»Was immer du tust, tu es mit einem Lächeln.«
Volksweisheit aus Sri Lanka

Sri Lanka

Sri Lankã Prajãtãntrika Samãvajãdi Janarajaya
Demokratische Sozialistische Sri Lanka Republik 

22:48 h | 26 °C

Das Land in Zahlen

Einwohnerzahl
20 328 000 (58)

Bevölkerungsdichte
310 pro km²

Fläche
65 610 km² (Weltrang 120)

Hauptstadt
Colombo

Staatsform
Präsidialrepublik

Hauptsprachen
Tamil und Singhalesisch

Währung
Sri Lanka Rupie (LKR)

Nationalfeiertag
04.02.

Internationale Ankünfte/Touristen
856.000

Höchster Berg
Pidurutalagala 2524 m

Küstenlinie
1.330 km

Flugdauer
8.086,02 km ≈ 10 Std.

Entfernung über Land
11 859 km

Fußball Weltrangliste
Platz 169

Tee Produktion
326.278 to (2012)

Sri-Lanka-Elefant (Elephas maximus maximus)
nur 7 % der Elefantenbullen in Sri Lanka haben sichtbare Stoßzähne

Dies und Das

Natur

Grün ist die dominierende Farbe Sri Lankas. Die Reisfelder, Teeplantagen, Wälder, Palmenhaine und selbst die Grassteppen bedecken es mit einem fast lückenlosen Teppich von Vegetation. Der Großteil wurde aber vom Menschen angelegt: Der Anteil ursprünglichen Waldes an der Landesfläche beträgt bestenfalls noch 25 %.

Die Wälder mussten dem Plantagenanbau weichen: Im 19. Jh. wurden riesige Areale gerodet, um darauf Palmen-, Kautschuk- oder Teeplantagen anzulegen. Die Einrichtung der Teeplantagen gilt als das wahrscheinlich größte landschaftsarchitektonische Unterfangen der Welt. Wird das Hochland heute vom Tee dominiert, so sind es im Tiefland die Palmen, von denen es in Sri Lanka 15 verschiedene Arten gibt u.a. die Kokospalmen, Palmyra, Kittul Palme, Talipot Palme usw.

weiter

Daneben gedeiht eine Vielzahl von Bäumen. Dazu gehört der Na oder Eisenholz- Baum (Mesua ferrea), dessen dunkelrotes, hartes Holz beim Brückenbau benutzt wird. Der Baum bringt große, weiße und aromatisch duftende Blüten hervor, die gern in Opferzeremonien verwendet werden; aus diesem Grund ist der Na zum „National-Baum“ ernannt worden.

Ein ähnlich hartes Holz liefert der Tekka oder Tamarind-Baum (Tamarindus indica), dessen Früchte, die Tamarinden, eine beliebte fruchtig-saure Zutat in vielerlei Speisen ist. Andere weit verbreitete Bäume sind die Ceylon-Eiche (Schleichera oleosa), der Goldene Mohur (Poinciana regia), der Suriya- Baum (Thespesia populnea), der Kumbuk (Terminalia arjuna), der Muruta oder „Königsblumenbaum“ (Lagerstroemia spesiosa), der Baumwollbaum (Cochlospermum Religiosum), der häufig an Tempeln angepflanzt wird, und der Attuna (Heritiera littoralis), eine Mangrovenart. Religiöse Verehrung genießen der Booder Bodhi-Baum (Ficus religiosa) und der Banyan-Baum (Ficus bengalensis) aus der Gattung der Feigenbäume.

In den letzten Jahren wurden erheblich mehr Bäume gefällt als neu angepflanzt, einige Landstriche hat man über Gebühr gerodet. Holz für den Haus- und Möbelbau wurde zu einem immer teureren Artikel. Besonders durch den Wiederaufbau zehntausender Häuser, die der Tsunami 2004 zerstört hatte, entstand ein wahrer Engpass an gutem Bauholz, so dass man zeitweise sogar Holz importieren musste.

Tiere

Die interessanteren Tiergattungen leben heute in erster Linie in den Naturschutzgebieten Sri Lankas, die etwa 10 % der Landesfläche ausmachen. Die Schaffung weitläufiger landwirtschaftlicher Nutzflächen hat den natürlichen Lebensraum der Tiere stark eingeschränkt.

