Wenn Elefanten streiten, werden die zermalmt, die sich zwischen ihren Füßen befinden.
malaiisches Sprichwort

Malaysia
Persekutuan Tanah Malaysia

14:40 h | 31 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl:
29.240.000 (44)

Bevölkerungsdichte:
89 pro km²

Fläche:
329.733 km² (66)

Hauptstadt:
Kuala Lumpur 

Staatsform:
Parlamentarische Wahlmonarchie

Hauptsprachen:
Malaiisch Bahasa Malaysia

Währung:
1 Malayischer Ringgit (RM)

Nationalfeiertag:
31.08.

Internationale Ankünfte/Touristen:
24.715.000 (2011)

Flugdauer:
9.962,13 km ≈ 13 Std.

Entfernung über Land:
13 771  km

Bundesherrscher:
9 Sultane & 1 König

Petronas Towers in Kuala Lumpur:
452 m

Penang Bridge:
13.500 m

Blütenpflanzen:
40.000 Arten

Bäume:
5.000 Arten

Urwaldbäume:
400 Arten

Schlangen:
111 Arten

Süßwasserfische:
100 Arten

Vögel:
Über 600 Arten

Säugetiere:
Ca. 200 Arten

Größte Blume der Welt:
Rafflesia (bis 1 m Durchmesser)

© Martin Lutterjohann

Dies und Das

Natur

Nirgendwo gibt es eine solche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten wie in den tropischen Regenwäldern Südostasiens, die ja seit über 130 Millionen Jahren keine Klimaänderung erfuhren und sich dadurch ungestört haben entwickeln können. Auf einem Hektar am Tahan-Fluss finden sich über 200 Baumarten. Die Pflanzen teilen sich den zur Verfügung stehenden Raum auf, sodass alle ihren Lebensraum haben. Beherrschend sind die Baumriesen mit ihrem glatten, zylinderförmigen Stamm und der weit ausladenden, blumenkohlartigen Krone; nicht so hoch hinauf reichen die Bäume mit langen, schmalen Kronen, die mit weit weniger Licht auskommen müssen; unten wachsen Palmen und natürlich der Baumnachwuchs heran. Kletterpalmen wie der Rattan können bis zu 60 Meter lang werden; auch Lianen schaffen es bis in die Kronen der großen Bäume hinauf. Auf den Baumästen wachsen Epiphyten, wie z.B. Orchideen, oder auch Würgepflanzen wie die Würgefeige. Große Bäume stabilisieren sich oft mit Brettwurzeln.

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Die Vegetationsstufen

Küsten- und Sumpfwaldbiotope: Sumpfwälder, Waldmoor, Mangroven, dornige Rattan- und stammlose Palmen. An der Westküste herrschen die Mangrovenwälder vor; die Ostküste wird von Kasuarinabäumen und – von Menschenhand gepflanzten – Kokosnusspalmen (die Salzwasser lieben) gesäumt.

Dipterocarpaceen-Wälder: Regenwälder des Tief-, Hügel- und niederen Berglandes auf 0–1300 m Höhe.

„Eichen-Lorbeer“-Regenwälder auf 1300–3000 m Höhe und Berg-Nebelwälder mit ihren Parasiten und üppigem Moos- und Flechtenbewuchs (2000–3500 m). Hier wachsen auch Rhododendron und andere Sträucher.

Region der Zwergsträucher und Gräser: in Malaysia nur am 4101 m hohen Mount Kinabalu.

Tiere

© Eberhard Homann

Die Fauna Malaysias ist extrem vielfältig. Angesichts des einst das ganze Land lückenlos bedeckenden Urwaldes, der nur von den Flüssen durchbrochen wurde, hat sich die Tierwelt ganz an das Leben im Wald angepasst: Die Hälfte der Tierarten sind Baumbewohner. Es gibt auf der Halbinsel rund 200 Säugetierarten, u.a. verschiedene Affenarten wie Makaken und Gibbons (der Orang Utan kommt nur in Ost-Malaysia vor), Elefanten (die nach Beendigung ihres früheren Einsatzes als Arbeitselefanten längst wieder verwilderten), Tiger, Leoparden, Panther und andere Wildkatzenarten, das Sumatra-Nashorn, Seladang (Gaur, Wildrind), Barking deer (bellende Rehe), Kanchil (Zwergböckchen, 20 cm hoch, Symbol für Mut und Cleverness, die die Winzigkeit ausgleichen), Wildschweine (die nicht nur die Orang Asli, die Ureinwohner der Halbinsel, jagen), Tapire, Wildhunde, Bären, Otter, Flughörnchen, Stachelschweine, Ratten, Fliegende Hunde, Fledermäuse (das artenreichste Säugetier in Malaysia), Lemuren etc.

