»Heimskt er heima alið barn«
»Wer immer zu Hause bleibt, wird dumm«
Isländisches Sprichwort

Ísland

Island

23:10 h | 12 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
328.000

Bevölkerungsdichte
3,2 Einwohner pro km²

Fläche
103.000 km²

Hauptstadt
Reykjavík

Staatsform
Parlamentarische Republik

Hauptsprachen
Isländisch (Pflicht-Fremdsprachen: Englisch, Dänisch)

Währung
Isländische Krone (IKR)

Nationalfeiertag
17.6.

Internationale Ankünfte/Touristen
800.000

Flugdauer
2376 km ~  3 Std.

Entfernung über Land und Wasser
3306 km

Nato
Gründungsmitglied (1949)

Unabhängigkeit
seit 1918 (Königreich Island)

Streitkräfte
0 (Island besitzt kein eigenes Militär)

Gletscher Vatnajökull
Europas größtes Eisvolumen, mit einer bis zu 1.000 m dicken Eisschicht

Erdbeben
~ 45 pro Tag (meistens sehr schwach)

Anzahl der Schafe
470.000 (1,5 mal so viele wie Menschen)

Aberglaube
8% sind sich sicher, dass Elfen existieren

Letzter Papstbesuch
1989

Letzte Sichtung eines Eisbären
1994

Export von Fischprodukten
76% des gesamten isländischen Export

Nutzbarkeit der Landfläche
Fast 80% der Fläche sind NICHT durch den Menschen nutzbar

Anzahl der McDonald’s-Filialen
0 (seit 2009)

Dies und Das

Natur

Island hat mit allen Inseln eine Fläche von 103.000 km². Das entspricht etwa der Größe der beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern zusammen. Das Festland allein ist nur wenige Quadratkilometer kleiner. Von Osten nach Westen erstreckt es sich über 520 km, von Norden nach Süden über 320 km. Heimaey, die Hauptinsel der Westmänner-Inseln, ist mit einer Fläche von 11,3 km² die größte Insel. Die Insel Grimsey (5,3 km²) liegt am Polarkreis.
Topografisch erhebt sich das Land von Meereshöhe bis auf 2119 m. Ein Viertel des Landes liegt unterhalb von 200 m über NN, 65% zwischen 200 m und 1000 m. Die Landschaft wird von Gebirgen, sandigen Hochebenen, tiefen Flusstälern, Seen, Gletschern, Vulkanen und Lavalandschaften bestimmt. Im Westen, Norden und Osten reichen Fjorde tief ins Land hinein.

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Im Süden gibt es einen breiten Streifen aus fruchtbarem Land, der Ackerbau und in geringem Ausmaß Viehzucht ermöglicht. Diese landwirtschaftlich nutzbare Fläche beträgt nur etwa 1000 km². Weitere 22.000 km² Weideland stehen für die Zucht der anspruchsloseren Schafe zur Verfügung. Die restlichen 80.000 km² sind unfruchtbar und meist unbewohnt. Besiedelt sind nur die Gebiete in Küstennähe. Hier liegen fast alle Ortschaften, und hier spielt sich weitgehend das Leben der Inselbewohner ab.

Island ist reich an Süßwasser. Dieses stammt aus den Niederschlägen und dem schmelzenden Eis der riesigen Gletscher. Das Wasser sammelt sich in insgesamt 250 Flüssen, von denen einige für die kleine Insel eine beachtliche Größe erreichen. Der breite Þjórsá ist mit 230 km der längste Fluss Islands. Seine durchschnittliche Wassermenge beträgt 400 m³/s; während der Schneeschmelze kann sie auf über 1000 m³/s anschwellen. Der 206 km lange Jökulsá á Fjöllum ist der zweitlängste Fluss. Er entspringt dem Vatnajökull, durchfließt die Sandwüste Odáðahraun, bildet den grandiosen Canyon Jökulsárgljúfur mit den Wasserfällen Selfoss, Dettifoss, Hafragilsfoss, Réttarfoss und Vigabergsfoss und mündet schließlich im äußersten Norden in den Axarfjörður.

