»Professor«, rief Nando mit gesenktem Kopf, »Ihr liebt doch Italien?« »Nein«, sagte ich langsam, »Italien nicht, nur die Italiener.«
Cesare Pavese

Italien
Repubblica Italiana
Italienische Republik

00:47 h | 13 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl:
60.918.000 (23)

Bevölkerungsdichte:
202 pro km²

Fläche:
301.336 km²

Hauptstadt:
Roma /Rom

Staatsform:
Republik

Währung:
Euro

Hauptsprachen:
Italienisch;Deutsch, Französisch und Slowenisch regional

Nationalfeiertag:
02.Juni

Internationale Ankünfte/Touristen:
46.119.000 (stand 2011)

Flugdauer:
959,23 km ≈ 1,2 Std.

Entfernung über Land:
1240 km

Eisenbahnstrecke:
20 255 km

Höchste Temperatur Europas:
48,5 Grad C

Weinproduktion:
45 Millionen Hektoliter

Welterbestätten:
46

Weinanbaufläche:
840.000 ha

Dies und Das

Natur

© Dagmar Elsen

Italien lässt sich in drei Vegetationszonen einteilen: die Alpen, Poebene und mediterrane Apenninregion. Entsprechend der jeweiligen Höhenlage in den Alpen gibt es drei unterschiedliche Vegetationszonen. Ab der Schneegrenze aufwärts lassen sich nur noch wenige Pflanzen finden, u.a. Flechten und Moose. Zum Tal hin ist Weideland, dann eine Zone mit Wacholder und Rhododendron, die in Lärchen und Fichtenwälder übergeht, gefolgt von Buchenwäldern. Das Voralpengebiet ist charakteristisch für Oliven-, Zypressen-, Maulbeerbäume und Lorbeerbäume. Angebaut werden Zuckerrüben, Mais, Radicchio,  Wassermelonen und Reis. In der Poebene werden  vorwiegend Nutzpflanzen angebaut, Weizen und Reis. Die Poebene gilt als die Kornkammer Italiens.  Auf der Südhalbinsel herrscht mediterrane Vegetation vor.

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Italien ist über die Jahrhunderte vom Menschen kultiviert worden, so dass es „wilde Natur“ eigentlich nur noch in Naturschutzgebieten gibt. Charakteristisch sind, nach wie vor, für Italien Olivenhaine, Zypressen, Pinien und Weinberge, neben den drei Pflanzenarten Kiefer, Korkeiche und Stechpalme die fast überall in Italien wachsen. Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten zählen Früchte, Gemüse, Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais, Reis, Oliven. In allen 20 italienischen Regionen wird Wein angebaut und produziert.

Tiere

Die Lebensräume der Tiere sind extrem eingeschränkt, weil der Mensch über Jahrhunderte den Raum entweder bewohnt oder kultiviert. In den Alpen und der Appeninregion, sowie in Naturschutzgebieten gibt es noch wild lebende Tiere, z.B. Murmeltiere, Hermeline, Steinböcke, Gämsen, Rotwild, Luchse, Füchse usw. In den hohen Regionen des Apennin soll es Braunbären geben. In Sardinien leben noch Mufflons (Wildschafart), Wildschweine und Hirsche.

Essen

© Peter Höh

In den meisten Landesteilen Italiens besteht die colazione (Frühstück) in der Regel aus ‘na tazzulella ‘e caffè (einer kleinen Tasse Kaffee) am Tresen einer Bar. Im Tagesablauf der Italiener nehmen pranzo (Mittagessen) und cena (Abendessen) einen wichtigen Platz ein, die vollständige Speisenfolge besteht aus antipasto (kalte Vorspeise), primo piatto (warme Vorspeise)  und secondo piatto (Fleisch-oder Fischgericht), zum dem der contorno (Sättigungsbeilagen, wie Kartoffeln, Salat, Gemüse) extra dazu bestellt wird. Keine Angst, man muss nicht die komplette Liste bestellen. Nur wer sich im Restaurant mit einem Salat oder einem einzigen Teller Pasta bescheiden möchte, wird verständlicherweise nicht gerne gesehen, da die Wirte ihren Umsatz mit den Speisen und nicht mit den oft erstaunlich preisgünstigen Weinen machen. Zum Nachtisch gibt es dolce oder frutta, danach noch einen Digestif. Den caffè trinkt man heiß in der nächsten Bar.

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Eine Alternative für mittags, ist zum Beispiel, ein Einkauf in der Rosticcerie. Hier kauft man Fertiggerichte ein, die  noch halbwegs so aussehen und schmecken, als wären sie selbst gemacht: Salate, eingelegte Sardinen, Crostini Paste, gefüllte Tintenfische, kalter Braten, gebratene Perlhühner usw. Ein Platz für ein Picknick findet sich fast überall.