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Zahlreicher als die Säugetierarten sind die Vogelarten. Über 600 zählt man, u.a. Kingfisher (bei uns: Eisvögel), Spechte, Raubvögel wie Falken, Habichte, Bussarde, Adler, Geier, Kormorane, Reiher, Kraniche, Fregattvögel, Störche, Ibisse, Enten, Fasane, Schnepfen, Möwen, Tauben, Kuckuckarten, Papageien, Eulen, Schwalben, Oriole, Bulbul, Spatzen, Finken u.v.m. Besonders charakteristisch sind die Nashornvögel, die in Sarawak zum Wappentier aufgestiegen sind.

Es gibt rund 100 Süßwasser-Fischarten, darunter den bis zu 1,80 m großen und 45 kg schweren Catfish, der einzige gefährliche Süßwasserfisch des Landes; erwähnenswert ist auch der Siamesische Kampffisch. Angeln ist in Malaysia sehr beliebt; nach einem Angelschein wird nicht gefragt.

111 Schlangenarten werden auf der Halbinsel gezählt. Von denen sind 16 giftig, aber nur 5 werden dem Menschen wirklich gefährlich: Allen voran die bis zu 6 Meter lange Königskobra, weil sie auch unbedroht angreifen könnte. Tödlich wirkt auch das Gift der Grubenotter (Wagler’s Pit Viper, im Schlangentempel von Penang zu besichtigen), der Schwarzen Kobra, der Korallenotter und der Gestreiften Krait. Auch Riesenschlangen (wie der bis zu 10 m lange Python) kommen vor.

An Reptilien sind noch verschiedene Krokodilarten zu erwähnen, Warane und andere Echsenarten, darunter die Flugechsen, und in fast jedes Haus gehören die Haus-Geckos.

Mit Malaysia untrennbar verbunden sind die Riesen-Meeresschildkröten, die regelmäßig (allerdings in abnehmender Zahl) an den Strand von Rantau Abang (zwischen Kuala Terengganu und Dungun) zum Eierlegen kommen. Es gibt noch einige andere Schildkrötenarten, die Malaysias Strände zum Eierlegen auswählen. An Süßwasserschildkröten sind die bis zu einem Meter großen Terrapins erwähnenswert. Am Unterlauf des Perak gibt es eine Aufzuchtstation.

Berühmt sind Malaysias Schmetterlinge, so manches Exemplar kann man aufgespießt im Glaskasten käuflich erwerben: Raja Brooke, Malaiischer Netzflügler, Atlas-Nachtfalter u.v.m. Die Insekten sind es (über 100.000 Arten sollen es sein), denen man auf Schritt und Tritt innerhalb und außerhalb des Urwaldes begegnet.

Wirtschaft

Mit einem geplanten jährlichen Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 6 % hält Malaysia nach wie vor am ehrgeizigen, einst unter Premierminister Dr. Mahatir formulierten Ziel fest, bis zum Jahr 2020 von einem Schwellenland zu einer hoch entwickelten Volkswirtschaft aufzuschließen, mit entsprechend hohem Einkommensniveau der Bevölkerung. Im Juni 2010 legte die Regierung den 10. Malaysia Plan vor, der vor allem auf Förderung der Privatwirtschaft, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität setzt.

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Wie in den vorangegangenen 5-Jahresplänen sind erneut große Infrastrukturvorhaben geplant: u.a. Ausbau des Schienennetzes des öffentlichen Nahverkehrs in Kuala Lumpur und im umgebenden Klang Valley, weiterer doppelgleisiger Ausbau von Bahnlinien und vollständige Elektrifizierung der Nord-Süd-Linie, sieben neue Autobahnen, Hafenprojekte, Erhöhung der Kapazität von Flughäfen, zwei Kohlekraftwerke, Aluminiumschmelzen in Sarawak, Schaffung einer Media City und eines International Financial District in Kuala Lumpur.

