»Was ist das wichtigste auf der Welt? Menschen, Menschen, Menschen.« (He aha te mea nui i tenei Ao? He tangata, he tangata, he tangata.)
Sprichwort der Maori

Neuseeland
New Zealand
Aotearoa = „Land der langen weißen Wolke“ (Maorisch)

22:00 h | 19 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
4.433.000

Bevölkerungsdichte
16,00 je km²

Fläche
270.534 km² (73 )

Hauptstadt
Wellington

Staatsform
Parlamentarische Monarchie

Hauptsprachen
Englisch, Maori

Währung
Neuseeland-Dollar (NZD)

Nationalfeiertag
6.2. (Waitangi-Day)

Flugdauer
23 h

Entfernung zum Meer
Nie über 128 km von jedem Punkt des Landes

Einwohner pro Buchladen
7500 (Weltweit größte Buchladendichte proportional zur Einwohnerzahl)

Schafe je 1000 Einwohner
10.433 (Platz 2 Australien: 5536)

Atomkraftwerke
0

Frauenwahlrecht
1893 (erste Nation in der Frauen das Wahlrecht bekamen)

Steilste Straße der Welt
35% / 19,3° (Baldwin Street in Dunedins)

Zweitlängste Ortsname der Welt (85 Buchstaben):
Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturi­pukakapi­kimaungahoronu­kupokai­whenuakitanatahu
(Māori-Name eines 305 Meter hohen Hügels)
Übersetzung: »Der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der den Berge hinabrutschte, emporkletterte und verschluckte, bekannt als der Landfresser, seine Flöte für seine Geliebte spielte.«

Nationalhymnen
2 (Eines von drei Ländern weltweit) (God save the queen / God Defend New Zealand)

Sir Edmund Percival Hillary (der erste Mensch auf dem Mount Everest) ist auf der Vorderseite jedes neuseeländischen 5-Dollar Scheins zu sehen

© Don Paterson

Dies und Das

Natur

In Neuseeland ist so manches anders. An Weihnachten wird in der heißesten Zeit des Jahres gegrillt und im Juli wird in weißem Pulverschnee Ski gefahren. Geologisch ist Neuseeland ein sehr aktives Land. Unter den beiden Inseln treffen die pazifische und die indo-australische Platte aufeinander. Die Spannungen zwischen den beiden Platten führen regelmäßigen zu Erdbeben. Auf der Nordinsel gibt es dadurch unzählige Geysire und Vulkane, die heute noch aktiv sind.

 

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Eine weitere Besonderheit Neuseelands ist die unglaubliche Anzahl von Farnarten, die ein nationales Symbol darstellen. Der Kauri - Baum kommt nur in Neuseeland vor und wächst auf der Nordinsel. Der größte Kauri-Baum ist Tane Mahuta (Gott des Waldes) und ist 51,50 m hoch und 1500 Jahre alt. Nach alter Überlieferung der Ureinwohner gilt er als Erschaffer der Erde. Weil Vater Himmel (Rangi) und Mutter Erde (Papa) sich zu Anfang so fest umarmt hatten, dass es kein Licht gab, fing er an zu wachsen und die beiden auseinander zu drängen. Das Licht konnte nun auf die Erde gelangen. Er war es auch, der die erste Frau erschuf (Hine), die er heiratete. Ihre Kinder waren die ersten polinesischen Menschen.

Tiere

© Peter Albert

Dank zahlreicher Artenschutzprogramme kann man heute in Neuseeland einzigartige und seltene Vögel antreffen. Der Kiwi ist das Symbol des Landes. Weitere interssante Vögel sind der Kakapo, der größte Papagei der Welt oder auch der Kea, ein interessanter und frecher Papagei der von allem, was aus Gummi ist, magisch angezogen wird. So kann es passieren, dass man auf einem Parkplatz sein Auto abstellt und dann zusehen muss, wie die Papageien sich über die Gummileiste hermachen. Doch auch im Wasser gibt es einiges zu sehen und zu erkunden, so kann man an felsigen Küsten auf Seehunde, Seelöwen, Seeleoparden oder Seeelefanten treffen. Etwas weiter draußen auf dem Meer gibt es verschiedene Delfinarten, Pottwale und Orcas zu beobachten. Ansonsten kann beruhigend gesagt werden, dass es in Neuseeland keinerlei gefährliche oder giftige Tiere gibt.