Der König einer jeden Fotosafari ist immer noch der Elefant (Elephans maximus), das größte der 86 in Sri Lanka beheimateten Säugetiere. Derzeit gibt es noch 3500–4000 Elefanten in Sri Lanka, davon über 2000 in freier Wildbahn.

Weitere Bewohner der Wildnis sind Bären, Krokodile, Büffel, Schakale, Wildschweine, Hirsche, Pfauen und diverse Affenarten, darunter Makaken und Languren.

weiter

Leoparden sind ebenfalls noch vorhanden, und früher hat schon mancher „Menschenfresser“ unter ihnen für Angst und Schrecken gesorgt. Sehr zahlreich sind die Sambar-Hirsche, die man besonders gut in den Horton Plains beobachten kann. Wie Urviecher aus grauer Vorzeit wirken die bis zu 2 m langen Warane, die überall auf Feld und Flur anzutreffen sind, jedoch bei menschlicher Annäherung scheu entschwinden.

Nur mäßiger Beliebtheit bei Touristen erfreuen sich die 95 Schlangenarten des Landes, von denen aber nur ein halbes Dutzend giftig ist, darunter die Kobra, einige Vipern-Gattungen und zwei verschiedene Arten von Kraits. Jedes Jahr sterben über 1000 Einwohner Sri Lankas an Schlangenbissen, was prozentual gesehen die höchste Todesrate der Welt ist! (Indien, in der Pro-Kopf-Rate die Nummer Zwei, verzeichnet pro Jahr ca. 45.000 Schlangenbisstote.)

Daneben gibt es Skorpione sowie giftige oder ungiftige Tausendfüßler, die man häufig in Häusern vorfindet.

Auf der angenehmeren Seite zählt Sri Lanka 450 Vogelarten, darunter zahlreiche Zugvögel Zugvögel wie Flamingos, Störche, Pelikane, Reiher, Entenarten und andere Wasservögel. Die Zugvögel halten sich von August bis April in Sri Lanka auf, wo man sie dann zu Tausenden an Wassertanks, Weihern und Lagunen sehen kann. Der vielleicht ungeliebteste Vogel ist der Ulama oder „Devil Bird“, eine Eulenart, deren schauerlicher Schrei als böses Omen gilt.

Essen

Die srilankische Küche präsentiert sich als eine der schärfsten der Welt! In Asien kann ihr wohl nur die südthailändische Küche Paroli bieten, alles andere liegt einige Würzgrade darunter. Wem scharfes Essen nicht zusagt, der findet in den Touristenorten aber auch zahllose Restaurants mit westlicher Speisekarte. Es gibt etliche Touristen, die Sri Lanka verlassen, ohne eine einzige einheimische Mahlzeit gegessen zu haben!

Die srilankischen Gerichte ähneln sehr denen Südindiens, auch wenn die Kochkunst hier nicht so weit entwickelt wurde – die Küche Sri Lankas ist nicht unbedingt für Raffinesse oder Variationsreichtum bekannt. Dennoch wartet manch kulinarisches Abenteuer auf den entdeckungsfreudigen Touristen.

weiter

Morgens: Das sri-lankische Standard-Frühstück besteht aus Hopper, dünnen Reisteigfladen, die die Form einer kleinen Schüssel haben und zusammen mit einem Sortiment von Scharfmachern gegessen werden – diverse Kokosnussoder Chili-Chutneys sowie Sambol, eine Art würziger Soße.

Mittags: Das mittägliche Standard-Gericht in singhalesischen wie auch tamilischen Restaurants ist Rice-and-Curry: Es wird auf einem großen, runden Messingteller serviert, auf dem sich kleine Schalen mit diversen Gemüse- oder Fleisch-Curries befinden, dazu Reis, Pickles, Joghurt und Papadam, eine Art knuspriger „Cracker“ aus Linsen- oder Kichererbsenmehl.