Wichtigste Exportgüter sind Elektronik, Erdöl, Flüssiggas, Holz und Holzerzeugnisse, Palmöl sowie Produkte aus Palmöl, Gummi, Textilien, Chemikalien.

Wichtigste Importgüter sind  Erdölprodukte, Elektronik, Maschinen, Plastikprodukte, Fahrzeuge, Eisen- und Stahlerzeugnisse, Chemikalien.

Essen

© Eberhard Homann

Malaiische Gerichte sind vielfältig und kräftig gewürzt. Es werden frische Zutaten verwendet: Chilis, Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Zitronengras, Zitronenblätter, Koriander, Tamarindensaft und vor allem Kokosmilch (ausgepresste eingeweichte Kokosraspel = Santan), dazu noch Krabbenpaste (Belacan), Sambal (Chilipaste) u.a. In malaiischen Lokalen – spätestens bei den Essenstops während der Überlandfahrten im Bus begegnet man ihnen – sind die Gerichte oft ausgebreitet, sodass man mit den Augen auswählen kann: Huhn, Krabben, Rindfleisch, gebratener Fisch, Salate, Gemüse. Dazu bestellt man dann Reis (weißer Reis – Nasi Puteh). Man kann auch Nasi oder Mee Goreng (Reis/Nudeln gebraten) bestellen. Das sind Reis oder Nudeln, im Wok mit Chili, Gemüse, Fleisch und Gewürzen vermischt und gebraten, oder aber Nasi Campur (Reis gemischt, d.h. meist mit zwei Beilagen). Das ist nie verkehrt und schmeckt über all ein klein wenig anders.

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Aber die malaiische Küche hat weit mehr zu bieten:

Kari Ikan – Fisch-Curry (mit Kokosmilch)

Saté Ayam (Huhn)/Kambing (Ziege)/Lembu (Rind) mit Gurken und Ketupat-Reis

Ikan/Udang/Sotong Goreng – gebratener Fisch/Krabben/Tintenfisch

Pagedel Daging – Rindfleischfrikadellen

Daging Rendang – in Kokosmilch mit Zwiebeln,Zimt, Nelken, Koriander, Muskat und Chili gegarte Rindfleischwürfel

Ayam Masak/Goreng gedünstetes/gebratenes Huhn

Telur Bungkus gefülltes Omelett, z.B. mit Hackfleisch

Masak Lemak Nangka junge Jackfruit in Kokosmilchsoße

Sayur Campur gemischtes Gemüse

Pasembur Rojak Salat aus Gurken, Ananas und Krabben mit scharfwürziger Erdnusssoße, Sojabohnenquark

Sup Sayur Gemüsesuppe

Reisezeit

Tropisches Klima bedeutet Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Aber ganz so wild, wie viele es sich vorstellen, ist es gar nicht. In Malaysia ist es jeden Tag zwischen 30 und 34 °C warm, hinzu kommt die durchschnittlich hohe Luftfeuchtigkeit von rund 90 %. Das ganze Jahr über ändern sich die Temperaturen nicht: Regnet es ein paar Tage nicht, ist es schwül und heiß. Regen bringt Erfrischung, allerdings auch hohe Luftfeuchtigkeit. Jahreszeiten gibt es nicht. Je nach Höhenlage ist es entsprechend kühler.

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Bestimmt wird das Klima durch zwei Monsune: den Nordost-Monsun, der, aus dem Südchinesischen Meer kommend, die Ostküste vor allem zwischen Dezember und Februar voll erwischt und insgesamt zwischen November und April bläst, und den Südwest-Monsun, der die Westküste (dank der vorgelagerten lnsel Sumatra) nur in abgeschwächter Form trifft. Als Regenzeiten gelten hier die Monate April/Mai und September/Oktober. Sie sind jedoch keine direkte Folge des Südwest- Monsuns, der von Mai bis Oktober wirksam ist und keine nennenswerten Niederschläge bringt, sondern entstehen durch Abregnen der warmen, aufgestiegenen Luftmassen und kennzeichnen die Übergangszeiten zwischen beiden Monsunen.

