»Le vin pour boire, l´eau pour se raser.«
»Wein ist zum Trinken da, Wasser zum rasieren«

Französisches Sprichwort

Frankreich
République française
Französische Republik

01:11 h | 10 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
65.697.000

Bevölkerungsdichte
121 pro km²

Fläche
543.965 km² (47)

Hauptstadt
Paris

Staatsform
Parlamentarische Präsidialdemokratie

Hauptsprachen
Französisch

Fremdsprachen:
45 % der Franzosen sprechen mindestens eine

Währung
Euro

Nationalfeiertag
14.7.

Internationale Ankünfte/Touristen
81.411.00 (2011)

Flugdauer
0,6h

Entfernung über Land
573 km

Kreisverkehre
30.000 (Die meisten der Welt) (Stand 2013)

Schnecken:
Gut 30.000 bis 40.000 Tonnen Schnecken pro Jahr (stand 2008)

Froschschenkel
5000 Tonnen pro Jahr (stand 2008)

Einwohnerzahl der Gemeinde Rouchefourchat
1

Der älteste Mensch der Welt
122 Jahre und 164 Tage – Jeanne Louise Calment (lebte ihr ganzes Leben in Arles)

Pro-Kopf-Verbrauch an reinem Alkohol
10 – 11 Liter (2004)

Pro-Kopf-Verbrauch an Wein
60 Liter im Jahr

Dies und Das

Natur

Meere und Hochgebirge umrahmen Frankreich: Im Westen der Atlantik, südwestlich die Pyrenäen, südöstlich das Mittelmeer, östlich die Alpen. Dazwischen erstreckt sich von Tieflandebenen und Mittelgebirgen durchzogenes Hügelland. Zwei Drittel Frankreichs liegen unter 250 Metern! Während sich im Westen und Norden ausschließlich Flachland mit hügeligen Hochplateaus findet, ist die östliche Landeshälfte weit stärker durch Beckenlandschaften und Gebirge profiliert.

Vier große Ströme entwässern das Land. Die Seine fließt in den Ärmelkanal, die Loire in den Ostatlantik, die Garonne in die Biscaya, die Rhône ins Mittelmeer. Das vulkanische Zentralmassiv, das sich im Süden erhebt, wird im Norden vom Pariser Becken austariert, der Ile de France.

Tiere

Frankreich gilt als Paradies für Ornithologen, vor allem an der Küste findet man immer wieder kleine Unterstände und Aussichtsplateaus. Der Idealfall ist der Parc Ornithologique von Le Teich, der mit seinen 120 ha einen Teil der natürlichen Ökosysteme zwischen dem L´Eyre-Delta und dem Bassin d´Arcachon abdeckt. In manchen Jahren registriert der Park 300.000 Zugvögel und 260 nachgewiesene Arten. In den Gebirgswäldern Frankreichs leben dagegen eher Wildscheine und Rotwild, aber auch die Wildkatze kommt mancherorts noch vor. Autofahrer müssen zudem immer auf Straßenbegegnungen mit Schaf- und Rinderherden und deren Hinterlassenschaften gefasst sein.

Essen

Die raffinierte Kochkunst Frankreichs und die über Jahrhunderte währende Tradition gepflegter Tafelfreuden haben zu einem umfangreichen Repertoire klassischer Rezepte und Zubereitungsarten geführt – die dem Kenner das Wasser im Mund zusammenlaufen und den Unkundigen ratlos lassen.

Hinzu kamen in den letzten Jahren die Renaissance der regionalen Küche und die Experimentierfreudigkeit französischer Köche: Nach der Nouvelle Cuisine gab es viele andere Moden – nach TexMex, Sushi & Sashimi heißt es neuerdings East meets West – kalifornisch-asiatische Einflüsse mach sich bemerkbar. Dennoch stehen noch immer traditionelle Köstlichkeiten hoch im Kurs. Fisch (Saint-Pierre), regionaler Käse (Saint-Nectaire), Lammkoteletts (Côtes d’agneau), Mangoldstiele(côtes de bette), angemachter Quark (Cervelle de Canut) und sogar Kalbshirn (Cervelle de veau) sind in vielen französischen Restaurants fester Bestandteil der Speisekarte.

