»Alte Steine erzählen alte Geschichten«
Lebensweisheit aus Mazedonien

Mazedonien

Republika Makedonija
Република Македонија
Republik Mazedonien

19:06 h | 14 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
2.108.000 (Weltrang 140)

Bevölkerungsdichte
82 Einw. pro km²

Fläche
25.713 km² (146)

Hauptstadt
Skopje

Staatsform
Parlamentarische Republik

Hauptsprachen
Mazedonisch, Albanisch

Währung
Mazedonischer Denar (MKD)

Nationalfeiertag
2.8.

Internationale Ankünfte/Touristen
400.000

Flugdauer
1.332 km ≈  1,5 Std.

Entfernung über Land
1708 km

Millenium Kreuz Vodno
Größtes Kreuz der Welt (66 m)

Ost-West-Ausdehnung
216 km (max.)

Nord-Süd-Ausdehnung
188km

Gebirgsfläche
≈ 79%

Fläche der Nationalparks
≈ 3,8%

Höchste Erhebung
Golem Korab (2.764 m)

Längster Fluss
Vardar (388 km)

Dies und Das

© Fabian Fröhlich

Natur

Mazedonien ist ein kleiner Staat auf der Balkanhalbinsel, der kein Meerszugang besitzt, also ein sogenannter Binnenstaat ist. Es besitzt fünf Nachbarländer: Serbien, Bulgarien, Griechenland, Albanien und den Kosovo (im Uhrzeigersinn, im Norden startend). Die Staatsgrenze zu den Nachbarländer summiert sich auf eine Länge von 766 Kilometern.
Die Struktur des Landes ist wechselhaft und viel von Hügeln und Bergen geprägt. Beinah 80% der Landesfläche zählen dazu. Nur an den Flussläufen gibt es ausgeprägte Flachlandschaften. Außerdem gibt es noch einige Becken in den Gebirgen die Hochplateaus bilden. Diese Flächen sind die einzigen im Land, die landwirtschaftlich genutzt werden können.

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Zusätzlich gibt es noch gut 2% Wasserfläche die zur Fläche des Landes gehören. Davon gehört der größte Teil zum Ohridsee, der nach mazedonischen Angaben 349km² groß ist (Und damit etwas kleiner ist als der Gardasee). Durch den See verläuft die Grenze zu Albanien. Nur 10 Kilometer Luftlinie entfernt liegt der Prespasee, welcher die Grenze zu Albanien und Griechenland bildet. Dieser See ist mit 273 km² nur unwesentlich kleiner und zählt, ebenso wie der Ohridsee, zu den größten Seen des Balkans.
Zwischen den beiden Gebirgen erhebt sich das Galičica-Gebirge auf eine Hohe von bis zu 2.255 m. Im Nordwesten des Landes, wiederum an der Grenze zu Albanien befindet sich der Golem Korab, welcher der höchste Gipfel des Šar-Gebirges ist und nicht nur der höchste Berg Mazedoniens ist, sondern auch gleichzeitig der höchste Berg Albaniens ist.

Tiere

Die vielfältige und spannende Natur des Landes spiegelt sich auch in der Tierwelt wieder. Die Bergregionen bieten einen idealen Lebensraum für große und kleine Tiere. In Mazedonien sind Bären, Wölfe, Gämsen und Luchse heimisch, ebenso wie Füchse, Hasen Marder und Hirsche. Vom seltenen Balkanluchs gibt es nur noch rund 100 Exemplare in Mazedonien und Albanien.

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Die beiden großen Seen des Landes und die vielen Gebirgsflüsse sind die Grundlage für ein vielfältiges und intaktes Leben in den Gewässern. Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Welt. Aufgrund seines Alters ist das Leben im See ein komplett anderes als sonst in Europa der Fall ist. Die typischen Vertreter (Barsche, Saiblinge, Hechte...) kommen nicht im Ohridsee vor, dafür aber der endemische Barbengründling, die Ohridforelle und verschieden Seeschlangen Gattungen, wovon die ältesten seit circa 30 Millionen Jahren auf dieser Erde leben.

© Fabian Fröhlich

Essen

Die mazedonische Küche ist der Balkanküche zuzuordnen und ist ähnlich geprägt und war ähnlichen Einflüssen ausgesetzt wie die der Nachbarländer auf der Balkanhalbinsel. Der mediterrane und der orientalisch Einfluss wird deutlich.
In Mazedonien wird in den Tälern und Hochebenen vorwiegend Weizen und Mais angebaut, welche die Grundlage der mazedonischen Küche bilden. Da das Klima sehr rau und ungemütlich werden kann, was auch den Gemüseanbau betrifft, wachsen in Mazedonien vorwiegend genügsame Gemüsesorte, die hitzebeständig sind und mit wenig Wasser auskommen. Dazu gehören Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Spinat und Erbsen

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In Mazedonien wird viel Viehzucht betrieben, weswegen die Küche sehr fleischlastig ist. Rinder, Schafe und Schweine werden vorwiegend gehalten und finden sich deswegen auch häufig auf den Speisekarten wieder.
Der Reichtum an Gewässern, vorwiegend im Südwesten des Landes, bringt auch immer wieder verschiedene Fischarten auf den Teller der Einheimischen und der Urlauber. Die Ohridforelle aus dem Ohridsee wird dabei als besondere Delikatesse angesehen.