Sabah und Sarawak gehören zu den tropischen Gebieten. Das Klima zeichnet sich durch Gleichmäßigkeit während des ganzen Jahres aus. Die Temperaturen schwanken im Tagesgang zwischen 22 °C und 32 °C. Eine Abkühlung erfolgt nach Regenschauern, die jedoch auch für eine Luftfeuchtigkeit um 80 % sorgen. lm Gebirge, speziell im Kinabalu Park, liegen die Temperaturen erheblich niedriger. Sie können am Mount Kinabalu nachts sogar die Gefrierpunktgrenze erreichen. Jahreszeiten im europäischen Sinn findet man hier nicht. Den einzigen Einschnitt bringt in Sarawak der Nordostmonsun mit seinen heftigen Regenfällen zwischen Oktober und Februar. Die jährliche Niederschlagsmenge schwankt zwischen 300 und 500 cm.

Sabah liegt im Bereich unterschiedlicher Trocken- bzw. Regenzeiten (bewirkt durch die Gebirge). Im Norden beginnt die Trockenzeit im Dezember. Sie dauert etwa bis Mai. Im Oktober sind die stärksten Regenfälle zu verzeichnen. Im Süden (Sandakan, Lahad Datu, Tawau) dauert die Trockenzeit von März bis September. Die an schließende Regenzeit bringt die stärksten Regenfälle im Januar. Auch während der Trockenzeiten gibt es häufig Regen.

Die Vielfalt Malaysias

© Eberhard Homann

Malaysia besteht aus zwei ganz unterschiedlichen Landesteilen, die durch das Südchinesische Meer voneinander getrennt sind und ohne die britische Kolonialherrschaft wohl nie zusammengekommen wären. Westmalaysia: Die Trumpfkarte West-Malaysias ist zwar ebenso wie in Ost-Malaysia das Völkergemisch mit seinem Reichtum an unterschiedlichen Kulturen, Religionen und vor allem kulinarischen Genüssen in Verbindung mit vielfach noch kaum berührter Natur. Doch gibt es in diesem Teil des noch jungen, dynamischen Staates vielerorts bereits eine hochentwickelte touristische Infrastruktur für fast jeden Geldbeutel. Ob Badeurlaub auf Langkawi  oder Penang an der Westküste oder fast überall entlang des rund 500 km langen Ostküstenstrandes, ob Schnorcheln oder Tauchen an den vorgelagerten Inseln im Südchinesischen Meer, ob Dschungeltrecks im riesigen Nationalpark Taman Negara oder auf die Berge in den Cameron Highlands, Reisende kommen hier überall auf ihre Kosten. Nicht zu vergessen sind die quirlige Metropole Kuala Lumpur und die historisch bedeutenden Städte Melaka an der Südwestküste und Georgetown auf der Insel Penang, beide seit 2008 mit dem Prädikat „UNESCO Weltkulturerbe“ ausgezeichnet. Ostmalaysia mit Sarawak und Sabah: Sarawak steht für Natur und Kultur. Man braucht ein wenig Zeit, um den gesamten Staat mit seinen vielen Nationalparks zu erkunden und auch Abenteuerlust, wenngleich heute fast alle Regionen gut erschlossen sind. Am besten ist es flexibel zu sein, um auf niedrige Wasserstände in Flüssen oder auf andere Widrigkeiten reagieren zu können.

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Nach Sabah reisen vor allem Bergsteiger und Naturenthusiasten, denn der höchste Berg Südostasiens, der Mount Kinabalu, lockt mit einem grandiosen Ausblick, und im Osten des Staates kann man Orang Utans, Nasenaffen und, mit etwas Glück, Elefanten beobachten. Aber auch Strandurlauber und Taucher kommen auf den Inseln vor der Küste voll auf ihre Kosten.

Religion

53% Muslime, 17% Buddhisten, 9% Christen, 6 % Hindus, 3 % Konfuzianer

Tipps

Wörter die weiterhelfen

ya, ada
Ja, gibt (es)

Tidak ada
Nicht gibt (es)

Ya, sudah lama
Ja, schon lange

belum
noch nicht

berapa harga…ini
Wieviel Preis…dies

Siapa nama kamu/anda?
Wer Name du?

Ada-ka bilik kosong?
Gibt(es)-? Zimmer leer

Saya mau pergi ke Pulau Kapas
Ich möchte gehen nach Insel Kapas

Anda/kamu datang dari mana?
Du kommen von wo?

