»Wenn man nur ein Fleckchen dieser Erde als Paradies bezeichnen dürfte, es müsste Mexiko sein«
(Alexander von Humboldt, Mexikoreise 1803/04)

Mexiko
Estados Unidos Mexicanos

18:12 h | 13 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl:
120 Mio.

Bevölkerungsdichte:
57 Menschen pro km²

Fläche:
1.972.550 km²

Hauptstadt:
Ciudad de México, Mexiko-Stadt

Staatsform:
Präsidiale Bundesrepublik

Hauptsprache:
Spanisch (und über 60 indigene Idiome, wichtigste sind Náhuatl und Mayathan)

Währung:
Mexikanischer Peso

Nationalfeiertag:
16. September

Internationale Ankünfte/Touristen:
alljährlich 12–13 Millionen

Flugdauer:
ab Frankfurt 12–13 Stunden

Dies und Das

Natur

Mexiko ähnelt auf der Landkarte einem „Füllhorn“, wobei der größere nördliche Teil vom kleineren südlichen durch die Landenge von Tehuantepec getrennt wird. Kernstück des nördlichen Teils ist das gewaltige mexikanische Hochland, das an der US-Grenze mit etwa 900 Höhenmetern beginnt und nach Süden bis auf etwa 2500 m Höhe ständig ansteigt. Dieses Hochplateau ist jedoch keineswegs gleichförmig, sondern durch eine Vielzahl von Tälern, Becken, Bergen und Gebirgsketten sehr abwechslungsreich gegliedert. Das Hochland wird eingerahmt und begrenzt von langen Gebirgsketten: Im Osten von der Sierra Madre Oriental und im Westen von der Sierra Madre Occidental. Diese Ketten fallen über Hügelgebiete zu den Küstenebenen ab. Im Süden, entlang des Pazifiks, erhebt sich noch eine dritte Bergkette, die Sierra Madre del Sur.

 

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Das südliche Mexiko kann nochmals in zwei Gebiete unterteilt werden: in die tropische Halbinsel Yucatán, eine flache Kalk- und Karsttafel von weniger als 200 m Höhe, und in das Bergland von Chiapas, eine zum Teil recht zerklüftete Gebirgsregion von durchschnittlich 1500 m Höhe, die von der Pazifikküste steil ansteigt. Einige (Vulkan-)Gipfel übersteigen dort 2000 und 3000 m Höhe. Die Zahl der Vulkane in Mexiko ist hoch: Neun sind höher als 4000 m und drei über 5000 m. Der berühmteste ist der 5452 m hohe Popocatépetl, etwa 70 km südöstlich von Mexiko-Stadt.

Tiere

In den diversen Vegetationszonen existiert eine artenreiche Flora und Fauna, bezüglich der Vielfalt der Reptilien steht Mexiko z.B. weltweit an erster Stelle. Im tropischen und subtropischen Lebensraum gibt es u.a. Krokodile, Klammeraffen (mono araña), Brüllaffen, Gürteltiere, Geckos und die steinzeitlich anmutenden Leguane; an den Küsten Meeresschildkröten, Pelikane, Reiher und stellenweise auch Flamingos. Besonders reichhaltig ist das Tierleben an den Küsten der Halbinsel Baja California, hier kommen im Frühjahr die „kleinen“ Wale zur Welt, tummeln sich Seelöwen, Robben und viele andere Tiere.

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In Bergregionen und Halbwüsten leben u.a. Pumas, Bären, Coyoten, Wildschweine, Gürteltiere (armadillos), Stinktiere (zorillos) sowie die giftige Gila-Krustenechse (el monstruo de Gila) und zahlreiche Vogelarten, auch der seltene Steinadler. Schlangen (Klapperschlangen!) und Skorpione findet man in vielen Landesteilen. Die schönsten Tropenvögel sind der Regenbogen-Tukan, der Quetzal und die Guacamayas (Grünflügel-Aras). Eine Besonderheit: Im Bundesstaat Michoacán versammeln sich zwischen November und Ende März in Schutzgebieten in den Bergen Abermillionen von Monarch-Schmetterlingen.

© Helmut Hermann

Essen

In kulinarischer Hinsicht ist Mexiko ein durch und durch „synkretistisches“ Land: indianische und europäische, ja selbst arabische und asiatische Esskulturen sind darin verschmolzen. Die „typisch“ mexikanische Küche ist im Grunde die Summe vieler regionaltypischer Gerichte (platos típicos). Mais ist landesweit Grundnahrungsmittel, viele Variationen gibt es bei den tamales und bei den berühmten tacos. Pozole ist eine deftige Suppe aus aufgequollenem Mais mit Fleisch- bzw. Hühncheneinlage, enchiladas sind mit Hühnchen gefüllte Tortillas in Chile-Soße. Klassische Zutaten sind frijoles refritos, ausgebratenes Bohnenmus. Ein Töpfchen mit grüner oder roter Chile-Salsa darf auf keinem Esstisch fehlen. Eine mexikanische Spezialität sind nopales, entstachelte und gekochte Kaktusblätter und die prähispanischen Küche kennt so leckere Dinge wie Würmer, Ameiseneier, Schlangen u.a. mehr.