Reisezeit

Mazedonien kann man gut und gern das ganze Jahr bereisen. Durch die durchschnittliche Höhenlage wird es im Sommer selten zu heiß. Und diese wenigen Tage im Jahr eignen sich dann perfekt um einen Ausflug in das Gebirge zu machen.
Auch wenn es keinen Zugang zum Meer gibt, bieten sich die beiden großen Seen im Süden zu einem ausgiebigen Badeurlaub an. Auch Wanderern und Mountainbiker finden gute Bedingungen in Mazedonien. Im Frühjahr und im Herbst ist die Natur besonders reizvoll und daher die beste Zeit für die Aktivitäten.

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Schlussendlich ist auch der Wintersport dabei sich in Mazedonien zu entwickeln. Es existiert diverse Infrastruktur zum Skifahren und Snowboarden, wenn auch bei weitem nicht auf dem Niveau der Alpen oder anderer mitteleuropäischer Gebirge. Dennoch gibt es die Möglichkeit recht kostengünstig Winterurlaub zu machen und dabei noch wunderbare, häufig unberührte Natur zu entdecken.

© Fabian Fröhlich

Religion

Seit Jahrhunderten wird Mazedonien vom orthodoxen Christentum und vom Islam geprägt. Mit der Eroberung durch die Osmanen breitete sich auch der Islam im Land aus. Einige Leute konvertierten, viele blieben dem christlichen Glauben aber auch erhalten. Seitdem im 19. Jahrhundert der Nationalismusgedanke aufkam, wurden auch die Beziehungen zwischen den beiden Religionen schlechter. Übergriffe auf Gläubige der anderen Religion oder deren Gotteshäuser häuften sich, auch bis in die heutige Zeit. Die neusten Zahlen besagen, dass cirka 65% orthodoxe Christen sind und weitere 33% Muslime. Die restlichen Prozentpunkte verteilen sich wie schon bei den Ethnien auf viele verschiedene kleine Glaubensrichtungen.

Bevölkerung

Wie es in der Balkanregion fast schon üblich ist, besteht die Bevölkerung aus verschiedenen Ethnien. Durch die vielen kleineren Länder und die jungen Republiken auf der Halbinsel ist viel Bewegung in den Bevölkerungen der Länder. Landesgrenzen bestehen noch nicht sehr lange, sodass sich einige Volksgruppen über Landesgrenzen erstrecken. Die Mazedonier bilden dennoch die Mehrheit im Land, cirka 65% bezeichnen sich als ethnische Mazedonier. Die rgößte Minderheit stellen die Albaner mit 25%. Jeder vierte im Land ist also ethnisch gesehen ein Albaner.
Neben den beiden großen Volksgruppen, gibt es verschiedene Ethnien, die zusammengenommen die restlichen 10% der Bevölkerung bilden. Dazu gehören unter anderem Türken, Roma, Serben, und Bosniaken.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Deutsch

Mazedonisch (kyrillisch)

Mazedonisch

Hallo

Здраво!

Zdravo!

Guten Tag

Добар ден!

Dobar den!

Tschüss

Чао!

Tshao!

Auf Wiedersehen

Довидување!

Doviduvanye!

Ja

да

da

Nein

не

ne

Danke

Благодарам!

Blagodaram!

Bitte!

Ви се молам!

Vi se molam!

Prost!

На здравје!

Na sdravye!

Entschuldigung

Извинете,...

Isvinete,...

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.auswaertiges-amt.de/Laenderinformation/Mazedonien | www.mfa.gov.mk/en/for-foreign-nationals (Englisch)

Fremdenverkehrsamt: www.exploringmacedonia.com (Englisch) | www.visit-macedonia.eu

Deutsche Botschaft: www.skopje.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

