Was man nicht kennt, kann man nicht lieben.
Tak kenal, maka tak sayang.

Indonesisches Sprichwort

Indonesien
Republik Indonesia
Republik Indonesien
 

13:41 h | 32 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl:
246.864.000 (4)

Bevölkerungsdichte:
129 pro km²

Fläche:
1.912.988 km² (Weltrang 14)

Hauptstadt:
Jakarta

Staatsform:
Republik

Hauptsprachen:
Indonesisch
(Bahasa Indonesia)

Währung:
Indonesische Rupie (Rp)

Nationalfeiertag:
17.08.

Internationale Ankünfte/Touristen:
7.650.000

Flugdauer:
11 118,40 km ≈  14 Std.

Entfernung über Land:
15.303 km

Muslime:
191 Millionen

Inseln:
17.508

Küstenlinie (2):
54.716 km

Einwohnerreichste Insel:
Java 127 Mio.

Reisanbaufläche (3):
13.443.443 ha

Höchster Berg:
Puncak Jaya 5030 m

Längster Fluss:
Barito 885 km

Palmölexport (1):
17,6 Mio. Tonnen (2011)

Dies und Das

Natur

© Peter Rump

Noch wachsen in Indonesien unendlich viele verschiedene Pflanzenarten, u.a. auf Sumatra und Borneo die größte Blume der Welt, die „schwarze Orchidee“ (Rafflesia arnoldii), deren Blüte bis zu einen Meter Durchmesser und ein Gewicht von 7 kg erreicht. Auch ein anderer Gigant ist in Sumatras Wäldern zu finden, der Amorphophallus titanum, ein bis zu 2,50 m hohes Aaronstabgewächs. Besonders den Nordwesten Sumatras säumt eine Schwemmlandküste mit dichten Mangrovenwäldern. Auch an den Küsten anderer Inseln wachsen Mangroven, aber nicht in vergleichbar großer Ausdehnung. Die Vegetation im Inneren der Inseln wird durch die Menge des Niederschlages und die Höhenlage bestimmt.

weiter

Bis in ca. 1000 m Höhe gedeiht tropischer Regenwald, der noch in großen zusammenhängenden Gebieten Sumatras (ca. 60 %) und Kalimantans (ca. 70 %) zu finden ist. Java hat nur noch etwa 20 % Regenwälder, weil der stetig steigende Bedarf an Ackerfläche zur Abholzung führt. Die Kleinen Sunda-lnseln verfügen nur noch über knapp 10 %. Auffällig ist der Gegensatz zwischen dem westlichen und dem östlichen Indonesien. Da im Osten, ab der Mitte Javas, weniger Regen fällt, findet man dort zum Teil Laub abwerfende Monsunwälder. Hier fallen die Blätter der Bäume nicht wie bei uns im Herbst, sondern in der Trockenzeit, weil sich der Baum vor überflüssiger Wasserverdunstung schützt. Überall in Indonesien haben ausgedehnte Plantagen die ursprüngliche Vegetation verdrängt.

Tiere

© Rolf Pfänder

Die Tierwelt Indonesiens spiegelt die Frühgeschichte des Archipels wider. Früher gab es Landverbindungen zwischen Inseln, die heute unter der Meeresoberfläche liegen und die Besiedlung der Inseln ermöglichten, andererseits gab es tiefe tektonische Brüche, heute Tiefseegräben, die eben diese Wanderungen verhinderten. Westlich der sogenannten Wallace-Linie, der unsichtbaren „Grenze“ zwischen Borneo und Sulawesi und weiter südlich zwischen Bali und Lombok, lebt eine altweltlich-asiatische Tierwelt. Östlich davon unterscheidet sich die Fauna deutlich, sie ist australisch beeinflusst. Die großen Raubkatzen, Tiger und Panther, sind über Sumatra und Java bis Bali vorgedrungen. Größere Populationen gibt es heute nur noch auf Sumatra. Auf Java ist der Tiger fast, auf Bali vollständig ausgerottet worden. Hier wurde der letzte Tiger 1937 in Sumbar Kimar, Westbali, erschossen. Panther gibt es noch auf Sumatra und Java.

weiter

Elefanten sind bis Sumatra und Borneo gelangt. Größere Herden gibt es heute noch in Südsumatra. Orang Utans gibt es sowohl auf Sumatra als auch auf Borneo, jedoch nur sehr wenige. Nashörner in geringer Zahl werden gelegentlich auf Java und Sumatra gesehen. All diese Tiere hat es auf Sulawesi, den Kleinen Sunda-lnseln (Ausnahme Bali) und den Molukken nie gegeben. Dafür leben Beuteltiere auf Sulawesi.

Überall vertreten sind in Indonesien Affen zahlreicher Arten, Wildschweine, Schlangen wie etwa Pythons, Krokodile (außer auf Bali, Lombok und Sumbawa), Hirsche und Rehwild. Es gibt Hunderte von Vogelarten, unzählige Insektensorten, riesige Schmetterlinge und bizarre Käfer.

