos in der Broschüre „Angeln in Dänemark“ des Dänischen Fremdenverkehrsamts oder:

www.angeln-dk.de | www.sportsfiskeren.dk | www.fisketips.dk | www.dagkort.dk (deutschsprachig)| www.lystfiskeri.dk (dänischsprachige Informationen)

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Goddag – Guten Tag

Farvel/På gensyn – Auf Wiedersehen

ja/nej – ja/nein

Undskyld/Tak – bitte/danke

åben – geöffnet

lukket/sluttet – geschlossen

Jeg vil gerne have/købe …– Ich möchte gerne … haben/kaufen.

Kauderwelsch Dänisch, Band 43 

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Deutsche Botschaft: www.kopenhagen.diplo.de

Dänische Botschaften: www.ambberlin.um.dk | www.ambberlin.um.dk | www.ambbern.um.dk

Dänischer Tourismusverband: www.visitdenmark.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Barrierefreiheit und Zugänglichkeit: www.godadgang.dk

Dachorganisation dänischer Campingverbände: www.daenischecampingplaetze.de

Dos and Dont's

In Dänemark ist es nicht üblich, Trinkgelder zu geben. Hierbei spielt es keinerlei Rolle, ob man nun beim Friseur sitzt oder im Café. Gezahlt wird nur das, was auf der Rechnung steht.

In Dänemark kann man am Wegesrand öfters kleine Verkaufsstände finden. Neben den Waren steht meist eine kleine Kasse, aus welcher man sich selbst mit Wechselgeld bedienen kann. Die Preise stehen an den Waren, ob es nun Kartoffeln, Erdbeeren, frisch gebackener Kuchen oder selbstgemachte Marmeladen sind. Man nimmt sich einfach so viel man möchte und bezahlt laut Preisliste. Ein schöner Brauch, der natürlich auf Vertrauen basiert, und es wäre schade, wenn dies missbraucht würde.

Witziges Dänen-Vokabular

barnelort –„Kinderkacke“ – Senf

cancerkasse – „Krebskasten“ – Raucherabteil

cremeskider – „Kremscheißer“ – Konditor

dummerkasse – „Dummenkiste“ – Fernseher

gravko – „Grabekuh“ – Bagger

knallert – „Knaller“ – Moped

lystbåd – „Lustboot“ – Jacht*

lystfiskeri – „Lustfischerei“ – Sportangeln*

pølsesnak – „Wurstgerede“ – dummes Zeug

regnfrakke – „Regenmantel“ – Kondom

torsk – „Dorsch“ – Blödmann

tørvetriller – „Torfroller“ – Langweiler

*) Hiermit pochen Dänemarks viele Berufsseeleute und -fischer auf sorgfältige begriffliche Unterscheidung.

Exkurs: Dänen sind...

Dänen sind...