Reisezeit

Die Frage nach der besten Reisezeit in Frankreich kann unmöglich einheitlich beantwortet werden. Das gilt nicht nur für das gesamte Land, sondern schon für die einzelnen Regionen. Viel zu unterschiedlich sind die Wetterverhältnisse und nicht zuletzt auch die Ansprüche des Reisenden. Franzosen lieben Urlaub im eigenen Land, sodass während der französischen Schulferien hinsichtlich Unterkunftssuche und Verkehr am meisten los ist. Vor allem im August setzt ein großer Run auf die sommerlichen Ferienkolonien der Kinder ein. Frankreichs Lehrer und Schüler nehmen sich nicht weniger als fünf Ferienauszeiten pro Jahr. Wer also nicht auf die Schulferien festgelegt ist, sollte seine Reise in den Frühling oder in den frühen Herbst legen. Das kulturelle Angebot ist dann zwar schmaler, aber dafür erleben Sie das Land dann ohne Saison-Stress.

Religion

„Nicht gläubig, aber katholisch“, diese Charakterisierung Mazarine Pingeots ihrer Beziehung zur Kirche, trifft auf die große Mehrheit der Franzosen zu.

Mehr als 40 Millionen Einwohner sind Katholiken. Was Frankreich von anderen katholischen Ländern unterscheidet, ist die strikte Trennung von Staat und Kirche, Laizismus genannt.

Der Islam bildet die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Frankreich. Schätzungen sprechen von 3,5 bis 5 Millionen Moslems im Land, aus ungefähr zwölf verschiedenen Herkunftsländern. Die Integration der Muslime gehört heute zu den brennendsten innenpolitischen Themen in Frankreich.

Mit ca. 520.000 Mitgliedern lebt in Frankreich eine der größten jüdischen Gemeinden Europas. In der Hauptstadt befindet sich sogar eine der größten jüdischen Gemeinden der Welt. Es gibt jüdische Radiosender, Fernsehprogramme und Zeitungen.

Eine kleine Minderheit von knapp einer Million bilden die französischen Protestanten. Ihr Glaube war in Frankreich verboten oder bloß geduldet neben dem allmächtigen Katholizismus. Heute gehören sie oft dem gehobenen Bürgertum an.

»Lieben kann man überall. Geld gewinnen kann man überall, das äußere Wohlsein erreichen kann man überall. Aber um nichts glücklich sein, durch die Straßen streichen und die Häuser mit dem Blick umfangen: Gott sei Dank, dass ihr alle da seid. Zum Nachbar ja sagen, immer nur runde Ecken vorfinden, betrunken sein, weil man diese Luft einatmet: Das kann man nur bei dir.«

Kurt Tucholsky, Dank an Frankreich (Ein Pyrenäenbuch)

Tipps

Wörter die weiterhelfen

In ganz Frankreich spricht man französisch. Das steht sogar in der Verfassung: „La langue de la République est le français“ (Artikel 2)

Oui – ja

Non – nein

Merci – Danke

s’il vous plaît – bitte

soyez le bienvenu! – Herzlich willkommen!

Bonjour! – Guten Tag!

Bonsoir! – Guten Abend!

Comment allez-vous? – Wie geht es ihnen?

Ça va? – Wie geht’s?

Ça va. – Danke gut!

Au revoir! – Auf Wiedersehen!

Bonne chance! – Viel Erfolg!

Salut! – Hallo! / Tschüss!

Je ne sais pas. – Ich weiß nicht.

Bon appétit! – Guten Appetit!

A votre santé! – zum Wohl!

L’addition, s’il vous plaît! – Die Rechnung bitte!

Félicitations! – Glückwunsch!

Pardon! / Excusez-moi! – Entschuldigung!

Dommage! – Schade!

Jes suis désolé! – Es tut mir sehr Leid!

Tu as envie de prender un café chez moi? – Hast du Lust, einen Kaffee bei mir zu trinken?

Tu rigoles! – Du machst wohl Witze!

Kauderwelsch Französisch, Band 40

Dos and Dont's

Alle Franzosen, so sagt man, sind Lebenskünstler. Die Franzosen besitzen angeblich eine besondere Gabe, das Leben zu genießen, einen Lebensstil, der es ermöglicht, die Gegebenheiten lächelnd hinzunehmen oder sogar zum eigenen Vorteil zu verändern. Dem deutschen Hang zu Effizienz und Ordnung wird gerne die französische Neigung zu Leichtigkeit und Improvisation entgegengesetzt. Zwang, Routine und Stetigkeit sind ihm verhasst. Mittags mal die Pause etwas ausdehnen, das macht er mit einem charmanten Augenzwinkern wieder gut.