Tiere

Vögel finden in Südisland günstigere Lebensbedingungen als in den weiter südlich gelegenen Ländern Europas. Von den 110 Vogelarten, die häufiger anzutreffen sind, brüten etwa 80 in Island. Einige sind Zugvögel, sie kommen im Mai auf die Insel, um zu brüten, Ende August verlassen sie wieder das Land. Andere bleiben das ganze Jahr über da. Die meisten Vögel kommen aus Europa. Eistaucher (Gavia immer), Kragenente (Histrionicus histrionicus) und Spatelente (Bucephala islandica) stammen aus Nordamerika. Die Vogelpopulation unterscheidet sich deutlich von derjenigen in anderen Ländern. Es gibt viele Wasser- und Sumpfvögel, aber wegen fehlender Gehölze und Nahrungsquellen nur wenige Singvögel. Der häufigste Vogel an den Küsten Islands ist der Papageitaucher.

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Im Meer um Island leben mehrere Walarten. Am häufigsten sind Zwergwale (Balaenoptera acutorostrata), Schweinswale (Phocaena phocaena), Schwertwale (Orcinus orca) und Delfine (Delphinus delphis). Schwertwale, die auch Orcas genannt werden, folgen vor allem im Herbst den Heringsschwärmen und können dann sogar von der Küste aus gesichtet werden. Viele Fischer haben ihre Boote zu Walbeobachtungsschiffen umgerüstet und bringen Touristen zu den Walen. Mit etwas Glück sind auf einer solchen Walbeobachtungsfahrt neben Buckelwalen (Megaptera novaeangliae) und Finnwalen (Balaenoptera physalus) sogar Blauwale (Balaenoptera musculus), die größten Säugetiere der Erde, zu sehen.
An Flussmündungen, vorgelagerten flachen Felsen im Meer und am steinigen Strand kann man Robben und Seehunde entdecken. Am häufigsten sind Seehund (Phoca vitulina) und Kegelrobbe (Halichoerus grypus), die an allen Küsten Islands zu finden sind. Seltener sind die Gäste aus Grönland: Bartrobben (Erignathus barbatus), Ringelrobben (Ousa hispida), Sattelrobben (Pagophilus groenlandicus) und Klappmützen (Cystophora cristata) findet man fast nur an den nördlichen Küsten Islands von den Westfjorden bis Melrakkaslétta. Wer ganz großes Glück hat, kann im Winter sogar ein Walross (Odobaenus rosma rus) entdecken, das auf einer Treibeisscholle an die Nordküste Islands getrieben wurde.
Vor der Besiedlung lebte nur eine Säugetierart in Island, der Polar- oder Eisfuchs (Alopex lagopus). Vermutlich kamen die ersten Polarfüchse auf Treibeisschollen nach Island. Alle anderen Landsäuger wurden vom Menschen auf die Insel gebracht. Mit den Wikingern kamen im 9. und 10. Jh. Haus- und Nutztiere wie Hunde Katzen, Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Geflügel nach Island. Auch Ratten und Mäuse, die zufällig mit an Bord der Wikingerschiffe waren, gelangten so auf die Insel. Im 18. Jh. wurde versucht, Rentiere (Rangifer tarandus) aus Norwegen als Jagdwild in Island anzusiedeln. Der Versuch glückte zwar, doch ziehen heute zu viele der großen Tiere durch die Siedlungsrandgebiete Ostislands und kommen im Winter bis an die Dörfer und Höfe heran. 2002 hat man 2400 Tiere gezählt, deren Hauptverbreitungsgebiet in der abgelegenen Lavalandschaft zwischen Brúarjökull und Eyjabakkajökull liegt. Nachdem die Tiere dort offensichtlich durch den Bau des Kárahnjúkar-Damms gestört wurden, verschob sich ihr Verbreitungsgebiet in Richtung Nordosten, sodass man Rentiere heute sogar neben der Ringstraße bei Egilsstaðir entdecken kann. 1930 entkamen Nerze (Mustela vison), die zur Pelztierzucht eingeführt worden waren, aus der Tierfarm, verwilderten und vermehrten sich. Die Nerze stellen heute eine Gefahr für Vögel und ihr Gelege dar und werden ebenfalls bejagt. Auf Heimaey wurden wilde Kaninchen zu einer Plage, die von der Erdwärme profitieren und sich in den letzten Jahren stark vermehrt haben. Sie richten Schäden in den Brutstätten der Papageitaucher und in Gemüsegärten an. In Reykjavík haben Kaninchen ihre Wohnhöhlen in den Hügel Öskjuhlið unterhalb der Perlan gegraben, wo sie sich rund um die Warmwasserleitungen wohl fühlen. Die Tiere sind wohl irgendwann einmal ihren Käfigen entflohen. Ganz selten gelangt ein Eisbär von Grönland mit dem Packeis an Islands Nordküste. Wegen der Gefährdung der Menschen werden die Tiere abgeschossen. Anfang bis Mitte September finden Schafabtriebe statt. Die meistbesuchten sind die in Þverárhlið und Ölfuss bei Selfoss.