  • Dänen sind geschäftstüchtig. In früheren Zeiten wurde für alle Schiffe, die den Öresund zwischen Dänemark und Schweden passierten, ein Wegezoll erhoben. Toleranterweise ließ man die Kapitäne den Wert ihrer Fracht selbst bestimmen – das ist echt dänisch. Nur ein ganz kleiner Haken war bei der Sache. Der König bedingte sich aus, die Frachten zum deklarierten Wert jederzeit aufkaufen zu können ... An derlei Methoden erinnert man sich auf dem Höhepunkt der Feriensaison, wenn die Preise vielerorts schmerzhaft anziehen. Dänemark ist halt ein kleines Land, aufs Geschäftemachen angewiesen.
  • Dänen sind Witzbolde. Das Komikerpaar Pat und Patachon stammte aus Dänemark, und auf den Straßen sieht man manche Figur, die ihren Rang einnehmen könnte. Wie humorig die Dänen sind, lässt sich schon daran ermessen, dass viele von ihnen offenbar nicht dem Drang widerstehen können, das P bei einem Postkasse mit rotem Nagellack zu übermalen. Dadurch wird der Brief- zum Käsekasten.
  • Dänen sind Sauberkeitsfanatiker. Das geht nicht nur ihr unmittelbares Umfeld an. Öffentliche Verkehrsmittel, städtische Straßen und Anlagen, das ist alles makellos. Auch auf dem ökologischen Sektor sind sie Vorreiter. Das erste Umweltschutzministerium der Welt wurde 1971 in Dänemark ins Leben gerufen, und die Ökogesetze des Landes zählen heute zu den strengsten überhaupt.
    Gegen AKWs haben sich die Dänen mehrheitlich ausgesprochen; es gibt keine und wird auch keine geben. Die Energieversorgung geht überhaupt diskret vor sich; sogar die hässlichen Überlandleitungen hat man, was in Deutschland scheinbar nicht gelingen will, unter der Erde verschwinden lassen. Dafür steht alles voller Windgeneratoren. Doch die sehen im Vergleich recht elegant aus, und sie drecken nicht.
  • Dänen sind Traditionalisten. Trachtenfeste, Oldtimertreffen, Parademärsche, Veteranenumzüge, das alles hegen und pflegen sie, und auf ihre Monarchie lassen selbst die rötesten Sozis nichts kommen.
  • Dänen sind Nationalisten. Voraussagbar flattert an Sonn- und Feiertagen vor fast jedem Häuschen der Dannebrog mit seinen pittoresken rot-weißen Farben, die sich so schön gegen einen blauen Himmel abheben und die Kamera auf den Plan rufen. Wenn der deutsche Feriengast, nicht faul, daneben Schwarzrotgold hisst, kann er von seinem dänischen Nachbarn ersucht werden, das Ärgernis zu entfernen. Widrigenfalls kommt die Polizei; es besteht eine gesetzliche Handhabe.
    Die patriotische Denkweise der Dänen spiegelt sich auch in erheblichem Unmut über die Europa-Mitgliedschaft wider. Zwar ist das Land bereits seit 1973 mit von der Partie, keineswegs aber mit überwältigender Mehrheit in der Bevölkerung. Der Maastrichter Vertrag war 1993 durch eine Volksabstimmung abgelehnt worden. Nach gewissen Garantien für Dänemark wurde das Papier dann doch durch ein Referendum akzeptiert, aber vielen Dänen passt die Chose immer noch nicht – siehe auch das Bild auf Seite 26. Der Widerstand richtet sich vor allem gegen wirtschaftliche Hegemonialgelüste, eingebildet oder nicht, des großen Bruders im Süden.
  • Dänen sind gesellig. In allen Kreisen und querbeet durch die Gesellschaft duzt man sich mit größter Bereitwilligkeit und redet sich mit dem Vornamen an. Das ist Teil der skandinavischen Kultur. Man nehme keinen Anstoß daran, sondern mache sich diesen Brauch zu eigen, um seinen Integrationswillen zu beweisen. De (Sie) und du liegen phonetisch ohnehin so eng zusammen (und verwenden die gleichen Konjugationsformen), dass einem der Unterschied kaum bewusst wird.
    Es gibt übrigens einen guten Grund, weshalb man den Vornamen dem Familiennamen vorzieht – zur besseren Unterscheidung. Zwei Drittel der dänischen Bevölkerung besitzen nämlich einen auf -sen endenden Namen. 7,7 % heißen Jensen (das ist mithin auch „der typische Däne“), 7,3 % Nielsen und 6,2 % Hansen. Danach folgen Pedersen, Andersen, Christensen, Larsen und Sørensen, und erst ganz hinten – auf dem 22. Platz – tauchen erste Nachnamen ohne -sen auf, fast schon Adelsprädikate.

Exkurs aus: Dänemark Nordseeküste, Roland Hanewald, S. 78

Alle Texte aus: Reiseführer Dänemark Nordseeküste von Roland Hanewald, Wohnmobil-Tourguide Dänemark von Michael Moll.

Titelbild: Roland Hanewald.