»Man wird nicht groß, wenn man die Größe für sich beansprucht.« 
Sprichwort der Xhosa

Südafrika

Republic of South Africa

02:20 h | 18 °C

Das Land in Zahlen

Ländername
Republiek van Suid-Afrika (Afrikaans). Riphabliki yeSewula Afrika (isiNdebele). IRiphabliki yaseMzantsi Afrika (isiXhosa) und in 7 weiteren Sprachen.

Einwohnerzahl
51,2 Mio.

Bevölkerungsdichte
41 Menschen/km²

Fläche
1.219.090 km²

Hauptstadt
Pretoria/Tshwane (Exekutive), Kapstadt/Cape Town (Legislative)

Staatsform
Föderale Republik

Hauptsprachen
Englisch, Zulu, Xhosa

Währung
Rand

Nationalfeiertag
27. April, Freedom Day (Tag der ersten freien Parlamentswahlen 1994)

Internationale Ankünfte/Touristen
über 9 Mio (2013)

Flugdauer
ca. 11 Std.

Entfernung über Land
Knapp 14.000 km

Dies und Das

© Helmut Hermann

Natur

Südafrika ist mit einer fantastischen Vielfalt an Vegetationszonen mit hoher Biodiversität gesegnet. Alle Landschafts- und Lebensräume Gesamtafrikas kommen in diesem Land vor: Grasland, Savannen, Urwald, Gebirgsregionen (Drakensberge), gemäßigte Regenwälder (die Wälder von Knysna und Tsitsikamma), Halbwüsten (Karoo), Wüste (an der Grenze zu Namibia und Botswana), der Fynbos des kapländischen Florenreichs (Western Cape), das Binnenhochland (Highveld) mit überwiegendem Grasland sowie spezielle Lebensräume an den Küsten. Das nordöstliche Südafrika bedecken Baum- und Grassavannen – in Südafrika „Bushveld“ genannt –, und dort liegen auch die meisten der großen Wildreservate, von denen es mehr als 700 öffentliche gibt, davon über 25 Nationalparks, und etwa 200 private.

Tiere

Südafrikas Artenvielfalt wird nirgendwo in sonstigen Ländern Afrikas übertroffen. Um diesen gewaltigen Schatz der Flora und Fauna zu erhalten, wurden schon früh National- und Wildschutzparks eingerichtet, wie 1898 der Krüger National Park und 1895 der Hluhluwe-Imfolozi Park. Mit den „Big Five“ sind nicht jene Wildtiere Afrikas gemeint, die von der Statur her am größten sind, sondern die früher bei Großwildjagden am schwierigsten und gefährlichsten zu jagen waren, nämlich: Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn. Die Chance, „alle Fünfe“ in nur einem Wildpark oder bei einem einzigen Game Drive zu Gesicht zu bekommen, ist selten und noch am ehesten möglich in einem Private Game Reserve. Öffentliche Parks mit den Big Five sind z.B. Krüger-Nationalpark, Hluhluwe-Imfolozi in KwaZulu-Natal und das Pilanesberg Game Reserve in der Nord-West-Provinz.

© Helmut Hermann

© Helmut Hermann

© Manfred Kugel, Coesfeld

Essen

Südafrikas Küche ist so unterschiedlich wie sein buntes Völkergemisch, sie wurzelt in den Gerichten und kulinarischen Einflüssen der frühen holländischen, englischen, französischen und auch portugiesischen Siedler, ergänzt durch den Kochstil der Malaien am Kap und die Currys und Gerichte der Inder in KwaZulu-Natal. So gut wie alles wird im Land selbst in hoher Qualität und im Überfluss erzeugt und kommt knackfrisch auf den Tisch.

Beim geradezu kultisch zelebrierten südafrikanischen Grillfest, dem Braai, werden Würste (boerewors) und dicke Fleischstücke vom Rind, Lamm (chops), Schwein und Huhn auf den Rost gelegt. Allgemein spielen Fleischgerichte in Südafrika eine große Rolle, in nahezu jedem Ort gibt es ein Steak-Restaurant, die landesweite intensive Vieh- und Geflügelzucht garantiert Angebote guter Qualität. Exotisches Wild, wie Springbok, Kudu, Büffel, Warzenschwein oder gar Krokodil schafften es gleichfalls auf die Speisekarten. Probieren Sie auf alle Fälle einmal Straußensteak, dazu einen guten Roten. Da die Tiere überwiegend in Freilandhaltung aufwachsen ist ihr Fleisch aromatisch und zudem fett- und cholesterinarm.

Reisezeit

Bekanntermaßen liegt Südafrika auf der südlichen Hemisphäre und demzufolge sind die Jahreszeiten den unseren entgegengesetzt (sofern man in Südafrika überhaupt von „Jahreszeiten“ in unserem Sinn sprechen kann).

Die ideale Reisezeit für Südafrika sind der Südfrühling und die Südfrühsommerzeit, also die Monate September, Oktober und November sowie die Herbstmonate März, April und Mai.