Di mana ada stesen bas/keretapi
In wo gibt (es) Station Bus/Eisenbahn

Klein Sprachhilfe
Kauderwelsch Malaiisch, Band 26

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.malemb.de

Fremdenverkehrsamt: www.tourismmalaysia.de

Deutsche Botschaft: http://www.kuala-lumpur.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Englischsprachige Tageszeitung „Star“:  www.thestar.com.my

Dos and Don'ts

Grundsätzlich ist es nicht sehr kompliziert, sich in Malaysia anständig zu benehmen und Kontakte zu knüpfen. Die Menschen sind allgemein freundlich und recht ungezwungen. Freundliches, höfliches Verhalten wird in Malaysia gern gesehen, da darf man dann auch Fehler machen. Ohnehin erwartet niemand, dass Europäer sich genau auskennen. Aber Anpassung an heimische Sitten wird umso mehr geschätzt, soweit erkennbar ist, dass man sich Mühe gibt. Allerdings gibt es einige Standard regeln, die für alle drei  Bevölkerungsgruppen, Malaien, Chinesen und Inder, gleichermaßen gelten: Man soll Leute respektieren, die älter sind als man selbst, vor allem, wenn ihre gesellschaftliche Stellung gleich oder höher ist. In allen drei Volksgruppen wird von Kindern und Jugendlichen Respekt gegenüber den Eltern und anderen älteren Verwandten erwartet.

Nie sollte man mit dem Zeigefinger auf Personen zeigen: Entweder man macht eine Faust und zeigt mit dem Daumen in die Richtung oder mit der ganzen Hand. Will man Leute herbeiwinken, tut man dies mit der Handfläche nach unten.

Ein deutliches „Nein“ wird in Asien häufig vermieden, weil es zu plump und undiplomatisch wirkt. Anders herum ist ein „Ja“ nicht unbedingt Ausdruck der Zustimmung, sondern bedeutet oft lediglich: „Ich verstehe“. Das Äußern von unverblümter Kritik, womöglich noch im lauten Tonfall und in der Anwesenheit Dritter, ist unangebracht. Nicht nur der so Kritisierte, auch man selbst „verliert sein Gesicht“ hierdurch.

Inder und Malaien essen mit der rechten Hand, nie mit der linken. Die Linke Hand wird zur Reinigung auf der Toilette benutzt.

Exkurs: Schwalbenhotels (Westmalaysia)

Dem aufmerksamen Spaziergänger durch malaysische Städte werden sie aufgefallen sein: fensterlose alte Häuser mit einer Vielzahl Löcher, über denen nicht selten Schwalben kreisen. Es handelt sich um sogenannte Schwalbenhotels, englisch birdhotels, malaiisch rumah burung (layang-layang). Angesichts des unersättlichen Appetits der Chinesen, aber auch Koreaner, Japaner, Vietnamesen auf Bird Nest Soup, wird der Bedarf nicht mehr durch Plündern der Schwalbennester in Höhlen (z.B. Niah Cave in Sarawak) oder Klippen am Meer gedeckt, sondern durch gezielt eingerichtete Schwalbennestfarmen. Davon gibt es in Malaysia rund 50.000, eine bescheidene Zahl im Vergleich zu Indonesien, wo es zehnmal so viele gibt. Zentren in Malaysia sind Kota Bahru an der Ostküste und Sitiawan, in der Nähe von Lumut und der Insel Pangkor, mit zusammen 1500 Farmen. Endau und Kota Tinggi in Johor sowie Kuantan mit Kuala Rompin in Pahang bieten ebenfalls Potential. Unverarbeitet erzielen Vogelnester 4500 RM pro Kilo, verarbeitet 12.000 RM. Nur 40–50 % der Schwalbenhotels, die häufig als Einzelobjekte inmitten der Städte betrieben werden, sind bislang wirtschaftlich rentabel. Wer sich näher da für interessiert, kann in Sitiawan den Swiftlet Eco Park besichtigen, wo eine ganze Siedlung zur Schwalbennestfarm umgebaut wurde.