Reisezeit

Da Neuseeland auf der Südhalbkugel liegt, sind dort die Jahreszeiten den unseren entgegengesetzt. So ist von September bis November Frühling, von Dezember bis Februar Sommer, von März bis Mai Herbst und von Juni bis August Winter. Generell kann man beide Inseln Neuseelands ganzjährig bereisen. Lediglich auf der Nordinsel ist der Winter ziemlich verregnet. Der Sommer hingegen ist sonnig und warm. Der Winter auf der Südinsel ist in den Alpen und im Süden unter Umständen sehr kalt. Im Norden hingegen sehr mild.  Wer gerne Ski oder Snowboard fahren möchte, ist im Winter auf der Südinsel am besten aufgehoben. Als Alternative kann auch auf der Nordinsel auf Vulkanen gefahren werden. Für Wanderungen auf der Südinsel empfiehlt sich der Sommer, da das Klima milder ist und bei mehrtägigen Touren einfach angenehmer. Die Vielfalt ist auf jeden Fall enorm, für jeden ist garantiert etwas dabei.

Essen

© Alexandra Albert

Früher war die neuseeländische Küche stark von britischen Einflüssen geprägt. Mittlerweile haben die zahlreichen Einwanderer – vor allem aus dem asiatischen Raum – für mehr Vielfalt auf den Küchentischen und Speisekarten gesorgt. Trotzdem kann Fish’n’Chips quasi als das Nationalgericht der Neuseeländer bezeichnet werden. Fisch wird grundsätzlich gern und häufig gegessen und natürlich steht auch Lammfleisch oft auf dem Speiseplan. Generell  wird in Neuseeland nach wie vor gern recht gehaltvoll gegessen. Man findet an so ziemlich jeder Ecke einen Take-away, der Fastfood anbietet.

Religion

Neuseeländer legen großen Wert auf Glaubensfreiheit. Staatlicher Religionsunterricht an Schulen existiert nicht; der Glaube wird allein im privaten Bereich praktiziert. Neuseeland betrachtet sich als säkulare Gesellschaft, in der Religion toleriert, aber nicht sehr stark praktiziert wird. Die stärkste Glaubensgemeinschaft bilden die Christen. Daneben findet man in Neuseeland alle Weltreligionen wieder: Juden, Muslime, Buddhisten und Hinduisten. Daneben existieren einige kleine spirituelle Gruppierungen wie z.B. keltische Glaubensgemeinschaften oder das Schamanentum. Auch die Maori pflegen ihre eigene Mythologie. Die nicht-christlichen Religionsgemeinschaften haben in den vergangenen Jahren an Mitgliedern gewonnen, wohingegen die Zahl der Christen stetig schwindet.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Obwohl Englisch die dominierende Sprache ist, schätzt man, dass rund 130.000 Menschen fließend Maori sprechen. Auch den Reisenden bleibt die Sprache der Ureinwohner nicht verborgen, schon am Flughafen stehen Schilder, die einen auf Maori begrüßen.

Aotearoa – Neuseeland

Kia ora! – Guten Tag!

Kia ora tatou! – Hallo alle zusammen!

Haere mai! – Willkommen!

Haere ra! – Auf Wiedersehen!

Kei te pehea koe? – Wie geht es?

kei te pai – gut

tino pai – sehr gut

Aroha mai! – Entschuldigung!

E hia te utu o tērā? – Wie viel kostet das?

K Aotearoa te whenua ātaahua rawa atu o te ao - Neuseeland ist das schönste Land der Welt!

Kauderwelsch Māori für Neuseeland, Band 216

Dos and Don'ts

Der Lebensstil eines Neuseeländers unterscheidet sich nur geringfügig von dem eines Europäers. Doch diese Geringfügigkeit wird einem schnell auffallen. Die Neuseeländer sind der Inbegriff von Ruhe und Gelassenheit. Von Hektik ist höchstens in den großen Städten etwas zu spüren. Aber selbst dort fällt einem auf, dass die Zeit bei den Neuseeländern irgendwie anders tickt, sie scheinen einfach viel mehr davon zu haben.