Essen

Die isländische Küche ist eher einfach und verwendet hauptsächlich die im Land selbst produzierten Lebensmittel. Es gibt ein großes Angebot an Fisch sowie an Lamm- und Hammelfleisch. Hangi kjöt ist geräuchertes Lammfleisch, das gerne gegessen und traditionell zu Weihnachten serviert wird. Saltkjöt ist gesalzenes Lammfleisch, das man kalt oder warm essen kann. Slátur sind Schafswürste, die in der Schlachtzeit im September und Oktober hergestellt werden. Davon gibt es zwei Arten: Blutwurst (blóðmör) und Leberwurst (lifrarpylsa). Als besondere Spezialität gelten gesengte Schafsköpfe (svið), die aber schon optisch nicht unbedingt jedermanns Geschmack entsprechen … Die halbierten und gesengten Schafsköpfe werden in Salzwasser gekocht und anschließend im Ofen braun überbacken. Viele Isländer essen wie früher auch heute noch zuhause gerne Pferdefleisch (hrossakjöt); in Restaurants wird es fast nie angeboten.

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Bei den Fischgerichten dominieren Schellfisch (ýsa), den es auch häufig in den Läden zu kaufen gibt, Heilbutt (lúða) und Dorsch (þorskur). Während der Fangzeiten werden Lachs (lax) und Fo relle (silungur) angeboten. Frischen Lachs erhält man von Mai bis September; er wird geräuchert (reyktur), gekocht (soðinn) oder gebeizt (gravað) verzehrt. Geräucherte Forellen vom Mývatn schmecken besonders „herzhaft“, werden sie doch über getrocknetem Schafsdung geräuchert. Isländische Krabben (rækja) sind eine besondere Spezialität. Ein für unseren Gaumen eher ungewöhnliches „Fischgericht“ ist Trockenfisch. Harðfiskur ist luftgetrockneter, leicht gesalzener Fisch in unterschiedlichen Sorten, der vakuumverpackt in Supermärkten verkauft wird. In Wasser gekocht ergibt er eine vorzügliche Fischsuppe; man kann den kräftig riechenden Fisch aber auch in kleine Stücke geschnitten mit einem Butterbrot essen. Allgemein schmeckt der Trockenfisch umso herzhafter, je mehr seine Farbe von Weiß zu Gelb tendiert. Diese traditionelle Speise hat ihren Ursprung in dem einst kargen und entbehrungsreichen Leben der Menschen hier, die über keine andere Möglichkeit der Fischkonservierung verfügten. Stockfisch ist Fisch, der geköpft, ausgenommen und gesäubert auf hölzernen Trockengestellen durch Wind und Sonne acht bis zwölf Wochen lang getrocknet wird. Die leicht im Wind pendelnden Stockfische erklingen beim genauen Hinhören in leisen Tönen – ein „Fischkonzert“, hervorgerufen durch die aneinander reibenden Körper. Stockfisch kann man nach „Eskimoart“ roh essen, indem man ihn ein wenig weich klopft und kaut. Weicht man den Trockenfisch in Wasser ein und schneidet ihn in kleine Stücke, kann daraus ebenfalls eine schmackhafte Fischsuppe entstehen.
Hákarl fermentierter Hai – ist die wohl traditionellste „Speise“ der Isländer. Der „Gammelhai“ dürfte wohl nicht jedermanns Geschmack sein. Der dafür verwendete Grönland- oder Eishai ist eigentlich ungenießbar. Da der Fisch keine Nieren hat, lagert er giftige Stoffwechselprodukte wie Ammoniak in seinem Fleisch ab. In der Not fanden die Isländer jedoch einst eine Methode, sein Fleisch genießbar zu machen. Früher zerteilte man das Fleisch des Hais in kleine Stücke, die in Fässern eingelegt für einige Monate im Boden vergraben wurden. Heute lagert man das Fleisch in Holzkisten. Etwa sechs Wochen lang verrottet das Fleisch darin vor sich hin, wobei der scharf riechende Ammoniak freigesetzt wird. Anschließend wird das fermentierte Fleisch an der Luft getrocknet, bis sich eine feste braune Außenhaut gebildet hat. Darunter ist das Fleisch weich und gelblich-weiß, etwa wie ein Stück uralter Romadur-Käse. Zerkaut man ein Stück Hákarl, werden, wie die Isländer sagen, Kopf und Geist gereinigt. Ähnlich wie bei scharfem Meerrettich zieht ein „frisches Kratzen“ durch den Kopf bis in die Hirnrinde. Die Isländer trinken zum hákarl Unmengen von „Schwarzem Tod“, so der Name des hochprozentigen isländischen Schnapses. Gerne verzehren sie auch fiskibollur, Klöße aus Fisch, Paniermehl und Gewürzen.
Als isländisches Nationalgericht kann Skýr gelten, ein quarkähnliches, vergorenes Milchprodukt. Kuchen ist oft sehr süß und mit einer grell-farbigen Glasur überzogen. Lecker schmecken kleinurrin gur með súkku laði – kleine Gebäckringe mit Schokoladenüberzug.
Eine Spezialität sind Papageitaucher (lundi). An den Felsküsten werden Jahr für Jahr 200.000 dieser Vögel beim Landeanflug nach alter Sitte mit Netzen gefangen, die an einer langen Stange befestigt sind. Die Isländer achten jedoch sehr darauf, dass keine Elterntiere, die ihre Jungen aufziehen, darunter sind. Diese erkennen sie daran, dass die Vögel einen Schnabel voller Kleinfische vom Meer mitbringen.