Exkurs: Zu Besuch in einem Langhaus (Ostmalaysia)

Vor dem Betreten eines Langhauses muss man die Bewohner um Erlaubnis fragen, denn nicht einmal enge Freunde betreten ein Langhaus ohne Einladung. Normalerweise geht der Führer voraus und bittet um die Erlaubnis. Im Langhaus werden keine Schuhe oder Sandalen getragen, schon gar nicht auf den geflochtenen Matten, auf denen man beim Gespräch und beim Essen sitzt. Nach der Ankunft übergibt man dem Chief des Langhauses, dem Tuai rumah, die mitgebrachten Geschenke, Süßigkeiten, Zigaretten und Schnaps. Daneben werden auch Kleinigkeiten wie z.B. Luftballons, Feuerzeuge etc. gerne genommen. Neben den Geschenken übergibt man dem Tuai rumah auch die mitgebrachten Lebensmittel (Konserven und Reis). Die Menge sollte so bemessen sein, dass sie für einen selbst entsprechend der Aufenthaltsdauer ausreichen. Gekocht wird von den Langhausbewohnern.

Man sollte im Langhaus immer daran denken, dass die Menschen, die hier leben, auf ihre Lebensweise genauso stolz sind, wie wir auf unsere. Diese angeblich „primitiven“ Menschen sind ebenso intelligent und sensibel wie wir. Bei der Ankunft im Langhaus bekommt man traditionsgemäß ein Getränk angeboten, am Tage meist Kaffee, abends oft Tuak (Reiswein). Diese Getränke dürfen nicht zurück gewiesen werden, um die Gastgeber nicht zu beleidigen. Wer aus irgendwelchen Gründen nichts trinken möchte, sollte das Getränk trotzdem annehmen, daran nippen und sich bedanken.

Angebotenes Essen darf man auch nicht zurückweisen. Wer nichts essen möchte, nimmt die Speise an, berührt sie mit den Fingern, danach mit ihnen die Lippen und bedankt sich dann. Speisen und Getränke werden mit beiden Händen entgegengenommen. Bevor fotografiert wird, muss man um Erlaubnis fragen.

Haustiere die zum Langhaus gehören, dürfen nicht schlecht behandelt werden. Man darf z.B. keine Steine nach ihnen werfen oder sie treten, da viele Ureinwohner glauben, dass die schlechte Behandlung von Tieren zu Unglücken in der Zukunft führt.

Wenn ein Langhaus tabu ist (Pantang), darf es nicht von Fremden betreten werden. Man wird entweder von Bewohnern darauf hingewiesen oder erkennt es an einer weißen Fahne am Eingang. Ein Langhaus wird nach einem Todesfall oder einem großen Unglück tabu.

Wer einen leichten Schlaf hat, sollte auf jeden Fall Oropax bei sich haben, denn im Langhaus ist es alles andere als ruhig. Die Wände der einzelnen Bilek sind nur ca. 2,5 m hoch. Ein paar Meter darüber ist erst das Dach. Neben der Luftzirkulation, die dadurch erreicht wird, gibt es aber auch eine gute „Geräuschzirkulation“.

Beachtet man alle diese Regeln, so wird der Langhausbesuch sicherlich zu einem Erlebnis. Man sollte aber bereits bei der Ankunft über die Dauer des Aufenthalts reden. Das ist auch für den Guide wichtig, der ja wieder nach Hause möchte oder bei längerem Fortbleiben auch mehr Geld verlangt.

Normalerweise reicht es, Lebensmittel für den eigenen Bedarf und Geschenke mitzunehmen, es kann aber schon mal passieren, dass die Langhausbewohner bei der Abreise nach etwas Geld fragen. Ob man etwas bezahlt, sollte von der ganzen Situation abhängig gemacht werden. Wer mehrere Tage in einem Langhaus war und gute Einblicke in ihr Leben gewonnen hat, wird abschätzen können, wie arm die Leute sind. Allerdings gibt es immer mehr „touristisch erschlossene“ Langhäuser, in denen eine Eintrittsgebühr erhoben wird.

Bleibt man länger im Langhaus, möchte man sicherlich beim täglichen Leben zusehen. Prinzipiell ist es erlaubt, trotzdem sollte man aus Höflichkeit um Erlaubnis fragen.

Aus: Reiseführer Malaysia mit Singapur und Brunei von Eberhard Homann, Klaudia Homann, Reto Kuster und Martin Lutterjohann

Uhrzeit und Temperatur: Kuala Lumpur

Titelbild: © Eberhard Homann