Abends: Nachmittags und abends servieren die einfacheren Restaurants oft nur Short Eats, wie man Snacks in bestem Singhalesisch nennt. Unter diesen Sammelbegriff fallen Parippu Vadai (sprich: Wadé, vegetarische Linsen-Frikadellen), Thairu Vadai (Teigkrapfen in Joghurt; tamil. Gericht), Rolls, gefüllt mit Fisch, Ei oder Gemüse, Thosai und Masala Thosai.

Wirtschaft

Die größte Industrie ist die Textilherstellung, die auch mit Abstand wichtigster Devisenbringer ist. Über die Hälfte des gesamten Exportes wird durch Textilien eingebracht. Die „traditionellen“ (nicht-industriellen) Produkte wie Tee, Kautschuk, Kokosnüsse, Tabak, Holz, Papier, Leder und Meeresfrüchte machen weniger als 30 % des gesamten Exportvolumens aus.

Heute werden in Sri Lanka Textilien sämtlicher namhafter Marken produziert, jedoch stagniert der Absatz, seitdem China durch noch niedrigere Löhne und Preise einen großen Teil des Absatzmarktes für sich gewinnen konnte. Weitaus kleinere Industrien spezialisieren sich auf die Nahrungsmittel-, Chemikalien-, Elektronik-, Zement-, Leder- und Keramik- Produktion.

Die nach den Textilien wichtigsten Devisenbringer sind (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung) die Heimat-Überweisungen der im Ausland lebenden Sri Lanker, Tee und der Tourismus. 

Reisezeit

Die beste Reisezeit für die West- und Südküste sind die Monate November bis März, eventuell bis April, aber da kann es schon zu heiß sein. Am trockensten sind allgemein die Monate Januar bis März. Auch im November kann es zu Regenfällen kommen.

Im Nordosten und an der Ostküste sind die Monate März bis November am günstigsten. In den Bergen muss man in jeder Jahreszeit auf Niederschläge gefasst sein, wobei die südlichen, westlichen und zentralen Bergregionen mehr vom Südwest-Monsun erfasst werden, die anderen vom Nordost-Monsun.

Religion

70 % Buddhisten, 13 % Hindus, 7,4 % Christen, 9,7 % Muslime

Tipps

Wörter die weiterhelfen

Singhalesisch / Tamil

Ayubowan / Wannakam – Seien Sie gegrüßt! / Guten Morgen/Tag! Auf Wiedersehen!

Kohomade / Eppady sugam? – Wie geht’s?

(Bohoma) Hondai / (Miitschi)Nalla! – (Sehr) Gut!

Isthuti / Nandri! – Danke!

Karunakara / Thayawu sai du – Bitte!

Kohede yanne / Enga poreenga? – Wohin gehen Sie?

Obeh nameh monawada / Ungal peyar enna? – Wie heißen Sie?

Mage nameh ... / Ennudaya peyar ... – Ich heiße ...

Kohe indalada enne / Engerundu vareenga? – Woher kommen Sie?

Samawenna / Manniyungal – Entschuldigen Sie bitte!

Meke gana ki yada / Ihdan villé thanay? – Wieviel kostet das?

Ou / Ahm – Ja

Nä, Nätuwa / Illé  – Nein

Kauderwelsch Singhalesisch, Band 27

Kauderwelsch Tamil (für Indien), Band 39

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen: www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Visum: www.eta.gov.lk | www.srilanka-botschaft.de/index.php/visa-a-residence/formsdownloads