Reisezeit

Für eine Städtetour nach Reykjavík ist das ganze Jahr Saison. In zahlreichen Konzerten und Ausstellungen präsentieren sich die besten nordischen Künstler. Beim Bummel durch die Innenstadt mit ihren Geschäften spürt man das besondere Flair der isländischen Hauptstadt. Von Anfang bis Mitte Juli kann man die hellen Nächte im Schein der Mitternachtssonne erleben. Jetzt ist Hochsaison. Die meisten Touristen kommen zwischen Anfang Juni und Ende August nach Island. Trekkingtouren in die abgelegenen Landesteile sind nach der Schneeschmelze ebenso möglich wie Reiterferien. Im Juli und August sind auch die meisten Hochlandpisten freigegeben. Mit Auto, Motorrad, Mountainbike, Linien- oder Ausflugsbus geht die Fahrt zu den heißen Quellen und Vulkanbergen im Landesinnern.

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Im September kann man das Land erleben, wie es sich für den nahenden arktischen Winter rüstet. Die „Ruska“, die Buntfärbung der Blätter, zeigt sich für kurze Zeit in leuchtenden, herbstlichen Farben, besonders im Þórs mörk und in den Birkenwäldern. Die Stimmung, die dieses letzte Aufblühen der Natur vor Einbruch des Winters erweckt, empfinden viele Isländer auch beim Pferde- und Schafabtrieb Ende September – er ähnelt einem kleinen, bunten Volksfest. Wenn der erste Schnee gefallen ist und Stürme über das Land fegen, ruht draußen das Leben. Erst wenn von Dezember bis Februar die Wetterbedingungen zwar frostig und schneereich, aber über längere Perioden auch sonnig sind, erwacht die Wintersaison.
Seit einigen Jahren schon wird verstärkt für den Wintertourismus geworben. Mehrtägige Snowmobiltouren und Fahrten mit den isländischen Superjeeps durch die tief verschneite Landschaft und über die Gletscher mit Zeltübernachtung im Eis versprechen das „kalte, weiße Abenteuer“. Verstärkt wird die isländische Winterlandschaft auch für Skiläufer erschlossen. Alpine Abfahrten gibt es in mehreren Gebieten. Langlauf auf gespurten Loipen ist im Raum Reykjavík möglich. Tourenskifahrer finden ihr Vergnügen bei einer geführten Gletscherüberquerung. Wer es bequemer liebt, fährt im beheizten Bus zum Geysir und erlebt den eisigen Norden bei den gefrorenen Wasserkaskaden des Gullfoss.