Auch das optische Erscheinungsbild unterscheidet sich ein wenig von dem korrekten Bild, das wir in unserer Heimat gewohnt sind. Am liebsten laufen die Neuseeländer in lässiger Freizeitkleidung herum, Schuhe sind dabei optional. Ein Neuseeländer ohne Schuhe ist keine Seltenheit, ob beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Bummel durch die Stadt. Lediglich in manchen Gebäuden wie Restaurants oder Kinos besteht „Schuhpflicht“. In ihrer Freizeit, von der sie versuchen so viel wie möglich zu haben, sind sie am liebsten an der frischen Luft, ob bei einem Barbecue im Garten oder einem Treffen mit Freunden im Park.

Die Neuseeländer sind ein unglaublich offenes und herzliches Volk. Da sie selber gerne reisen, sind sie weltoffen und neugierig. Weil sie auch sehr viel im eigenen Land unterwegs sind, sind sie sehr erfreut darüber, einige Tipps für die Weiterreise geben zu dürfen. Ihre Hilfsbereitschaft kennt fast keine Grenzen. Selbst wenn man sich gezwungen sieht aufgrund einer misslichen Lage an der Haustür eines Fremden zu klingeln und ihn um Hilfe zu bitten, so öffnen einem vielleicht zu Anfang ein Paar überraschter Augen die Tür, die aber schnell das Problem erkennen und man garantiert mit Hilfe rechnen kann. Aus einem Fremden wird ein Freund, der einem unter Umständen am Ende viel mehr Hilfe anbietet, als man eigentlich annehmen kann. Sie sind auch einfach äußerst gesellige Leute und ein Bier im Pub gehört genauso dazu wie der Sportbegeisterung nachzugehen, die in jedem von ihnen steckt. Die Nationalsportarten Neuseelands sind im Übrigen Rugby, Kricket und Segeln.

Exkurs: Fair Go – das Ideal der Chancengleichheit

Das Prinzip des Fair Go ist etwa mit dem Wort „Chancengleichheit“ zu vergleichen und gibt vielen Auswanderern den Mut, am Ende der Welt neu zu beginnen. Geprägt durch die Siedlungsgeschichte versuchen die meisten Neuseeländer nach wie vor, eine egalitäre Gemeinschaft ohne viel Konkurrenzdenken zu sein. Dass das in der heutigen Zeit, wo auch Arbeitslosigkeit, Armut und Wirtschaftskrisen zum neuseeländischen Alltag gehören, nicht generell zu realisieren ist, merkt man dort auch. Dennoch findet man es wichtig, jedem erst einmal die gleichen Chancen zuzusprechen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, Glauben und sexueller Orientierung. Neuseeland definiert sich schließlich selbst als multikulturelle Gesellschaft, in der Menschen aus aller Welt mit all ihren kulturellen Unterschieden zusammenleben. Die meisten Neuseeländer genießen diese Vielfalt, sei es in der Esskultur, im Sport oder in den Sprachen (welche sie zwar oft nur schlecht sprechen, aber gerne lernen). So wird das von Auswanderern oft vermisste deutsche Vollkornbrot, das mittlerweile in einigen Regionen Neuseelands erhältlich ist, vielleicht nicht den breiten Geschmack der einheimischen Bevölkerung treffen. Aber es existiert: neben Toast, Baguette und Naan.

Ein Paradies ist natürlich auch Neuseeland nicht. Bestimmte Bevölkerungsgruppen haben es hier nach wie vor schwer Anerkennung zu finden, allen offiziellen Toleranzgeboten zum Trotz. So werden Asiaten nicht unbedingt gerne gesehen, die sich ihrerseits nur schwer in die neuseeländische Gesellschaft integrieren und eher in ihren eigenen Zirkeln leben. Auch die frühesten Siedler Neuseelands, die Maori, genießen bei vielen nicht den besten Ruf und haben mit massiver sozialer Diskriminierung zu kämpfen.

