»Fürchte dich weniger, hoffe mehr, iß weniger, kaue mehr, jammere weniger, atme mehr, rede weniger, liebe mehr, und alle guten Dinge werden dein sein.«
schwedisches Sprichwort

Schweden

Konungariket Sverige
Königreich Schweden

00:55 h | 16 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
9.517.000 (Weltrang 90)

Bevölkerungsdichte
21 km.

Fläche
449.964 km. (Weltrang 56)

Hauptstadt
Stockholm

Staatsform
Parlamentarische Monarchie

Hauptsprache
Schwedisch

Währung
Schwedische Krone (SEK)

Nationalfeiertag
06. Juni

Durchschnittsausgaben eines Touristen
800 SEK pro Tag

Anzahl der Seen
95.700

Flugdauer (FFM – Stockholm)
1.186,75 km ≈ 1,5 Std.

Entfernung über Land (FFM – Stockholm)
1.467 km

Alkoholkonsum im Jahr 1820
46 Liter/Person

Anzahl der Elche
Etwa 300.000 Elche

Songs in den Charts
weltweit 52.100

Niedrigste Temperatur
-53 °C (weit im Norden; Februar)

Vergebene Nobelpreise
561 seit 1901

Ikea-Einrichtungshäuser
303 Filialen in 26 Ländern (2013)

Dies und Das

Natur

Ursprünglich wuchsen im Süden artenreiche Mischwälder, doch über die Jahrhunderte waren viele Bäume den Bauern im Weg oder wurden zu Holz verarbeitet. Danach kamen nur noch schnell wachsende Nadelw.lder. In den Wäldern wachsen unter anderem Pfifferlinge sowie Himbeeren, Waldbeeren, Blaubeeren, Preiselbeeren und schwarze Krähenbeeren.

Tiere

© Rasso Knoller

Der Elch, schwedisch Älg, ist der größte Hirsch der Welt. Er kommt in der ganzen nördlichen Hemisphäre vor. Elche können bis zu einer halben Tonne wiegen und werden an der Schulter bis zu zwei Meter hoch. In Schweden gibt es etwa 70.000 Rehe welche im Süden auch in bebauten Gebieten beobachtet werden, wo sie starke Schäden in den Gärten anrichten können. Im Süden sind nicht nur Rothirsche verbreitet, sondern auch das Wildschwein ist inzwischen wieder vermehrt aufzufinden, obwohl der Bestand im 18. Jh. fast vollständig ausgerottet worden war. Auch die fast ausgerotteten Braunbären, Wölfe, Luchse und der Vielfraß sind dank strenger Schutzbestimmungen wieder auf dem Vormarsch.

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Das Gutefår, das gotländische Hausschaf, ist die älteste schwedische Hausschafrasse. Es hat gewaltige gerippte Hörner. Das robuste Gotlandfår, das Gotlandschaf, hingegen hat kurze glatte Hörner. Die grauen Tiere werden auf Gotland und Öland gezüchtet. Viele Zugvögel machen vor und nach der Reise über die Ostsee Station in Südschweden, deshalb zieht es Vogelfreunde an die Südostspitze des Landes, nach Öland und zur Insel Gotland. Es gibt natürlich auch ständige Bewohner. In der Nähe der Seen halten sich Kraniche auf, in den Wäldern jagen Steinadler und Wanderfalken. Auch den einen oder anderen Seeadler verschlägt es nach Südschweden. Unter den kleineren Vögeln kommen Seidenschwänze, Auerhühner, Kleiber und Blaumeisen häufig vor.

Essen

Der Fischreichtum Skandinaviens ist bekannt, und auch von Knäckebrot und Elchwurst hat sicher jeder schon gehört. Ein schwedisches Nationalgericht sind Köttbullar. Die meisten Menschen kennen die Hackfleischbällchen dank der berühmten Möbelhauskette, wo sie auf der Speisekarte des Restaurants stehen. Jeder Haushalt in Schweden kennt mindestens zwei Rezepte. Die korrekte Aussprache ist übrigens Schöttbullar. Der Verkauf von alkoholischen Getränken ist staatlich reglementiert, selbst Bier mit mehr als 3,5 Vol.% läuft nur über die staatlichen Systembolaget-Läden.

