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Slowenien

Republika Slovenija
Republik Slowenien

10:01 h | 2 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
2.062.000 (Weltrang 142)

Bevölkerungsdichte
102 pro km²

Fläche
20.253 km² (153)

Hauptstadt
Ljubljana

Staatsform
Parlamentarische Republik

Hauptsprachen
Slowenisch

Währung
Euro

Nationalfeiertag
25.6.

Internationale Ankünfte/Touristen
2.259.000

Flugdauer
625 km ≈ 1 Std

Entfernung über Land
780 km

Küstenlange
46,6 km

Höchster Berg
Triglav (2.863 m)

Höchster befahrbarer Pass
1611 m (Vršič-Pass)

Längster Fluss
Soča (140 km)

Sickersee Cerkniško jezero
Länge: 10,5 km; Breite: 4,7 km

Waldfläche
61,9% (dritthöchster Wert Europas)

Staatsfläche unter Naturschutz
35,52%

Städte über 100.00 Einwohner
2 (Ljubljana und Maribor)

Nationalparks
1 (Nationalpark Triglav)

Schutzgebiete/ Naturdenkmäler
1603

Berghütten und Biwaks
≈ 165

Braunbärenpopulation
500-700 Tiere

Dies und Das

© Daniela Schetar und Friedrich Köthe

Natur

Slowenien, geografisch mitten im Herzen Europas, leitet über von den alpinen Regionen Österreichs zu den Karstlandschaften der Dinarischen Alpen und von den Tiefebenen Pannoniens an die Adria. Die Vegetation wechselt von den Lärchen des Hochgebirges über dichte Laub- und Mischwälder zu den mediterranen Symbolpflanzen, dem Oleander und den eleganten Zypressen. Im Norden und Osten pflanzen die Bauern Kartoffeln und Mais, zum Südwesten hin recken Olivenbäume ihre knorrigen Äste in den Himmel und Weinreben klettern die Hügel empor.

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Etwa ein Drittel der Landesfläche bedecken die Südalpen, die in Slowenien von West nach Ost in den Gebirgszügen der Julischen Alpen, Julske alpe, der Karawanken, Karawanke, und der sich südlich anschließenden Steiner Alpen, Kamniške alpe, noch Höhen bis 2863 m (Triglav in den Julischen Alpen) erreichen. Kalkstein ist hier vorherrschend und so findet man in den slowenischen Alpenregionen viele Verwitterungsphänomene, die typisch sind für den Karst: Dolinen, Karrenfelder und natürlich auch zahlreiche Höhlen.
Südlich und östlich schließen sich Mittelgebirge an wie das Pohorje in der Region Štajerska südlich von Maribor, die Slowenske gorice nordöstlich davon und die Gorjanci ganz im Süden, die einen Teil des Grenzverlaufes zum Nachbarn Kroatien bilden. Nach Westen zu dominieren die Karstflächen des Dinarischen Gebirges die Regionen Notranjska und Dolenjska.
Von den zahlreichen Seen des Landes gehören die Hochgebirgsseen der Julischen Alpen sicherlich zu den schönsten. Wer durchs Sieben-Seen-Tal auf den Triglav wandert, sieht die Triglav-Seen wie funkelnde Edelsteine im grauweißen Kalkstein schimmern, und der fast runde See von Bled, Blejsko jezero, sieht mit seinem Inselchen in der Mitte aus, als hätte ihn der Tourismusverband extra so malerisch bestellt. Sloweniens größter Gletschersee strahlt bei Bohinj wie ein Smaragd zwischen den hohen Bergen. Die Gewässer bekommen durch die Besonderheiten des Karstes eine eigene Note, so wie die periodisch austrocknenden und sich dann wieder füllenden „Sickerseen“ bei Cerknica und Planina oder die vielen Flüsse, die als Karstquellen ihren oberirdischen Anfang nehmen, nachdem sie unter der Erde bereits beträchtliche Wegstrecken zurückgelegt haben. Sowohl die Soča als auch die Sava Bohinjka und viele kleinere slowenische Flüsse entspringen als solche Karstquellen.
Die längsten Flüsse sind die Sava (Save) und die Drava (Drau). Erstere nimmt ihren Lauf von den Julischen Alpen nach Südosten und mündet in Belgrad in die Donau, letztere entspringt in Italien, durchquert Österreich, erreicht bei Maribor Slowenien und vereint sich in der Nähe des kroatischen Osijek mit der Donau.
Flusswanderer, Rafter, Kanuten – sie alle lieben die slowenischen Flüsse, weil sie noch völlig naturbelassen sind und mit glasklarem Wasser durch herrliche Landschaften führen. Könner drängt es besonders an die wilde Soča, Anfänger fühlen sich an der Sava Bohinjka und der Sava Dolinka besser aufgehoben. Auch die warmen Wasser der beiden südslowenischen Flüsse Krka und Kolpa sind mit ihren Stufen und Stromschnellen ein herrliches Wassersportrevier.