Trotzdem gibt es offiziell kein anderes westlich orientiertes Land, das eine derart erfolgreiche Minderheitenpolitik führt wie Neuseeland. So findet man Maori heute unter den Politikern, in führenden Managerreihen und in der Kunstszene wieder. Im Prinzip ist es also nicht anders als bei uns: Eine gesetzliche Gleichstellung und die breite Anerkennung eines Ideals in der Bevölkerung sind gegeben, ein Garant dafür, dass all dies im Alltag auch immer und überall konsequent zu spüren ist, stellen sie allerdings nicht dar. Man kann aber festhalten, dass die Neuseeländer sich in vielerlei Hinsicht etwas gelassener verhalten und Konflikte selten richtig hochkochen. Faktoren wie eine niedrige Arbeitslosenquote mögen dabei auch ihre Rolle spielen. Als Tourist braucht man keine Diskriminierung zu fürchten. Die Neuseeländer mögen es, sich über die verschiedenen Nationalitäten lustig zu machen. Wer einige Zeit in Neuseeland verbringt, wird feststellen, dass sie nicht sehr amerikafreundlich sind, da hört anscheinend die Toleranz doch auf. Vor allem unter der Bush-Regierung hegten und pflegten sie einen starken Groll gegen die Politik und Wirtschaftsmachenschaften Amerikas. Begonnen hatte diese Antipathie in den 1980er Jahren, nachdem Neuseeland sich zur atomwaffenfreien Zone erklärt und bekundet hatte, weder Nuklearwaffen noch Kernkraftwerke zulassen zu wollen. Und auch von Australien wird sich in diesem Atemzug gern distanziert.

Exkurs: Die Maori

Eine der größten Minderheitengruppen Neuseelands sind die ersten Einwanderer des Inselstaates, die Maori. Aus der Südsee kommend, ließen sie sich vom 12. bis 14. Jahrhundert auf den Inseln nieder. Etwa 13,5 % der Gesamtbevölkerung stellen die Maori heute, doch nur wenige sind noch reine Maori, die meisten sind Nachkommen aus Mischehen mit anderen Bevölkerungsgruppen. Insgesamt bezeichnen sich heute 565.329 Neuseeländer selbst als Maori. Die soziale Integration der Maori funktioniert, verglichen mit den Aborigines in Australien oder den Indianern in Nordamerika, sehr gut. Dennoch gibt es immer wieder Auseinandersetzungen; den Anfang nahm der Konflikt mit dem sogenannten Waitangi-Vertrag (Treaty of Waitangi) von 1840. Dieser Vertrag wurde zwischen der Britischen Krone und den führenden Maori- Häuptlingen im Land geschlossen. Dabei wurde den Maori-Stämmen das Recht auf ihr eigenes Land und die Pflege ihrer eigenen Kultur garantiert. Mit der Zeit wurde den Maori jedoch bewusst, dass diese Garantien in der Praxis nicht eingehalten wurden. Es kam infolgedessen immer wieder zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Stämmen und den britischen Siedlern. Die Maori hatten dabei keine Chance und zogen sich mehr und mehr zurück; zudem bedrohten von den Europäern eingeschleppte Krankheiten ihre Population Ende des 19. Jahrhunderts sehr stark. Nach vielen Jahrzehnten lebten die Maori im 20. Jahrhundert mehr oder weniger unbehelligt von den europäischen Einwanderern, hauptsächlich in ländlichen Regionen. Offiziell wurde dies als friedliche Koexistenz gewertet, es gab schließlich keine offenen Konflikte, die Maori wurden nicht gestört und störten ihrerseits auch niemanden. Die europäischen Siedler tolerierten die Maori, einen offen zutage tretenden Rassismus wie in anderen Kolonien gab es in Neuseeland also nicht. Dennoch wurde kaum etwas dafür getan, diese Minderheit gezielter zu integrieren. In den 1980er Jahren dann kam es dann doch zu einer Protestbewegung der Maori, die vermehrt ihre einst vertraglich zugesicherten Rechte einklagen wollten. Zurückführen lässt sich der plötzliche Sinneswandel auf die Landflucht der Maori, die beispielsweise aufgrund von Armut und Arbeitslosigkeit zunehmend in die Städte zogen, dort aber gleichermaßen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Den Maori fehlte oft die nötige Ausbildung, um gute Arbeitsplätze zu erlangen, mit all den Problemen, die dies in der Folge mit sich bringt. Und obwohl die Neuseeländer die Maori nicht öffentlich diskriminierten, erfuhren diese doch wegen ihrer Herkunft eine starke soziale Benachteiligung. Hierauf wollten die Maori mit ihren Protesten aufmerksam machen. Teilweise kam es dabei sogar zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. im Nachhinein wird diese Zeit in Neuseeland als „Maori-Renaissance“ bezeichnet. Die Rückbesinnung auf Landrechte, Kultur und Sprache ging wie eine Welle durchs Land, und schließlich öffnete sich auch die Politik für die Anliegen der Maori. Der Vertrag von Waitangi wurde offiziell anerkannt, und den Maori wurde, ihrem Kulturverständnis entsprechend, ein großer Teil ihres natürlichen Lebensraumes wie Wasser, Land und Luft zuerkannt. Die Fischerei liegt heute beispielsweise zum Großteil in Händen von Maori- Familien. Auch eine rechtliche Gleichstellung ist laut Gesetz gegeben. Daher ist Maori neben Englisch auch die zweite offizielle Landessprache. So müssen beispielsweise alle Angestellten des öffentlichen Dienstes zwei sprachig sein. Ein Maori hat das Recht, in seiner Sprache bedient und beraten zu werden, auch, wenn das in der Praxis eher selten gefordert wird. Maori wird auch an staatlichen Schulen unterrichtet; darüber hinaus gibt es reine Maori-Kindergärten und -Grundschulen. Auch Radio- und Fernsehsender von und für Maori gibt es in Neuseeland. Viele Maori fühlen sich noch heute ihrer Stammeskultur verbunden und praktizieren diese aktiv in ihrer Gemeinschaft. Die Regierung bemüht sich auch, gezielt an den Schwachstellen einzugreifen. so gibt es beispielsweise speziell für Maori staatlich geförderte Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Betriebswirtschaft. Insgesamt hat sich die Lage der Maori in den letzten 15 Jahren bedeutend verbessert. So sind viele Maori heute in führenden Positionen tätig, z.B. als Manager, Politiker oder Professoren an Universitäten. Im neuseeländischen Leben ist der Einfluss der Maori-Kultur deutlich spürbar. Etliche ihrer Begriffe und Rituale haben ihren festen Platz in der neuseeländischen Alltagskultur gefunden.

