„Gönne dir einen Augenblick der Ruhe, und du begreifst,
dass du nicht mehr hasten musst.“

Kroatische Volksweisheit

Kroatien

Republika Hrvatska

01:01 h | 13 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl:
4.267.000 (125)

Bevölkerungsdichte:
75 je km²

Fläche:
56 542 km² (Weltrang 124)

Hauptstadt:
Zagreb

Staatsform:
Parlamentarische Demokratie

Hauptsprachen:
Kroatisch

Währung:
Kuna (K)

Nationalfeiertag:
25.06.

Besucher/Touristen:
9,9 Mio

Flugdauer:
722,91 km ≈ 1 Std.

Entfernung über Land:
895 km

Inseln
1185 davon 67 bewohnt

Marien-und Stephanskathedrale Zagreb
105 m

Nationalblume
Blaue Iris (I.illyrica)

Drehorte in Winnetoufilmen
8

Plitwitzer Seen
7,2 km lange Wasserspiele

Dies und Das

Natur

Jedes Fleckchen fruchtbarer Erde wird zum Anbau genutzt: Wein, Paprika, Oliven, Tomaten und andere Obst- und Gemüsesorten zählen zu den wichtigsten landesüblichen Agrarerzeugnissen, wobei freilich die Pflaume als Basis für den allgegenwärtigen, selbst gebrannten Sliwowitz (Pflaumenschnaps) nicht vergessen werden darf. Häufige Nutzpflanzen sind auch Maulbeer-, Lorbeer- und Feigenbaum sowie Esskastanien (Maroni). Ansonsten wächst auf dem steinigen Karstboden ein spärlicher, immergrüner Buschwald mit Rosmarin, Salbei und Thymian; sehr markant duftet auch das Maggikraut. An der istrischen Küste und auf den Inseln gedeiht der Ölbaum, sonst finden sich vorwiegend Nadelhölzer wie Zypressen, Kiefern und Pinien. Exotische Gewächse wie etwa Tamarisken, Akazien, Agaven und Palmen werden an einigen „Vorzeigepromenaden“ (z.B. Opatija) gepflegt.

Tiere

Wo eine Kultivierung der Felslandschaften nicht möglich ist, dominieren Ziege und Schaf als pflegeleichte Nutztiere. Esel und Mulis dienen noch heute als Transportmittel auf den unwirtlichen Bergpfaden und Hängen. Wild lebende Säugetiere scheinen weit seltener vorzukommen als in nördlicheren Gefilden; gelegentlich hoppelt ein Hase durchs Hinterland, auch Rot- und Schwarzwild lebt im Landesinneren. Luchse und Bären haben im Kvarner Hochland zwischen den Nationalparks Plitvice und Risnjak eine Heimat gefunden. Mit etwas Glück kann man sogar Steinadler beobachten, auf den Kvarner Inseln auch Weißkopf- oder Gänsegeier.

Essen

© Werner Lips

Kroatien kann sich einer ausgezeichneten Küche überall im Lande und auf den Inseln rühmen. Es versteht sich von selbst, dass die unterschiedlichen Regionen ihre eigenen kulinarischen Spezialitäten hervorgebracht haben. Aufgrund der Lage am Meer sind Fischgerichte, Hummer, Scampi, Muscheln und andere Meeresfrüchte sehr frisch und lecker. Speisefische sind Goldbrasse, Wolfbarsch, Drachenkopf und Rotbrasse. Sehr beliebt sind auch Krebs- und Seepolypensalat, Austern sowie Jakobs- und Miesmuscheln, dondole genannt. Ferner dürfen gegrillte Sardinen oder Sardellen (köstlich!) auf den Speisekarten nicht fehlen.