© Daniela Schetar und Friedrich Köthe

Tiere

Sloweniens berühmtestes Tier ziert die Flagge des Landes: zlatorog, der Steinbock mit den goldenen Hörnern. Steinböcke wurden im 17. Jh. ausgerottet, in den letzten Jahren aber wieder erfolgreich angesiedelt. Auch Mufflonschafe wurden in den Bergregionen ausgewildert, gehören aber nicht zum traditionellen Bestand in Slowenien. Gemsen kann man auf den Wanderungen durch die Julier immer wieder sehen, aber ihre Zahl sinkt stetig. Steinmarder und Murmeltiere sind scheu, man wird sie ebenso schwer zu Gesicht bekommen wie den Schneehasen oder das Schneehuhn.
Neben dem hübsch gezeichneten Alpensalamander gibt es in den Alpen zwei giftige Bergbewohner, die Kreuzotter und die Sandotter. Beide Schlangenarten fliehen vor dem Menschen; dennoch sollte man bei Wanderungen festes Schuhwerk tragen.

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Eine endemische Fischart ist die Soča-Forelle (Salmo trutta fario), auch Marmorata genannt. Im Ersten Weltkrieg war sie wichtiger Nahrungsbestandteil der im Isonzo-Tal verschanzten Armeen und wurde so nahezu ausgerottet. Der Versuch, die Soča-Forellen wieder in der Soča anzusiedeln, misslang, denn die fremden, aggressiveren Regenbogenforellen ließen ihnen keinen Lebensraum. Erst seit einigen Jahren züchtet eine eigene Station erfolgreich Soča-Forellen und setzt sie in den Bächen aus.
Das eigenartigste und das größte Tier Sloweniens sind im Karst beheimatet. Ersteres ist der Grottenolm, der Proteus anguinus, den die Slowenen „Menschenfisch“, človeška riba, nennen. Er lebt in den feuchten, dunklen Regionen der Höhlenwelt, und man bekommt ihn nur zu Gesicht, wenn er in Schauhöhlen eigens für die Besucher in Wasserbecken präsentiert wird. Sloweniens berühmter Universalgelehrter Johann Weichard Valvasor beschrieb den Olm Ende des 17. Jh. als „Drachenbrut“, und bis heute stehen ihm die Menschen misstrauisch und mit Scheu gegenüber.
Scheu empfiehlt sich auch angesichts des Braunbären Ursus arctor, dem größten in Slowenien lebenden Säugetier. Bären schätzen ebenso wie Wölfe und Luchse die großen, zusammenhängenden Waldgebiete, die es in Slowenien z.B. am Kočevski rog (Region Dolenjska) und auch im nördlichen Karst (Notranjska) noch gibt. Da Bauern, Pilze- und Beerensammler und natürlich auch Wanderer Meister Petz nicht gerade lieben, ist der Schutz der Braunbärenpopulation ein beständig heiß diskutiertes Thema. Etwa 700 Braunbären leben auf slowenischem Territorium; ihre Wanderungen führen sie manchmal weit nach Norden und ins benachbarte Österreich. Einmal wurde sogar an der Adria-Küste ein Bär gesichtet, 2009 spazierte ein Bär durch Ljubljanas Stadtpark.

© Daniela Schetar und Friedrich Köthe

Essen

Slowenien ist eine Reise wert, allein schon des Essens wegen. Das Gastronomieangebot ist äußerst reichhaltig und man kann von der Pizzeria bis zum Gourmet-Restaurant alles finden, wonach einem der Sinn steht. Nur eines sollte man bedenken: Čevapčiči hat mit Slowenien so viel zu tun wie ein Fisch mit einem Fahrrad – nämlich gar nichts. Auch wenn es manchmal auf der Speisekarte steht: Die Fleischröllchen haben ihre Heimat in Bosnien.
Die slowenische Küche ist eine bäuerliche Küche, so wie auch die österreichische. Man kocht mit viel Mehl, Fett, Schmalz und Butter, die Speisen sind wie die štruklji (Strudel) oder die Speck-Potica (ein Hefeteigkuchen) gehaltvoll und die Portionen groß. Wie man die Küche des nördlichen Nachbarlandes beeinflusst hat, wurde man auch von dieser angeregt.