Exkurs: Die neuseeländische Flagge

Die neuseeländische Landesfahne verweist ganz deutlich auf die Geschichte des Landes als britische Kolonie. Auf der Flagge in den Farben Blau, Rot und Weiß prangt im linken oberen Viertel der Union Jack, Großbritanniens Flagge. Auf dem Flugteil sieht man vier fünfzackige Sterne, die das Sternbild Kreuz des Südens darstellen und auf Neuseelands Lage auf der Südhalbkugel verweisen.

Bis heute scheiden sich unter den Kiwis die Geister in der Frage, ob Neuseeland eine neue Flagge braucht. Ende der 1970er Jahre eröffnete der damalige Innenminister Allan Highet die Debatte. Er rief Künstler auf, eine Flagge zu entwerfen, die eines der neuseeländischen Wahrzeichen, den Silberfarn (silver fern) abbilden sollte. Doch der Vorschlag setzte sich nicht durch. Erst der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser, der in Neuseeland lebte, lieferte 1983 einen Entwurf, der bis heute für viele die inoffizielle Fahne Neuseelands darstellt. Auf vielen Produkten made in NZ, in Publikationen oder bei Veranstaltungen findet sich die Koru-Flagge (koru ist der aufkeimende Farn, für die Maori das Symbol für Fruchtbarkeit und Neuanfang). Hundertwasser äußerte den Wunsch, nach seinem Tod in die Koru-Flagge eingehüllt beerdigt zu werden, was angeblich, als er im Jahr 2000 starb, auch so gehandhabt wurde.

Aus den Büchern „Neuseeland Reisen und Jobben“ von Andrea Buchspieß und Johanna Kommer, „Auswander Handbuch Neuseeland“ von Alexander Albert.

Titelbild: © Eric Schusser