Fremdenverkehrsamt: www.srilankatourism.org

Deutsche Botschaft: www.colombo.diplo.de

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Dont's
  • Lächeln: Beobachtet man die Bewohner Sri Lankas, so scheint vor allem eine Verhaltensregel zu gelten: lächeln! Allerorts begegnen einem breit lächelnde oder lachende Gesichter. Daraus aber zu folgern, dass in Sri Lanka eine paradiesische Unbeschwertheit herrscht, wäre falsch. Das Lächeln soll oft nur eine harmonische Atmosphäre erzeugen, die ein hohes Ideal des Buddhismus darstellt, es ist somit häufig eine verinnerlichte Handlung, die vollautomatisiert abläuft. Das Lächeln hilft aber, alltägliche Dinge reibungsloser zu erledigen, und in diesem Sinne darf auch der Reisende mitlächeln: Auf Ämtern, in Banken, bei Beschwerden im Hotel geht alles leichter, wenn man statt finsterer Miene ein freundliches Gesicht und ein Lächeln aufsetzt.
  • Gestik: Sri Lanker legen eine expressive Gestik und Mimik an den Tag, Augen und Hände und manchmal auch der ganze Körper reden mit. Die Geste, die Westler permanent missverstehen, ist die, mit der die Sri Lanker „ja“ sagen: Der Kopf wird mehrere Male seitlich hin- und hergeschlenkert, als wolle man mit den Ohren die jeweilige Schulter erreichen. Das ganze sieht unserem Kopfschütteln zum Verwechseln ähnlich.
  • Gruß: Nur die wenigsten Sri Lanker schütteln zum Gruß die Hände – höchstens die Mitglieder der verwestlichten Elite, die möglicherweise im Ausland studiert haben. Zum traditionellen sri-lankischen Gruß werden die Handflächen vor der Brust aneinandergelegt, und dabei sagt man „Ayubowan“. Wörtlich bedeutet das etwa „Ich wünsche ein langes Leben“; benutzt wird es als „Guten Morgen“, „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“.
  • Gesichtsverlust“: Eine der größten Peinlichkeiten, die einem Sri Lanker zustoßen kann, ist der Verlust des „Gesichts“. Wir würden das wohl eher Blamage nennen. Sein Gesicht verlieren kann man auf mannigfaltige Weise, sei es durch öffentliche Bloßstellung oder Beleidigung, durch üble Gerüchte oder durch eigene Fehler in Beruf oder Privatleben. Wenn die Amtsgänge auf Behörden oft so unendlich lange dauern, liegt das zum großen Teil an der Angst vor Gesichtsverlust bei den Beamten: Niemand möchte eine Entscheidung treffen, die sich später womöglich als falsch entpuppt und für die man zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Folglich werden Entscheidungen mit allen Mitteln umgangen, aufgeschoben oder – besser – auf jemand anderen abgewälzt!
  • Mönche und Frauen: Frauen sollten Mönche nicht berühren, um sie nicht zu „verunreinigen“. Zwar berühren einige Mönche gelegentlich Touristinnen (Händeschütteln o.Ä.), bei einheimischen Frauen täten sie das jedoch nicht. Es empfiehlt sich für Frauen eine freundliche, aber distanzierte Haltung. Kumpelhaftes Verhalten ist absolut fehl am Platz.
  • Tempelbesuche: Beim Betreten von Templen sind die Schuhe, die als unrein gelten, vor der Schwelle zu lassen. Kopfbedeckungen sind abzunehmen, nackte Schultern (bei Frauen) sind zu bedecken. Allgemein ist dezente Kleidung zu tragen. Noch schlimmer ist es, sich auf Buddhastatuen zu setzen, was auch gelegentlich vorkommt. Wegen einer Besucherin, die sich auf einer Statue im Höhlentempel von Dambulla hat ablichten lassen, war dort das Fotografieren längere Zeit gänzlich verboten.
  • Bettler - Geben oder nicht? Dieses Dilemma tut sich den meisten Westlern in Dritte-Welt-Ländern auf. Die geballte Konfrontation mit Armut oder mit dem, was man dafür hält, lässt Manchen tief in die Kleingeldtasche greifen. Wahlloses Geldverteilen schafft möglicherweise aber mehr Probleme, als es löst. Unter keinen Umständen sollte man Kindern etwas geben, da das nur weitere Bettelei heraufbeschwört. Auch unter Erwachsenen gibt es viele, die betteln der Arbeit vorziehen, denn nicht selten „verdienen“ Bettler mehr als einfache Arbeitskräfte. Verstärkt hat sich dieses Phänomen seit dem Tsunami. Auch in solchen Fällen ist es ratsamer, Sachspenden dem Überreichen von Geld vorzuziehen. Am sichersten ist es, nur den Personen etwas zu geben, die nicht arbeitsfähig sind: also kranken, körperbehinderten und alten Menschen.
Exkurs: Alltagsleben

Im Folgenden wird der typische Tagesablauf einer Familie in ländlicher Umgebung beschrieben.