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Aber nicht nur die k.-u.-k.-Monarchie hat ihre Spuren hinterlassen, auch Italienisches findet sich immer wieder auf den Karten, sei es als Gerichte oder über die Zubereitungsart. Ein gutes Beispiel ist die Maispolenta.
Ein weiteres Standbein der Küche Sloweniens ist die Kost der Gebirgsbewohner. Fett und nahrhaft musste das Essen sein, um ein Überleben in Schnee und Eis zu erlauben – für mitteleuropäische Zungen mag daher als Vorspeise eine Handvoll zaseka, durch den Fleischwolf getriebener, fettester Schweinespeck, gewöhnungsbedürftig sein – nach einem Tag des Bergsteigens ist es willkommene Aufbaukost.

© Daniela Schetar und Friedrich Köthe

Reisezeit

In Slowenien gibt es – trotz der geringen Größe des Landes – mehrere Klimazonen, sodass sich für jede Jahreszeit ein Grund für einen Besuch findet – oder anders, ein Besuch hat zu jeder Jahreszeit Vor- und Nachteile.
Skifahrer bevorzugen – natürlich – die Monate Januar bis März, um in den Gebirgen des Nordens den weißen Sportarten zu frönen. Hier herrscht alpines Klima, ähnlich wie überall an den Südflanken der Alpen. Niederschläge sind in den Übergangszeiten nicht selten, die Winter sind beißend kalt und die Sommer nicht zu heiß – sie können eine willkommene Alternative zu den möglicherweise stickigen Küstenstrichen sein.

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Im Frühling erblüht es in den Bergen, sattgrün kommen Almen unter der Schneedecke hervor und Bächlein springen zu Tale. Im Herbst, wenn es in den Tälern schon kühl wird und Nebelschleier von der dunklen Jahreszeit künden, spannt sich ein stahlblauer Himmel über den Gipfeln der slowenischen Alpenwelt – die Jahreszeit der Wanderer.
An der Adriaküste ist das Klima mediterran mit heißen Sommern und kühlen, doch nicht kalten, aber feuchten Wintern. Ab März beginnt der Frühling und schon im Mai steigen die Temperaturen auf sommerliches Niveau – die Jahreszeit der Wasserratten ist damit eingeläutet. Der Herbst ist lang und mit Stürmen durchsetzt. Mild kontinentaleuropäisch ist das Klima des Karst zwischen Adria und Gebirge. Von März bis in den November hinein kann man im Karst urlauben und an den vielen sportlichen Aktivitäten teilnehmen, die geboten werden. Das Frühjahr ist beispielsweise die Jahreszeit der ausgebufften Kanuten und Kajakfahrer, wenn die Schneeschmelze die Bäche reißend werden lässt. Im Sommer sind die Abseiler und Wagemutigen unterwegs, die im Canyoning ihre Erfüllung finden. Im Herbst geht es für die Wanderer durch die festlich und herbstlich eingefärbten Wälder.

© Daniela Schetar und Friedrich Köthe

Religion

Fast zwei Drittel der Slowenen gehören der katholischen Kirche an, der Anteil der Protestanten ist mit 1 % kaum zu messen. Dies könnte allerdings auch ganz anders aussehen, denn die Reformation fiel gerade in Slowenien auf fruchtbaren Boden, versprach sie den unter dem feudalen Joch geknechteten, von einer zumeist deutschen Adelsschicht ausgebeuteten Menschen doch so etwas wie ein Recht auf nationale Identität.

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Protagonist des Protestantismus auf slowenischem Boden war Primož Trubar (1508–86), ein evangelischer Geistlicher, der zwei Katechismen in slowenischer Sprache verfasste und das Neue Testament ins Slowenische übersetzte. Die Gründung der ersten Grundschulen mit slowenischem Unterricht fiel in diese Zeit – bis dahin war Bildung eine Domäne der Klöster. Die slowenische Grammatik erschien als Buch und schließlich die ins Slowenische übersetzte Bibel.
Ab 1600 schlug die Gegenreformation zurück und die katholischen Könige bereiteten den protestantischen „Umtrieben“ ein Ende. Sie schlossen die Schulen und ließen die slowenischen Bücher verbrennen. Für Slowenien bedeutete dies nicht nur Unterdrückung der religiösen Überzeugung, sondern auch des keimenden nationalen Bewusstseins.

