Reiseführer Harz

© Detlef Krell

Einen ersten Eindruck vom Harz kann man gewinnen, wenn man die 124 Kilometer lange Harzhochstraße fährt. Entlang dieser Route passiert man alle Landschaftsbilder der Region – von Fichtenwald und Fachwerk über Orte des Bergbaus bis hin zu  Wasserfällen und Bergen – sowie bedeutende Städte und Ausflugsorte. Eine weitere Möglichkeit, die Landschaft zu erkunden, sind die Schmalspurbahnen: Harzquerbahn, Selketalbahn oder Brockenbahn. Oder natürlich: Man geht zu Fuß. Für ausgedehnte Wanderungen ist die Mittelgebirgsregion nämlich wie gemacht.

Der Harz überrascht mit seiner Vielfältigkeit und bewegter Geschichte. Es ist eine Region für Träumer, Hexeninteressierte, Heine- und Goethe-Liebhaber, Orgelmusik-Genießer, Wanderlustige, Bergbau-Forscher, Schloss- und Fachwerksucher, In-die-Ferne-Blicker.

© Detlef Krell

Hexen und starke Frauen

Die Harzer Hexe ist in jeder nur denkbaren Form präsent, als Andenken, Namensgeberin, Geschichtenerzählerin. Kein Andenkenladen kommt ohne das typische Souvenir aus. Der Harz war Schwerpunkt der Hexenverfolgung in dieser Region.

Einige starke Frauen-Persönlichkeiten stammen von hier: Catharina Margaretha Linck (1687- 1721) wurde in Halberstadt geboren. Sie trug Männerkleidung und wurde Soldat. Als Mann verkleidet heiratete sie ihre Geliebte. Und wurde für ihr Leben jenseits der Regeln hingerichtet.

In Quedlinburg lebte und praktizierte Dorothea Christiana Erxleben (1715 – 1762). Ihre Leidenschaft galt der Medizin. Sie war die erste promovierte Ärztin (1754) in Deutschland. „Nebenbei“ war sie Mutter von vier eigenen und fünf angeheirateten Kindern.

Elisabeth Gnauck-Kühne (1850 – 1917) gründete in Blankenburg ein Erziehungsinstitut und gilt als wegweisende Programmatikerin der evangelischen und katholischen Frauenbewegung.

Die vielen Kiepen- und Botenfrauen (16.-20. Jh.) trugen zum Überleben ihrer Familien bei, meist Berg- und Waldarbeiter. Mit geflochtenen Kiepen transportierten sie auf ihrem Rücken schwere Lasten und Waren aus den Bergorten ins Vorland.

Der Hexensteig

Deftiges und Musikalisches: Die Harzer Roller

Eine Käsesorte und ein Vogel tragen den gemeinsamen Namen.

Den Sauermilch-Magerkäse isst, wer das Deftige gerne mag. So stellt man sich den Harz vor. Eine Spezialität, die heutzutage fast überall erhältlich ist.

Der andere Harzer Roller ist ein Kanarienvogel und begnadeter Sänger. Die Zucht, einschließlich „Musikunterricht“ und der Bau von Käfigen in Heimarbeit hatten eine lange Tradition in Sankt Andreasberg. Ein Besuch im dort ansässigen Museum zeigt alles rund um den kleinen gelben Vogel.

Wandern: Der Brocken, Hexenaltar und die Teufelskanzel

Vom niedersächsischen Kurort Bad Harzburg ist es der Teufelsstieg, vom gemütlichen Ilsenburg in Sachsen-Anhalt der Heinrich-Heine-Wanderweg. Über jeweils rund 900 Höhenmeter führen sie Wanderer auf den Brocken, den höchsten Gipfel Norddeutschlands. Wanderer im Hochharz haben den Brocken stets im Blick. Granitklippen bieten beeindruckende Anblicke und Aussichten. Goethe hat mit „Faust“ die berühmtesten Klippen des Harzes geschaffen: die Teufelskanzel und den Hexenaltar.

An klaren Tagen reicht die Sicht bis zu 230 Kilometern in die Ferne. Der Hochharz ist die anspruchsvollste und trotzdem familienfreundliche Wanderregion im Nationalpark Harz.

Wer Lust bekommen hat, die Vielfalt der Region zu erforschen, der kann sich mit unserem Reiseführer auf die Reise begeben. Unser Autor Detlef Krell führt durch alles, was der Harz zu bieten hat, zu Fuß, mit der Bahn, im Auto oder Bus in Täler, Klippen, auf Berge, durch Fachwerkorte und krumme Gassen, Industrie und Bergbaugeschichte, zum Neuschwanstein des Ostens.

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