Wichtigstes Element in der französischen Gesellschaft ist die Konversation, die geistreiche Plauderei unter Gleichgesinnten über Politik und Gesellschaft, über Kultur und Aktuelles. Das Spiel der gebildeten Anspielungen muss man beherrschen, um Zugang zu der Gruppe zu finden. Der französische Konversationsstil gilt als ein wenig oberflächlich, aber lebhafter und witziger, weniger theoretisch und systematisch und mehr auf das Augenblicksurteil des guten Geschmacks vertrauend. Schlagfertigkeit, Zweideutigkeit und Ironie sind die besten Mittel, eine Auseinadersetzung zu bestehen. Auftreten und Statur, Haltung, Aussprache, Umgangsformen und Lebensart sind weit wichtiger als abfragbares Wissen. Die Distanzierung von den Dingen, über die man redet, prägt den Diskussionsstil. Bedingungslose Identifikation gilt als unangemessen. Eine „Herzenssache“ zu vertreten, ist im lockeren Geplauder genauso tabu wie pedantische Genauigkeit oder didaktischer Eifer.

Für alles gibt es Regeln in Frankreich, das trifft vor allem auf das Verhalten im Restaurant zu. Neben der spezifischen Reihenfolge der Gerichte und den jeweils dazu passenden Getränken gibt es vielfältige Geschirrvorschriften und spezielle Bestecke und Geräte zum servieren. Die hohe Kunst des Essens wurde in Frankreich entfaltet, vielfach wurde die französische Essetikette sogar zum Model für vorbildliche Manieren schlechthin.

Die Tabuisierung aller Essgeräusche steht ganz oben auf dem Essenskodex. Schlürfen und Rülpsen ist völlig verpönt. Obst ist man generell mit dem Messer. Geächtet ist es auch, das Fleisch erst mit dem Messer in der rechten Hand zu schneiden und dann mit der Gabel in derselben Hand aufzupicken; die Gabel wird immer links gehalten. Brot nie schneiden, sondern brechen. Als Respektlosigkeit gegenüber der Kunst und Mühe des Kochs gilt das Salzen oder Nachwürzen eines Gerichts, bevor man überhaupt den ersten Bissen probiert hat.

Was den Franzosen oft an den Deutschen missfällt, ist deren Art, immer alles aufzuessen. In Frankreich lässt man einen „Anstandsrest“ übrig, häuft sich auch nicht hemmungslos den Teller voll, sondern isst vornehm, d.h. wenig. Vollends unmöglich benimmt sich der, der sich auch noch die Reste einpacken lässt.

In allen Lokalen sollte man als Gruppe die Rechnung immer gemeinsam bezahlen. Wenn auf der Speisekarte service compris steht, ist das Geld für die Bedienung im Preis inbegriffen. Wenn jedoch service non compris vermerkt ist, werden etwa 15 % auf den Betrag aufgeschlagen.

Exkurs: Zubereitung eines Taschenkrebses

Rezept für 500 g: Ca. 2 l Wasser mit etwa 50 ml Essig, 1 Esslöffel Salz, ca. 10 Pfefferkörner, 1 Lorbeerblatt, 1 geschnittene Zwiebel, 1 geschnittene Karotte und etwas Thymian oder Herbes de Provence zum Kochen bringen. Das lebende Tier mit dem Kopf zuerst in wirklich kochendes Wasser halten (der Tod tritt dann sehr rasch ein). Etwa 10 Min. auf kleiner Flamme kochen lassen (größere Tiere: 15–20 Min.). Normalerweise fallen beim Kochen Zangen und einige Beine vom Körper ab, es sei denn, sie werden vorher mit Schnur oder dünnem Draht festgebunden. Nach dem Kochen das Tier herausnehmen und abkühlen lassen. Die übliche Servierweise ist kalt, gelegentlich lauwarm. Um an das wohlschmeckende Muskelfleisch zu gelangen, benötigt man eine Zange, die in französischen Restaurants einem Hebel-Nussknacker gleicht. Eine Zange aus der Werkzeugbox tut es aber auch. Die Schalen der Gliedmaßen und der Scheren werden mit der Zange aufgebrochen, das Fleisch wird mit einem schmalen Messer oder einem Teelöffelstiel herausgezogen. Schwieriger ist es, an den essbaren Inhalt des Körpers zu gelangen. Zuerst werden der Schwanz und die Fressschaufeln herausgebrochen. Nun kann man mit einem spitzen Messer am Maul ansetzen und die inneren Beinmuskeln, die in einem gemeinsamen Kalkgehäuse stecken, von der Schale trennen. Jetzt beginnt die Feinarbeit, denn es ist nicht ganz einfach, das Fleisch der Muskelfasern mit dem Messer herauszuziehen. Reine Geschmackssache ist es, ob die weicheren Teile aus den Rändern des Rückenpanzers mitgegessen werden oder nicht…