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Die unersetzliche maneštra (Minestrone, Gemüsesuppe) mit Bohnen und jungem Mais oder Gerstenkorn, hausgemachte Würste und žarebnjak (geräuchertes Schweinskarree) mit Sauerkraut sind traditionelle „Hausmannskost“, die in alten Weinstuben und Lokalen (gostionica, konoba) serviert wird.
An kleinen, kalten Speisen seien der ausgezeichnete Rohschinken (pršut) und Schafskäse (sir) erwähnt, ergänzt durch selbst gebackenes Brot (kruh).
Gegrillte Kleinigkeiten wie čevapčići (čevapi, Hackfleischröllchen), pljeskavica (Frikadellen) oder ražnjići (Fleischspieße) werden mit ajvar, einer roten Paprikapaste, serviert.
Sehr beliebt sind auch warme burek (Blätterteigtorte, in Bäckereien), die mit Spinat, Käse, Hackfleisch oder Apfel gefüllt sind, eine – wie auch das Lamm am Spieß – von den muslimischen Bosniern übernommene Spezialität.
An heimischen Getränken steht zuvorderst der heimische Wein in diversen Sorten. Hausmarken können übrigens in den meisten Orten (Schilder „vino“ beachten) direkt vom Erzeuger gekauft werden, ebenso Schnäpse, allen voran Šljivovica (Pflaume) und Kruškovac (Birne), wobei besonders die handwarm getrunkene Mischung Juliška (Pflaume und Birne) zu empfehlen ist.

 

Wirtschaft

Schwerindustrie, Handel, Landwirtschaft und Fischerei sind die wichtigsten Säulen der nationalen Wirtschaft, auch dem Tourismus (22 % BIP-Anteil) kommt eine wichtige Rolle zu (s.u.). Wichtigste Exportgüter Kroatiens sind Maschinen, Kleidung, Kleingeräte und petrochemische Produkte; importiert werden hauptsächlich Fahrzeuge, Transportausrüstungen und Industriemaschinen. Zentren der Schwerindustrie (Schiff-, Maschinen-, Bergbau, Petrochemie) sind Rijeka, Zadar, Šibenik und Split, während Istrien und Slawonien als Agrarhochburgen (nur gut 15 % des kroatischen Landes sind für intensive landwirtschaftliche Nutzung geeignet) das Land mit Obst, Gemüse, Wein, Oliven und Getreide versorgen. Fischfang, meist nur noch im Nebenerwerb, wird auf den Inseln und in den meisten Küstenorten betrieben.

Reisezeit

© Werner Lips

Von Ende Mai bis Anfang September sind die Sonnentage deutlich in der Überzahl, die Wassertemperaturen laden zum Baden ein. Und wenn es mal tröpfelt – in Dalmatien scheint die Sonne noch ein paar Wochen länger ... Außerhalb der Saisonzeiten wird man Mühe haben, etwas anderes als eine Hotelunterkunft zu finden, auch viele Gaststätten stellen von Oktober bis April den Herd ab. Die Monate Juli und August sind die absolute Hauptsaison, in der am meisten los ist und natürlich auch Engpässe im Unterkunftsbereich oder eine „Massenabfertigung“ in den Gaststätten vorkommen können. Die Vorsaison hat den Vorteil, dass man sich gemeinhin in Gastronomie /Hotellerie Mühe gibt und die Touristen umwirbt, während in der Nachsaison eine gewisse Müdigkeit unverkennbar ist.

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Im von Touristen seltener frequentierten Hinterland, insbesondere in Nordwestkroatien, Slawonien und in der Hauptstadt Zagreb, ist dieses Saisonphänomen weniger zu spüren und das Angebot in etwa gleichbleibend gut.

Drei Goldene Kroatien-Regeln

1. Reise Anfang/Mitte September nach Kroatien – Unterkünfte sind dann bei immer noch warmemMeerwasser teilweise schon 50 % billiger als noch drei Wochen zuvor!

2. Meide An- und Heimfahrt am Wochenende wie der Teufel das Weihwasser!

3. Wähle eine Insel als Haupt-Urlaubsziel – je südlicher, desto besser!

Religion

80 % römisch-katholisch, 5 % serbisch-orthodox, 1 % muslimisch

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Ja – Da

Nein, nicht – Ne

Bitte sehr – Molim

Danke (sehr) – Hvala ljepo

Guten Tag – Dobar dan

Auf Wiedersehen – Doviđenja

Entschuldigung … – Molim vas ...

Was? – Što?

Wer? – Tko?

Wohin, wo lang? – Kuda, kamo?

