»Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert,
die Straßen anderer Städte mit Asphalt.
«
Karl Kraus (1874 – 1936)

Österreich
Republik Österreich

07:35 h | 3 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
8.462.000

Bevölkerungsdichte
101 pro km²

Fläche
83.879 km²

Hauptstadt
Wien

Staatsform
Bundesrepublik

Hauptsprachen
Deutsch, Slowenisch (regional), Kroatisch (regional), Ungarisch (regional)

Währung
Euro (€)

Nationalfeiertag
26. Oktober

Internationale Ankünfte/Touristen
23.012.000 (2011)

Höchster Berg
Großglockner (3.798 m)

»Dreitausender«
ca. 1000 Berge

Gebirgszone
2/3 des Landes

Waldfläche
47,2 % des Landes

Längster Gletscher der Ostalpen
Pasterze, 8 km Länge

Größte Eishöhle der Welt
Eisriesenwelt, Länge 42 km

Größtes Sakralgebäude
Stephansdom („Steffl“), 136 m

Längster Gletscher der Ostalpen
Pasterze, 8 km Länge

Größte Eishöhle der Welt
Eisriesenwelt, Länge 42 km

Größtes Sakralgebäude
Stephansdom („Steffl“), 136 m

Höchste Balkenbrücke Europas
Europabrücke, 190 m

Deutsche »Wahlwiener«
Ca. 23.000

Skiorte
Ca. 600

Industrielle Herstellung von Mozartkugeln
Jährlich über 90 Mio. (Firma Mirabell)

Wiener Walzer
60 Takte pro Minute

Größte Sachertorte
2,5 m Durchmesser (1998)

Höchste Brauereidichte weltweit
1 Brauerei auf 56.860 Einwohner (2006)

Dies und Das

Natur

© Franziska Feldmann

Zwei Drittel Österreichs sind Gebirgszone (Ostalpen). Die wichtigsten Siedlungsräume sind die Ebenen und Hügelländer wie das Alpenvorland, das Wiener Becken sowie die südliche Steiermark.

Nördlich der Donau schließt sich das Granit- und Gneisplateau (ca. 10 %) an. Diese Mittelgebirgsregion zählt zu der so genannten Bömischen Masse, das geologisch alte Rumpfgebirge in Tschechien sowie Grenzgebieten von Österreich und Deutschland. Auch für den Tourismus haben die Berge in dem so genannten Alpenland eine hohe Bedeutung.

In Europa stellt Österreich mit fast 50% der Fläche eines der waldreichsten Länder dar. Dementsprechend ist die Pflanzenwelt sehr artenreich.

Tiere

Auf Grund der verschiedensten Regionen kommt in Österreich eine Vielzahl von Arten vor. Es überwiegt die mitteleuropäische Tierwelt mit Hirschen, Fasanen, Rhen, Füchsen, Mardern usw. Im alpinen Raum kommen Gämsen, Steinböcke, Murmeltiere und Greifvögel vor. Viele der Tiere stehen auf der roten Liste und sind streng geschützt.

Essen

Wer kennt nicht das typische Wiener Schnitzel, Sacher-Torte, Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn? Die Österreichische Küche ist vielfältig und hat starke regionale Ausprägungen. An einigen Stellen ist die Küche noch stark von Traditionen aus Ungarn, Böhmen und Italien beeinflusst.

Reisezeit

Österreich lässt sich ganzjährig bereisen. Die Tourismuszahlen des Winters und Sommers sind relativ ausgeglichen, da sich die Berge gut für Wintersport eignen und im Sommer die ideale Umgebung für Wanderungen und Klettertouren bieten. Auch die Städte haben ganzjährig ihren Reiz und ziehen mit ihren kulturellen Highlights – vom Wiener Opernball bis hin zu den Salzburger Festspielen – Gäste aus aller Welt an.

© Beppo Beyerl

Religion

69,9% Christen (66,0% Katholiken, 3,9% Protestanten), 4,2% Muslime, 0,1% Juden, 12,0% religionslos

Der Schmäh

Schmäh ist weit mehr als Ulk, Spaß oder Scherz. Schmäh schließt Doppelb(l)ödigkeit, Charme, Falschheit, Sarkasmus, Zweifel und anderes mehr ein. Vermutlich ist der Schmäh in seiner letzten Konsequenz der Ausdruck jener Realitätsflucht, auf der sich der Wiener häufig befindet. Als Lektüre sei „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten“ von Sigmund Freud empfohlen. Auf der anderen Seite gestattet es der Schmäh, alle Widerlichkeiten und Schmach des Lebens mit heiterer Miene zu ertragen. Der Schmäh wird nicht eingesetzt oder vorgetragen, er wird geführt, und zwar von einem Schmähführer. Treffen mehrere Exemplare dieser Gattung zusammen, dann rennt der Schmäh. Geben Sie als Piefke in solchen Situationen acht: Oft werden Sie am Schmäh gehalten, bis sie schmähstad sind. Die höchste Steigerung von Schmäh ist der Überschmäh.