In Mazedonien gibt es keine großen Besonderheiten, vor denen man sich als Reisender fürchten sollte. Wenn man sich an die in Mitteleuropa geltenden Regeln und Normen hält, sollte man keine großen Schwierigkeiten bekommen. Dennoch gibt es ein paar kleine Hinweise, die helfen können, Missverständnisse vorzubeugen und Unklarheiten aufzulösen.
In den orthodoxen Kirchen, wie auch in den Moscheen, ist auf angemessene Kleidung zu achten. Knie und Schultern sollten bedeckt sein, auch im Sommer wird man keine Ausnahme machen. Mit Badekleidung wird man also in der Regel keine Kirche (oder Moschee) betreten können.
Die Mazedonier sind ein sehr gastfreundliches Volk. Falls man mit den Mazedoniern in Kontakt kommt, ist es keine Seltenheit, dass man zum Essen eingeladen wird. Dann freuen sich die Gastgeber über ein paar kleine Geschenke, die jedoch hauptsächlich von symbolischem Wert sein sollten. Essen und Getränke (vor allem alkoholische Getränke) wird es zu Genüge geben. Falls man danach noch fahren muss, sollte man dies im Vorfeld klären. Die Straßenverhältnisse sind nicht die besten und meistens führen die Straßen mit vielen Kurven durch Bergregionen, was höchste Aufmerksamkeit erfordert.
Per Gesetz ist das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlichen Gebäuden und Restaurants verboten. Die Mazedonier stören sich aber absolut nicht daran, was einen als Fremden jetzt aber nicht dazu verführen sollte, es den Einheimischen gleich zu tun.
Und auch wenn der Konflikt mit Griechenland über die Region Makedonien nicht mehr die Aktualität besitzt, wie es vor einigen Jahren der Fall war, so sollte man dennoch nicht unbedingt Diskussionen zu diesem Thema beginnen und dabei eventuell noch die griechische Seite unterstützen. Verschiedene Ansichten existieren bezüglich dieser Thematik und manche Menschen können impulsiv reagieren.

Exkurs: Namenskonflikt um Makedonien/Mazedo

Nachdem sich die jugoslawische Teilrepublik Mazedonien 1991 unter dem Namen Republik Mazedonien für unabhängig erklärt hat, kam es zum einem Konflikt mit Griechenland. Der Streit beläuft sich auf die Nutzung des Namens Makedonien/Mazedonien. In Griechenland gibt es eine Region namens Makedonien, in der slawische Griechen die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Die Griechen im gesamten Land befürchteten dann, dass die Republik Mazedonien (transliteriert Republika Makedonija) Gebietsansprüche auf die griechische Region Makedonien (transliteriert Makedonía) haben könnte. Ebenso gab es einige Bestrebungen der Bevölkerung, sich dem neuen, souveränen Nachbarstaat anzuschließen und sich von Griechenland loszulösen.
Aus politischen Gründen gab es von Griechenland keinen Einspruch auf die Namensproblematik, als Mazedonien noch ein Teil der Sowjetunion war. Mit der Unabhängigkeit änderte sich dies jedoch.
Die Problematik wird derzeit so umgangen, dass im internationalen Verkehr von der Republik Mazedonien als Former Yugoslav Republic Of Macedonia (F.Y.R.O.M.) gesprochen wird. Die Ähnlichkeit wird so elegant umgangen und keiner hat Grund zur Beschwerde.
Besonders am Anfang der 90er war der Streit sehr präsent und gipfelte in den Jahren 1994/95 in ein Embargo von griechischer Seite gegen Mazedonien.
Politisch spielt der Namenskonflikt weiterhin eine Rolle, auch wenn die Thematik nur noch sehr selten aufkommt. Wirtschaftlich hingegen pflegen die beiden Länder gute Beziehungen miteinander und der Konflikt ist auf dieser Ebene quasi nicht mehr existent.

Exkurs: Ohridsee

Mazedonien ist ein kleines Land, welches trotzdem reich an Sehenswürdigkeiten ist. Im Südwesten des Landes gelegen, 120 Kilometer von Skopje entfernt, liegt einer der größten Seen der Balkanhalbinsel und einer der ältesten Seen weltweit: der Ohridsee (Ohridsko Ezero). Durch den stellenweise 30 Kilometer langen und 14 Kilometer breiten See verläuft übrigens auch die Grenze zu Albanien.
Das Alter des Sees ist in der Wissenschaft nicht genau datiert, doch geht man davon aus, dass der See mindestens 2,5 Millionen Jahre alt ist (zum Vergleich: Der Bodensee ist circa 14.000 Jahre alt). Dadurch konnte sich der See und das Leben in ihm schon viel früher entwickeln, als es in den meisten mitteleuropäischen Seen der Fall war. Heutzutage kann man eine Fauna und eine Flora finden, die in Europa wahrscheinlich, in dieser Zusammensetzung, einzigartig ist.
Und auch das Drumherum des Sees ist sehr wechselhaft und sehenswert. Die Stadt Ohrid, die größte am See und daher namensgebend für ihn, ist, wie der gesamte See auch, schon 1979 zum UNESCO- Welterbe ernannt worden. Dazu finden sich um den See viele wichtige religiöse Bauwerke, wie die Kirche Sveti Kliment, die Kirche Sveti Jovan Kaneo oder die Klosteranlage Sveti Naum. Außerdem erhebt sich, keine 5 Kilometer vom Ufer entfernt, das Galičica-Gebirge auf eine Höhe von über 1.500m über die Seehöhe.
Die Geschmäcke sind bekanntlich verschieden, dennoch sollte man bei einem Aufenthalt in Mazedonien den Ohridsee nicht missen, denn hier sollte für jeden etwas dabei sein. Strand, Berge, Natur, Kultur und Geschichte – die Region um den See bietet viele mögliche Aktivitäten.

Alle Texte von Max Reitmeyer

Uhrzeit und Temperatur: Skopje

Titelbild: © Fabian Fröhlich