Die Tierwelt Irian Jayas (Papua Neuguinea) ist völlig anders, hier findet man z.B. den Helmkasuar und die wunderschönen Paradiesvögel.

Die Insel Komodo, mit ihren urweltlichen Riesenechsen, den Komodo-Waranen, kann man auf einem Wochenausflug von Bali oder Lombok aus besuchen.

Essen

Die indonesische Küche hat eine große Tradition. Alle durchreisenden Mächte haben ihre Spuren hinterlassen: Chinesen und Inder, Araber und Holländer. Exotische Gewürze waren es, die schon im 3. Jh. die Araber und Inder ins Land lockten. Immerhin ist Indonesien das Ursprungsland von Gewürzen wie Nelken, Pfeffer oder Muskat. Indonesische Gerichte können recht scharf sein, niemals sind sie aber so feurig wie die in Thailand, Südindien oder Sri Lanka, allerdings in der Regel stärker gewürzt als die chinesische Küche. Charakteristisch für indonesische Gerichte sind Bestandteile wie Sojasprossen, Kokosfleisch, Kokosmilch, Chili, Ingwer, Erdnüsse. Gemüse und Fleisch werden häufig im Saft von ausgepresstem Kokosfleisch (Santen) gekocht und bekommen dadurch einen ganz unverkennbaren Geschmack. Gebraten wird oft in Kokosnussöl, was sich ebenfalls geschmacklich bei Fisch, Fleisch und Gemüse bemerkbar macht. Bananen werden als Gewürz verwendet, gekocht oder gebraten.

weiter

Der größte Anteil eines Gerichtes besteht immer aus Reis: gekocht, gebraten, gebacken, als schwarzer oder weißer Reis, süß, scharf, salzig, sauer, in Bambusrohren geröstet und in Bananen- oder Palmblättern gekocht. Der Anteil an Gemüse, Fleisch oder Fisch ist für den europäischen Geschmack recht klein, oft gibt er dem riesigen Berg Reis nur etwas Beigeschmack. Alles, was in der Speisekarte mit Nasi beginnt, bezeichnet ein Reisgericht.

© Bettina David

Reisezeit

Das Klima in Indonesien ist durchweg tropisch-feuchtheiß. Die Temperatur  beträgt im Durch schnitt ca. 26 °C in Meereshöhe. Je höher man steigt, desto niedriger wird sie (z.B. Bandung, 750 m ü.d.M., Durchschnittstemperatur 23 °C). Die relative Luftfeuchtigkeit kann 90 % überschreiten. Nachts kühlt es sich im Flachland nur geringfügig ab. Es gibt keine Jahreszeiten im europäischen Sinne (Schnee kommt nur auf den Berggipfeln Irian Jayas vor), aber eine Einteilung in Monate mit mehr und Monate mit weniger Niederschlägen ist möglich.

weiter

Der Wintermonsun (Westmonsun) bringt südlich des Äquators in den Monaten November bis März Regen, im Sommermonsun (Ostmonsun) dagegen herrscht den Rest des Jahres über relative Trockenheit, wobei sich auch in diesem Teil der Welt das Klima verändert. So war die Regenzeit 2010 zu trocken, während die Trockenzeit zu feucht war. Die Regenmenge verteilt sich nicht gleichmäßig über alle Inseln. In Balikpapan (Kalimantan) fallen jährlich 4000 mm Niederschlag, während die Provinzen Nusa Tenggara (Barat und Timur) oft unter ausgesprochenem Wassermangel leiden. Aber egal, wo man sich aufhält, es gibt auch während der Regenzeit selten Tage ohne Sonnenschein. Die Länge der Tage ändert sich, so dicht am Äquator, das ganze Jahr über nicht. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind es stets zwölf Stunden.

Religion

87 % Muslime, 7% Protestanten, 3 % Katholiken, 2 % Hindus, 1 % Buddhisten, indigene Religionen

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Selamat pagi, siang, soré, malam         
Guten Morgen, Mittag, Nachmittag, Abend

Apa Khabar?                                       
Wie geht’s?

Baik, baik.                                          
Gut, gut.

Ya  - tidak                                           
Ja – nein

Ada                                                    
Gibt es?

Ya ada!                                               
Ja, es gibt?

Tidak ada!                                          
Nein, gibt es nicht!

Saya mau …                                       
Ich möchte …

Terima kasi                                        
Danke

Sama sama                                        
Gleichfalls, auch so

Ma’af                                                  
Entschuldigung

Kleine Sprachhilfe
Kauderwelsch Indonesisch, Band 1

Dos and Don'ts

Lächeln: Indonesier lächeln gern (fast immer und fast überall). Im Westen lächelt man nicht jeden an, aber in Indonesien kann man es lernen. Es gibt ein gutes Gefühl. Allerdings bedeutet ein Lächeln nicht unbedingt, dass einem das Gegenüber auch wohlgesonnen ist!

