Palästina
Dawlat Filasṭin
Staat Palästina

08:39 h | 16 °C

Palästina wird in vielen internationalen Gremien wie ein selbstständiger Staat behandelt. Dennoch sind verlässliche Zahlenangaben nicht leicht zu bekommen und meist quellenabhängig.

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
4,360 Millionen

Fläche
6220 qkm

Hauptstadt
Ost-Jerusalem, tatsächlich Ramallah

Staatsform
Zukünftig: Parlamentarische Demokratie

Lebenserwartung
75 Jahre

Bevölkerungszuwachsrate
1,99 %

Alphabetisierungsrate
94,6 %

Hauptsprache
Arabisch, Hebräisch, Englisch wird häufig verstanden

Währung
Neuer Israelischer Shekel (NIS), 0,21 Euro

Nationalfeiertag AnNakba
(„Katastrophe“, Beginn der Vertreibung durch die Juden und Verlust des Eigentums) 15. Mai

Durchschnittsausgaben eines Touristen
Ca. 100 € pro Tag

Flugdauer
4 Stunden (nach Tel Aviv)

Dies und Das

Touristische Kleidung

Leichte luftige Kleidung, d.h. komfortable leichte Hosen, Hemden bzw. Blusen und T-Shirts. Wie in islamischen Ländern üblich: Frauen sollten sich bedeckt, d.h. nicht körperbetont kleiden. Allerdings sieht man das in Palästina nicht so kritisch. Männer in Shorts machen sich lächerlich. Abends kann es kühl, im Winter kalt werden.

Die Menschen

Beduine im Wadi Quelt. © Kai Wiedenhöfer

Die Wurzeln der heute als Palästinenser bezeichneten Menschen gehen sowohl auf die vielen Besatzer des Landes als auch auf die arabische Eroberung bzw. die arabischen Nachbarn zurück. Gemeinsam ist ihnen in erster Linie der Islam als bestimmende Leitlinie ihres Handelns, aber auch die arabische Tradition. Sie verbindet ebenso die christlichen und drusischen Minderheiten mit der muslimischen Majorität (etwa 97 %). Dabei bestimmen durchaus auch islamische Elemente Verhaltensweisen und Traditionen der Christen.

Landschaft

Die Westbank, das hauptsächliche palästinensische Gebiet, erstreckt sich am Osthang des Berglands von Samaria im Norden und anschließend südlich dem von Judäa. Die zerklüftete und häufig landschaftlich faszinierende Westbank fällt – manchmal recht steil – von gut 1000 Höhenmetern zum Jordangraben ab. Dieser ist Teil des syrisch-ostafrikanischen Grabenbruchs, der am See Genezareth bereits -210 m erreicht hat und mit dem Toten Meer mit -408 m den tiefsten Punkt der Erdoberfläche markiert.

Das Tote Meer, dessen östliches Ufer zu Jordanien gehört, wird, weil Grenzgebiet, auf der westlichen Seite von Israel beherrscht, obwohl der größte Teil (theoretisch) zu Palästina gehört. Die äußerst karge Landschaft dieser Gegend und ihren beachtlichen Höhenunterschied erlebt man besonders deutlich auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho oder zum Toten Meer.

Ökonomie

Das Prokopfeinkommen lag 2012 bei  2370 US$ (Deutschland 41370 $), die offizielle Arbeitslosenquote bei ca. 25 %. Etwa ein Drittel der Palästinenser lebt unterhalb der Armutsgrenze.

Klima

Westbank: Sehr warme, aber, trockene Sommer und relativ kurze, nasskalte Winter. Gaza: Mittelmeerklima.

Reisezeit

Das spätere Frühjahr, der Frühsommer wie auch der Frühherbst sind vom Wetter her vorzuziehen.

Tipps

Exkurs: Palästinenser reif für einen Staat

2011 gab es umfangreiche Bemühungen zur Anerkennung Palästinas als Staat im Sinne der UNO. Aus verschiedenen Gründen schlug das leider fehl. Im Vorfeld berichtete die Neuen Zürcher Zeitung un­ter obiger Überschrift am 12.04.2011 über einen Bericht der UNO zur Lage Palästinas unter anderem:

…“Der UNO-Bericht lobt die Fortschritte, welche die von Präsident Mahmud Abbas geführte palästinensische Behörde in ihrer Regierungstätigkeit erzielt hat. «In sechs Bereichen, in denen sich die Uno besonders stark engagiert, sind Regierungsfunktionen für die Wirksamkeit einer Staatsregierung ausreichend», hält der Bericht fest. Er lobt insbesondere die Entwicklungen der Rechtsstaatlichkeit und der Menschen­rechte, der Lebensgrundlage der Bevölkerung, der Ausbildung und der Kultur, der Gesundheit, des sozialen Schutzes sowie der Infrastruktur und der Wasserversorgung. Der Regierung in Ramallah sei es gelungen, den Staatshaushalt effizient zu planen und zu budgetieren, Korruption zu bekämpfen sowie Transparenz und Medienfreiheit zu schaffen.”

Der Bericht weist aber darauf hin, dass die Fortdauer der israelischen Besetzung ein Hindernis für das Funktionieren eines paläs­tinensischen Staates darstellt. Maßnahmen, die das Leben der Palästinenser einengten, müssten von Israel unterlassen werden, um das Programm des palästinensischen Minis­terpräsidenten Fayyad zum Aufbau staatli­cher Strukturen nicht zu behindern, fordert der Bericht. Eine weitere Behinderung stel­len die innerpalästinensischen Spannungen zwischen den Führungen in Ramallah und Gaza dar.

Alle Info-Texte von Wil Tondok.

Titelbild von: Burghard Bock