Häufig leben in Sri Lanka mehrere Generationen unter einem Dach. In vielen abgelegenen, traditionellen Dörfern scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Wer das Glück hat, in einer Privatunterkunft mit Familienanschluss untergebracht zu sein, kann das muntere Treiben den ganzen Tag beobachten.

Am frühen Morgen mit dem Krähen der Hähne zum Sonnenaufgang beginnt das Dorf zu erwachen. Zum Waschen, Baden und Zähneputzen geht man – sofern das Haus nicht über eigene Wasserleitungen verfügt – an den Fluss, der noch immer für viele Familien den Lebensmittelpunkt darstellt. Hier wird auch die Wäsche gewaschen, er versorgt die Menschen mit Trinkwasser, gilt als Symbol für Leben und Überleben. Bevor man nach den Gebeten den eigentlichen Beschäftigungen des Tages nachgeht, gibt es ein ausgiebiges Frühstück, das häufig aus den typischen Hoppers (dünnen Reisteigfladen), zusammen mit Kokosnuss- oder Chili- Chutneys sowie Sambol, einer würzigen Soße, und Tee besteht. Die Kinder machen sich danach in ihren Uniformen auf den Weg zum Schulbus oder werden von ihren Müttern dorthin gebracht. Männer begeben sich zur Arbeit auf die Reisfelder, mit ihrem Tuk-Tuk in die größeren Orte auf der Suche nach zahlender Kundschaft oder zur Herstellung von Kunsthandwerk in ihre Werkstätten. Die Frauen versorgen nun Haus und Hof, füttern die Tiere, Waschen die Wäsche, kümmern sich um die kleineren Kinder und beschäftigen sich mit dem Essenkochen. Mittags, wenn die Sonne am höchsten steht und die Hitze unerträglich wird, gibt es eine ausgiebige Pause. Auch die Männer kehren von der Arbeit zurück, sofern sie Zeit dazu finden. Wer Hunger hat, bedient sich an den von den Frauen vorbereiteten Gerichten, ein gemeinsames Mittagessengibt es aber nicht. Dazu trinkt man Tee oder Wasser. Man ruht sich eine Weile im Schatten aus, hält ein Nickerchen oder spielt mit den kleineren Kindern, bevor es wieder zur Arbeit geht.

Zwischen 14 und 16 Uhr endet für die meisten Kinder der Schultag. In überfüllten Bussen geht es den langen Weg zurück in die Dörfer. Viel Zeit für Spiele, Freunde und Freizeit bleibt ihnen nicht, denn schon bald beginnt die Dämmerung, es wird schnell dunkel. Zwischen 17.30 und 18 Uhr trinken viele Familien gemeinsam Tee.

Gegen 19 Uhr ist Zeit für das Abendessen, zu dem sich die ganze Familie versammelt. Es gibt die von den Frauen während des Tages zubereiteten Curries mit Reis und Dal, einem würzigen Linsenbrei, dazu Roti (gefülltes Fladenbrot) und frische Früchte wie Ananas oder Bananen.

Der Abend wird gewöhnlich im Kreise der Familie vor dem Fernseher bei Filmen aus „Bollywood“ oder Unterhaltungssendungen verbracht. Wie überall auf der Welt gibt es natürlich auch in Sri Lanka unterschiedliche Meinungen über die Wahl des Senders und so wird ständig unter lautstarkem Protest hin- und hergezappt. Schulpflichtige Kinder erledigen ihre Hausaufgaben oder lernen für eine Klassenarbeit.

Gegen 21 Uhr werden die dünnen Matratzenaus Schaumstoff ausgebreitet, die man nach dem Aufstehen an die Wand gelehnt hat, um mehr Platz im Haus zu schaffen. Die Familie geht früh schlafen. Jüngere Kinder schlafen aus Mangel an Räumen gemeinsam in einem Zimmer.

Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt der nächste Tag.

Alle Texte aus: Reiseführer Sri Lanka von Joerg Dreckmann und Rainer Krack.

© Titelfoto: Joerg Dreckmann