Religion

Der Großteil der Isländer (über 82 %), gehört der Evangelisch-Lutherischen Kirche an. Laut Verfassung ist sie Staatskirche. Etwas mehr als 2 % der Bevölkerung sind Katholiken, der Rest gehört anderen Glaubensgemeinschaften an. Katholische Gemeinden von nennenswerter Größe gibt es nur in Reykjavík, Akureyri und Hafnarfjörður. Auch dort ähneln die Kirchen normalen Wohnhäusern, mit einem Kreuz über dem Eingang. Obwohl die katholische Kirche (zahlenmäßig) bedeutungslos ist, besuchte 1989 Papst Johannes Paul II. das Land. Ursprünglich brachten keltische Mönche den katholischen Glauben auf die Insel, doch konnte sich die Religion nicht durchsetzen.

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Die Wikinger glaubten an nordische Gottheiten: Überall in der Natur sind übernatürliche Kräfte am Werk, die Göttern, Elfen, Zwergen und Riesen zugeschrieben werden. Diese Mächte wohnen dort, wo keine Menschen sind, auf unzugänglichen Bergen, in tiefen Seen, im Meer, im Innern der Erde, in der Luft; auch die Jahreszeiten und das Wetter haben ihre eigenen Geister. Es gibt gute und böse Mächte. Das (heidnische) Volk musste lernen, sich mit den einen gut zu stellen und die anderen zu fürchten.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

góðan daginn    Guten Morgen

góðan dag         Guten Tag

gott kvölð         Guten Abend

góða nótt          Gute Nacht

bless    Auf Wiedersehen

hæ       hallo

        ja

nei        nein

takk      danke

takk fyrir           vielen Dank

geriðsvo vel      bitte

fyrirgefðu, afsakið         Entschuldigen Sie

hvað kostar þetta?        Was kostet das?

ég tala ekki þýskur/ enskur        Ich spreche kein deutsch/ englisch

talið þér þýskur/ enskur Sprechen Sie deutsch/ englisch?

hvað heitir petta á íslenskur?     Wie heißt das auf Isländisch?

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: https://www.auswaertiges-amt.de/visum/island

Fremdenverkehrsamt: de.visiticeland.com

Deutsche Botschaft: www.reykjavik.diplo.de

Isländische Botschaft in Deutschland: www.botschaft-island.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Camping in Island kann Zelten unter widrigen Wetterbedingungen bedeuten; der Campingurlauber sollte für Sturm, Regen, Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneefall ausgerüstet sein. Wer mit dem Wohnmobil reist, hat es einfacher.
Die anderen brauchen ein Zelt, das besonders wasserdicht und sturmsicher ist. Große und hoch gebaute Familienzelte wie auch billige Campingzelte halten dem Wind meist nicht lange stand. Besser geeignet sind Expeditionszelte für den Ganzjahreseinsatz, wie man sie in Sportgeschäften und bei Ausrüstern für Expeditionsreisen kaufen kann. Eine zusätzliche Zeltunterlage aus faserverstärktem PVC oder Nylon schützt den Zeltboden vor Beschädigungen durch die scharfkantige Lava. Ebenso wichtig ist eine gute Sturmabspannung des Zeltes. Verzurren Sie ihr Zelt grundsätzlich immer so gut wie möglich und nutzen Sie alle Abspannmöglichkeiten! Für Islands Lavaböden sind Zeltnägel aus Stahl oder Aluminium gut geeignet. Bei starkem Sturm hat es sich bewährt, um das Zelt einen Ring aus Lavablöcken zu legen und damit die Heringe und den unteren Saum des Außenzelts zu beschweren. Zum Einschlagen der Heringe nimmt man von zu Hause den Gummihammer aus der Werkstatt mit, zum Herausziehen besorgt man sich im Sportgeschäft einen Heringszieher.

Steht das Zelt, kann man es sich darin gemütlich einrichten. Auch wenn draußen der Regen prasselt und der Sturm tobt, sollte es im Zelt trocken, warm und heimelig sein. Dafür sorgt der richtige Schlafsack. Dieser sollte auch für Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt geeignet sein. Markenschlafsäcke werden schon seit einigen Jahren von den Herstellern anhand von Temperaturbereichen klassifiziert, die so hinsichtlich des Einsatzzwecks untereinander vergleichbar sind. Für Island empfehlen wir einen Mumienschlafsack mit Kapuze mit –7 bis –9 °C Komfortbereich. Dabei ist es zweitrangig, ob der Schlafsack mit Daunen oder Synthetikfasern gefüllt ist – beides hat Vor- und Nachteile.
Unter den Schlafsack gehört eine Unterlage, welche die Kälte aus dem Boden abhält. Wir liegen im Zelt am liebsten auf selbstaufblasenden Isomatten. Ebenso geeignet sind aber auch normale Isomatten aus PE-Schaum. Die grünen bzw. heute eher bunten Matten aus Polyurethanschaum isolieren jedoch nicht annähernd so gut wie die zuvor genannten und bieten zudem deutlich weniger Schlafkomfort.