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Deutsche Botschaft: www.zagreb.diplo.de

Fremdenverkehrsamt: www.croatia.hr

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Alle kommen im Privatleben ständig zu spät, weil sie wissen, das ganz bestimmt auf sie gewartet wird, und weil sie inzwischen unbedingt andere wichtige persönliche Dinge regeln müssen, wie etwa selber warten. So kann Freundschaft, Verwandtschaft, Partnerschaft jegliches Zusammenleben zu sudbina (Schicksal) werden.
Kinder werden gehätschelt und auch im Hochsommer warm verpackt. An jedem Kiosk gibt es massenweise Spielzeug, denn ein Besucher bringt den Prinzchen und Prinzessinnen immer etwas mit, will er nicht bei Eltern und Großeltern als seelenlosen Geizkragen gelten. Im übrigen kann eine Kindheit bis zum dreißigsten oder vierzigsten Lebensjahr dauern.
Im täglichen Umgang erstaunt manchmal die mürrische Unhöflichkeit (wohl ein Erbe des real existierenden Sozialismus), die dann unversehens umschlägt in Herzlichkeit, ja Zärtlichkeit. „Komm her, Herzchen, setz dich hierher!“ So deftig die Flüche, so verzärtelt ist manchmal die Sprache. Man vergleiche nur die Anreden. Sehr oft werden die gewöhnlichsten Wörter in verniedlichter Form gebraucht: „Ich geh nach Häuschen, nimm ein Kekschen!“

Exkurs: Die »Wiener Gesellschaft«

Die Geschichte des Tourismus in Rovinj blickt auf eine rund 150 Jahre alte Tradition zurück, die eng an die k.u.k. Zeiten angelehnt ist und ohne diese wohl nicht denkbar wäre. 1845 wurde zwischen Triest und Rovinj eine erste reguläre Dampfschiff-Linie eröffnet, 1876 folgte das Dampfross mit dem Bau der Linie Wien – Pula. Während letzteres für Österreich militärisch (Kriegshafen!) von Interesse war, lenkte eine ganz andere Institution ihr Augenmerk mehr auf humanitäre Ziele. Die „Wiener Gesellschaft“ (eigentlich: „Wiener Gesellschaft zur Errichtung maritimer Gesundheitszentren und Asylen für arme Kinder sowie Scrofulosis- und Rachitispatienten“) eröffnete 1888 das Maria-Theresia-Gesundheitszentrum, das erste seiner Art an der Adria. Kinder der gesamten Monarchie wie auch aus anderen Ländern wurden hier behandelt. Teils zur Unterbringung begleitender Eltern, teils für andere „Heilluft“-Suchende wurde zudem das älteste Hotel der Stadt, das Jadran (heute Sol Inn Adriatic), gebaut. Damit war der lokale Tourismus geboren, andere Adelige folgten der Notwendigkeit zum Bau weiterer Hotels: 1890 kaufte Baron Georg von Hüterodt die vorgelagerte Insel Sv Katarina und ließ das dortige Kloster in ein Hotel umbauen – die Hotelinsel Katarina wird noch heute vom Grand Hotel Zell am See/Österreich geleitet.

Exkurs: Plitwitzer Seen

Wer erinnert sich nicht an die malerischen Wasserfälle, von denen der Apachen- Häuptling Winnetou seinem weißen Blutsbruder Old Shatterhand zuwinkt, um hernach in die Fluten zu stürzen? Noch immer ziehen die überwältigenden Kaskaden der Plitwitzer Seen – Drehort zahlreicher Karl-May-Filme – alljährlich Hunderttausende Besucher an, und das ohne große Werbung.
Wasserspiele faszinieren die Menschen seit jeher und erst Recht, wenn sich 16 größere und kleinere Seen ganz natürlich, mal als kleine Kaskade, mal als hoher Wasserfall, auf einer Gesamtlänge von 7,2 Kilometern inmitten von sattem Grün ineinander ergießen und dabei insgesamt 156 Höhenmeter hinabfallen. Die kristallklaren Seen nehmen eine Gesamtfläche von 2,2 km2 ein, ein, die Fläche des Nationalparks beträgt insgesamt 295 km2 und erstreckt sich um den Gebirgszug Mala Kapela, ein Ausläufer der dinarischen Alpen.
Schon 1928 wurde Plitvice per Gesetz zum Nationalpark ernannt, 1949 international anerkannt und 1979 schließlich zum UNESCO-Welterbe erkoren.

Aus: Kroatien von Werner Lips, Kauderwelsch Kroatisch Wort für Wort von Dragoslav Jovanovic

Titelbild: Rainer Höh