Respektvoll reisen - Fünf Tipps

Liquid Soul - Wassermusik in Bali © Gunda Urban
Auf Reisen entdecken wir das Unbekannte. Wir überwinden Grenzen, begegnen Menschen und ihren Geschichten und erweitern unseren Horizont. Doch wie empfinden die Menschen vor Ort uns als Reisende? Was können wir dazu beitragen, dass die Reise nicht nur für uns zu einer bereichernden Erfahrung wird, sondern auch für das Gastland? Viele Fauxpas sind einfach zu vermeiden. Und das Beste: Wer ein paar Tipps beherzigt, verhält sich im Gastland nicht nur rücksichtsvoller, sondern kann seine Reiseerfahrung sogar noch vertiefen.
 
1. Reiseziel und Reisezeit sorgfältig auswählen
Ob Stau auf dem Mount Everest, von Kreuzfahrtschiffen beschädigte Häuser in Venedig oder die mittlerweile geschlossene Bucht in Thailand, die nach dem Film „The Beach“ von Touristen überschwemmt wurde: Wer sich im Vorfeld gut informiert, erfährt schnell von übermäßigen Belastungen des Reiseziels. Manches lässt sich durch eine Reisezeit abseits der Hochsaison umgehen. Bei anderen Zielen hilft nur: Die Reisepläne ändern und sich für eine Destination entscheiden, bei der sich der Urlaubswunsch mit den Gegebenheiten vor Ort vereinbaren lässt. 
 
Laying Buddha in Kambodscha © Gunda Urban  
2. Kulturelle Besonderheiten beachten
Wer sich auf die Kultur des Reiselandes gut vorbereitet, kann vor Ort Rücksicht auf Regeln, Feiertage und die Lebenssituation der Menschen nehmen. Schon beim Umgang mit Trinkgeld reicht die Spanne von einer kleinen, schnell verziehenen Unachtsamkeit bis zu einer handfesten Beleidigung des Personals. Auch wenn sich Regeln oder Rituale nicht immer mit persönlichen Einstellungen decken: Ein bisschen Rücksichtnahme, vor allem auf religiöse und traditionelle Gefühle von Einheimischen, hat noch niemanden umgebracht. Und die Offenheit wird in der Regel dadurch belohnt, dass man in das Geschehen einbezogen wird und so nicht nur einen tieferen Einblick in das Leben vor Ort erhält, sondern auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen und Gedanken weiterzugeben. 
 
Java - Selfie am Borobudur © Wayan Rump
3. Einfache Sätze in der Landessprache lernen
Jeder, der sich im Ausland schon mal an ein paar Sätzen in einer fremden Sprache versucht hat, wird den Effekt kennen: Der Gesichtsausdruck des Gegenübers verändert sich, ein Lächeln erscheint, und wo vorher nur geschäftige Verschlossenheit war, ist plötzlich Offenheit und Freude. Die wichtigsten Wörter, Redewendungen und Grußformeln lassen sich schnell raussuchen und auswendig lernen. Auch wenn man nur in ein Nachbarland oder an einen Ort reist, in dem viele Menschen Englisch sprechen: Sich an der Sprache zu versuchen, wird immer als eine Geste der Wertschätzung wahrgenommen. Auch wenn man danach auf Englisch oder Pantomime umschwenkt – der Grundstein für eine gute Kommunikation mit dem Gegenüber ist gelegt, was oft zu ganz neuen, spannenden Erlebnissen führt. 
 
Gonghersteller mit Gerd und Beate von Wassermusik © Gunda Urban   
4. Grenzen respektieren
Grenzen, die wir auch fürs uns selbst und unseren Lebensraum ziehen würden, sollten wir auch an anderen Orten und bei anderen Menschen wahren. Beispielsweise ungefragt Fotos zu machen, wird wohlmöglich nicht nur als Eingriff in den persönlichen Raum empfunden, sondern an manchen Orten auch als eine Verletzung religiöser Gefühle. Und auch räumliche Grenzen werden mit der zunehmenden Zahl an Touristen immer wichtiger. Denn auch wenn die Aussicht von der Düne oder abseits der Wege im Naturpark noch schöner wäre: Zäune, Hinweisschilder und ausgeschriebene Wege dienen dazu, den Ort, den wir und viele nach uns bestaunen wollen, zu erhalten, und sollten respektiert werden. 
 
Mülltrennung in Bali © Gunda Urban   
5. Ökologisch handeln
Auch auf Reisen kann jeder sein Bestes geben, die Ökologie vor Ort nicht negativ zu beeinflussen. Müll zu vermeiden, Abfälle richtig zu entsorgen und sparsam mit
Wasser umzugehen, ist bereits im Bewusstsein vieler Reisender verankert. Viele weitere kleine Schritte wie beispielsweise chemikalienfreie und umweltverträgliche
Waschmittel oder Sonnenmilch, die keine schädigenden Rückstände im Wasser hinterlässt, sind möglich und machbar. Zu ökologischem Handeln gehört auch, keine
Steine, Muscheln oder gar Korallen vom Urlaubsort mitzunehmen und die Ein- und Ausfuhrregelungen der Länder zu beachten. Erinnerungen sind ohnehin das
schönste Mitbringsel. 
 
Georgien © Wayan Rump
 
Die Welt ist klein – nirgends spürt man das so sehr wie auf Reisen. Wer sich unterwegs rücksichtsvoll verhält, hinterlässt nicht nur einen guten persönlichen Eindruck, sondern fördert die Gastfreundschaft auf der ganzen Welt. Das kommt nicht nur den Einheimischen zugute, sondern auch den Reisenden, die nach uns kommen – und am Ende auch uns selbst, wenn wir mit Vorfreude in ein Reiseland zurückkehren. 
 
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Fotos aus Bali und Kamodscha: Gunda Urban
Fotos aus Java und Georgien: Wayan Rump