Trinkgeld für jegliche Art von Dienstleistungen, auch in Restaurants, ist in Island nahezu unbekannt. Nur in Reisegruppen ist es üblich, dem Reiseleiter und Busfahrer einen kleinen Obolus zukommen zu lassen.

Bei der Einreise dürfen 3 kg Lebensmittel p.P. bis zu einem Wert von 150 € mitgebracht werden Streng verboten ist die Einfuhr von frischem oder geräuchertem Fleisch und von Fleisch- und Wurstprodukten sowie von Gemüse, Eiern, Milch und Molkereiprodukten. Diese dürfen lediglich als Vollkonserven mitgebracht werden. Die Zollbeamten in Seyðisfjörður machen Stichproben, erheben Gebühren auf zu viel eingeführte Lebensmittel und konfiszieren die nicht erlaubten. Kontrolliert werden insbesondere Campingfahrzeuge; hier müssen die Reisenden vielfach den Kühlschrank und die Lebensmittelboxen öffnen.
An alkoholischen Getränken darf jeder Tourist über 18 Jahren 1 l Spirituosen (bis 47 %) und 1 l Wein (bis 21 %) einführen. Wahlweise können statt einer der beiden Getränkesorten 6 l ausländisches Bier mitgebracht werden. Jeder Einreisende über 15 Jahren darf 250 g Tabak oder 200 Zigaretten einführen.
Und noch ein wichtiger Hinweis auf deutsche Zollbestimmungen, die bei der Rückreise von Island greifen: Die Einfuhr von abgepacktem Walfleisch (Hrefnukjöt/Kvalkjöt) nach Deutschland ist verboten und ein Straftatbestand.

Exkurs: In der Magmakammer des Vulkans Þríhnúkagígur

Westlich des Reykjavíker Skigebiets am Bláfjöll kann die Magmakammer des Vulkans Þríhnúkagígur von innen besichtigt werden. Weltweit ist dies der einzige Vulkan, dessen Magmakammer begehbar ist und der drittgrößte Lavaschlot. Nachdem 2010 die Aschewolke des Eyjafjallajökull den Flugverkehr in Nordeuropa lahmlegte, gerieten die Vulkane Islands ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Für wissenschaftliche Untersuchungen und eine Vulkan- Dokumentation von National Geographic wurde die Magmakammer mit einer Gondel, wie sie Fensterputzer an Hochhäusern verwenden, zugänglich gemacht. Damit beginnt die spektakuläre Reise ins Innere des Vulkans.
Nicht ganz bis zum Mittelpunkt der Erde wie in Jules Vernes Roman, aber immerhin 120 m tief führt meine Reise. Nach einem 45-minütigen Fußmarsch über 10.000 Jahre alte, moosbewachsene Lava, reicht mir meine isländische Begleiterin an der Versorgungshütte einen Klettergurt und einen Schutzhelm. Dann folgen wir dem schmalen Pfad hinauf zum Vulkan. Das Gitter der offenen Gondel schließt sich hinter uns, und wir schweben durch die nur 4x4 m große Öffnung des Schlots langsam in die Tiefe. Dabei beleuchten Scheinwerfer die Wände des Vulkanschlots, und ich staune über die Intensität der Farben aus hellen Rot-, dunklen Violett- und vielen Brauntönen. Ich fotografiere von der leicht schwankenden Gondel aus die Fließmuster der Lava, die entstanden, als Reste der glutflüssigen Lava nach Ende der Eruptionen vor über 4000 Jahren zurück in die Magmakammer flossen. Wir schweben an mächtigen Tunnelöffnungen aus schwarzer Lava vorbei, von denen noch niemand weiß, wo diese Lavatunnel hinführen. 1974 ist Árni Stefánsson erstmals in den Schlot gestiegen, der aber danach kaum weiter erforscht wurde. Da die Luft in der Magmakammer ausgesprochen frisch ist, wird vermutet, dass es bislang unbekannte Öffnungen oder Tunnel gibt, durch die die Luft zirkulieren kann. Am Boden der 50x70 m großen Magmakammer steige ich aus der Gondel und stolpere im Schein meiner Kopflampe über die dunklen Lava blöcke 80 m weiter in die Tiefe, denn einen Weg gibt es hier unten noch nicht. Ich bin fasziniert, sehen und erleben zu dürfen, wie es im Innern unserer Erde aussieht. Die Welt der Vulkane ist reich an Farben und Formen, bei jedem Schritt, nach jeder geänderten Blickrichtung, entdecke ich Neues. Nach einer Stunde im Vulkan, kann ich kaum mehr mit Blitzlicht fotografieren, denn die Atemluft der Menschen kondensiert in der 4°C kalten Höhle und bildet einen fürs Auge unsichtbaren Nebel. Das Blitzlicht meiner Kamera macht die feinen Wassertröpfchen jedoch sichtbar, und der Nebel verschleiert jedes Bilddetail.
Auf dem Rückweg komme ich am Lavatunnel Djúpihellir vorbei, an dem ich einige Minuten verweile und das soeben Erlebte reflektiere. Mir wird dabei bewusst, dass mich meine kurze Wanderung heute über zwei Kontinente führte – Europa und Nordamerika – denn hier verläuft der Mittelatlantische Rücken.