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Guten Morgen

Dobro jutro

Guten Tag

Dober dan

Guten Abend

Dober večer

Gute Nacht

Lahko noč

Hallo/Tschüss

Živjo

Auf Wiedersehen 

Na svidenje

Alles Gute (auch Tschüss)

Srečno

Guten Appetit!

Dober tek

Prost!

Na zdravje

Frau (Anrede)

gospa

Herr (Anrede)

gospod

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Kako vam gre?

Wie geht’s dir?

Kako si?

Danke, gut

Hvala, dobro

Danke

Hvala

Bitte

Prosim

Entschuldigen Sie!

Oprostite

Entschuldige!

Oprosti

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.laibach.diplo.de/visa

Fremdenverkehrsamt: www.slovenia.info

Deutsche Botschaft: www.laibach.diplo.de

Slowenische Botschaft: berlin.veleposlanistvo.si

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Don’ts

Tabuthemen existieren in Slowenien nicht. Die frühere gemeinsame Vergangenheit mit Jugoslawien sehen die Slowenen in der Rückschau eher entspannt. Nun gut, man war der wirtschaftliche Motor und viel Geld wurde aus dem Norden abgezogen und als Strukturausgleich in den Süden gepumpt – doch das ist vergessen und vorbei, sollen die da unten doch gucken, wie sie jetzt zurechtkommen.
Slowenien besitzt mit seinen Schutzgebieten wunderschöne Naturreservate, die so zu erhalten das Hauptanliegen der Naturschutzbehörde ist. Darin ist sie allemal unterstützenswert und die strengen Regelungen für Aufenthalte zum Beispiel im Triglav-Massiv sollten bis aufs I-Tüpfelchen eingehalten werden.

Krieg in den Julischen Alpen – die Isonzo-Front im Ersten Weltkrieg

Zwölf Schlachten wurden am Fluss Isonzo, slowenisch Soča, zwischen den Italienern auf der einen und Österreich/Ungarn und dem Deutschen Heer auf der anderen Seite geschlagen. Schlachten ist zu viel gesagt. Verzweifelt krallten sich die Soldaten in den Fels und das Eis, warfen den Feind von irgendeinem Gipfel, der strategisch als wichtig angesehen wurde, um nur Stunden später selbst im Grabenkampf vertrieben zu werden oder das Leben zu verlieren.
Unbefriedigend schien diese Art des Kampfes den Generälen, so verlegte man sich auf Sprengungen der feindlichen Stellungen. Kilometer um Kilometer wurden immer wieder Stollen in den Fels gehauen und schließlich nach monatelanger Arbeit gesprengt. Ganze Gipfel und mit ihnen Besatzungen Hunderter von Männern fuhren auf einen Schlag pulverisiert in den Himmel. Schon Wochen vorher wusste man von seinem Schicksal; Horchtrupps verfolgten den Fortgang der Arbeiten des Feindes. Doch wann würde der Feind zünden? In den meisten Fällen wurden die Stellungen nicht geräumt!
Lawinen erschlugen die Menschen, rissen sie in den Tod, komplette Kompanien meldeten sich plötzlich nicht mehr – erfroren in einem Schneesturm. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs schafften es die Achsenmächte, aus dem Gebirge auszubrechen und die italienischen Truppen in der elften Schlacht das Isonzo-Tal hinunterzutreiben – doch versagten bald die Kräfte, die zwölfte Schlacht brachte keine Ergebnisse mehr, die Kaiserreiche Mitteleuropas waren ausgeblutet, der Krieg zu Ende.
Aus den Alpen kehrten ebenso viele Soldaten nicht mehr nach Hause zurück, wie aus den Schützengräben vor Verdun, allein die Front am Isonzo schlug mit weit über 500.000 Toten zu Buche.