 

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Gängige Zubereitungsarten für Fisch (pescado), z.B. den leckeren Huachinango (Rotbarsch), sind frito (gebraten), empanizado (paniert), al mojo de ajo (in Knoblauchtunke) oder a la veracruzana (in würziger Tomatensoße). Übrigens: Mexikanische Restaurants in Europa servieren oftmals keine original mexikanische Küche, sondern Tex-Mex aus den USA, was natürlich ebenso schmackhaft sein kann. Von dort stammt auch das angebliche Nationalgericht „Chili con Carne“ – in Mexiko ist es gänzlich unbekannt!

Reisezeit

© Helmut Hermann

Beste Reisezeit: von Mitte Oktober bis Mitte Mai, dann ist es in den meisten Landesteilen trocken und nicht allzu heiß. Die Regenzeit dauert ungefähr von Mitte Mai bis Mitte Oktober. Im tropischen Tiefland Mexikos – also auf der Halbinsel Yucatán, in den Tiefgebieten von Chiapas und Oaxaca sowie in den Küstenstreifen des zentralen und südlichen Mexikos – ist es das ganze Jahr über schwülheiß, auch hier am besten in den Trockenmonaten reisen. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen und topografischen Verhältnisse der einzelnen Regionen, wie z.B. in Chiapas, kann man beim Reisen schon innerhalb kurzer Entfernungen in eine ganz andere Klimazone geraten.  Seien Sie also immer sowohl auf heiße wie auch auf kalte Temperaturen vorbereitet.

Religion

90% Katholiken, protestantische Sekten sind stark auf dem Vormarsch. Mit der territorialen Eroberung Mexikos durch die Spanier fand gleichzeitig die geistige Eroberung der damaligen Bevölkerung statt. Doch die Christianisierung fand keinen Eingang in die Tiefen der indigenen Seelen und vermochte auch nicht den Glauben an eigene Schöpfungsmythen ganz auszulöschen. So entstanden in der Folge oftmals christlich-indigene Mischreligionen, ihre Anhänger praktizieren auf ihre Art den katholischen Glauben, wobei Magie und Geisterglaube oft eine Rolle spielen. Ausdruck des synkretistischen Glaubens ist bis heute die leidenschaftliche Verehrung der Virgen de Guadalupe.

Tipps

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Fremdenverkehrsamt: www.visitmexico.com

Deutsche Botschaft: www.mexiko.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Mexikaner sind sehr freundlich, insbesondere Deutschen gegenüber. Unangenehmes sagt der Mexikaner gerne „durch die Blume“. Das mag dem Hang vieler Europäer zu übermäßiger Direktheit nicht immer entgegenkommen, schafft aber einen zumeist freundlichen Umgangston im öffentlichen Leben, der zwar nicht immer dazu dient, Probleme an der Wurzel zu packen, aber für das Miteinander auch vorteilhaft sein kann. Seien Sie also nachsichtig, wenn nicht immer alles genau nach Plan funktioniert.
Infolge der Armut kann es zu Diebstählen kommen. Seien Sie besonders wachsam, wo viele Menschen zusammenkommen, also auf Märkten, in Busterminals, in der Metro von Mexiko-Stadt. Nachts nur eine vorbestelltes bzw. ein offizielles Taxi nehmen.

Exkurs: El día de los muertos

 

Das bedeutendste Fest Mexikos ist, neben dem Tag der Jungfrau von Guadalupe am 12. Dezember, am 1. November der landesweite und besonders im Hochland gefeierte Día de los Muertos, der Tag der Toten. Der Glaube prähispanischer Völker an ein Fortleben nach dem Tode und an Seelenwanderung traf hier auf die christliche Vorstellung vom Übergang zum ewigen Leben. Getrauert wird nicht, denn man erwartet den Besuch der ins Jenseits eingegangenen Verwandten und Freunde. Je nach Region und ob Stadt oder Land wird er auf verschiedene Weise begangen. Vor allem ausgiebig sind die Feiern auf der Insel Janítzio (Michoacán) oder, im südlichen Mexiko, in Villa Etla bei Oaxaca. Meist gedenkt man seiner Toten mit blumengeschmückten Altären oder Opfertischen, auf denen sich vieles befindet, was diese zu Lebzeiten liebten (es heißt, sie kämen in der Nacht, um davon zu essen). In Riesenmengen werden die gelb-orangen Totenblumen cempasúchiles verarbeitet und verstreut, und überall duftet es nach Weihrauch. Manche Friedhöfe gleichen dann einem Rummel- und Picknickplatz, denn dort speist und plaudert man fröhlich; die verstorbenen Angehörigen werden im Flackerlicht hunderter Kerzen empfangen. Als Zeichen des lockeren Umgangs der Mexikaner mit dem Tod gibt es bereits Wochen vorher zuckerne Totenköpfe zu kaufen, auf die man sich den eigenen Namen eingravieren lässt, und von allen Ecken und Enden grinsen die Skelette des Zeichners José Guadalupe Posada (1852–1913). In Mexiko darf der Tod Mensch sein.

Aus: Mexiko Süden von Helmut Hermann

Uhrzeit und Temperatur: Mexiko-Stadt

Titelbild: © Helmut Hermann