Reisezeit

Die optimale Reisezeit für Italien muss jeder nach seinen Bedürfnissen aussuchen. Wintersportler fahren am besten im Dezember bis März in die italienischen Alpen. In den Sommermonaten fällt hier der meiste Regen Italiens. Die beste Reisezeit ist für die meisten Reisenden ist Frühling und Herbst, wenn es noch nicht oder nicht mehr zu heiß ist. Strandurlauber sind natürlich im Hochsommer unterwegs. Im August sind allerdings die Strände dicht bevölkert.

Religion

89 % Katholiken, 2 % Muslime, 2 % Orthodoxe, 1 % Protestanten

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Si – no                                    
ja – nein

Per favore                                
bitte (um etw. bitten)

Grazie (tanto)!                          
(Vielen) Dank!

Di niente!                                 
Keine Ursache

Buongiorno                              
Guten Morgen/Tag!

Buona sera                              
Guten Abend!

Hallo, Tschüß!                         
Ciao!Salve!

Scusi                                      
Entschuldigung!

Fa niente!                                
Macht nichts/bitte schön!

Ha….?                                    
Haben Sie …..?

C’è …?                                   
Gibt es …?

Cerco….                                 
Ich suche ….              

Kleine Sprachhilfe
Kauderwelsch Italienisch, Band 22

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Fremdenverkehrsamt: www.enit.at  www.enit.de  www.enit.ch

Deutsche Botschaft: www.rom.diplo.de/Vertretung/rom/de/Startseite.html

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don'ts

Die Flüche und Beschimpfungen der Italiener sind ein Kapitel für sich. Die spontanen und leicht aufbrausenden Menschen lieben es geradezu, sich bei jeder Gelegenheit deftige Schimpfwörter an den Kopf zu schmeißen. Es ist gut, wenn man die Bedeutung kennt, aber nicht ratsam selber Gebrauch davon zu machen.

Handstellungen und Gesten: Die Hände in „Bestellung“ zusammen gelegt , heißt soviel wie mamma mia (für „Mensch dauert das lange!“ oder „ Was ist denn jetzt schon wieder los?“ oder „Das darf doch nicht wahr sein!“

Die Finderspitzen von Daumen, Zeige- und Mittelfinger zusammen gelegt auf sich selbst gerichtet, verbunden mit einem strengen, seitlichen Blick aus den Augenwinkeln bedeutet soviel wie “Ganz schön bescheuert!“ oder „Was für ein Idiot/Ärger!“. Kann mit freundlichem Blick verbunden auch als wortlose Frage gemeint sein, etwa „Wohin gehst du?“ oder „Was treibst du so?“

Exkurse: Prosecco – der Wein mit dem perlenden Charme

In Valdobbiadene beginnt die Straße des Prosecco, die in die Hügel hineinführt bis nach Conegliano. Im verwirrenden Netz der kleinen Straßen und Wege finden sich neben den großen Keltereien, deren Weine in alle Welt geliefert werden, allerorten Weinbauern, die nur für sich und ihre Freunde produzieren. Und man hat eine lange Tradition. Die Scherben der Weinkrüge der Antike belegen, dass die Römer den Rebensaft der Region schon zu schätzen wussten.

Die eigentliche Prosecco-Traube aber wurde erst zu Beginn des 19. Jh. kultiviert. Die Böden aus Mergel und Sandstein und das ausgeglichene Klima mit relativ viel Regen und Sonne im Sommer sind ideal für die rustikale Traube. Nach der Lese wird der Most produziert. Dies muss sehr vorsichtig geschehen, der ausgeübte Druck darf nicht zu stark sein. Der Most fließt in Stahlwannen, wo er gekühlt wird und sich klärt. Hefepilze werden hinzugefügt, der Gärungsprozess beginnt.

Danach folgt die Lagerung in den Monaten November/Dezember. Bodensatz entsteht und der Wein wird hell, und schließlich entwickeln sich Bläschen. Die zweite Gärung beginnt, nachdem man entschieden hat, welche Weine am besten zusammenpassen, um den für das Weingut typischen Geschmack jedes Jahr aufs Neue nachzuvollziehen. Eingeleitet wird die zweite Gärung durch die Zugabe von Fermenten und Zucker. Abgefüllt in Flaschen, muss der Prosecco dann noch 30 bis 40 Tage reifen, bevor man sich daran machen kann, den Schaumwein zu genießen.

Von Valdobbiadene sollte man sich auf die Prosecco-Straße Richtung Conegliano begeben, rund um Refrontolo gibt es Dutzende Weingüter, die zur Probe einladen. An der Verbindungsstraße zwischen Ferracin und Refrontolo liegen zehn weitere Weingüter. Auf der „Straße des Rotweins“ geht es von Conegliano nach Oderzo über 69 km durch die Weinhügel, deren Kellereien hauptsächlich rote Weine keltern. Merlot, Cabernet und Raboso sind u.a. im Angebot.

Aus: Reiseführer Toscana von Hella Kothmann und Wolf-Eckart Bühler, Golf von Neapel und Apulien von Peter Amann sowie aus Friaul, Venetien mit Gardasee von D.Schetar und F. Köthe und KulturSchock Italien von Frank Schwarz

Uhrzeit und Temperatur: Rom

Titelbild: © Peter Höh