Cviček-Wein – die älteste Rebe der Welt

Seit 1406 baut man um die Kartause Pleterje die edle Rebe an, entpresst den Saft, und lässt ihn zum Cviček-Wein gären und reifen. Schon zu Zeiten des römischen Kaisers Marcus Aurelius Proba sei die Rebe nach Slowenien gekommen – also um 278. Mit dem Verlust ihres Weltreiches verschwand mit den Römern auch das Wissen um die Weinherstellung und erst die Katholische Kirche belebte die Kunst neu – wohl nicht nur, um den Wein lithurgisch nutzen zu können, die Mönche des Mittelalters waren schließlich sinnenfrohe Gesellen. Man baute an, kelterte, verbesserte und schuf so in gemeinsamem Bemühen von weltlichen Bauern und Ordensgemeinschaften wie Pleterje und Kostanjevica aus der wohl ältesten Rebsorte der Welt den Cviček (einer der Abkömmlinge, der in Maribor am Lent wächst, soll 400 Jahre alt sein).
Der Charakter des Weins bestimmt sich aus seinem sehr trockenen Geschmack, der Säurebetontheit und dem geringen Alkoholgehalt, das Farbbild ist violettrot. Er schmeckt erfrischend und auch an heißen Tagen ist ein Gläschen, mittags genossen, keine falsche Entscheidung, er macht die Augenlider nicht müde, sondern regt, in Maßen genossen, eher an. Abends ist er ein angenehmer Begleiter sowohl für Fisch als auch Fleisch und man kann mit ihm den Abend in der Bar bei einem letzten Glas ausläuten. Der Cviček ist universell und jeder Bauer reicht voller Stolz seine Version dieses uralten und leichten Weines.

Mythos Karantanija

Das Thema Karantanija/Corinthia/Karantanien spielt in Slowenien erst seit der Unabhängigkeit eine wichtige Rolle, denn mit der Behauptung, dass es bereits einmal einen eigenständigen „slowenischen“ Staat gegeben habe, bekommt die kurze Geschichte des unabhängigen Slowenien historische Tiefe. Nun lag das Fürstentum Karantanija aber nicht auf heutigem slowenischen Staatsgebiet, sondern weiter nördlich: Krnski grad, die Karnburg mit dem „Fürstenstein“, auf dem die Herrscher gekrönt wurden, befindet sich in der Nähe Klagenfurts in Kärnten. Bis ins 15. Jh. hinein wurden an dieser Stelle die lokalen Fürsten vor dem Volk öffentlich in ihr Amt eingesetzt und dies galt nicht nur für die einheimischen Fürsten, sondern später auch für die Herzöge, die Karantanien als Teil der Ostmark des Heiligen Römischen Reiches regierten.
Traditionell wählten bei den slawischen Völkern lokale Gruppen ihren Anführer oder Fürsten und auch nach Ausbildung eines erblichen Fürstentums in Karantanien musste jeder neue Thronerbe durch das Volk in offener Wahl bestätigt werden. Historische Berichte beschreiben die Inthronisation als eine Vereinbarung über die gegenseitigen Verpflichtungen von Herrscher und Beherrschten. Der Fürst betrat in Bauernkleidern den Krönungsplatz am Fürstenstein und brachte eine Stute und einen Stier mit. Hier stellte er sich einem Vertreter der Bauernschaft, der ihn ermahnte, stets gerecht und weise zu herrschen und ihm zum Abschluss eine symbolische Ohrfeige versetzte. Schließlich durfte der neue Herrscher den Fürstenstein besteigen und, nachdem die Krönungsmesse gelesen war, seine herzögliche Kleidung anlegen.
Interessant an diesem Akt ist, dass man ihn stets in slowenischer Sprache vollzog, und als schon längst nicht mehr slawische, sondern deutsche Fürsten inthronisiert wurden, behielt man das Ritual bei und stellte dem Herzog einen Dolmetscher zur Seite. Bis 1414 wurden die karantanischen Herzöge so in ihr Amt eingeführt. Über den Symbolwert und darüber, was Karantanija tatsächlich war, wird besonders zwischen slowenischen und österreichischen Historikern lebhaft diskutiert. Die Slowenen brüskierten ihre Nachbarn gleich nach der Unabhängigkeit, indem sie den Fürstenstein auf ihren neuen Geldscheinen abbildeten – und der befindet sich ja immerhin auf österreichischem Territorium. Kärntner Publizisten stellten wiederum in Frage, dass Karantanien überhaupt mit Slowenen in Verbindung gebracht werden könnte. Kurzum, hinter dem Namen Karantanija schwingt das ganze Spannungsfeld um die Situation der Kärntner Slowenen mit ihren Rechten und Ansprüchen und die Angst vor Territorialforderungen mit und umgekehrt das überzogene Bedürfnis slowenischer Politiker, dem kleinen Land mit historischen, heute völlig irrelevanten Symbolen Größe zu geben.

Alle Texte aus: Reiseführer Slowenien mit Triest von Daniela Schetar und Friedrich Köthe

Uhrzeit und Temperatur: Ljubljana

Angaben zur Entfernung: von Frankfurt/Main

Titelbild: © Daniela Schetar und Friedrich Köthe