Israel
Medinat Jisra'el (hebr.)
Daulat Isrāʾīl (arab.)
Staat Israel

20:19 h | 27 °C

Einwohnerzahl
7,822 Millionen

Fläche
20 770 qkm

Hauptstadt
Jerusalem, 790 000 Einwohner

Staatsform
Parlamentarische Demokratie

Lebenserwartung
81,3 Jahre

Bevölkerungs-
zuwachsrate

1,46 %

Alphabetisierungsrate
97,1 %

Hauptsprache
Hebräisch, daneben Arabisch. Englisch wird fast überall gesprochen

Währung
Neue Israelische Shekel (NIS), 0,21 Euro

Nationalfeiertag/
Unabhängigkeitstag

14. Mai (nach jüdischem Kalender)

Durchschnittsausgaben eines Touristen
Ca. 130 € pro Tag

Flugdauer
Ca. 4 Stunden

Dies und Das

Touristische Kleidung

Grundsätzlich gilt für den Sommer: Leichte luftige Kleidung, d.h. komfortable leichte Hosen und Shorts, Hemden bzw. Blusen und T-Shirts. In der Übergangszeit kann es kühl, im Winter in den Gebirgsregionen unangenehm kalt werden und regnen, dann braucht man warme Kleidung.

Die Menschen

75 % bekennen sich zum Judentum in seinen unterschiedlichen Ausprägungen, 20 % zum Islam (in Israel lebende Palästinenser). Der Rest verteilt sich auf Christen, Drusen, Baha’is und andere Religionen. Neben Juden und Palästinensern leben Minderheiten wie Armenier, Tscherkessen und Roma in Israel.

Ökonomie

Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2013 um 3,3 %, das Prokopfeinkommen lag bei 36 200 US$, die Arbeitslosenquote bei 5,8 %. 2,4 % des Bruttoinlandsprodukts werden in der Landwirtschaft, 31,2 % in der Industrie und 66,4 % im Dienstleistungsbereich erwirtschaftet. Israel exportiert Software, Maschinen, chemische Produkte, geschliffene Diamanten, Agrarprodukte.

Klima

Trocken-heiße Sommer und regnerische Winter von Mitte November bis April in den Küsten- und westlichen Gebirgszonen, weniger Regen fällt auf der östlichen Seite der Gebirgskette. Im Jordantal kann es schwül-heiß werden. Im südlichen Bereich, der  Negev-Wüste, herrscht Wüstenklima.

Reisezeit

Das spätere Frühjahr, der Frühsommer wie auch der Frühherbst sind vom Wetter her vorzuziehen. In den Sommer-Ferienmonaten ist Hochsaison, das Land  von Touristen überlaufen, Hotelzimmer sind dann rar und teuer, an den Sehenswürdigkeiten bilden sich in Schlangen.

Landschaft

Kapernaum, griechische Kirche der Sieben Apostel © Burghard Bock

Der Norden, d.h. Galiläa, lässt den Betrachter ob seiner fast lieblichen Hügellandschaft wirklich staunen; eine Landschaft, die heute über weite Flächen sattgrün bewaldet ist oder landwirtschaftlich genutzt wird. Auch Judäa, das bereits über halb wüstenhafte Gebiete verfügt, wirkt nicht abweisend. Die im Westen grünen und weiter südöstlich schon eher braunen Hügel machen von der Form her einen eher sanften Eindruck. Der Negev, die Wüste ganz im Süden, ist inzwischen so erschlossen, dass man ihn nicht mehr zu fürchten braucht.

Der Jordangraben mit Totem Meer, die tiefstgelegene Fläche der Erde, bietet die landschaftliche Sensation schlechthin. Auch diese Gegend war seit Menschengedenken dort besiedelt, wo sich landwirtschaftlicher Anbau betreiben lässt.

Flora

Flora und Fauna werden sehr stark durch die unterschiedlichen Klimazonen, aber auch durch die Lage zwischen zwei Kontinenten geprägt. Vor der Zeitenwende waren die Ebenen und Gebirgszonen bewaldet, aber die Wälder wurden abgeholzt, so dass die Erosion ein leichtes Spiel hatte und die fruchtbaren Böden davonwusch oder verwehte. In der Küstenebene überlebten nur wenige der typischen Tabor-Eichen diesen Kahlschlag. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen jüdischen Siedler mit der Aufforstung, soweit es ihre bescheidenen Mittel zuließen. Später dann gab es große Kampagnen; heute noch können Besucher einen Baum spenden und selber einpflanzen.

Aufgeforstet wird mit schnell wachsenden, andererseits anspruchslosen Bäumen. Bei den Nadelbäumen erweisen sich Kiefern als sehr geeignet, bei Laubbäumen ist es der Eukalyptus. Daneben findet man eine ganze Reihe Nutzbäume, die nahezu alle im nördlichen und mittleren Bereich gedeihen. Um Beer Sheba wachsen nur mehr Zwergsträucher, am häufigsten kommt Wermut vor. Erstaunlich ist auch der Blumenreichtum des Landes, von Rosen, Nelken, Gladiolen, Narzissen bis hin zu Alpenveilchen – allerdings nur im Frühjahr zu bewundern.

In der Übergangszone des Negev wächst an wenigen Stellen die Trauer-Schwertlilie, die zwischen März und Mai ihre fast schwarzen Blüten entblättert.

Tipps

Exkurs: Das Ende der Welt (von Burghard Bock)

Laut Apokalypse des Neuen Testaments wird sich die Armee der Gerechten zur letzten Schlacht gegen die Kräfte des Bösen in Megiddo versammeln. Dieser Hinweis zieht Scharen christlicher Pilger an, obwohl der Ort Jahrhunderte vor Christi Geburt aufgegeben worden war. Im Neuen Testament ist von Armageddon die Rede; in dem Namen lassen sich die Konsonanten von Megiddo unschwer erkennen.

Im Zusammenhang mit den Aktivitäten um die Jahrtausendwende 2000 installierte die Nationalparkverwaltung multimediale Zugänge zur Vergangenheit. In Planung war ein großer, in den Hügel gebauter Meditationsraum, der sich zur Jesre’el-Ebene hin öffnen sollte, damit man die letzte Schlacht beobachten konnte – aber das Ende der Welt fand nicht statt und lässt nach wie vor auf sich warten.

Christliche Pilger sind durch Megiddo inzwischen vielmehr auf ihre Anfänge zurückgeworfen: In der Nähe wurden  Mosaike eines christlichen Gebetsraumes aus dem 3. Jahrhundert, also noch vor Kaiser Konstantin, ausgegraben. Griechische Inschriften lassen kaum Zweifel am vielleicht frühesten Nachweis für christliche Präsenz im Heiligen Land zu. Bis zur Besichtigung wird es jedoch noch dauern: Die Stätte liegt innerhalb des Hochsicherheitsgefängnisses von Megiddo.

Alle Info-Texte von Wil Tondok.

Titelbild von: Burghard Bock