Exkurs: Der Sonnenofen von Odeillo

3000 Stunden scheint die Sonne alljährlich auf die Cerdagne nieder; kein anderes Gebiet in Frankreich kann an diese beeindruckende Zahl heranreichen. In den 1950er Jahren entschloss man sich deshalb, die sonnigen Verhältnisse nicht mehr ausschließlich touristisch, sondern auch wissenschaftlich zu nutzen. So wurde im Dorf Odeillo nahe Font-Romeu ein Sonnenofen erbaut, der mit einer Fläche von beinahe 3000 Quadratmetern der weltweit umfangreichste seiner Art ist und sogar den Pariser Triumphbogen an Größe übertrifft. Seit seiner Fertigstellung dient das mit 9500 Spiegelelementen versehene Bauwerk aber nur der Forschung – eine kommerzielle Nutzung in Form von Stromerzeugung war niemals geplant. 63 bewegliche, auf den jeweiligen Stand der Sonne ausgerichtete Spiegel fangen die einfallenden Strahlen ein und werfen sie auf den gigantisch anmutenden Parabolspiegel, das Herzstück der Anlage. Hier entstehen im Brennpunkt Temperaturen von bis zu 3800 Grad, die es ermöglichen, sämtliche Metalle zu schmelzen. Zahlreiche Wissenschaftler nutzen diese Temperaturen, um das Verhalten keramischer, außergewöhnlich feuerfester Materialien bei extremer Hitze zu erforschen.

Exkurs: Die Bestie – Bête du Gévaudan

Das berühmteste „Tier“ der Margeride, die Bête du Gévaudan, soll zwischen Juli 1764 und Juni 1767 bis zu 100 Frauen und Kinder getötet und verschlungen haben. Erste Zeugnisse aus dem Jahr 1764 berichten davon, dass eine Frau auf dem Feld von einer Bestie angegriffen wurde und ihr Leben den Ochsen verdankt, die mit den Hörnern die Bestie von der Größe eines Esels in die Flucht schlugen. Nach dieser ersten Begegnung begann die Bête du Gévaudan Frauen und Kinder zu töten und ihnen das Herz sowie andere Organe aus dem Leib zu reißen. Die Spekulationen über das Untier verdichteten sich, und man nahm an, dass es sich um einen Werwolf handeln könnte. Die Bauern der Margeride baten schließlich den Königshof um Hilfe. Ludwig XV. sandte daraufhin einen starken Truppenverband in die Region. Die Soldaten verkleideten sich sogar als Frauen, weil sie annahmen, dass die Bestie „leichtere Beute“ eher angreifen würde. Jedoch blieben alle Bemühungen erfolglos. Trotzdem hörten die Überfälle auf, und die Truppen zogen ab. Natürlich begann der Spuk nach dem Abzug der Truppen erneut. Eine hohe Belohnung wurde für die Ermordung des Tieres ausgesetzt, mit der Folge, dass in dieser Zeit weit mehr als 100 Wölfe getötet wurden. Trotzdem schien sich die Zahl der brutalen Morde an Kindern noch zu erhöhen. Im Juni 1767 beschloss der Marquis d’Apcher der Bestie zu Leibe zu rücken und versammelte mehrere 100 Jäger, die das ganze Land systematisch durchforschten. Jean Castel gelang es, die Bête du Gévaudan durch einen Herzschuss mit einer Silberkugel zu erlegen. Noch fast 250 Jahre nach diesen tragischen Ereignissen und trotz zahlloser Untersuchungen bleiben die Ereignisse rätselhaft. War diese Bestie ein Werwolf, ein in dieser Gegend unbekanntes Tier, ein böser Zauberer, eine Teufelserscheinung, ein Irrer oder das Produkt einer Massenhysterie? Im Musée Fantastique de la Bête du Gévaudan in Saugues kann man der Bestie in Bildern, Filmen und fantasievollen Dokumentationen begegnen

Alle Texte aus: Kulturschock Frankreich von Gabriele Kalmbach, Fahrradführer Europa von Hebert Lindenberg, französisch kulinarisch wort für wort von Gabriele Kalmbach, Südwestfrankreich Aquitanien & Atlantikküste von Andreas Drouve, Pyrenäen –Handbuch für indivuiduelles Entdekcen von Michael Schuh, Auvergne, Cevennen, Zentralmassiv von Bettina Forst, Französisch 3 in 1, Bretagne von Wilfried Krusekopf /Eberhard Homann.