Reisezeit

© Frank-Peter Herbst

Der Hauptferienmonat der Schweden ist der Juli. Der Sommer insgesamt ist recht sonnig, ab August nehmen die Regentage aber schon zu. Wegen der nördlichen Lage sind die Sommertage sehr lang, in Malmö etwa ist es dann 17 Stunden hell. Die langen Tage bieten beste Bedingungen für sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Segeln. In der Urlaubszeit der Schweden von Ende Juni bis Mitte August sind Unterkünfte in den Ferienorten oft ausgebucht bzw. überfüllt. Badeurlauber profitieren im Juni und Juli von den milden Temperaturen.

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Herrliche Tage kann man auch noch im September erleben, dann lockt der Altweibersommer mit schönem Wetter und herrlichen Farben. Spätestens ab Mitte Oktober kündigt sich dann die kalte Jahreszeit an. Im Winter bleibt die Westküste meist eisfrei, während die Ostsee in der Stockholmer Gegend zufrieren kann. Mittelschweden verzeichnet ausgesprochen kalte Winter. Schnee fällt regelmäßig, einzig die Gegend um Malmö kann schneefrei bleiben. Wer im Winter reist und sich außerhalb der großen Städte bewegt, wird auf eingeschränkte Öffnungszeiten stoßen.

Religion

73% Evangelisch-Lutherische Schwedische Kirche, 4,4% Muslime, 1,6% Katholiken; Minderheiten von protestantischen Freikirchen, Juden u.a.

Jedermannsrecht

Das schwedische Jedermannsrecht (Allemannsrätt) ist kein schriftlich fixiertes Gesetz, sondern praktisches Recht für Jedermann. Es räumt dem Individuum weitläufige Rechte ein, verlangt aber als Gegenleistung Rücksichtnahme und überlegtes Handeln sowie Respekt vor der Natur. Jeder – auch und gerade der Tourist – sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein.

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Erlaubt ist:

  • Der Aufenthalt in Wald und Flur, jedoch nicht auf Grundstücken, Anpflanzungen oder Äckern, die Schaden nehmen könnten. Als „Grundstück“ gilt ein Gelände, das in Hör- oder Sichtweite eines Wohnhauses, landwirtschaftlichen oder entsprechenden Gebäudes liegt.
  • Das Sammeln von Beeren und Pilzen sowie das Pflücken von Blumen, die keinen besonderen Bestimmungen unterliegen, das Sammeln von Reisig und trockenen Zweigen auf dem Boden, das Benutzen von ausgetretenen Pfaden und Gattertoren, wenn dabei kein Schaden angerichtet wird oder Tiere entweichen können, jedoch nicht auf Grundstücken.
  • Das Mitführen eines Hundes; er darf aber keine Schäden anrichten oder andere Tiere belästigen.
  • Wasser schöpfen aus einer Quelle, einem Fluss oder See, auch das Benutzen privater Gewässer, ohne zu stören.
  • -Das Zelten für einzelne Nächte auf Privatgelände, ohne Schaden anzurichten. Es ist gleichwohl in jedem Fall zu empfehlen, den Landbesitzer um Erlaubnis zu fragen.

 

Verboten ist:

  • An Land gehen auf einem fremden Grundstück oder Anlegen an einem Bootssteg, um zu baden.
  • Das Angeln in einem fremden Fischgewässer.
  • Das Sammeln von Beeren und Pilzen sowie Pflücken von Blumen auf einem „Grundstück“.
  • Das Betreten von Gelände, das dadurch Schaden nehmen könnte, z.B. Baumschulen.
  • Das Anzünden von offenem Feuer ohne ausdrückliche Genehmigung.
  • Das Ausheben/Zerstören von Vogel nestern.
  • Das Zelten auf Gelände, das Schaden nehmen könnte, oder das Zelten für mehr als nur eine Nacht auf fremdem Landbesitz.
  • Das Befahren von Privatwegen oder Privatgelände mit dem Moped, Motorrad oder Auto.
  • Das Offenlassen von Gattertoren oder dergleichen.
  • Das Hinterlassen von Abfall in der Natur.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

hur mycket kostar ...?
Was kostet ...?

vad betyder ...?
Was bedeutet ...?

vad är det?
Was ist das?

vad heter det på svenska?
Wie heißt das auf Schwedisch?

talar du ...?
Sprichst du ...?