(CityGuide Wien)

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Botschaft: www.wien.diplo.de | www.eda.admin.ch/wien

Österreichische Botschaft: www.oesterreichische-botschaft.de

Österreich Werbung: www.austria.info

WienTourismus: www.wien.info/de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Dont

Geht es da nicht genau so zu wie in Deutschland oder in der Schweiz? Nun, genau in dieser Frage liegt das große Problem. Zwar ist Österreich sicher kein exotisches Land jenseits der mitteleuropäischen Wertegesellschaft, aber gerade deutsche Besucher spüren doch recht häufig, dass man sie nicht gerade mit brennender Sympathie, ja geradezu einer gewissen Distanz empfängt. Und diese Tatsache hängt in erster Linie damit zusammen, dass Österreicher sich oft von ihren nordwestlichen „Cousins“ nicht für voll genommen fühlen bzw. sie das Gefühl haben, dass ihre Eigenständigkeit nicht geachtet wird. Denn Österreich ist nun mal anders, vieles läuft hier eben gar nicht so wie in Deutschland oder der Schweiz und darauf ist man nun mal auch gewissermaßen stolz. Ein historischer Blick auf das Land zeigt schnell, dass Österreich eine Geschichte durchlebt hat, die nur sehr selten mit der deutschen oder eidgenössischen zu vergleichen war. Man orientierte sich nach Osten und Südosten und speziell in Wien ist die Mentalität wohl mehr durch Tschechen oder Ungarn geprägt als durch Deutsche oder Schweizer. Österreich war – und ist es gewissermaßen immer noch – ein Vielvölkerstaat und deshalb sollte man auf keinen Fall erwarten, dass hier alles wie zu Hause ist. (CityTrip Wien)

  • In Österreich legt man Wert auf die korrekte Verwendung von Titeln und das beginnt schon mit „Herr Magister XY“, „Frau Magistra YZ“, „Frau Hofrat“ oder „Herr Ingenieur“. Es wird Wert gelegt auf eine protokollgerechte Anrede, und das gilt, anders als in Deutschland, auch für untere oder mittlere Ränge.
  • Bussi und Umarmung zur Begrüßung und zum Abschied sind in Österreich gang und gäbe.
  • Österreicher sind traditionsbewusst und legen bei öffentlichen Events und offiziellen Einladungen Wert auf konservative Kleidung und einwandfreie Manieren.
  • In Österreich geht vieles, was eigentlich nicht geht. Man sollte also nicht nachfragen, woher ein Ticket, eine Einladung o. Ä. kommen. Einfach akzeptieren, denn dank eines weitverzweigten Beziehungsnetzes klappt in Österreich oft auch Unmögliches.
  • Selbst wenn die Festung Hohensalzburg wie eine Burg aussieht, Salzburger sprechen niemals von „Burg“, sondern immer von ihrer „Festung“.
  • Obwohl Red-Bull-Chef Mateschitz viel für Salzburg getan hat und weiterhin tut und auch im Stadtbild omnipräsent ist, nimmt man seinen Namen in der Öffentlichkeit nicht gern in den Mund. Selbst das Thema Fußball ist brisant: Obwohl der FC Red Bull inzwischen eine beachtliche Anhängerschaft hat, können viele Salzburger die alte Austria nicht vergessen und hängen noch immer an den „Violetten“, die derzeit die 2. Liga ansteuern.

(CityTrip Salzburg)

  • In Wien müssen Sie damit rechnen, praktisch für jede Dienstleistung ein Trinkgeld anbieten zu dürfen (Frisör, Installateur, Tankwart, Rettungsfahrer etc.). Schon Ferdinand Raimund wusste von der geschäftsbelebenden Wirkung eben dieses Trinkgeldes: „A Werkl ghert gschmiert, sonst rennts net weiter!“ – Sinngemäß: Einer Angelegenheit muss finanziell nachgeholfen werden, sonst kommt sie zum Stillstand. Hundert Jahre später schrieb Alfred Polgar: „Das Trinkgeld ist dieses Lebens geheimer Motor. Ich fürchte, wenn man ihn abstellt, bleibt es stehen.“  Damit Kellner und Taxifahrer etc. nicht zum Stillstand kommen, hat sich eine Wiener Taxe von ca. 10 % des Gesamtbetrages eingebürgert.

(CityGuide Wien)

Exkurs: Kleines Wiener Kaffee-ABC

Zwar ist es keine Wissenschaft, einen Kaffee zu bestellen – und das gilt auch mehr oder minder in einem Wiener Kaffeehaus –, trotzdem „outet“ man sich schnell als Auswärtiger, wenn man hierzu nicht einige Grundregeln kennt. Es war 1683, als die besiegten Türken nach der fehlgeschlagenen Belagerung von dannen zogen und man in ihren verlassenen Zeltsiedlungen Säcke mit bis dahin unbekannten Bohnen fand, die die Wiener zunächst für Kamelfutter hielten. Als man herausfand, welch herrlich „berauschenden“ Göttertrunk man aus diesen Böhnchen zubereiten kann, wurde der Kaffee (in Wien immer endbetont ausgesprochen) schnell zum wahrhaftigen Dauerbrenner! Der Wiener bestellt aber nicht öde Kaffee schlechthin, sondern man drückt sich raffinierter aus. Zu den beliebtesten Varianten gehören: ein kleiner oder großer Mokka bzw. Schwarzer (einfacher oder doppelter Espresso), ein kleiner oder großer Brauner (Mokka mit Milch), ein Verlängerter (also ein Mokka mit etwas mehr Wasser), ein Einspänner (ein Mokka im Glas mit viel Schlagobers – Sahne – und Staubzucker), ein Kapuziner (wie der Einspänner, nur mit wenig chlagobers), eine Melange (ähnlich dem Cappuccino) oder ein Franziskaner (Melange mit Schlagobers statt Milch). Die Milch und (beim Verlängerten) das heiße Wasser werden übrigens immer gesondert serviert, sodass man sich das Mischverhältnis selbst bestimmen kann. Geradezu obligat ist dazu auch immer das Glas Leitungswasser, von dem der Ober (Kellner) auf Wunsch auch nach bringt.

(CityTrip Wien: S. 28)

Alle Texte aus: CityTrip Wien von Daniel Krasa, CityGuide Wien von Beppo Beyerl und CityTrip Salzburg von Margit Brinke und Peter Kränzle

Titelbild: Franziska Feldmann