Exkurs: Der Snæfellsjökull - ein magischer Gletscher?

Dem Snæfellsjökull-Gletscher werden magische Kräfte nachgesagt. Bereits in den Sagas steht geschrieben, dass derjenige, der den Gletscher einmal gesehen hat, immer wieder dorthin zurückkehren wird.
Der 1446 m hohe und von einer „Gletschermütze“ bedeckte Stratovulkan liegt im Westen der nach ihm benannten Halbinsel und zählt sicherlich zu den schönsten Vulkanen Islands. Er entstand während der Eiszeit und brach auch danach noch einige Male aus. Große Lavafelder an den südlichen und südwestlichen Hängen, unter anderem das Beruvíkurhaun und das Háahraun, entstanden während heftiger nacheiszeitlicher Vulkanaktivitäten. Die Lavaströme an den Hängen des Vulkans sind von tiefen Rinnen durchzogen und verleihen ihm ein zerfurchtes Aussehen. Ist diese zerklüftete Oberfläche von einer dünnen Schneeschicht überzogen, wird dieser Eindruck noch verstärkt. Das letzte Mal war der Vulkan vor 1750 Jahren aktiv, seitdem ist er unter dem Eis erloschen. Das Gletschereis bedeckt heute noch eine Fläche von 11 km², befindet sich aber auf dem Rückzug. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedeckte es noch 25 km².
Bei gutem Wetter ist von Reykjavík aus zu erkennen, wie sich der Snæfellsjökull über dem Faxaflói erhebt. Mit entsprechender Erfahrung lässt sich der „Schneeberggletscher“, wie er übersetzt heißt, auch besteigen. Erstmals taten dies isländische Naturforscher im Jahre 1753. Von Arnarstapi aus kann man in etwa 4–6 Stunden auf den Berggipfel gelangen. Doch ist eine Besteigung wie bei allen anderen Gletschern nicht ungefährlich: Es müssen einige Gletscherspalten überwunden werden. Außerdem kann Gefahr durch Schmelzwasser drohen. Wichtig ist, dass man sich über die Wetterlage und die Schneebeschaffenheit kundig macht. Will man den Gletscher aus der Nähe erkunden, empfiehlt es sich, sich einer organisierten Tour anzuschließen. Die am besten geeignete Zeit für Gletschertouren sind die Monate März bis Mai, aber auch im Sommer ist eine Begehung möglich.
Die Schotterstraße 570, der Snæfellsjökullvegur, führt von Stapafell im Süden hinauf zum Gletscher und weiter zur Nordküste. Die Straße kann auch mit einem Pkw befahren werden. Etwa nach 1 km kommt man auf diesem Weg an der versteckt liegenden Höhle Sönghellir, der „singenden Höhle“, vorbei. Die Höhle am Fuß des Gletschers ist durch ihr gutes Echo bekannt. Westlich des 657 m hohen Berges Náttmálahnúkur kommt man auf einem Fußweg zum Gletscher. Nach etwa 2 km gelangt man dann auf dem Pass Jökulháls auf einen weiteren Aufstiegsweg. Die Wege führen auf den höheren der beiden Gipfel des Snæfellsjökull, den Jökulþúfur. Beide Gipfel erheben sich hoch über den Kraterrand und verleihen dem Berg sein charakteristisches Aussehen.
Für den mühsamen Aufstieg wird man durch eine grandiose Aussicht belohnt. Man überblickt einen Großteil der Halbinsel Snæfellsnes mit ihrer landschaftlichen Vielfalt. Im Süden kann man bei guter Sicht bis Reykjavík sehen, im Norden ist der Blick frei auf die Steilküsten der südlichen Westfjorde, die sich hinter dem Breiðafjörður mit seinen unzähligen Inselchen erheben. Der sagenumwobene Gletscher regte schon immer die Fantasie der Menschen an, die ihn gesehen haben. Auch in der Literatur kommt er mehrmals vor: In Jules Vernes’ (1828–1905) Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist folgendes nachzulesen: „Steig hinab in den Krater des Sneffels Yocul, den der Schatten des Skartaris vor dem ersten Juli liebkost, kühner Wanderer, und Du wirst zum Mittelpunkt der Erde gelangen.“ Am Gletscher beginnt die fantastische Reise des Hamburger Mineralogieprofessors Otto Lidenbrock, seines Neffen Axel und ihres isländischen Führers, des Eiderjägers Hans. Sie steigen durch den erloschenen Krater ins Erdinnere hinab, entdecken ein Meer mit Gezeiten und Winden und treffen auf urzeitliche Saurier und Pflanzen aus dem Tertiär. Nachdem sie viele Abenteuer überstanden haben, gelangen sie durch den Stromboli in Italien wieder an die Erdoberfläche. Der Roman schildert eindrucksvoll auch das Reisen in Island vor 100 Jahren sowie das Leben der Bewohner.
Der zweite berühmte Roman, der am Snæfellsjökull spielt, ist „Weltlicht“ von Halldór Laxness. Auch in seinem Roman „Seelsorge am Gletscher“ geht es um den Gletscher bzw. um einen Pfarrer, der hier seine „Schäfchen“ betreut und in den Bann des Gletschers gezogen wird.