April und Mai sind gewöhnlich die schönsten Reisemonate, da dann die Zeit der Niederschläge im Sommerregengebiet beendet ist und die Regenzeit im Winterregengebiet noch nicht richtig angefangen hat. Die Temperaturen bewegen sich in diesen Monaten zwischen etwa 25 °C bis 30 °C, in einigen ariden oder niedrig liegenden Landesregionen, wie z.B. in der Karoo-Halbwüste oder im Krüger-Nationalpark, auch über 30 °C. Die südafrikanischen Sommermonate Dezember, Januar und auch Februar sind mit Temperaturen oft weit über 30 °C sehr heiß.

Religion

Über 70% der Einwohner sind Christen, die ganz überwiegende Mehrheit evangelisch/protestantisch bzw. Angehörige afrikaanssprachiger reformierter Kirchen. Die Zion Christian Church (ZCC) ist die größte Kirche in Südafrika. Weitere: Hindus, Muslime und Juden.

Tipps

Links die weiterhelfen

Einreisebedingungen:

Deutsche, Österreicher und Schweizer Touristen benötigen für die Einreise kein Visum, aber natürlich einen gültigen Reisepass, der über den Rückflug- oder den Ausreisetermin hinaus noch sechs Monate gültig sein muss. Der Pass muss mindestens noch zwei leere Seiten haben, und zwar zwei gegenüberliegende! Maximale Aufenthaltsdauer ist 90 Tage.

Weitere Infos auf www.auswaertiges-amt.de | www.bmaa.gv.at | www.eda.admin.ch

Fremdenverkehrsamt: South Africa Tourism, www.southafrica.net

Südafrika-Suchmaschine: www.ananzi.co.za

Südafrikanische Nationalparks: www.sanparks.co.za

Unterkünfte: www.suedafrikaperfekt.de

Botschaften: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, 180 Blackwood Street, Arcadia, Pretoria 0083, Tel. (0027), 12-4278900, Fax (0027)12-3439401, www.pretoria.diplo.de

Embassy of the Republic of South Africa, Tiergartenstraße 18, 10785 Berlin, Tel. 030-22073-0, Fax 030-22073-190, www.suedafrika.org

Reise- und Gesundheitsinformationen: www.crm.de

Einführ- und Ausfuhrbestimmungen: www.zoll.de | www.bmf.gv.at | www.ezv.admin.ch

Dos and Dont's

Vordrängeln ist nach gutem englischen Brauch verpönt. Im Restaurant bekommen Sie einen Tisch zugewiesen oder warten solange an der Bar bis etwas frei wird. „Oben ohne“ ist an den Stränden nicht erlaubt, auch nicht der öffentliche Konsum von Alkohol. Beim Reisen unterwegs immer eine gewisse Vorsicht walten lassen, die Innenstädte aller größeren Städte wie Johannesburg, Pretoria, Durban, Port Elisabeth und Kapstadt sollten nach Einbruch der Dunkelheit gemieden werden.

Exkurs: Die „Regenbogen-Nation“

Diesen Begriff prägte Präsident Nelson Mandela nach seinem Amtsantritt, in dem er erklärte: „Each of us is as intimately attached to the soil of this beautiful country as are the famous jacaranda trees of Pretoria and the mimosa trees of the bushveld – a rainbow nation at peace with itself and the world.“ Das Statement appelliert an die Einheit und ein friedliches Zusammenleben als „Regenbogen-Nation“ im multiethnischen Südafrika, das so lange von der Trennung von Schwarz und Weiß geprägt war. Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu, das lautstarke Gewissen Südafrikas, verwendete den Begriff des Öfteren. Die verfestigten Ressentiments haben sich aber nicht über Nacht in Luft aufgelöst. Nach wie vor bezeichnen Schwarze vielfach immer noch alle Weißen als „Buren“, was wegen der Apartheidszeit als Herabsetzung gilt, und englischsprechende weiße Südafrikaner hören es weniger gern, wenn man sie als „Engländer“ tituliert, nur weil sie Englisch sprechen. Man wendet die Termini Black, Coloured und White weiter an, Menschen nach ihrer Hautfarbe zu unterscheiden wird nicht als diskriminierend angesehen, und es gibt auch keine Bestrebungen, sie durch „politisch korrekte“ bzw. neumodische Wortschöpfungen wie anderswo zu ersetzen. Zu Zeiten der Apartheid war die offizielle Bezeichnung für alle dunkelhäutigen Südafrikaner das wertneutrale „Bantu“ (wie die Großsprachgruppe), „Non Europeans“ oder „Natives“. Heute spricht man von weißen, schwarzen oder farbigen Südafrikanern, wobei „Coloured“, anders als z.B. in den USA, in Südafrika keine verschämte Umschreibung für Schwarze ist, denn die braun-/gelbhäutigen Coloureds sind Nachfahren aus Verbindungen von europäischen Siedlern mit den früheren kapländischen San und Khoi sowie Kapmalaien, Nachfahren verschleppter und versklavter Arbeitskräfte aus Ostasien bzw. Indonesien.

Alle Texte aus »Tourguide Südafrika« © Helmut Hermann.

Titelbild: Helmut Hermann.