Wutausbrüche und Schreien sind völlig unakzeptierte Verhaltensweisen. Man zeigt seine Wut nicht, nur Kinder verlieren die Selbstkontrolle und schreien. Die Reaktion des Gegenübers wird Unverständnis und Distanz sein. Wer sich nicht beherrschen kann, verliert sein Gesicht.

Harmonie ist das Hauptziel einer jeden Erziehung in Indonesien. Persönliche Gefühle stören diesen Harmoniezwang, wenn sie ausgedrückt werden. Selbst übelste Beleidigungen werden mit einem lachenden Gesicht beantwortet. Über das Innenleben des Einzelnen sagt diese „Maske“ freilich nichts. Man frisst Zorn und Ärger in sich hinein.

Essen: In ländlichen Gegenden wird das Essen noch häufig auf Bananenblättern serviert und mit den Fingern gegessen. Natürlich sind auch Teller und Besteck weit verbreitet, zumindest ein Exemplar findet sich in jeder Küche für „feinere Leute“. Es braucht nur ein wenig Übung, aber dann macht es viel Spaß, genauso geschickt mit den Fingern zu essen wie ein Indonesier – ohne sich von oben bis unten zu bekleckern. Elementar und eine wunderbare Möglichkeit sich zu blamieren ist die Tatsache, dass ausschließlich mit der rechten Hand gegessen werden darf. Die Linke ist unrein, mit ihr die Reinigung auf der Toilette vollzogen.

Wenn es Besteck zum Essen gibt, besteht dies aus Löffel und Gabel. Messer benötigt man nicht. Falls es etwas zu schneiden gibt wie Fleisch oder Fisch, dann hat der Koch das bereits getan. Die Stücke sind „mundgerecht“ vorbereitet. Gelöffelt wird mit der rechten Hand.

Begrüßung: Zur Begrüßung reicht man sich die rechte Hand: nur eine leichte Berührung, bloß nicht kräftig schütteln. Anschließend führt man, insbesondere in muslimischen Gebieten, seine Hand ans Herz. Eine wirklich schöne Art der Begrüßung.

Die linke Hand ist unsauber, da sie das Toilettenpapier ersetzt. Um Menschen zu begrüßen, zu berühren, zum Essen, um etwas anzunehmen oder weiterzugeben, wird ausschließlich die rechte Hand benutzt. Das gilt auch in Situationen, wenn z.B. die rechte Hand nass oder dreckig ist, und jemand einen mit Handschlag begrüßen will. Nicht, wie bei uns, ersatzweise die Linke reichen!

Die Füße sind der unsauberste Teil des Körpers. Es ist mehr als unhöflich, beim Sitzen auf dem Boden oder in anderen Situationen die Fußsohlen auf eine Person zu richten. Befindet man sich allerdings in vollen Bussen oder auf Fähren, lässt sich diese Regel nicht immer einhalten, sie ist dann außer Kraft gesetzt. Füße etwa auf den Tisch zu legen oder auf eine ausgebreitete Matte zu trampeln ist immer äußerst unhöflich.

Exkurs: Ein Tag im Leben einer indonesischen Frau

Der Tag beginnt für die Frauen (zumindest für die ohne Hausmädchen in der Regel deutlich früher als für die Männer, wird von ihnen doch erwartet, rechtzeitig den Reis und die Beilagen für das Frühstück zu kochen, damit dann die Männer und Kinder nach dem Aufstehen etwas zu essen haben. Nicht wenige Frauen in den Dörfern und städtischen „kampung“ stehen schon um vier Uhr morgens auf, um Wasser für das Morgenbad zu holen, Essen zu kochen, den Hof zu fegen und Waren und Snacks vorzubereiten, die man im Laufe des Tages auf dem Markt oder im eigenen kleinen „warung“ vor der Tür verkaufen will. Tagsüber wollen die Kinder versorgt werden, die Arbeit auf den Reisfeldern erfordert viel Kraft und wenn noch Zeit ist, werden nebenbei in Handarbeit kleine Produkte für den Verkauf hergestellt. Stehen Feierlichkeiten an, muss natürlich viel vorbereitet werden – das Kochen und Herstellen von Opfergaben dauert bis tief in die Nacht. Und auch sonst endet der Arbeitstag für Frauen später als für Männer: Nach der Feldarbeit und anderen außerhäuslichen Tätigkeiten steht noch die Hausarbeit an, während die Männer längst entspannt rauchend ihren Feierabend mit Freunden genießen.

Aus: Reiseführer Bali & Lombok von Gunda Urban, Peter Rump und Stefan Blank, KulturSchock Indonesien von Bettina David

Uhrzeit und Temperatur: Jakarta

Titel: © Bettina David