Kleine Sprachhilfe
Kauderwelsch Schwedisch, Band 28

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at  | www.eda.admin.ch

Deutsche Botschaft: www.stockholm.diplo.de

Schwedische Botschaften: www.schweden.org | www.swedenabroad.com  

Offizielle Homepage für Tourismus und Reiseinformation: www.visitsweden.com

Interessante Fakten über Schweden: http://sweden.se/

Barrierefreiheit und Zugänglichkeit: www.turismforalla.se

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Dont's

In Schweden wird jeder geduzt – einzige Ausnahme sind Mitglieder des Königshauses. Das führt dazu, dass viele Schweden, die Deutsch sprechen, ihren Gesprächspartner auch in der Fremdsprache duzen. Das hat nichts mit ungebührlicher Distanzüberschreitung zu tun, sondern beruht lediglich auf unterschiedlichen Sprachgewohnheiten.
Freundlichkeit ist Trumpf in Schweden. Man bedankt sich für alles, wirklich alles. Selbst derjenige, der einem anderen etwas gibt bedankt sich dafür, dass der es der andere annimmt. Deswegen lautet das wichtigste schwedische Wort, das jeder Tourist beherrschen muss: tack!
Trinkgeld wird in Schweden kaum gegeben. Lediglich Taxifahrer erwarten einen Aufschlag von etwa 10 Prozent des Rechnungsbetrags.

Exkurs: Victor Hasselblad, Pionier der Fotografie

Victor Hasselblad (1906–1978) war Fotograf und Erfinder. Fotofreunde weltweit benutzen seit Jahrzehnten begeistert seine Kamera. Mit 18 Jahren verließ er die schwedische Heimat, um in Dresden zu studieren. Hasselblad war bei verschiedenen Kamera- und Filmherstellern beschäftigt und unternahm Reisen in die USA. Während einer seiner Auslandsaufenthalte freundete er sich mit George Eastman an, dem Gründer der Kodak-Filmfabrik. Nach seiner Rückkehr nach Schweden eröffnete er in Göteborg ein Fotogeschäft mit eigenem Labor.  „Viel Geld wird uns das sicherlich nicht einbringen, aber wenigstens können wir kostenlos Fotos machen“, soll er gesagt haben. Er hatte schon Fachartikel über Fotografie und Fototechnik veröffentlicht und galt als Experte für Fotoapparate. So trat 1940 die schwedische Luftwaffe an ihn heran. Man hatte in einem notgelandeten deutschen Flugzeug einen sehr leistungsfähigen Fotoapparat gefunden, den sollte er kopieren. So einen könne er nicht bauen, aber einen besseren, soll seine Antwort gewesen sein. Er gründete die Firma Ross und konstruierte zusammen mit seinem Bruder und einem Automechaniker aus Material vom Schrottplatz die gewünschten Apparate. Als begeisterter Hobbyfotograf träumte er allerdings von einer zivilen Superkamera. Die stellte er 1948 in New York der Öffentlichkeit vor, und nach wenigen Verbesserungen war eine sensationelle Kamera auf dem Markt, die bis heute Berufsfotografen in aller Welt begeistert und sogar auf den Mond mitgenommen wurde. Mitte des 20. Jh. waren Fotoapparate für das Filmformat 6 x 6 so groß wie ein Selma-Lagerlöf- Roman und fest mit den Linsen verbunden, aber das Unangenehmste war das Einlegen des lichtempfindlichen Films, der nur zu leicht von der hölzernen Spule rutschen konnte und dadurch unbrauchbar war. Hasselblads revolutionäres Modell 500C war anders. Die Kamera hatte ein würfelförmiges Gehäuse mit einem Spiegelsucher, und man sah erstmals vor der Aufnahme exakt das, was hinterher auf den Film belichtet wurde. Die Objektive konnten nach Lust und Geldbeutel vom Fotografen umgeschraubt werden, und der Film befand sich in einer separaten lichtdichten Schachtel am Rücken des Gerätes. Man konnte zu Hause den Film einlegen oder sogar unterschiedliche Filmsorten in verschiedenen Kassetten mitnehmen und sie unterwegs an den Apparat stecken. Die Firma hat sogar den Sprung ins Digitalzeitalter gemeistert. Wenn Sie 30.000 € übrig haben, können Sie das Spitzenprodukt H 4 Digital 60 im ausgesuchten Fotofachhandel erstehen.

Aus: Reiseführer Südschweden von Frank-Peter Herbst; Reiseführer Gotland von Rasso Knoller; CityGuide Stockholm von Stefan Krull und Lars Dörenmeier

Uhrzeit und Temperatur: Stockholm

© Titelbild: Frank-Peter Herbst