Exkurs: Die Vogelfelsen

Die steilen, unzugänglichen Felswände im Meer oder an der Küste bieten den Vögeln Schutz vor Feinden; im Meer finden sie reichlich Nahrung. Die mit den meisten Vogelarten besiedelten Vogelfelsen liegen an der nördlichen Küste. Hier stoßen kalte und warme Meeresströmungen aufeinander und durchmischen das Wasser, das sich dadurch mit Nährstoffen anreichert. Auch die Mitternachtssonne (mehr Licht!) trägt dazu bei, dass sich mehr Plankton als an der Südküste entwickelt.
Auf den Vogelfelsen sind die verschiedenen Vogelarten klar voneinander abgegrenzt. Auf den grasbedeckten Hochflächen brüten Mantelmöwen (Larus marinus) und Silbermöwen (Larus argentatus). Papageitaucher (Fratercula arctica) graben ihre langen Bruthöhlen in die Erde. Diese Vögel besiedeln das „oberste Stockwerk“ der Vogelfelsen. Die nächste Etage nehmen Eissturmvögel (Fulmarus glacialis) ein. In der Mitte der Felsen, wo die Vorsprünge meist etwas breiter sind, nisten Tordalk (Alcoa tarda) und Trottellummen (Uria aalge). Beides sind relativ schwere Vögel, die beim Landeanflug nur schlecht manövrieren können. Ihre Brutplätze dürfen deshalb nicht zu dicht über dem Wasser liegen und müssen gut zu erreichen sein. Das „Erdgeschoss“ wird von Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) bewohnt, die auf kleinen Felsvorsprüngen ihre Nester aus Tang bauen. Den Fuß der Vogelfelsen besetzen die Gryllteiste (Ceppus grylle), die nahe der Felsen im Meer fischen.
Die Seevögel sind auf den Vogelfelsen keine Nahrungskonkurrenten. Jede Vogelart hat andere Nahrungsansprüche. Papageitaucher und Tordalken bevorzugen kleine Sandaale, die sie am Meeresboden fangen. Die Lummen fangen größere Fische bis zur Größe eines Herings. Eissturmvögel und Dreizehenmöwen fressen kleine Krebse. Sofern in der Nähe der Vogelfelsen Fischabfälle von vorbeifahrenden Fischkuttern ins Meer geworfen werden, nutzen die Möwen und Eissturmvögel auch diese Nahrungsquelle.

Alle Texte aus: Reiseführer Island und Färöer-Inseln von Barbara und Jörg-Thomas Titz